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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Noch einer zur MPU :(


z3ro
23.04.2007, 20:26
Hallo Liebe Community

Ich war vor einiger zeit schonmal bei euch im Forum angemeldet.
Nun ist es auch bei mir soweit. ich möchte einen termin für die MPU machen aber bevor es soweit ist möchte ich mich mit euch vorbereiten. Ich hoffe ihr habt zeit für mich?

Habe mal den Fragen Katalog beantwortet. Lest euch das mal bitte durch und dann feuert aus allen Rohren :)


1. Wie viele Verstöße hatten sie?
Ich hatte 4 Aktenkundige verstöße.

2. Was waren das für Verstöße?
Ich habe 3 mal das tempolimit überschritten und einmal mit dem handy am steuer telefoniert.

3. Wann waren diese Verstöße und in welchem Zeitraum fanden diese statt? (möglichst Datum und zu welcher Tageszeit-um so genauer, um so besser)
am 4.03.2003 übertretung der geschwindigkeit innerorts um 40km/h
am 31.05.2005 übertretung der geschwindigkeit um 21 km/h
am 22.03.2006 übertretung der geschwindigkeit um 40 außerorts.
am 11.07.2006 Telefonieren am Steuer

4. Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen?

ich habe mich schnell provoziert gefühlt und war sehr leicht auf die palme zu kriegen.Wenn vor mir jemand die ganz zeit fährt und mal 120 und dann wieder nur 80 und immersoweiter
hat mich das tierische aufgeregt.Ich habe mich in dem moment einfach nicht mehr im griff gehabt.
Dazu kommt noch das ich zu der zeit sehr viele private Probleme hatte. Ob es auf der Arbeit war oder in der Liebe ich habe das einfach nicht mehr alles auf die Reihe bekommen.
Das hat sich über mehrere Monate hingezogen.Und ich habe Alle meine probleme einfach nur in mich reingefressen und niemanden an mich rangelassen.

5. Wie war ihre Gefühlslage bei diesen Delikten?
Bei dem zu schnell fahren war ich Sauer und wütend.
Beim telefonieren am steuer dachte ich mir nur wie dumm bin ich eigentlich sonst benutz ich die freisprech einrichtung
und heute muss ich das blöde ding in die hand nehmen zum telefonieren.

6. Was hätte passieren können bei den jeweiligen Delikten?
Ich habe das leben anderer verkehrteilnehmer durch zu hohes Tempo und telefonieren am steuer in gefahr gebracht und auch mein eigenes.

7. Wie schätzen sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?
Ich war damals viel zu rücksichtslos und mir war nicht bewusst was dadurch alles hätte passieren können.

8. Woran lag es das sie keinen Unfall hatten?
Es ist nie zu einem unfall gekommen da die anderen Verkehrteilnhemer mehr rücksicht auf mich genommen haben als ich auf die anderen.

9. Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?
weil ich einfach nicht auf meine mitmenschen gehört habe. Meine freundin hat sich öfter mit mir darüber unterhalten das ich mich nicht so schnell aufregen
soll.einfach mal ruhig bleiben. Aber ich habe meine fehler nicht gesehen sondern nur die von anderen.

10. Wie haben sie auf das Verhalten der Polizei reagiert nachdem sie gestoppt oder gelasert wurden?
Ich war freundlich und habe nur gehofft das ich gleich weiter fahren kann.Mir war nicht klar das ich durch mein verhalten andere fahrer in gefahren
situation gebracht haben könnte.

11. Wie haben sie auf die ersten Verwarn- bzw. Bußgelder reagiert?
Meist garnicht.Habe die briefe meist ungeöffnet liegen lassen und mir gedacht ach da wird schon nix passieren???

12. Was hatten sie sich vorgenommen, um keine Punkte mehr zu bekommen?
ich hatte mir vorgenommen viel viel ruhiger zu werden und mich nicht mehr so schnell auf die palme bringen zu lassen.
Da ich aber viel stress auf arbeit mit meinem chef hatte und auch meine privaten probleme nicht weniger wurden verfiel ich wieder in den alten trott und habe
alles in mich reingefressen und es dann beim autofahren rausgelassen.
13. Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?
Es war schwer einzugestehen das ich Fehler gemacht habe und nicht die anderen.Das wollte ich einfach nicht war haben. Für mich waren immer die anderen Schuld und nicht Ich selber!

14. Gibt es ein Zusammenhang zwischen dem Punktesammeln und bestimmten Ereignissen in ihrem Leben?
Schon möglich es gab eine zeit wo ich sehr viel schulden hatte und auch viel stress mit der liebe und der arbeit. Ich denke schon das sich das auch auf mein
fehlverhalten im straßenverkehr ausgewirkt hat.
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Fragen nach Änderungen gegenüber früher:

1. Wie lauten ihre Vorsätze heute?
Heute überlege ich genau was mein handeln für folgen hat.Ich weiß das ich nicht allein auf der straße bin und auch rücksicht auf
andere verkehrsteilnehmer nehmen muss.Wenn ich jetzt in solche situationen komme atme ich vorher mehrmals tief durch und dann geht es mir gleich viel besser.


2. Was ist daran anders?
ich habe mein Problem erkannt und sehe auch ein das ich viele Fehler gemacht habe.Ich höre auf meine famielie und bekannten wenn sie mir etwas sagen zu meinem
verhalten und reagiere nicht gleich so gekränkt wie früher.

3. Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?
Mein leben hat sich den vergangenen Monaten sehr positiv entwickelt.
Seit dem ich offen über meine probleme mit meinen freunden rede geht es mir einfach viel besser.Es staut sich keine wut mehr in mir auf. Reden ist doch besser als immer nur zu schweigen.


4. Was hat sich ansonsten bei ihnen geändert?
ich habe mein Leben wieder in den griff bekommen ich bin schuldenfrei und habe auch wieder Arbeit.

5. Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben sie heute und was ist daran neu?
Die gegenseitige rücksichtnahme im strßenverkehr denn nicht nur andere machen fehler sondern auch ICH.

6. Was ist ihrer Meinung nach im Straßenverkehr besonders wichtig?
das einhalten der verkehrsregeln und des tempolimits, sowie die gegenseitige rücksichtsnahme.

7. Was könnte ihre guten Vorsätze wieder zum scheitern bringen?
ich habe mich in der letzten zeit in der hinsicht so zum positiven verändert das ich meine fehler aus der vergangenheit nicht wiederholen werde. Ich treffe mich seit ca 5 monaten mit meinem Onkel der ist Psychologe leider kein Verkehrspsychologo aber er hat mir sehr gut weiter geholfen und tut es auch immernoch.
Mir ist mein fehlverhalten bewusst geworden und ich tu alles das das auch so bleibt.
Wenn ich heut in solch eine Lage komme bleibe ich ersteinmal ruhig und überlege ob ich zu einer Lösung komme um das Problem zu beheben und wenn das nicht klappt
gehe red ich mit meiner familie und mit meinen kumpels dann findet man gemeinsam eine Lösung.

Foppel
23.04.2007, 20:36
Hi und willkommen im Forum.

Du bist also einer von der aufbrausenden Sorte. Dies wird sich sicherlich nicht nur hinterm Steuer so zugetragen haben. Wie beurteilst Du Dich als Mensch überhaupt? Rastest Du immer schnell aus? Wenn ja, wie fühlst Du Dich dabei? Was sagen Deine Freunde, Bekannten und die Familie dazu?

Und das wichtigste ist : Hast Du Dein Problem erkannt und wie schaffst Du es, jetzt nicht mehr auszurasten?

z3ro
23.04.2007, 21:47
ausrasten ist übertrieben..,nur wenn ich hinterm steuer gesessen habe..,viel es mir oft schwer ruhig zu bleiben wenn vor mir die ganze zeit einer so schleicht.
Privat bin ich ehr der ruhige typ..,außer mich nervt einer so richtig doll dann
kann ich auch schonmal ausrasten..,

ja ich habe mein problem erkannt bzw mein onkel der psychologe und ich haben es erkannt.ich bin immer davon ausgegangen wenn mir einer dumm kommt oder mich übelst nervt will er immer was von mir. das habe ich mir nicht gefallen lassen.., aber seit einiger zeit 3 mal tief durch atmen und dann passt alles wieder und ich muss sagen das hilft mir wirklich..,seit dem is es lass ich mich kaum noch aus der ruhe bringen.

ja meine kumpels hatten mich darauf hingewiesen das ich in solcher situation einfach mal ruhig bleiben soll das habe ich mir dann auch zu herzen genommen..,

hausmann
23.04.2007, 21:59
Privat bin ich ehr der ruhige typ..,außer mich nervt einer so richtig doll dann
kann ich auch schonmal ausrasten..,
wie sieht / sah denn so ein richtig krasser ausraster bei dir aus?? was machst du dann?

z3ro
23.04.2007, 22:05
meinst du jetzt privat..,da habe ich mir die leute maßgenommen..,erstmal rangezogen und dann angeschrien wat die scheiße wieder soll..,
nur leider ging sowas ja nicht während der fahrt..,wenn mich da einer genervt hat hab ich halt links geblinkt und dann mit vollgas vorbei!
Konnte ihn ja schlecht ausbremsen und dann aus dem auto ziehen!

hausmann
23.04.2007, 22:07
Konnte ihn ja schlecht ausbremsen und dann aus dem auto ziehen!
sicher hättest du das machen können.... aber ob das so gut gewesen wär iss zu bezweifeln...
hattest wohl angst davor, wa?

z3ro
23.04.2007, 22:10
ja genau..,davor hatte ich angst..,er hät ja größer und stärker sein können..,da hät ich alt ausgesehen..,

hausmann
23.04.2007, 22:12
ja genau..,davor hatte ich angst..,er hät ja größer und stärker sein können..,da hät ich alt ausgesehen.., feigling... ;)
also hast du dich "hinter" deinem fahrzeug versteckt...
sicherlich nen getuntes auto. oder eins was von haus aus nen ordentlichen motor hat, wa?

z3ro
23.04.2007, 22:14
naja nen golf v mit nem 2L TDI 140 PS
ne das wäre zuviel des guten..,aber wie sieht es denn bisher aus mit meinen antworten zu den fragen???


und wie ist das eigentlich habe mir ein paar mpu's angeschaut aber das sollte man direkt was zu den delikten sagen und nicht so schön wie hier im forum der fragen katalog..,wie macht das der psychologe nun???

hausmann
23.04.2007, 22:20
mein gutachter hat mir damals meine Vergehen ALLE vorgelesen, und dann mit dem letzten delikt angefangen.
Ich sollte ihm mal erzählen wie das passieren konnte. und dann ging das so weiter, eins nach dem anderen.
Aber das ist auch von GA zu GA verschieden. Was er für ne Masche bei dir anwendet kann ich dir auch nicht sagen. ;)

z3ro
23.04.2007, 22:22
achso na dann lass ich mich gerne überraschen..,
was denkst du ich brauche noch ne ganze weile bis ich zur mpu kann oder???

Totti1971
23.04.2007, 22:25
mein gutachter hat mir damals meine Vergehen ALLE vorgelesen, und dann mit dem letzten delikt angefangen.
Ich sollte ihm mal erzählen wie das passieren konnte. und dann ging das so weiter, eins nach dem anderen.
Aber das ist auch von GA zu GA verschieden. Was er für ne Masche bei dir anwendet kann ich dir auch nicht sagen. ;)
Gutenabend zusammen,bei meiner Verkehrsrechtlichen MPU wurde z.b. nur 2 Delikte von 10 insgesamt angesprochen also wie Hausi schon schrieb das ist jerder GA anders deshalb solltset du über jedes deiner Delikte genau bescheid wissen!
lg Totti!

z3ro
23.04.2007, 22:28
Gutenabend zusammen,bei meiner Verkehrsrechtlichen MPU wurde z.b. nur 2 Delikte von 10 insgesamt angesprochen also wie Hausi schon schrieb das ist jerder GA anders deshalb solltset du über jedes deiner Delikte genau bescheid wissen!
lg Totti!

also da gibt es keine probleme ich weiß genau bescheid wann das war und auch wie es dazu kam..,bei den geschwindigkeits delikten war es jedesmal der gleiche grund..,vor mir schleicht einer mit 80-90 und ich setz halt an zum überholen und mit vollgas vorbei..,

hausmann
23.04.2007, 22:40
Ich war vor einiger zeit schonmal bei euch im Forum angemeldet. noch ne frage... du warst also schon mal angemeldet !?
hast du da auch mit deinem anderen usernamen gepostet? (name: Zer0 (http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/member.php?u=846)?)

Foppel
24.04.2007, 00:37
@z3ro

Nun. Du bist Punktetäter und hast eine aggressive Ader. Ich bilde mir keine meinung von Dir, aber für den Gutachter wird es sehr warscheinlich so sein, das er Dich als aggro Typen sieht. Leute die sich im Straßenverkehr aggressiv verhalten, tun dies entweder im Privatleben auch, ODER und das ist zum Beispiel bei mir der Fall gewesen, sie tun gar nichts und duckmäusern nur. In ihren Autos fühlen sie sich dann wegen des Blechpanzers um sich herum sicher und mutig, qweil sie eben nicht direkt mit ihrem Kontrahenten interagieren müssen, sondern in diesem Falle ihre Autos für sich sprechen lassen. Das spiegelt sich dann auch im Verhalten im Straßenverkehr wieder.

Welcher Typ bist Du? Der Agressive oder der Duckmäuser?

Noch ein Tipp:
Die Masche mit dem "Ich bin nur im Strassenverkehr so" würde ich an Deiner Stelle ganz schnell knicken, denn für den Gutachter ist es so gut wie ausgeschlossen das ein ausgeglichener Mensch mit einem intakten Privatleben sich ausgerechnet im Straßenverkehr benimmt wie eine Sau.

Such den Fehler in Deinem Verhalten nicht im Straßenverkehr. Das will der GA gar nicht hören. Der Grund für Dein Fehlverhalten liegt in Deiner Art die Dinge anzugehen und das eben nicht nur hinter dem Steuer.

z3ro
24.04.2007, 09:30
da bin ich doch ehr der duckmäuaser..,ja das vergesse ich mal ganz schnell das ich nur im straßenverkehr agressiv bin..,

habe ich meinen fehler denn noch nicht zum ausdruck gebracht?
wie wärs damit: ich hatte mich nicht unter kontrolle. Kam mit meinem Leben nicht mehr klar, nur noch Probleme.



@ hausmann nein als zer0 war ich nicht angemeldet

Foppel
24.04.2007, 15:15
wie wärs damit: ich hatte mich nicht unter kontrolle. Kam mit meinem Leben nicht mehr klar, nur noch Probleme.

Schon mal ein Ansatz. Wenn Du jetzt noch darlegen kannst warum Du Dich jetzt vollkommen unter Kontrolle hast und was sich an Dir geändert hat (Beruflich, Privat und auch im Straßenverkehr) dann hast Du schon die halbe Miete.

Hinsetzen und sagen "Ich habe meine Lektion gelernt. Jetzt bin ich ein ganz ganz Lieber" wird nicht ziehen. Der GA will a.) schon was hören für Dein Geld und b.) muss er nachvollziehen können das Du Dich geändert hast. Dazu gehört auch der lange und steinige Weg vom Duckmäuser der nur im Verkehr die Welle gemacht hatte zum zuvorkommenden, netten Mitbürger, der auch mal fünfe gerade sein lässt, nicht immer auf seinem Recht besteht und der seine Agressionen im Griff hat bzw, ein entsprechendes Ausgleichsventil (Sport etc.) hat um nicht spontan wegen aufgestauter Agressionen explodiert.

Dazu noch dann positive Bemerkungen aus Deinem Umfeld (Familie, Freunde und Arbeitskollegen) das aus Dir ja ein richtig netter Typ geworden ist und schon gehst Du mit einem "positiv" nach hause.

Einziger Haken:
Entweder musst Du ein brillianter Schauspieler sein, ODER Du musst diesen Wandel wirklich erlebt haben um durch die MPU zu kommen. Die Zeiten wo man sich reumütig hinsetzen konnte und ein "Tut mir leid. Ich werds nie wieder tun" sind definitiv seit Entzug der FE vorbei.

Ergo:
Du musst an Dir arbeiten. Nicht nur eine gute Geschichte zum besten geben. Der GA muss merken das Du Deine Veränderung vom Verkehrsrüpel zum ausgeglichenen Jungen gelebt hast.

Aber dazu sind wir ja da ;-)

christorre
24.04.2007, 15:20
Wie ist in dem Zusammenhang dann der Wandel von frührem aufbrausendem Gesamtverhalten hizu einem heute vorherschenden Weitblick und ausgeglichenem Gefühlsleben Glaubhaft zu machen ?

Ich meine ich kenne mich da ja aus mit dem Ausbremsen ( eigener Thread) daher klinke ich mich hier mal mit ein wenn erlaubt.

Mit Beispielen untermauern (?) :

früher wollte ich möglichst viel im Job alleine bewegen, habe mich mit mit (nicht lösbaren) Aufgaben zugekleistert, habe aber jetzt die Erfahrung gemacht, mit "sanfter Gewalt" (nein sagen) ein ruhigeres Arbeitsleben zu führen, was sich wiederum unmittelbar auf mein Privatleben auswirkt da ich einfach besser gelaunt nach Hause schreite und so schon wieder weniger Konfliktherde am köcheln habe da ich auch am nächsten Tag keinen übermäßigen Termin / Arbeitsdruck habe.

Natürlich habe ich auch beim Arbeiten Hilfe in Anspruch genommen, da ich mir Mühe gegeben habe meine Kollegen näher kennenzulernen und sie nun besser einschätzen kann ergo besser mit dem Umfeld zusammenarbeiten kann. Habe mir damit auch mehr soziale Kommpetenzen erarbeitet. Lasse somit auch andere Vorschläge zu , erweitere meinen Horizont und habe die Lektion gelernt nicht immer auf meiner Meinung zu beharren.

Noch was, wie sieht eigentlich ein Anti Aggressionsdingens aus... kann dem GA davon auch etwas vorgeführt werden wie das richtige Atmen von den gelernten Entspannungsübungen ?

Foppel
24.04.2007, 15:55
@Christorre:

Hmm, klickst Du mal auf mein Gutachten. Ich habe das da erläutert.

Als erstes muss man selbst feststellen "Hey, da stimmt was nicht. Ich mache hier etwas falsch. Was kann ich tun?", dann sucht man sich externe Hilfe. Es handelt sich um eine Wesensänderung die man durchführen muss. Das schafft man ohne Hilfe eigentlich nicht wirklich. Bei mir war es zum einen dieses Forum und zum anderen eine Bekannte die ich beim Mountainbiken kennengelernt hatte. Sie arbeitete bei einem Psychologischen Dienst für Drogenkranke. Ich hab zwar nichts mit Drogen am Hut, aber sie war der einzig Psychologisch geschulte Mensch der nicht 100 Euro die Stunde sehen wollte. Zusammen arbeiteten wir meine Vergangenheit auf. Sie gab mir wie auch die Leute hier im Forum lediglich ein paar Ideen mit auf den Weg. Parallel dazu hat sich dann auch noch mein Bruder eingeklinkt und zusammen mit mir eine Art "Roadmap" aus meinem versauten Leben gestaltet.

Ab dann war alles nur harte Arbeit. Damit meine ich das harte Antrainieren neuer Verhaltensweisen.

Zum Beispiel:
Nicht bei Rot über die Ampel gehen, obwohl weit und breit kein Auto zu sehen ist.

Eine Zigarettenkippe nicht auf den Gehweg werfen, sondern die ausgedrückte Fluppe bis zum nächsten Aschenbecher mitnehmen.

Mit dem Rad aufm Radweg fahren anstatt aufm Bordstein oder der Straße.

Den Müll regelmässig rausstellen und die Treppe putzen wenn man dran ist.

Briefkorrespondenz mit jedem Führen, dem man noch etwas schuldet. Auch wenn man noch so kriechen muss.

Fünfe mal gerade sein lassen. Auch wenn man Recht hat.

Zugeben das man Unrecht hatte und sich entschuldigen.

DAS war es bei mir. Langsam aber sicher wurde aus hartem Training einstudiertes, das ich ausführte ohne daqsich darüber nachdenken musste. Das neue antrainierte Verhalten hat automatisch andere Verhaltensmuster nach sich gezogen, die ich nicht geplant hatte. Wie zum beispiel das "An der Fußgängerampel warten bis grün ist". Ich erwischte mich selbst dabei wie ich ohne nachzudenken an der Ampel halt machte und wartete.

Die GA konnte anhand dieser Story auch nachvollziehen das ich ihr keinen vom Pferd erzähle. Anscheinend entspricht das nachziehen von positiven automatischen Handlungsweisen irgendeinem Schema das die Psychso mal einstudiert haben.

Im Grunde ist es ein 3 Punkte Plan:

1.) Erkennen das man ein Verhaltensproblem hat
2.) Sich Unterstützung suchen und Pläne machen
3.) Die gemachten Pläne OHNE Ausnahme durchziehen

christorre
24.04.2007, 16:18
Danke für die Antwort Foppel,

ging mir genauso, habe mit einer Seelsorgerin aus der hiesigen Gemeinde meine Schuld begonnen aufzuarbeiten, mich nicht als "Opfer" zu sehen war der erste Schritt. Die haben zwar keine Ahnung was gerade im Kino läuft sind aber etwas näher an der Basis gelegen gewesen als ich. Das war vor eineinhalb Jahren.

Mitlerweile habe ich neue Freizeitbeschäftigungen gefunden, etwa 15 Kilo abgenommen ( ja das Auto stehen lassen bringe was :D ) und gehe mehr auf Menschen zu / ein.

Bei meinem Manöver wollte ich einfach mal Gottgleich dastehen, mein mir wiederfahrenes Unrecht anderen teilhaben zu lassen. Beim Aufarbeiten meiner Vergangenheit habe ich aber immer wieder festgestellt das ich im Strassenverkehr nie zu schnell unterwegs war oder gefährlich Überholt habe.

Ich habe das Auto damals regelrecht als Werkzeug angesehen....