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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie erkläre ich, dass ich mein Fahrverhalten geändert habe?


Lappenlos
21.11.2007, 15:33
Erst mal vielen Dank, dass es Euch gibt und Ihr Menschen wie mir helft! Ich kenne auch andere Foren zu dem Thema und weiß, welche Arbeit dahinter steckt! DANKE! Tolle Leistung! :applaus:

Ich muss zur MPU, weil ich erst meine FS aufgrund von Alkohol (BAK 1,13) verlor und dann zwei Monate später ohne FS ins Auto stieg!

Gestern war ich dann zum Vorgespräch beim MPI und da sagte man mir, dass ich auf den Alk.-Bereich recht gut vorbereitet bin, aber es beim Punkte-Bereich Probleme gibt.

Zum Tathergang:

- nach TF erklärte sich mein Chef bereit, mich eine zeitlang als Lagerarbeiter anstatt als Kraftfahrer zu beschäftigen
- arbeite nachts
- Tochter sollte mich fahren, erschien aber nicht rechtzeitig
- Unbedacht (nur besorgt um Probleme mit dem Chef) stieg ich ins Auto
- Um die Zeit fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel (2Uhr)
- Kurz vor der Arbeitsstelle zog mich die Polizei bei Routinekontrolle raus

Die Akteneinsicht bei der FSST ergab, ich habe noch von früher 10 Punkte offen (seit 2000- 2004: 2x zu schnell, 1x Abstand, 1x rote Ampel).

Nun erklärte mir die Dame beim MPI, dass ich als unbelehrbar gelte... aber ich kann Verhaltensänderungen erklären:

- Stress führte zu einem Alkoholmissbrauch
- Ich bekämpfte also meinen gestressten Joballtag mit Alk
- Doch die Alkoholfahrt und das Erwischen beim Fahren ohne FS brachten mich zum Problemerkunden.... ich musste mein Leben ändert
- So bin ich seit einem Jahr kontrollierter Trinker (trenne somit schon mal strikt Alkohol und Fahren)
- Und auch meinen Stress habe ich im Griff
- Früher fuhr ich immer unter Druck und Zeitstress Auto (grad als Kraftfahrer)... aber meine berufliche Veränderung brachte mich dazu, das anders zu lösen.... ich suche mehr das Gespräch und wenn Stress auftritt, dann werde ich mir darüber klar und versuche anders zu planen oder Lösungen zu finden
- So kann ich in Zukunft auch beim Autofahren defensiver fahren, bedränge nicht mehr und nehme auch mal Unpünktlichkeit in Kauf, denn es ist nicht immer alles 200%ig zu schaffen
- Das habe ich in einem langen Prozess angefangen zu erlernen
- Stress wird immer da sein, aber ich gehe anders damit um und muss so Verkehrsregeln nicht ausreizen oder übertreten... denn das bedeutet immer Gefahr
- Ein Jahr lang war ich Beobachter vom Beifahrersitz aus (ich sah, was aggressive Fahrweise auslösen kann... ich erkannte meine alte Fahrweise wieder, war erschreckt darüber)
- Der Alkohol hätte irgendwann meine Gesundheit zerstört, aber so ist es auch beim Stress... so ein Leben hält man nicht ewig durch
- Ich habe mich geändert


Doch all das ließ die Dame vom MPI kalt. Sie wollte mich unbedingt in einen Kurs stecken. Da ich offensichtlich vorbereitet war, schlug sie mir anstelle des 3-monatigen Kurses einen 5 Wochen Kurs vor. Ich lehnte ab, weil das erstens „nur“ drei Sitzungen gewesen wären und ich meinen FS dann auf gar keinen Fall nach Ablauf der Sperrfrist bekommen hätte.

Wie erkläre ich denn nun, dass ich meine Lebensart und meine Verhaltensweisen geändert habe? Dass ich ein KT bin, zeigen ggf. meine Leberwerte, aber wie weise ich meine neue Einstellung zu meiner Fahrweise nach???? HILFE!!!!!!

K.Putnik
21.11.2007, 15:50
Klingt mir sehr nach TÜV, die müssen ja ihre Kurse irgendwie an den Mann bringen...und wo geht das besser als im Vorgespräch?

Für mich hört sich das eigentlich schon alles ganz gut an, aber versuch mal den Verkehrsfragebogen (http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/showthread.php?t=11697) auszufüllen, dann sieht man vielleicht an welchen Details es bei dir noch hapert.

Vielleicht das noch:
Und auch meinen Stress habe ich im Griff

Kannst du beschreiben, wie du jetzt konkret mit Stress umgehst? Hast du evtl. auch konkrete Beispiele parat?

MfG

samuel
22.11.2007, 00:38
@ Lappenlos!

Einmal fehlen da all die kleinen Beispiele, welche Deine Theorie von der Änderung untermauern, a la :

Früher war ich zu schnell, weil ich mit dem Streß nicht umgehen konnte und das Auto als Ventil genutzt habe, Heute .....

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Zum Tathergang:

- nach TF erklärte sich mein Chef bereit, mich eine zeitlang als Lagerarbeiter anstatt als Kraftfahrer zu beschäftigen
- arbeite nachts
- Tochter sollte mich fahren, erschien aber nicht rechtzeitig
- Unbedacht (nur besorgt um Probleme mit dem Chef) stieg ich ins Auto
- Um die Zeit fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel (2Uhr)
- Kurz vor der Arbeitsstelle zog mich die Polizei bei Routinekontrolle raus

Dann steht hier:
Wenn die Anderen nicht schuld wären, dann wäre das nicht passiert.

Dort sollte aber stehen:
Um meines persönlichen Vorteils willen hab ich mich einen Dreck um die Regeln gekümmert. siehe auch Temposünden, Drängeln, Rotlicht, Alk

Das ist doch ein roter Faden und das war nur der Straßenverkehr.
Rein statistisch gesehen ist äußerst unwahrscheinlich, das sich ein solches Verhalten nur auf einen Lebensbereich beschränkt. Wär also klug noch ein bischen weiter auszuholen. Familie, Freizeit, Job.

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Wenn Du also über Deine neue Fahrweise sprechen willst, solltest Du das allumfassend und über Dein neues Leben tun.

Samuel

Lappenlos
22.11.2007, 11:42
Okay.... schon mal danke... ich beantworte jetzt stichpunktartig den Verkehrsfragebogen (die Alkoholproblematik vermischt sich ggf.)... und dann schauen wir mal, welche Fehler so zu erkennen sind! Ich bin Euch hier so dankbar!!!!

Fragebogen:

1. Was ist passiert?

Warum sind Sie hier?

- ich nahm im November letzten Jahres am Straßenverkehr teil, obwohl ich zuvor im September den Führerschein aufgrund einer Alkoholfahrt (1,13) abgeben musst
- aufgrund dieser zwei Delikte fordert mich nun die Verkehrsbehörde auf, da ich meinen FS wieder haben will, dass ich an einer MPU teilnehme und Sie hier somit entscheiden, ob ich mein Verhalten so geändert habe, dass ich keine Gefahr mehr für andere Verkehrsteilnehmer bin und mich verantwortungsvoll ins Auto setzen kann

Wie viele Verstöße hatten sie?

- bevor es zur TF und dem daraus resultierenden Fahren ohne FS kam, hatte ich 10 Punkte beim KBA
- das waren 4 Punktedelikte von 2000- 2004

Was waren das für Verstöße? (möglichst Datum und zu welcher Tageszeit-je genauer, desto besser)

- Ende 2000: geblitzt worden auf der Autobahn Bereich Cloppenburg, 50km/h zu schnell, 3 Punkte, 1 Monat Fahrverbot, passiert am Ende einer Baustelle, unbedacht mit dem Verkehr mitgerollt (nachts passiert)
- Mitte 2001: auf dem Weg in den Urlaub, Nähe Giessen, 22m/h zu schnell, 1 Punkt, wieder unbedacht mit dem Verkehr mitgehalten
- Anfang 2002: während des Jobs mit dem LKW Abstand nicht eingehalten, auf der A43 unter 50m, 3 Punkte
- Anfang 2004: im Kreis Kleve mit dem LKW in eine Ampel-geleitete Straße eingebogen, Polizei stoppte mich, weil ich bei rot noch nicht mit dem gesamten LKW rüber war, 3 Punkte

Dann schrieb mich 2004 die Behörde an, ich könnte Punkteabbaukurse mitmachen. Doch den vorgeschlagenen Punkteabbaukurs schlug ich aus. Wenn ich ganz ehrlich bin, ich dachte immer, ich brauche das nicht, kann Punkte selbst abbauen und auch wollte dafür kein Geld ausgeben

Bis 2006 fiel ich dann im Straßenverkehr nicht auf und dann kam es Ende 2006 zur TF und dann zum Fahren ohne FS.

Was hätte passieren können bei den jeweiligen Delikten?

- früher habe ich mir nie Gedanken gemacht, was alles hätte passieren können
- beim zu dichten auffahren, ist es doch vorprogrammiert, dass man dann irgendwann dem Vordermann drauffährt, wenn der mal kurz bremst.... so was hat auf der Autobahn fatale Folgen
- in der Zeit nun (1 Jahr lang) habe ich alleine einmal Nachrichten anders geguckt... wie oft hört man dort von LKW die auffahren
- als ich das Rotlicht missachtete, hätte ich durchaus einen schwächeren Verkehrsteilnehmer schlimm verletzen können.... man sieht doch im LKW eh schon schlechter
- zu schnelles Fahren grad in Baustellen, ist unverantwortlich.... die Geschwindigkeitsbegrenzung hat dort einen bestimmten Sinn, denn Baustellen sind eng und schon von daher eine Gefahrenquelle und oft fahren die Leute dadurch auch unsicher
- bei meiner Fahrt unter Alkohol ist klar, dass ich Menschen wirklich ernsthaft in Gefahr gebracht habe... wahrscheinlich ist es nur nicht zu einem Unfall gekommen, weil diese Fahrt nachts auf einer Landstrasse war und somit niemand unterwegs
- und als ich kurz danach ohne FS ins Auto stieg, da hatte ich ja eindeutig noch nicht nachgewiesen, dass ich wieder fahrtüchtig bin.... wie ich heute weiß, hatte ich meine Probleme da noch nicht einmal erkannt und ich wäre wieder in alte Verhaltensmuster zurückgefallen

Was ist ihrer Meinung nach im Straßenverkehr besonders wichtig?

- die Verkehrsregeln sind dazu da, eingehalten zu werden, da sie einen reibungslosen und vor allem unfallfreien Verkehr gewährleisten
- verhalte ich mich als Einzelner danach, kann ich auch andere durch waghalsige Manöver nicht aus ihrer Fahrruhe bringen
- defensiv fahren, besonnen, aufmerksam
- nie unter Alkohol fahren, die Konsequenzen sind einem gar nicht bewusst
- Straßenverkehr ist ein Miteinander völlig unterschiedlicher Charaktere, man sollte sich also auch nicht egoistisch verhalten, dass hat in den meisten Fällen Konsequenzen

Lappenlos
22.11.2007, 11:43
2. Warum ist es passiert?

Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen? Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?

- bei allen Delikten dachte ich, ich hätte mich im Griff
- dachte immer, ich habe doch kein Problem, bin doch ein guter Fahrer
- meine Erfahrungen als Ex-Fahrlehrer und Kraftfahrer machten mich fälschlicherweise selbstsicher und arrogant
- ich suchte die Schuld immer bei anderen als bei mir
- dachte auch immer, ich könnte Alkohol und Fahren trennen

Wie war Ihre Gefühlslage bei diesen Delikten, (bitte jedes Delikt einzeln bewerten)

Mal eine Zwischenfrage: Es geht bei dem Verkehrsfragebogen also um all meine Delikte und nicht nur um die Delikte, die mir zu Last gelegt werden und weshalb ich ja auch die MPU machen muss? Naja, ich beantworte es eh mal komplett und für alle Punktesünden!

- zu schnelles Fahren: ich war ausgelassen, aber die Nachtfahrten waren anstrengend und so war ich nicht 100%ig wach
- zu geringer Abstand: ich war gestresst, stand unter Druck, wollte nur schnell mein Ziel erreichen
- rote Ampel: wieder zur Arbeitszeit... gestresst
- TF: aufgeregt durch den Streit, der (und natürlich der Alkohol) führten ja erst zur Fahrt
- Die Fahrt ohne FS: genervt, gestresst, wütend, ratlos.... ich sah nur noch, dass ich pünktlich sein muss

Was haben Sie als Ursache für die Verstöße herausgefunden, hatten Sie dabei Hilfe?

- immer und immer wieder habe ich mich unter Druck gesetzt und unter Druck setzen lassen
- zunächst nur während der Arbeitszeit, dann nahm ich es auch in mein Privatleben mit
- wollte immer alles 200%ig machen
- habe nie das Gespräch gesucht
- war mir nicht klar darüber, dass ich z.B. ein Stressproblem habe
- nachdem die gravierenden Einschnitte durch die Alkoholfahrt und das Fahren ohne FS kamen und ich meinen FS ganz verlor, musste ich Hilfe suchen
- das Gespräch mit meinem Umfeld war wichtig: Vorgesetzte, Familie, enger Freundeskreis, Suchtberater, Internetforen, Bücher
- Problemerkennung musste ich machen

Wie schätzen Sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?

- genervt, drängelnd, selbstsicher, überschätzend, aggressiv, gestresst

Wie haben sie auf das Verhalten der Polizei reagiert nachdem sie gestoppt oder gelasert wurden?

- ich suchte die Schuld nie bei mir
- bei zu geringem Abstand versuchte ich sogar schriftlich und an die Behörde wenden nach Ausreden
- als mich die Polizei bei der roten Ampel rauszog, fand ich direkt vor Ort Ausreden
- bei der TF war ich erst mal nur schockiert, vor allem als man mir meinen Atemalkohol von 1,26 nannte ... die Konsequenzen waren mir ja sofort klar
- natürlich wusste ich immer, dass ich Fehler gemacht hatte, aber für mich persönlich fand ich immer Ausreden

Wie haben sie auf die ersten Verwarn- bzw. Bußgelder reagiert?

- wütend
- verärgert
- uneinsichtig

Was hatten sie sich vorgenommen, um keine Vekehrssünden zu begehen?

- jeweils nach den Vergehen, nahm ich mir vor, mehr darauf zu achten, um nicht wieder erwischt zu werden
- ich dachte mehr an neue Sünden, als daran, was ich eigentlich falsch gemacht habe, als daran, warum es so ist

Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?

- aber das konnte ja nicht gut gehen, da ich mich nie fragte, warum ich so handelte
- ich suchte die Schuld ja immer bei Anderen

Gibt es ein Zusammenhang zwischen dem Punktesammeln und bestimmten Ereignissen in ihrem Leben?

- der Job wurde immer anstrengender und forderte immer mehr, Samstagsarbeit kam mehr und mehr auf mich zu, kaum Freizeit
- jobbedingt musste ich meinen Freundeskreis aufgeben (Campingplatz) und mir einen nähergelegenen Campingplatz und somit einen neuen Freundeskreis suchen
- ich versuchte mehr und mehr alles alleine zu machen
- Problemlösung kannte ich nicht

Wie hat Ihr Umfeld auf Ihr Verhalten reagiert?

- meine Ausreden waren auch zu Hause so gut, dass wir nie gemeinsam nach Problemen suchten
- in der Firma gab ich ja unter Stress immer alles, und so musste da niemand auf mein Verhalten achten
- erst nachdem die Einschnitte kamen, sprach ich es überall offen an und wir fanden gemeinsam heraus, wie viel wirklich falsch lief und das ich ein deutliches Problem im Umgang mit Stress habe (z.B. kam heraus, dass die Familie mir aus dem Weg ging, wenn ich nach stressiger Wochen am Freitag genervt nach Hause kam und Bier trank)

Lappenlos
22.11.2007, 11:43
3. Wieso passiert es nicht wieder?

Was war der konkrete Anlaß für Ihr Umdenken?

- erst nach den zwei letzten Delikten (Alk. Und Fahren ohne FS) fing ich an, überhaupt Probleme bei mir zu suchen
- ich stand vor einer völlig neuen Situation
- Schritt für Schritt erkannte ich mit Hilfe mein Alkoholproblem und meine alte Fahrweise
- Vorher waren ja immer „die Anderen schuld“, doch nun hatte ich für lange Zeit keinen FS und das hatte doch auch seinen Grund
- Die Frage nach dem Warum musste ich mir stellen, als die Behörde deutlich aufzeigte, dass ich nicht am Straßenverkehr teilnehmen darf
- Die Delikte waren mein Ausgangspunkt, mein Anstoß... daraufhin habe ich mein Verhalten dun vor allem meine Lebensweise hinterdenken müssen

Was haben Sie an Änderungen unternommen?

- ich bin nun kontrollierter Trinker, so dass ich fahren unter Alkohol ausschließen kann
- ich habe mit meinen Vorgesetzten gesprochen, um mein Stressproblem in den Griff zu bekommen
- das offene schonungslose Gespräch mit meiner Familie war wichtig, denn sie können mich am beten einschätzen und sehen Fehler noch deutlicher
- ich mache mir Stress bewusst, nur so kann ich etwas unternehmen
- ich schaffe mir Reserven... das heißt, ich habe immer ein Handy dabei, um Termine zu verschieben... oder... (auch für die Zukunft) ich habe immer die Nummer eines Taxiunternehmens
- Probleme versuche ich rechtzeitig zu sehen, ich hinterfrage mich mehr
- Ich habe von der Beifahrerseite aus einmal Fahrer und Verkehrsteilnehmer beobachtet, so dass ich mal meine alte Fahrweise wiedererkannte (mit erschreckendem Ergebnis)

Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?

- Familie
- Mein bester Freund
- Vorgesetzte
- Ein Suchtberater
- Internetforen
- Bücher

Wie empfinden sie diese Änderungen? Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Änderungen?

- dadurch, dass ich nicht mehr so gestresst bin, geht meine Familie anders mit mir um
- das Verhältnis ist viel besser geworden
- wir haben gelernt miteinander umzugehen
- mit den Vorgesetzen ist es einfacher, da man Dinge sofort ansprechen kann
- ich wirke gelöster und nicht angespannt, was die Umgang mit vielen Menschen erleichtert
- ich will nicht sagen, dass mir das alles leicht gefallen ist, gerade das Gespräch mit meinen Vorgesetzten war zu Beginn schwierig
- aber alle schätzen mittlerweile meine offene Art

Gibt es negative Rückmeldungen zu Ihrem jetzigen Leben?

- nein!

Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben sie heute und was ist daran neu?

- während ich meine Tochter beim Fahren beobachtete, sah ich, was Verkehrsünder, gestresste Fahrer und Drängler anrichten können
- ich weiß, ich bin einer von vielen, aber ich bin der Anfang einer Kette
- fahre ich so wie früher, verleite ich andere zu etwas, was niemand will
- niemand sollte eine Gefahr im Straßenverkehr darstellen, die Konsequenzen sind oft verheerend
- Regeln sind nicht da, um sie auszureizen
- Das hätte ich alles früher erkennen müssen, aber ich sah mein Verhalten ja nie als gefährlich an .... ich glaubte an jahrelange Routine
- Doch Routine gibt es im Straßenverkehr nicht

Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?

- Problembewusstsein
- Immer und immer Gespräche suchen
- Habe mein Umfeld aufgefordert, mich auf meine Schwächen aufmerksam zu machen
- Dies ist alles ein Lernprozess, der nicht abgeschlossen ist... darüber musste ich mir erst bewusst werden

Was könnte ihre guten Vorsätze wieder zum scheitern bringen?

- eine stetige Auseinandersetzung mit mir und meinen Handlungen sollte dazu führen, dass ich nicht scheitern kann
- wenn ich die ersten Ansätze von Rückfall beobachte und mich jemand darauf aufmerksam macht (Stress), muss ich dem sofort entgegen wirken
- ich kann Stress nicht vermeiden, aber ich kann ihn mir immer und immer bewusst machen und ihm entgegen wirken
- wenn Freunde nicht mehr da sind oder ich den Job wechseln muss, dann muss ich mir wieder Menschen suchen, die mich aufmerksam machen, auf meine Situation

Was wollen Sie unternehmen, wenn Sie einen Rückfall bemerken?

- mir Hilfe suchen
- nichts mit mir alleine ausmachen
- Gespräche führen
- Mich selbst hinterfragen
- Immer nach dem Warum suchen

K.Putnik
22.11.2007, 16:15
Bin nicht unbedingt der Punkte-Experte, aber zwei Sachen sind mir aufgefallen:

nie unter Alkohol fahren, die Konsequenzen sind einem gar nicht bewusst

Dir sollten die möglichen Konsequenzen jetzt sehr wohl bewusst sein!
Und zwar nicht nur die Konsequenz, das die FE entzogen wird.


- ich kann Stress nicht vermeiden, aber ich kann ihn mir immer und immer bewusst machen und ihm entgegen wirken
- wenn Freunde nicht mehr da sind oder ich den Job wechseln muss, dann muss ich mir wieder Menschen suchen, die mich aufmerksam machen, auf meine Situation

Machst du dir den Stress jetzt bewusst, oder brauchst du erst andere Leute die dich darauf aufmerksam machen? Du solltest nicht darauf angewiesen sein, das du erst von anderen nen Anschiss kriegen musst bevor du selber merkst was mit dir los ist!

So, den Rest zerpflücken dir dann noch andere Leute, die spitzfindiger sind als ich...

MfG

Lappenlos
22.11.2007, 19:13
@ DerNeuefür2007

Ich danke Dir!

Die Alkoholproblematik ist mir bewußt und die gesamten Konsequenzen sind mir bewußt und auch abrufbar. Den Bereich habe ich hier auch ausgeklammert, weil meine Vorbereitung da stimmt (laut Vorgespräch).

Machst du dir den Stress jetzt bewusst, oder brauchst du erst andere Leute die dich darauf aufmerksam machen? Du solltest nicht darauf angewiesen sein, das du erst von anderen nen Anschiss kriegen musst bevor du selber merkst was mit dir los ist!

Ich nutze eine Form aus beiden. Natürlich steht im Vordergrund, dass ich mir Stress bewusst machen und ihn dann bekämpfe... aber auf dem Weg dahin habe ich mich immer darauf aufmerksam machen lassen, damit ich es langsam erlerne. Heute bin ich so weit, dass ich das für mich im Griff habe, was aber niemanden aus meinem Umfeld davon abhalten sollte, mit Kritik an mich heranzutreten. Auch das habe ich gelernt... also damit umzugehen!

K.Putnik
22.11.2007, 20:00
Ist nur missverständlich wenn dus so schreibst, und ein GA könnte das in der Form auch so missverstehen!

Vielleicht solltest dus eher so sagen:
In deinem Lernprozess warst du auf die Kritik der anderen angewiesen, heute bist du das zwar nicht mehr, aber wenn welche kommt fühlst du dich nicht mehr angegriffen sondern nimmst sie an und setzt dich damit auseinander.

MfG

samuel
23.11.2007, 00:05
Das ist alles schön und richtig, klingt aber wie von einem Roboter aus einem Lexikon abgeschrieben.

Da sind keinerlei Beispiele für gelebte Veränderung.

- ich mache mir Stress bewusst, nur so kann ich etwas unternehmen

Wie und was? Wenn es spannend wird, dann hörst Du auf und bringst was Neues.

Ich mach Dir mal das Bananen Beispiel:

Früher hab ich, wenn ich Banane aß, die Schale hinter mich geworfen, war mir doch egal, was da wird.

Heute nehme ich die Schale und werfe Sie in einen Mülleimer und wenn ich unterwegs noch Müll finde, dann nehm ich den gleich mit. Das freut mich, wenn die Straße sauber aussieht und auch die Leute in meiner Umgebung sind froh und mein Beispiel hat auch schon einen angesteckt, der auch mal Müll aufhebt. Ich verhindere so, daß Unfälle passieren können und das gibt mir ein gutes Gefühl.

Stichpunkte sind Müll, da kommen viel zu viele Verallgemeinerungen:

- niemand sollte eine Gefahr im Straßenverkehr darstellen, die Konsequenzen sind oft verheerend

Wer ist Niemand?

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Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?

- Problembewusstsein
- Immer und immer Gespräche suchen
- Habe mein Umfeld aufgefordert, mich auf meine Schwächen aufmerksam zu machen
- Dies ist alles ein Lernprozess, der nicht abgeschlossen ist... darüber musste ich mir erst bewusst werden


Was tue ich, was bringt mir das, wie werte ich das?
Das ist eine Fangfrage, Du wirst auf gelebte Änderung untersucht, nicht auf Absichtserklärungen und nicht auf Wollen.

Samuel

Lappenlos
23.11.2007, 17:11
Wie immer schicke ich einen Dank für Eure Hilfe und die ganze Arbeit, die Ihr hier reinsteckt vorweg!


Das mit den Stichpunkten tut mir insofern leid, dass ich es Euch eigentlich erleichtern wollte. Ich dachte, Ihr bekommt so einen schnelleren Einblick. Ist schon klar, dass ich dann in Verallgemeinerungen abdrifte. War aber nicht meine Absicht!

Hier noch mal einiges in kompletter Ausführung:

- ich mache mir Stress bewusst, nur so kann ich etwas unternehmen

Damit wollte ich sagen: Wenn ich in der Firma unter Druck gerate, weil der Chef noch eine Tour auf den LKW gepackt haben will, aber dafür eigentlich kein Platz da ist, dann gerate ich nicht wie früher in Hektik und versuche auf Biegen und Brechen die Wünsche des Chefs zu erfüllen. Ich merke, dass ich in eine Situation gerate, für die ich eine Lösung finden muss. D.h. ich muss entweder ruhig überlegen, ob es eine Möglichkeit gibt, den LKW doch anders zu beladen oder ich muss andere Touren umplanen und ggf. den Chef ansprechen, dass es nicht so umsetzbar ist, wie ich es mir vorstelle. Früher hätte ich gar nicht erst nach Lösungen gesucht und hätte dem Chef nie gesagt, dass es nicht machbar ist. Da habe ich ohne Nachzudenken akzeptiert, dass der Chef das verlangt und habe genervt, gestresst, wütend den LKW vollgestellt. Diese Gefühlslage, also meine Wut und meinen Stress hätte ich dann mit nach Hause genommen und wenn dort dann etwas schief ging, z.B. eine Glühbirne durchbrannte und ich keinen Ersatz da hatte, dann machte ich meinem Ärger Luft und stresste mit meiner schlechten Laune noch meine Familie.
Heute komme ich durch den oben genannten Stressabbau in der Firma erstens nicht in solch einer aufgeladenen Stimmung nach Hause und wenn mir zu Haue einmal was misslingt oder wieder eine Glühbirne nicht zur Hand ist, dann ist es eben einmal so. Es ist doch sinnlos, dann zu schimpfen, es ändert nichts und schadet der Frieden in der Familie, wenn man bei solchen Dinge bspw. lauter wird



- niemand sollte eine Gefahr im Straßenverkehr darstellen, die Konsequenzen sind oft verheerend

Wer ist Niemand?

Berechtigte Frage! Das habe ich sehr sehr blöd formuliert. ICH werde im Zukunft keine Gefahr im Straßenverkehr darstellen, denn ich werde die Regeln nicht mehr zu meinem Vorteil, ausreizen nur um z. B. schnell an einem Ort zu sein. Ich bin eine Gefahr, wenn ich den Vordermann bedränge, indem ich z.B. zu dicht auffahre und ihn somit in eine Situation bringe, auf die er nicht mehr reagieren kann. Damit gefährde ich ihn, mich und die anderen Verkehrsteilnehmer! So habe ich mich dafür entschieden keinen Alkohol zu trinken wenn ich fahre, denn ich bin unter Alkohol ins Auto gestiegen und habe nur keinen Unfall verursacht, weil ich mich nachts auf einer lehren Landstrasse befunden habe.

Viele Grüße!

samuel
23.11.2007, 23:15
Und immer schön eine positive Wertung dazu.
Das wird schon.

Samuel