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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Muss zur MPU hilfe


thunderbolt
15.10.2007, 19:30
Hi,

ganz kurz zu mir. Ich bin 29 Jahre als selbständig habe Frau und Kind und muss laut Führerscheinstelle zur MPU.

Kurz zum Werdegang. Habe 97 meinen Autoführerschein gemacht. Und bin in den folgenden Jahren ein wenig auffällig geworden.

Hier mal bissl zu schnell, da mal bissl zu schnell und leider Gottes auch ne rote Ampel mal mitgenommen.

Es kam wie es kommen musste, es wurde mir von der Führerscheinstelle eine Nachschulung bzw. ein Seminar aufs Auge gedrückt, dass ich die Punkte abbauen soll bzw. zum erhalt der Fahrerlaubniss, machen müsste.

Führerschein also abgegeben bei der Führerscheinstelle, das Seminar gemacht und erfolgreich bestanden, ist ja keine Kunst und Führerschein neu beantragt.

Leider bin ich arbeitsbedingt dann ca. 500 km in weggezogen und haben meinen Führerschein nicht abgeholt. Die Neubeantragung und das Seminar war 2002 glaube ich.

Ich muss dazu sagen, ich bin seit 2002 Selbständig, habe eine funktionierende Firma und kann jeden Tag zu Fuß in mein Büro gehen. Wenn wir Fahrten zu erledigen hatten, fuhr meine Frau , die jeden Tag das Auto benötigte um an die Arbeit zu kommen.

Einen schönen Tages, meines Wissens März 2006 hatte ich einen dringenden Kundenauftrag und musste einiges an Ware zur Post bringen, der Paketdienst war schon durch und es drohte ein Auftrag wegzubrechen. In meiner Not schnappte ich mir den Wagen, führ zum Büro, ca. 500m lud alles ein was zu verschicken war und für zur Post. ca. 2 km. Es kam so wie es kommen musst, im Kreisverkehr, weil ich ein wenig unter Stress, zumal ich auch die hose voll hatte, da ich keinen Führerschein hatte und nicht erwischt werden wollte, bin ich einem Auto draufgefahren. Nichts schlimmes, nen Putzlappen und Politur alles wieder okay. Kein Schaden war zu sehen. Auf jedenfall wurde die Polizei geholt. Die lachten uns beide aus, weil nix zu sehen war und gut war es. Personalien wurde aufgenommen, auf die Frage wo mein Führerschein war, antwortete ich, der liegt noch bei der Führerscheinstelle. Ich fuhr dann heim stellte Auto ab und hatte nen ungutes Gefühl. Keine 3h später klingelte es und die Beamten standen vor meiner Tür und informierten mich, dass ich keinen Führerschein besäße, weil dieser seit 2003 bei der Führerscheinstelle liegt.

Gerichtverfahren, 600€ Strafe, 600€ Anwalt 12 Monate Sperre. Nun wollte ich meinen Führerschein haben, beantragte diesen und muss nun zur MPU

Fragestellung : " Ist zu erwarten, dass der Untersuchte auch zukünftig erheblich gegen verkehrsrechtliche/strafrechtliche Bestimmungen verstoßen wird"

Jetzt stellt sich mir die Frage, womit sollte ich mich beschäftigen, mit den Vorfällen der Punkte die knapp 8-10 Jahre zurückliegen oder mit der Tatsache, dass ich ohne Führerschein gefahren bin, was ich natürlich lieber hätte nicht tun sollen. bzw. wäre dankbar wie ich mich grob Verhalten soll.

Meines wissens sind alle Delikte verjährt. KBA auskunft habe ich eingeholt.

Say
15.10.2007, 20:12
Wenn die Delikte verjährt sind .... warum dann eine MPU? Das ist die Frage die du mal stellen solltest denn dann ist sie nicht mehr gerechtfertigt und kann auch nicht mehr gefordert werden ....In deinem Fall beträgt die Verjährungsfrist 5 Jahre allerdings kommen da eine Neuerteilung nicht stattfand 5 Jahre dazu das nennt sich dann erschwerende Dingsda ...stell dich doch einfach mal dumm und hinterfrag den Grund

thunderbolt
15.10.2007, 21:15
Hi,

danke für die schnellen antwort.

Also wie gesagt bin ich 2006 ohne Führerschein gefahren. Leider muss ich sagen war 99 ein kleiner Vorfall mit Autokennzeichen. Ich bin mit abgelaufenen Überführungskennzeichen ( die die nur 5 Tage gültig sind) zur Zulassungstelle gefahren und habe mein Auto angemeldet. Die Kennzeichen, die abgelaufen waren habe ich dort abgegeben. Kurz darauf habe ich ne anzeige am Hals gehabt wegen fahren ohne Pflichtversicherung. 6 Punkte gab das und ne Geldstrafe. Laut Anwalt der mich oktober 06 vertreten hat, wäre das einfach aus der welt zu schaffen gewesen, wenn ich damals nen Anwalt gehabt hätte. So wurde es rechtskräftig und ist eingetragen. Atm habe ich 0 Punkte, das einzige was im KBA noch drinsteht ist diese Kennzeichen Sache und das Fahren ohne Führerschein. Ich habe mir von meinem Anwalt die akte zuschicken lassen 110! in Worten einhunderzehn Seiten. Er meint zu dem Zeitpunkt, als er die Akte hatte, stand 10/06 waren alle vergehen auch von 97 / 98 noch in der Akte und er geht davon aus, dass diese immer noch drin sind. Ich soll mich schonmal auf alle Delikte vorbereiten die ich jemals verbockt habe.

Leider ist meine Akte schon bei der PIMA in Frankfurt. Kann ich da jetzt noch reinsehen und schauen was der Gutachter an Delikten sehen wird ?

Say
15.10.2007, 21:21
Hak das ab .... ich hatte das 2006 überlesen .... fahren ohne Führerschein hat immer eine MPU zur Folge ....was verjährt ist .... darf nicht mehr gegen dich verwendet werden .... ABER da es in der Akte stehen könnte ist es besser wenn du es selbst erwähnst ....das zeigt deine Offenheit ..... und das bricht dir sicher nicht das Genick

Opa
15.10.2007, 21:23
Hallo
thunderbolt


Leider ist meine Akte schon bei der PIMA in Frankfurt. Kann ich da jetzt noch reinsehen und schauen was der Gutachter an Delikten sehen wird ?

Du hast dir schon die Frage selbst beantwortet....also nein es ist jetzt leider nicht mehr möglich, Einsicht in deine Akte zunehmen

Gruß Opa

Say
15.10.2007, 21:26
Kurz zum Werdegang. Habe 97 meinen Autoführerschein gemacht. Und bin in den folgenden Jahren ein wenig auffällig geworden.

Hier mal bissl zu schnell, da mal bissl zu schnell und leider Gottes auch ne rote Ampel mal mitgenommen.

Es kam wie es kommen musste, es wurde mir von der Führerscheinstelle eine Nachschulung bzw. ein Seminar aufs Auge gedrückt, dass ich die Punkte abbauen soll bzw. zum erhalt der Fahrerlaubniss, machen müsste.

Führerschein also abgegeben bei der Führerscheinstelle, das Seminar gemacht und erfolgreich bestanden, ist ja keine Kunst und Führerschein neu beantragt.

Leider bin ich arbeitsbedingt dann ca. 500 km in weggezogen und haben meinen Führerschein nicht abgeholt. Die Neubeantragung und das Seminar war 2002 glaube ich.

Was ist jetzt noch nicht so ganz verstanden habe ist ... gab es da eine Neuerteilung oder nicht?

thunderbolt
15.10.2007, 21:30
hi,

in der Begründung der Führerscheinstelle, warum MPU erforderlich steht folgendes

Auf Grund der aktenkundigen Straftaten:

Fahren ohne Fahrerlaubniss, AG Hanau 05.10.2006 Isolierte Sperre 04.04.2007
(nach Entziehung der Fahrerlaubniss durch Fahrerlaubnissbehörde am 22.01.02)

ich füll schonmal die Fragen aus. die Vorfälle sind 7-10 Jahre her, soll ich mir zu jedem Vorfall gedanken machen ?

thunderbolt
15.10.2007, 21:32
@say

der Führerschein wurde von mir beantragt und auch neuterteilt. Ich hätte ihn am 4 Wochen nach dem 22.01.2002 wieder abholen können. Das habe ich nie getan. Der lag bei der Führerscheinstelle, oder besser liegt da bis heute.

Say
15.10.2007, 21:41
Sekunde mal du bist doch nicht ohne Fahrerlaubnis gefahren wenn sie wieder erteilt wurde sondern "nur" ohne gültige Kennzeichen und ohne den Führerschein dabei zu haben ....

thunderbolt
15.10.2007, 21:58
zum Zeitpunkt meines Kennzeichendelikten 1999 hatte ich einen gültigen Führerschein bei mir.

Dieser wurde mir 2002 entzogen da ich einige Punkte angesammelt habe, die mit den 6 Punkten vom Kennzeichen meines Wissen 17 erreicht hatten. Ich musste, wenn ich Ihn wiederhaben wollte ein Aufbauseminar machen. 4x 4h Samstags gemacht. Den Führerschein neu beantragt, die Aufbauseminarbescheinigung abgegeben, DRK Lehrgang und den ganzen Kram.

Nachdem das alles fertig war, hätte ich den Führerschein 4 Wochen später also im Februar 2002 abholen können. Das habe ich nicht getan. Er liegt dort bis zum heutigen Tag. Ich war mitte 2005 zufällig in der Nähe und dachte mir, ich kann den jetzt mal holen, da wurde mir gesagt zum aushändigen benötigt man nun theoretische bzw. praktische Prüfung. Der Führerschein lag fertig auf dem Tisch, ich hätte ihn mitnehmen können.

Da ich diesen aber nicht benötigte und auch keine Zeit und Lust auf die Prüfung hatte, habe ich mich nicht weiter darum gekümmert.


2006 wie oben geschrieben, bin ich seit 4 Jahren das erste mal wieder Auto gefahren und wurde erwischt.

Say
15.10.2007, 22:04
Du bist ja eine seltsame Nummer .... das muß ich schon sagen .... jeder andere hätte ihn zumindest abgeholt.

Gut ich bin hier zugegeben rechtlich überfragt ... aber wenn die Neuerteilung stattfand würde ich mal die paar €in ein Gespräch mit einem "Fachanwalt" nicht mit irgend einem in Betracht ziehen um zu klären wie hier die Gesetzeslage aussieht denn die ist meiner Meinung nach recht kompliziert und da ist sicher was zu machen

thunderbolt
15.10.2007, 22:12
das ding ist durch, das haben wir damals schon bei der Verhandlung im Oktober 2006 probiert. Laut Gesetz ist man erst in Besitz der Fahrerlaubniss, wenn du Sie bei dir hast. Nicht im tresor in einer Bank und auch nicht bei der Führerscheinstelle. Mir wurde ja 2005 mitgeteilt, dass ich den Führerschein erst bekomme wenn die Prüfungen ( ohne MPU) bei denen sind. Demzufolge hatte ich keinen Führerschein.

Wenn ich Ihn jetzt haben will muss das MPU Gutachten her und die Prüfungen

Say
15.10.2007, 22:17
Nöööö da der Führerschein nur der Beweis einer Fahrerlaubnis ist und er dir ausgehändigt wird um diese eben vorweisen zu können ..... und wenn der Führerschein zuhause liegt ...dann hast du ja auch immer die Chance ihn am nächsten Tag vorzulegen oder es werden dir 10 -15 € Bußgeld aufgebrummt .... nun gut wenn du das so hin nehmen willst ... deine Sache ....dann gehen wir zum Thema MPU über

thunderbolt
15.10.2007, 22:24
Wie gesagt, im Oktober 2006 haben der anwalt und ich genau darüber gesprochen, er sagte man könnte es als Verbotsirrtum darlegen. Ich habe den Führerschein beantragt, nie abgeholt. Der Hacken an der Sache ist, ich war mitte 2005 bei der Führerscheinstelle und die haben gesagt, ich bekomme erst die FS wieder wenn ich die theoret. und prakti. Prüfung mache, da mein Führerschein vom Zeitpunkt des beantragens bis zum Abholen, Termin wäre der 23.02.2004 gewesen länger als 2 Jahre nicht in meinem Besitz gewesen ist. Mir wurde demnach gesagt und auch wurde es in der Akte vermerkt, dass ich erst in den Besitz des FS komme, wenn ich die Prüfungen habe und dass ich derzeit keinen FS habe.

Say
15.10.2007, 22:27
Ich glaube der springende Punkt an der Sache ist es zu klären WANN eine Neuerteilung stattfindet .... dann wenn diejenige Person den Führerschein abholt und unterschreibt oder dann wenn sie ausgesprochen und von der Führerscheinstelle genehmigt wurde .... das denk ich ist wirklich nicht so pauschal zu sagen .... ich an deiner Stelle würde versuchen genau das in Erfahrung zu bringen

thunderbolt
15.10.2007, 22:41
eine Neuerteilung gilt dann wenn ich innerhalb der 2 Jahre den FS abhole. Will ich nach den 2 Jahren den FS haben, ab dem Zeitpunkt der Beantragung, muss ich die Prüfungen nachweisen.

haben schonmal die Fragen angefangen


Was ist passiert?

Warum sind Sie hier?
Weil ich in der Vergangenheit negativ im Straßenverkehr aufgefallen bin. Mit diesem Gutachten soll meine Eignung zum Führen von Fahrzeugen festegestellt werden

Wie viele Verstöße hatten sie?
5-6 ( genaue Zahl folgt wenn ich Akteneinsicht habe)

Was waren das für Verstöße?
97 überhöhte Geschwindigkeit (1)
97 überhöhte Geschwindigkeit (3)
97 Rotlichverstoß (4)
97 Rotlichverstoß (4)
98 Abgefahrene Reifen (1)
99 Kennzeichen (6)

(möglichst Datum und zu welcher Tageszeit-je genauer, desto besser)

Was hätte passieren können bei den jeweiligen Delikten?
Aufgrund meiner uneinsichtigen Fahrweise haben ich nicht nur mich, sondern auch mein Umfeld, sowie auch Beifahrer erheblichen Gefahren ausgesetzt. Insbesondere die Verletzung des Pflichversicherungsgesetztes habe ich mich einem unzumutbaren Risiko ausgesetzt, wenn ich einen Unfall ob selbstverschuldet oder nicht verursacht hätte, wäre mein Leben bzw. das Leben der Unfallteilnehmer, je nach Schadenshöhe anders verlaufen

Was ist ihrer Meinung nach im Straßenverkehr besonders wichtig?
Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer, vorausschauend Fahren und keine unnötigen Risiken eingehen.


Warum ist es passiert?

Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen?
Ich war in der Jugendzeit kein beliebtes Kind, ich wurde oft gehänselt weil ich unheimlich dünn und dazu noch recht groß war. Ich wurde oft als Streber abgetan und hatte keine Bezug zu „Cliquen“, kaum Freunde bzw. Freundin und war auch sportlich nicht sehr begabt. Als ich dann mein erstes Auto hatte war ich wie in einer anderen welt, ich fühlte mich unantastbar. Ich konnte meine Musik hören, konnte tun und lassen was ich wollte, auch schnell fahren bzw. die Regeln so auslegen wie ich es wollte ohne Konsequenzen befürchten zu müssen, bzw. mir von anderen vorschreiben zu lassen, wann wie wo ich was zutun habe. Das Auto war wie eine eigene kleine Welt wo ich derjenige war wo es lang geht.

Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?
Es war wie eine Zuflucht und ich habe trotz Busgeldbescheide und nach dem bezahlen der Gelder, nicht wahrhaben wollen, dass mein Verhalten nicht richtig ist. Meine Eltern´, insbesondere mein Vater wies mich mehrmals darauf hin, nahm mir sogar einige Male die Schlüssel weg aber geholfen hat das nichts

Wie war Ihre Gefühlslage bei diesen Delikten, (bitte jedes Delikt einzeln bewerten)
Ich fühlte mich wie oben geschrieben unantastbar. Musste mich vor niemandem rechtfertigen. Bei dem Kennzeichendelikt habe ich unüberlegt gehandelt, ohne an die Konsequenzen zu denken.


Was haben Sie als Ursache für die Verstöße herausgefunden, hatten Sie dabei Hilfe?
Rückblickend mit dem Abstand zu den einzelnen Vorgängen kann ich mit Gewissheit sagen, dass nur ich für die Verstöße verantwortlich bin. Ich bin es der zu dem Zeitpunkt der Verstöße, durch unüberlegtes und impulsives Handeln zur Verantwortung gezogen werden muss

Wie schätzen Sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?
Zum damaligen Zeitpunkt schätzte ich mich an sehr guten Fahrer ein, der mit jeder Situation spielend zurecht kommt

Wie haben sie auf das Verhalten der Polizei reagiert nachdem sie gestoppt oder gelasert wurden?
Zum Zeitpunkt der Kontrolle, wurde mir schlagartig bewusst, dass ich Fehler gemacht habe. Ich verspürte eine Art Wut bzw. Unzufriedenheit über mich selbt. Ich habe mich einige Zeit geärgert, dass dauerte ca. 1 bis 2 tage an, weil ich ja wusste was es für Konsequenzen hatte, die Punkte stiegen.

Wie haben sie auf die ersten Verwarn- bzw. Bußgelder reagiert?
Die Bußgelder wurden von mir bezahlt, da ich die Sache schnell aus der Welt haben wollte, allerdings kamen die gleichen Gefühle wieder hoch und ich fühlte mich schlecht.

Was hatten sie sich vorgenommen, um keine Verkehrssünden zu begehen?
Ich habe mir fest vorgenommen konzentrierter zu fahren und mich an die Verkehrsregeln zu halten, Ich habe versucht immer wenn in mir das Gefühl auf kam, welches mich zum schnell fahren verleitet, ich würde es als Euphorie oder eine Art Glücksgefühl, manchmal auch Ungeduld beschreiben, zu unterdrücken, was mir auch hin und wieder gelang, allerdings nicht von dauerhaften Erfolg gekrönt war.

Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?
Zum einen wurde ich abgelenkt, beschäftige mich mit dem Autoradio bzw. Handy ( war damals noch nicht verboten), zum anderen hatte ich nicht genug Disziplin um auf vernünftige Ratschläge zu hören.

Gibt es ein Zusammenhang zwischen dem Punktesammeln und bestimmten Ereignissen in ihrem Leben?
Wie oben schon angegeben, versuchte ich das Auto als Gegenstück zu meiner Vergangheit zu nutzen. Ich benutze das Auto zum Teil als Ventil für meinen Frust welche Sich angestaut hatte.

Wie hat Ihr Umfeld auf Ihr Verhalten reagiert?
Meine Eltern waren natürlich nicht begeistern von meine Verstößen und ermahnten mich mehrmals zur Vernunft, mein Vater versuchte mit seinen eigenen Methoden mir zu helfen, was ihm aber nicht gelang. Vor Freunden spielte ich die Angelegenheit runter und gab anderen die Schuld bzw. verharmloste das ganze.

thunderbolt
15.10.2007, 23:23
Wieso passiert es nicht wieder?

Was war der konkrete Anlaß für Ihr Umdenken?
Zum einen war der Anlass das Aufbauseminar. Mir wurde bewusst, vor allem als wir die Fahrübungen machen mussten, sollten wir das Verhalten der anderen beobachten bzw. beurteilen. Ich sah viele Fehler bei den anderen Fahrern und fand mich selbst in diesen wieder. Ich fühlte mich auch unwohl beim Mitfahren, weil ich keinen direkten Einfluss hatte und nur passiv meinem Schicksal ergeben musste. Das war eine Lehreiche Erfahrung. Weiterhin bin ich seit 2002 bis auf dem Zwischenfall 2006 kein Auto mehr gefahren. Ich bin zum Teil mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Rad bzw. zu Fuß unterwegs. Nun bin ich in der „Opferrolle“ und muss zum Teil erschreckend feststellen, das Verhalten, welches ich früher an den Tag gelegt habe, heute bei mir ein gewisses Unbehagen auslöst. Situation die ich damals nicht wahrgenommen habe, bei Gelb noch fix über die Ampel, Fußgängerübergang nicht beachten usw. sind Dinge die mich als Fußgänger oder Radfahrer direkt betreffen, ich merke wie rücksichtslos einige Fahrer unterwegs sind und erkenne, was ich damals falsch gemacht habe. Weiterhin bin ich seit 2002 selbständig und habe eine funktionierende Firma, ich bin derzeit recht erfolgreich, habe eine Freundin und erwarte Nachwuchs. Ich muss niemandem mehr Beweisen, dass ich ein Geltungsbedürfnis habe bzw. muss wenn ich fahre, auf meine Frau und mein Kind aufpassen um diese Nicht in Situationen, welche ich damals arglos tagtäglich bedenkenlos gemacht habe.

Was haben Sie an Änderungen unternommen?
Damals hatte ich ein recht sportliches Auto und somit war ich der Meinung, das auch zeigen zu müssen. Heute ist das Auto Mittel zum Zweck, Transport von A nach B. Es ist mir nicht so wichtig schnell an Ziel zu kommen, sondern sicher.

Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
Einen großen Teil habe ich meiner Freundin zu verdanken. Sie ist eine sehr ruhige Person und vor allem eine sehr vorausschauende Fahrerin. Sie geht nie Risiken ein. Weiterhin habe ich im Internet in diversen Foren sehr viel gelesen und erlernt. Nicht zu vergessen das Aufbauseminar, welches mich mit Fahrern konfrontierte, welche sich keiner schuld bewusst waren und ich als Beobachter meine Fehler in Ihrem Verhalten wiedererkannte.

Wie empfinden sie diese Änderungen?
Ich fühle mich sehr gut. Ich bin ausgeglichen und muss mich nun vor niemandem Beweisen. Ich weiß nun wie sich andere Verkehrsteilnehmer, bzw. Fußgänger fühlen.

Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Änderungen?
-keine ahnung-

Gibt es negative Rückmeldungen zu Ihrem jetzigen Leben?
Nein

Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben sie heute und was ist daran neu?
Wie oben schon angesprochen befinde ich mich in der Situation, wo ich keinen direkten Einfluss auf die verkehrsbedingten Situationen habe. Ich fühle mich manchmal ausgeliefert und das werde ich nicht vergessen

Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?
Die Tatsache, dass ich nun auf meine Familie bzw. die Erfahrungen erleben durfte, haben mich bestärkt, die Regeln der StVO zu befolgen.

Was könnte ihre guten Vorsätze wieder zum scheitern bringen?
Ich denke nicht, dass meine jetzige Situation mit der von vor 8 Jahren vergleichbar ist und meiner Meinung ein Scheitern sehr unwahrscheinlich ist

Was wollen Sie unternehmen, wenn Sie einen Rückfall bemerken?
Das sehe ich nicht für wahrscheinlich an. Sollte es dennoch der Fall sein, werde ich die Ursache Rückfall ergründen eine Lösung gemeinsam mit Freundin finden.

samuel
16.10.2007, 01:28
Wie war Ihre Gefühlslage bei diesen Delikten, (bitte jedes Delikt einzeln bewerten)
Ich fühlte mich wie oben geschrieben unantastbar. Musste mich vor niemandem rechtfertigen. Bei dem Kennzeichendelikt habe ich unüberlegt gehandelt, ohne an die Konsequenzen zu denken.

Du läßt hier den Ansatz erkennen, Deine Delikte zu bagatellisieren.
Du bist doch nicht in der Nacht los und hast als Schlafwandler am Kennzeichen rumgemacht. Das ist nicht gut. Stelle es als eine Kette von Stationen dar, von denen die Auffälligkeiten nur Stellvertreter für eine Menge mehr Verfehlungen sind.

Der Gutachter weiß das schon, er will es aber auch von Dir hören.

Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?
Zum einen wurde ich abgelenkt, beschäftige mich mit dem Autoradio bzw. Handy ( war damals noch nicht verboten), zum anderen hatte ich nicht genug Disziplin um auf vernünftige Ratschläge zu hören.

Du hast Dich gefühlt wie ein König mit Rädern, warum solltest Du was ändern?
Beschreib wie Dir der Geschwindigkeitsrausch Selbstvertrauen gegeben hat.
Du mußt die positiven Aspekte Deines Fehlverhaltens für Dich beschreiben.

Und nicht: ich wurde abgelenkt

Das ist nicht gut.

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Wie schätzen Sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?
Zum damaligen Zeitpunkt schätzte ich mich an sehr guten Fahrer ein, der mit jeder Situation spielend zurecht kommt

+ eine Wertung mit dem heutigen Erkenntnisstand.

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Was wollen Sie unternehmen, wenn Sie einen Rückfall bemerken?
Das sehe ich nicht für wahrscheinlich an. Sollte es dennoch der Fall sein, werde ich die Ursache Rückfall ergründen eine Lösung gemeinsam mit Freundin finden.

Wenn Deine Freundin mal nicht mehr mag, wie sieht Plan B aus?

Samuel

thunderbolt
16.10.2007, 09:22
guten morgen,

also um nochmal kurz auf die kennzeichen zu kommen.

die Autokennzeichen waren abgelaufen. Ich ging ein Tag nach dem ablaufen zur Verscherung holte eine Doppelkarte und fuhr mit dem Auto zur Zullassungstelle und meldete mein Auto an.

Ich bin oder war mir keine Schuld bewusst, weil der Versicherungsmensch gesagt hat, sobald man in Besitz der Doppelkarte ist, hat man Versicherungsschutz für den Tag der Aushändigung bis 24.00 Uhr.

auf die oben angeführten Fragen, nehme ich gleich nochmal Stellung. Erstmal frühstücken

thunderbolt
16.10.2007, 18:41
Wie war Ihre Gefühlslage bei diesen Delikten, (bitte jedes Delikt einzeln bewerten)
Ich fühlte mich wie oben geschrieben unantastbar. Durch das schnelle Fahren, konnte ich mich komplett hingeben, ich fuhr schnell und verfiehl so dem Rausch. Bei dem Kennzeichendelikt, habe ich auch aufgrund von Gefühlen gehandelt. Die Kennzeichen waren abgelaufen und ich durfte somit nicht fahren. Trotz des Bewusstsein, nicht fahren zu dürfen, tat ich es um mit nach der Anmeldung wieder legal fahren zu dürfen. Ich denke es war bequehmlichkeit, ich hätte mich auch fahren lassen bzw. zu Fus gehen können

Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?
Nachdem ich im Fahrzeug saß und wieder die möglichkeit hatte, das zu tun was meinen Vorsätzen widerspricht, habe ich aufgrund fehlender Selbstkontrolle mich wieder zum schnellen Fahren hinreissen lassen. Es fehlte mir damals an der nötigen Disziplin.

Wie schätzen Sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?
Zum damaligen Zeitpunkt schätzte ich mich an sehr guten Fahrer ein, der mit jeder Situation spielend zurecht kommt. Rückblicken mit heutigen Erkenntnisstand muss ich eindeutig feststellen, dass ich eine Gefahr für mein Umfeld war. Ich war rücksichtslos darauf bedacht, meine Bedürfnisse durchzusetzen und keinerlei Rücksicht zu nehmen.

Was wollen Sie unternehmen, wenn Sie einen Rückfall bemerken?
Das sehe ich nicht für wahrscheinlich an. Sollte es dennoch der Fall sein, werde ich die Ursache Rückfall ergründen eine Lösung gemeinsam mit Freundin finden. Weiterhin habe ich aufgrund meiner Arbeit gelernt, dass jeder Fehler schwerwiegende Konsequenzen haben kann. Ich habe gelernt, über dinge die ich mache, bzw. machen werde, mir vorher klare Gedanken zu machen. Damals habe ich dies nicht getan, ich habe die Konsequenzen erlebt, ohne mir Gedanken gemacht zu haben, was passieren kann.

samuel
17.10.2007, 00:33
Was wollen Sie unternehmen, wenn Sie einen Rückfall bemerken?
Das sehe ich nicht für wahrscheinlich an. Sollte es dennoch der Fall sein, werde ich die Ursache Rückfall ergründen eine Lösung gemeinsam mit Freundin finden. Weiterhin habe ich aufgrund meiner Arbeit gelernt, dass jeder Fehler schwerwiegende Konsequenzen haben kann. Ich habe gelernt, über dinge die ich mache, bzw. machen werde, mir vorher klare Gedanken zu machen. Damals habe ich dies nicht getan, ich habe die Konsequenzen erlebt, ohne mir Gedanken gemacht zu haben, was passieren kann.

Sollte sonst keiner für mich Zeit haben, würde ich mich in professionelle psychologische Behandlung begeben. Und wie von Zauberhand hast du auch gleich die Nummer eines Ortsansassigen Verkehrspsychologen zur Hand.

Das hat noch immer gut gewirkt.

PS: Du hast die nötige Zeitrahmen weit übererfüllt, das sollte gut gehen.
Ich seh da jedenfalls keine groben Schnitzer.

Vermeide Verallgemeinerungen und versuche Dir immer vorzustellen, was das Gegenteil von dem ist, was Du erzählst.

Beispiel: Ich kauf mir ein kleineres Auto, da kann ich nicht mehr so schnell fahren.
Da hört der Psycho: Wenn ich ein großes Auto hätte, dann würde ich wieder rasen.

Samuel

thunderbolt
09.11.2007, 11:30
Hi,

ich habe am 13.11 meinen Termin, habe mir nochmal die aktie vorgenommen. laut akte sind nur noch 3 Sachen eingetragen


04.06.99 Pflichtversicherung 6 Punkte
18.06.01 Profilrillen nicht ausreichend 3 Punkte
02.04.01 Rotlicht 4 Punkte

alles andere habe ich nicht gefunden. weder meine zu hohe Geschwindigkeit 2x +20km/h außerorts datum weis ich nicht mehr.

ich habe mich nun mental auf die 3 sachen vorbereitet, sollte ich mir noch ein paar Gedanken über die sachen machen die vor 99 lagen oder ist das verjährt oder wie auch immer.

gruß Thunderbolt

samuel
09.11.2007, 23:43
Was nicht in der Akte ist, wird auch nicht auf den Tisch kommen.

Es ist aber schon klug, wenn stellvertretend noch 1 oder 2 Verstoßarten zu den gelisteten angibst, damit es nicht heißt, du würdest die Situation verharmlosen.

Bleib aber in Deiner Liga und fang nicht mit Alkohol oder Drogen an.
Wird schwer genug werden.

Samuel