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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Entzug wegen Punkten, negative MPU - und nun


nicola_cgn
19.10.2008, 18:19
Hi,

ich lese hier auch schon eine ganze Weile fleißig mit, aber letztlich bringt es wohl nur was, wenn man selbst aktiv wird...

Neben meiner "FS-Story" habe ich erstmal eine ganz wichtige Frage die mir wirklich auf der Seele brennt. Ich war vor 2 Wochen unvorbereitet zur MPU und promt is die negativ ausgefallen...wegen Widersprüchen mit der Aktenlage und unzureichender Auseinandersetzung mit den Ursachen des Fehlverhaltens... Ich habe nun echt keinen Bock mehr auf diese ganzen Instanzen und Dramen, ich will mich vernünftig vorbereiten, aufarbeiten, mir Gedanken machen und dann ein gutes Gutachten erzielen. Die Frage ist: Weiß der Sachbearbeiter irgendwas von dem negativen Gutachten? ich habe beide bei mir... Aber gibt es da sicher keine Notiz in der Akte? Steht irgendwas in meiner Akte das da eine Untersuchung auch nur stattgefunden hat? Taucht die Gutachtenstelle da irgendwo auf oder geht der Aktenversand normalerweise ohne Anschreiben ohnehin an dem eigentlichen Sachbearbeiter vorbei?

Ich hab nen fehler gemacht das ich mich nicht vorbereitet hab und wohl auch selbst versucht habe die Sachen zu relativieren - ich würd jetz nur gern einschätzen wie stark die Auswirkungen dieser Dummheit sind...hat da einer Erfahrungen?

Dann werde ich mich auch mal dem Fragebogen widmen, das wäre dann die zweite Baustelle bei mir...

Say
19.10.2008, 18:43
Normalerweise wird in der Akte nur vermerkt das sie verschickt wurde. Natürlich wird die Führerscheinstelle davon ausgehen das eine MPU absolviert wurde. Dann hast du 2 Möglichkeiten entweder stellst du glaubhaft dar das du die MPU nicht absolviert hast und läßt die Akte nochmals verschicken oder du ziehst den Antrag freiwillig zurück ... dadurch darf dann auch ein Gutachten nicht mehr eingefordert werden. Dann stellst du einen neuen Antrag und alles geht von vorne los.

Florist
19.10.2008, 18:49
Hallo nicola,
herzlich Willkommen hier im Forum.
Erstmal mein Beileid zum negativen GA. :troest:

Neben meiner "FS-Story" habe ich erstmal eine ganz wichtige Frage die mir wirklich auf der Seele brennt. Ich war vor 2 Wochen unvorbereitet zur MPU und promt is die negativ ausgefallen...wegen Widersprüchen mit der Aktenlage und unzureichender Auseinandersetzung mit den Ursachen des Fehlverhaltens... Ich habe nun echt keinen Bock mehr auf diese ganzen Instanzen und Dramen, ich will mich vernünftig vorbereiten, aufarbeiten, mir Gedanken machen und dann ein gutes Gutachten erzielen. Die Frage ist: Weiß der Sachbearbeiter irgendwas von dem negativen Gutachten? ich habe beide bei mir... Aber gibt es da sicher keine Notiz in der Akte? Steht irgendwas in meiner Akte das da eine Untersuchung auch nur stattgefunden hat? Taucht die Gutachtenstelle da irgendwo auf oder geht der Aktenversand normalerweise ohne Anschreiben ohnehin an dem eigentlichen Sachbearbeiter vorbei?
Da die MPU-Institute an die Schweigepflicht gebunden sind dürfen sie das Ergebnis nicht ohne Dein Einverständnis der Führerscheinstelle mitteilen.
Einige Institute schicken aber die Akte mit einem Vermerk an die Fsst. zurück. ("Eine Untersuchung hat stattgefunden/ nicht stattgefunden"...)
Das ist allerdings recht selten, meistens wird die Akte kommentarlos zurück geschickt.
Dich kann aber niemand zwingen das negative GA abzugeben oder zu erwähnen...

HG,
Flori

nicola_cgn
19.10.2008, 18:50
Dann hast du 2 Möglichkeiten entweder stellst du glaubhaft dar das du die MPU nicht absolviert hast und läßt die Akte nochmals verschicken oder du ziehst den Antrag freiwillig zurück ...

Kann ich nicht eigentlich egal wieviele Gutachten machen innerhalb der Antragsfrist? Muss ich glaubhaft darstellen keine MPU gemacht zu haben, damit die Akte nochmal verschickt wird?? Kann die andere MPU Stelle die Akte nicht auch anfordern?

Say
19.10.2008, 18:53
Kann ich nicht eigentlich egal wieviele Gutachten machen innerhalb der Antragsfrist? Muss ich glaubhaft darstellen keine MPU gemacht zu haben, damit die Akte nochmal verschickt wird?? Kann die andere MPU Stelle die Akte nicht auch anfordern?

Normalerweise nicht .... ein Antrag eine MPU .... das verschicken der Akte erfolgt immer über die Führerscheinstelle.

Florist
19.10.2008, 18:56
nicola,
wir haben hier ein Mitglied das 4 MPU´s innerhalb von 7 Wochen absolviert hat. Jedesmal bei einem anderen Institut...
Das war aber nur möglich weil sein Sachbearbeiter bei der Fsst. mitgespielt hat.
Die 4. hat er dann bestanden...;)

nicola_cgn
19.10.2008, 20:00
Das war aber nur möglich weil sein Sachbearbeiter bei der Fsst. mitgespielt hat. Die 4. hat er dann bestanden...;)

Also geht´s doch!?
Die Regel mit 1 Antrag = 1 MPU hab ich so bei euch hier auch noch nicht gesehen...
Ich schreib meinem SA also er möge bitte die Akte noch einmal verschicken, nen Grund muss ich ja nicht angeben, oder? - und dann solltes gehen, oder?

Say
19.10.2008, 20:14
Nur wenn er mitspielt ..... ansonsten kann er sich weigern und das Gutachten verlangen.

Florist
19.10.2008, 20:18
Das hängt auch von dem goodwill des Sachbearbeiters ab.
Manchmal können die sehr "neugierig" sein...
Die Möglichkeit dass Du Deinen Antrag zurückziehst und dann wieder einen neuen Antrag stellst bleibt Dir aber.
Das bedeutet aber nochmal die Gebühr dafür zu entrichten...

nicola_cgn
19.10.2008, 20:24
Das hängt auch von dem goodwill des Sachbearbeiters ab.


ok...also versuchen scheint ja zumindest nix zu schaden. spätestens wenn ich da wegen neuem antrag auflaufe wird er ja eh fragen. ich versuchs morgen mal...

@say was heißt "das Gutachten verlangen" ich denke genau das kann er nich :? wenn ich keins abgebe kann er ablehnen, aber verlangen kann er nix, oder? :? :? :?

Florist
19.10.2008, 20:31
Verlangen kann er vieles, Du kannst aber nicht gezwungen werden das GA abzugeben...

Say
19.10.2008, 20:44
@say was heißt "das Gutachten verlangen" ich denke genau das kann er nich :? wenn ich keins abgebe kann er ablehnen, aber verlangen kann er nix, oder? :? :? :?

Richtig dann kann er deinen Antrag ablehnen aber darauf las es nicht ankommen .... zieh den Antrag dann lieber freiwillig zurück ... denn wenn er abgelehnt wird beginnt die Tilgungsfrist von neuem.

nicola_cgn
19.10.2008, 21:23
was mein "Tilgungsfrist"?

Say
19.10.2008, 21:44
Die Tilgungsfrist deiner Vergehen.

samuel
19.10.2008, 23:35
Kommt auch ganz drauf an, was Du für einen Eindruck dort hinterlassen willst.

Rumdrucksen und sagen, Du wärst nicht begutachtet worden, ist immer so eine Sache. Wenn Du das Gutachten nicht freudestrahlend auf den Tisch wirfst, dann weiß der auch was gelaufen ist. Für die ist das doch Alltag.
Was er aber nicht wissen darf ist, warum es negativ geworden ist.

Frag also höflich, ob er auf diesen Antrag noch einmal verschickt und wenn nicht, dann zieh zurück. Sag nichts zum Ergebnis, das mußt Du nicht, aber Du kannst ja andeuten, daß es wohl nicht so doll gelaufen ist. Dann sieht der Mensch, daß Du ihn nicht linken willst. Alle sich für ihn ergebenden Fragen, die nicht den Dienstweg betreffen, kann er dann aus dem bald folgenden, positiven Gutachten entnehmen.

Aber Du bist der Chef und entscheidest über Dein Vorgehen.

Samuel

Foppel
20.10.2008, 15:06
Ich hatte bei einem Antrag 2x MPU.
Bei der ersten bin ich durchgefallen. Habe mir, wie hier empfohlen beide Exemplare des Gutachtens nach Haus schicken lassen. D

Dann habe ich bei der FSST angerufen und glaubhaft vermitteln können, das ich "kalte Füße" bekommen und zum MPU Termin nicht erschienen sei und das ich lieber die MPU bei einem anderen MPI machen möchte. War alles kein Problem. Ging telefonisch ohne Bürokratie. Ich teilte dem Sachbearbeiter das neue MPI mit und die Akte ging sofort auf Reisen.

Die zweite habe ich dann bestanden.

nicola_cgn
01.11.2008, 20:18
Eine Email an den Sachbearbeiter geschickt und es kam direkt das Schreiben, das die Akte verschickt wurde. Ganz normal, das Standardschreiben nochmal wie schon beim ersten mal...ich denke also, das es alles in Ordnung ist. Hat also geklappt. Ein erster Schritt...

nicola_cgn
01.11.2008, 21:56
Hi,

hier jetzt mein Fragebogen. Hatte wie ja schon geschrieben bereits eine MPU die negativ ausgefallen ist, weil der Gutachter "Widersprüche" zur Aktenlage festgestellt hat. ich habe damals versucht mich aus der Situation des Fahrens ohne FS herauszureden um nicht so in die Tiefe gehen zu müssen - hat aber nichts genützt...

Ich habe mich jetzt wirklich mit allem auseinandergesetzt, Gespräche mit Freunden geführt...in einer Woche steht ein MPU Termin an - also hier mein Fragebogen:


Was ist passiert?

Warum sind Sie hier?
Ich bin über die letzten Jahre im wesentlichen durch Geschwindigkeitsverstöße so stark aufgefallen, das mein Führerschein entzogen wurde, weil Zweifel an meiner Eignung bestehen.

Wie viele Verstöße hatten sie?
In den Unterlagen sind es 7. Das sind die, die „erwischt“ wurden, vor allem im Bezug auf Geschwindigkeit waren es mit Sicherheit weit mehr.

Was waren das für Verstöße?
(möglichst Datum und zu welcher Tageszeit-je genauer, desto besser)
Juli 2007, nachts, Autobahn +50kmh
September 2003, nachts, Ortschaft +41kmh
Oktober 2004, tagsüber Rotlicht
September 2005, nachts außerorts +29kmh
Oktober 2005, nachts Autobahn +33
Mai 2006, tagsüber Handy
April 2008, vormittags / Fahren ohne FS

Was hätte passieren können bei den jeweiligen Delikten?
Bei den Geschwindigkeiten sehe ich die Gefahr heute zum einen darin nachts sehr schnell übermüdet gewesen zu sein und somit bei Gefahren nicht hätte reagieren können. Die Denkweise, das ich mich auskenne, das es gewohnte Strecken sind und das mir „schon nichts passiert“ hätte sich durch den kleinsten Zwischenfall umdrehen können. Das Fahren ohne Führerschein – und ich habe es zwar unregelmäßig, aber immer wieder getan, war der größte Leichtsinn meines Lebens. Vor allem damit habe ich meine eigene Existenz und vor allem aber die aller anderen im Straßenverkehr auf das äußerste gefährdet. Neben körperlichen Schäden ist mir hier heute vor allem die existenzielle Bedrohung (Versicherung) bewusst.

Was ist ihrer Meinung nach im Straßenverkehr besonders wichtig?
Nicht mit der Art von Arroganz und Ignoranz unterwegs zu sein wie ich es war. Nicht das Gefühl zu haben der Größte zu sein, dem als einzigem nichts passiert, der alles im Griff hat. Sich selbst richtig einzuordnen und zu verstehen, das alles was man tut Folgen für einen selbst aber auch für alle anderen hat. Und dafür die Verantwortung zu übernehmen.

Warum ist es passiert?

Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen?
Ich habe mich in meiner Umwelt nach dem Motto „mir gelingt alles, mir passiert nichts“ bewegt. Eigentlich war es mir egal, genauso wie mir auch Bußgeldbescheide und Punkte nach einer gewissen Zeit wieder egal waren. Zwar habe ich mir kurzzeitig bewusst gemacht was hätte passieren können, das Nachdenken hat aber nicht lange angehalten. Ich habe es nicht im Zusammenhang gesehen und habe nicht verstanden, welche Auswirkungen es auf mein Leben haben kann und wie ignorant ich unterwegs bin. Das hat sich auch nicht nur auf das Fahren beschränkt, es gilt genauso für alles was mit dem Finanzamt, mit Rechnungen etc. zu tun hat – zwar habe ich mich ab und an zusammengerissen und Dinge erledigt – im wesentlichen war aber alles zweit- bzw. drittrangig.


Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?
Zum einen war es ein Ventil für mich, Anerkennung und Erfolg Rechnung tragen zu wollen. Schnell unterwegs sein, die paar km/h mehr – ich muss es halt, weil ich Erfolg haben will... Es war nicht direkt Frustabbau aber alles langsame und „normale“ hat mich genervt und war mir unverständlich.


Wie war Ihre Gefühlslage bei diesen Delikten, (bitte jedes Delikt einzeln bewerten)
Grundsätzlich immer „egal, mir passiert nichts“ „macht ja nichts“
„die sollen sich mal nicht so anstellen“ – also arrogant und ignorant.
Das gilt im Prinzip durch die Bank für alle Delikte.


Was haben Sie als Ursache für die Verstöße herausgefunden, hatten Sie dabei Hilfe?
Ignoranz und Arroganz gegenüber anderen und gegenüber Regeln. Die Überzeugung, alles besser einschätzen zu können und besser zu wissen. „Warum hier nur 100? – da kann man ja auch schneller fahren“...Ich hatte immer – in der Schule, im Studium, und im Job Anerkennung und Bestätigung – es hat nie einer gesagt „das geht so nicht, das kannst du so nicht machen“. So wie ich es getan habe, war es offensichtlich immer richtig. Heute weiß ich, das es diese Worte von Freunden sehr wohl gab, ich sie aber einfach nicht gehört habe weil ich sie nicht hören wollte.


Wie schätzen Sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?
Mein Gefühl war es immer ein zwar schneller aber sicherer Fahrer gewesen zu sein. Im Rückblick merke ich das sehr oft Worte fielen wie „fahr nicht so schnell“, „Wahnsinn wie schnell du das geschafft hast“...damals habe ich es als Bestätigung gesehen, heute weiß ich das ich ein gefährlicher Fahrer war. Gefährlich für mich und für alle anderen im Straßenverkehr.


Wie haben sie auf das Verhalten der Polizei reagiert nachdem sie gestoppt oder gelasert wurden?
Mit „jaja“ und dem Ziel die Belehrungen und Tipps mögen schnell vorbeigehen. Erwischt, ok – ich muss aufpassen das sie mich nicht noch mal erwischen...

Wie haben sie auf die ersten Verwarn- bzw. Bußgelder reagiert?
Das Geld hat weh getan, aber die Wirkung immer nur kurzzeitig angehalten. Fazit war mehr auf Laser und Radarfallen zu achten – nicht aber mein Fahrverhalten zu ändern...


Was hatten sie sich vorgenommen, um keine Vekehrssünden zu begehen?
Kurzzeitig auch vorsichtiger und „normaler“ zu fahren, langfristig aber einfach aufpassen nicht erwischt zu werden – oder sogar der Glaube nach dem Motto „mir Glückskind passiert schon nix und wenn komm ich da schon irgendwie raus“

Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?
Weil ich mir selbst nicht über die Bedeutung und die Gefahr bewusst war. Weil es mir eigentlich egal war und ich mich nie richtig damit auseinandergesetzt habe.

Gibt es ein Zusammenhang zwischen dem Punktesammeln und bestimmten Ereignissen in ihrem Leben?
Die Jahre 2000 – 2003 habe ich studiert – dual, also immer drei Monate Studium am Bodensee und 3 Monate arbeiten in München. Immer unterwegs. Von 2003 – 2005 habe ich mir meine Selbstständigkeit in München aufgebaut. Sowohl das Studium als auch der Jobaufbau liefen gut. Gleichzeitig sehe ich diese Zeit aber auch als sehr zerstückelt, sprunghaft und ohne Plan. Es war ein „Leben in den Tag“ ohne langfristig geplante Perspektive. Es hat funktioniert und ich habe Bestätigung bekommen und Warnungen ignoriert – das sehe ich heute als wesentlichen Zusammenhang für meine Arroganz.



Wie hat Ihr Umfeld auf Ihr Verhalten reagiert?
Es gab immer wieder Warnungen so was wie Punkte nicht zu ignorieren und nicht zu schnell zu fahren. Ich habe so was dann belächelt und gesagt ich hab´s im Griff – obwohl ich das nicht hatte.
Grundsätzlich haben Freundschaften darunter nicht gelitten, aber ich spreche heute anders mit denselben Freunden darüber, als ich es damals getan habe. Nach dem Fahren ohne FS gab es hier wirklich intensive Gespräche.


Wieso passiert es nicht wieder?

Was war der konkrete Anlass für Ihr Umdenken?
Das Fahren ohne Führerschein und die damit verbundene Strafanzeige, die drohenden Strafen und die Tatsache das auch noch jemand anders (Mietwagen) dadurch in strafbare Handlungen genommen ist. Die Tatsache was jederzeit hätte passieren können, in Situationen die ich nicht beeinflussen kann (Unfall, schädigen anderer). Ich habe meine gesamte Existenz, mein Leben aufs Spiel gesetzt – ich hätte flüchten oder mich verstecken müssen, es hätte alles nichts genützt. Es gab – auch beim Fahren ohne Führerschein – und ich habe es etwa 4-5x im Monat gemacht, meistens größere Strecken zu meinen Eltern o.ä.) Situationen die wirklich kritisch waren und nur durch Zufall nichts passiert ist (Kind an Ampel springt auf die Straße..) Mir ist schlecht geworden als ich daran gedacht habe nachdem ich mit ein paar Leuten und auch mit dem Anwalt gesprochen habe.



Was haben Sie an Änderungen unternommen?
Mit dem Umzug nach Köln im Oktober 2006 gab es bereits Änderungen vor allem beruflicherseits. Ich arbeite nicht mehr in der selben Form, wie in München. Ich bin in fester Kooperation mit Geschäftspartnern, kein Einzelkämpfer mehr. Die gesamte Situation ist vor allem seit Mitte 2008 etabliert, planbar und mit Perspektive versehen – mehr ein wirkliches Leben als meine (selbstgeschaffene) Situation 200 – 2006. Mit der Situation im April und den Folgen daraus habe ich mich gegenüber Freunden und auch den geschäftlichen Partnern geöffnet. Ich habe zum ersten Mal Hilfe gesucht und bin wirklich dankbar dafür diese auch gefunden zu haben. In mehreren Gesprächen in denen es vor allem darum ging, wie man selbst sein Leben sieht und was mir darin wichtig ist und was welche Bedeutung hat ist mir bewusst geworden, das ich zwar Erfolg, Anerkennung und Bestätigung hatte – dies aber sofort hätte vorbei sein können. Mein Leben hätte sich von einer Sekunde auf die andere drehen können – und das nur durch mein – vermeidbares – Verhalten. Ich bin ein Risko für mich selbst gefahren, das kein normal denkender Menschen eingehen würde mit dem Ergebniss das ich bereits jetzt kein volles Mitglied in dieser Gesellschaft mehr bin,. An meiner Eignung wird gezweifelt.

...

nicola_cgn
01.11.2008, 21:57
...
Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
Auf der menschlichen Seite die Freunde, die ich damals „freundlich ignoriert“ habe, beruflich die Geschäftspartner und was die rechtlichen Folgen und Perspektiven angeht habe ich mich intensiv mit meinem Rechtsanwalt unterhalten.

Wie empfinden sie diese Änderungen?
Als sehr angenehm. Es hat nicht nur Auswirkungen auf mein Verhalten auf der Straße – es beeinflusst mich insgesamt. Ich habe in den letzten Monate viele Dinge geregelt, die mir sonst im Prinzip egal waren (Finanzamt, Rechnungen, Gewerbe,...) Ich fühle mich freier und kann freier atmen ohne diese Grübeleien, die ja schon ab und an da waren, ich aber immer beiseite geschoben habe.

Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Änderungen?
Aus „war klar, das so was kommt“ ist inzwischen „Gottseidank hat er´s kapiert“ geworden. Sie zeigen mir wie wichtig und richtig es war das ich aufgewacht bin. Geben mir gleichzeitig aber auch das Gefühl das so weiterführen zu können und aufzupassen.

Gibt es negative Rückmeldungen zu Ihrem jetzigen Leben?
Keine negativen, nur die Warnung es nicht leicht zu nehmen und mir immer wieder bewusst zu machen, worum es geht. Das tue ich auch. Ich weiß, das es nicht mein Umfeld war, das falsch war – es lag ganz alleine an mir und darum habe ich es auch in der Hand dieses dumme Leben sein zu lassen. Es liegt einzig und nur an mir.

Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben sie heute und was ist daran neu?
Immer wenn ich mich im Straßenverkehr bewege stelle ich ein Risiko für andere dar. Je verantwortungsbewusster ich mich verhalte desto geringer wird dieses Risiko. Ich selbst kann es nur zu einem geringen Grad richtig einschätzen und darum gibt es Regeln an die man sich halten muss. Jeder hat ein Recht auf Unversehrtheit und ich bin nicht derjenige der das als einziger ignoriert. Ich bin nicht „der Checker“ der alles weiß und kann. Diese Arrogante und ignorante Haltung gehört nicht in mein Leben – weder im Straßenverkehr noch sonst wo.


Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?
Es gibt für mich kein zurück. Ich will in dieser Gesellschaft als vollwertiger Mensch leben und ich weiß, das ich das nur kann wenn ich mich selbst richtig und auf eine gesunde Art wahrnehme. Das wieder zu beenden und in das alte Verhalten zurückzufallen wäre ein derartiger Rückschritt für mich, das ist nicht vorstellbar. Sowohl beruflich als auch privat hat sich durch die Erfahrungen – Staatsanwaltschaft, Anzeige, Gespräche, MPU – soviel wachgerüttelt. Ich weiß, das das die Notbremse war die mich vor dem Absturz bewahrt hat. Ich suche heute die Reflexion meines Verhaltens sowohl bei Freunden als auch bei Geschäftspartnern regelmäßig und höre dem auch zu. Gleichzeitig weiß ich mein – vor allem auch beruflich – jetzt wesentlich aufgeräumteres, planbareres und mit mehr Perspektive versehenes Leben sehr zu würdigen und ich will diesen letzten Schritt mit dem Führerschein jetzt tun und nie wieder zurück, weil es einfach keine Alternative ist.

Was könnte ihre guten Vorsätze wieder zum scheitern bringen?
Ignorieren und abtun der Reflexionen von Freunden, Bekannten und meinem gesamten Umfeld.


Was wollen Sie unternehmen, wenn Sie einen Rückfall bemerken?
Mich dessen bewusst machen was ich in den letzten Monaten erfahren und mir bewusst gemacht habe, wo ich durch musste und womit ich mich auseinandersetzen musste. Und das ich das nie wieder erfahren möchte. Und dann der Vergleich mit dem was ich jetzt habe, wie es mir jetzt geht in Zusammenhang mit der Bewährungschance die ich bekomme wenn man mir den Führerschein wiedergibt. Ich habe mir die Situation 2000-2006 selbst geschaffen und ich habe mir die Situation heute geschaffen. Ich weiß das einzig ich für das verantwortlich bin was passiert und sehe, das ich wenn ich die Verantwortung auch wirklich übernehme ich ein besseres Leben mit Perspektive habe.

samuel
02.11.2008, 01:09
@ cgn!

Das ist eine Menge heiße Luft.
Klar, Du bist redegewandt und kannst mit der deutschen Sprache umgehen, doch am Kern des Problems und dessen Lösung schrammst Du leider vorbei.

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Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen?
Ich habe mich in meiner Umwelt nach dem Motto „mir gelingt alles, mir passiert nichts“ bewegt. Eigentlich war es mir egal, genauso wie mir auch Bußgeldbescheide und Punkte nach einer gewissen Zeit wieder egal waren.



Was haben Sie als Ursache für die Verstöße herausgefunden, hatten Sie dabei Hilfe?
Ignoranz und Arroganz gegenüber anderen und gegenüber Regeln. Die Überzeugung, alles besser einschätzen zu können und besser zu wissen.


Eigentlich ist dir alles egal, andererseits:

Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?
Zum einen war es ein Ventil für mich, Anerkennung und Erfolg Rechnung tragen zu wollen. Schnell unterwegs sein, die paar km/h mehr – ich muss es halt, weil ich Erfolg haben will... Es war nicht direkt Frustabbau aber alles langsame und „normale“ hat mich genervt und war mir unverständlich.

befriedigst Du mit Deinem Verhalten Bedürfnisse, welche Du sonst nicht erfüllen kannst.
Du bist den Raser, Du hast den Kick gesucht.
Warum taucht der Geschwindigkeitsrausch hier nicht auf?

Ein weiterer Fehler ist, daß Du einfach alles voraussetzt.

Du stellst Dich selber als arroganten Klugscheißer dar, so bist Du aber nicht geboren. Hast Du mal für Dich rausgefunden, wann Dich Deine Erziehung dazu gemacht hat? Gab es da Vorbilder in Deinem kindlichen Umfeld?

Die scheißegal Mentalität ist eine Begleiterscheinung der Pubertät, doch die meisten Menschen legen die wieder ab. Du nicht. Hast Du eine Idee warum Du in diesem Stadium hängen geblieben warst?

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Wie viele Verstöße hatten sie?
In den Unterlagen sind es 7. Das sind die, die „erwischt“ wurden, vor allem im Bezug auf Geschwindigkeit waren es mit Sicherheit weit mehr.

Erwischt ist ein Looserwort. So was sagen Durchfaller, die nichts geschnallt haben. Wieviel war es denn genau, rechne doch mal.

Delikte pro Fahrt x Fahrten pro Tag x Tage pro Jahr x Jahre

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Gibt es ein Zusammenhang zwischen dem Punktesammeln und bestimmten Ereignissen in ihrem Leben?
Die Jahre 2000 – 2003 habe ich studiert – dual, also immer drei Monate Studium am Bodensee und 3 Monate arbeiten in München. Immer unterwegs. Von 2003 – 2005 habe ich mir meine Selbstständigkeit in München aufgebaut. Sowohl das Studium als auch der Jobaufbau liefen gut. Gleichzeitig sehe ich diese Zeit aber auch als sehr zerstückelt, sprunghaft und ohne Plan. Es war ein „Leben in den Tag“ ohne langfristig geplante Perspektive. Es hat funktioniert und ich habe Bestätigung bekommen und Warnungen ignoriert – das sehe ich heute als wesentlichen Zusammenhang für meine Arroganz.

Hast Du oben noch Arroganz als Grund angegeben, hast Du hier nur keinen Plan.
Du warst an 2 Orten zu gange, das machen Tausende, die müssen deswegen aber nicht rasen.

Was Dir fehlt ist das Problem.
Das Problem ist der zentrale Bestandteil der MPU.
Hast Du kein Problem, hast Du keine Chance.

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Was war der konkrete Anlass für Ihr Umdenken?
Das Fahren ohne Führerschein


Sieht es hier noch aus wie ein Einzelfall

auch beim Fahren ohne Führerschein – und ich habe es etwa 4-5x im Monat gemacht,

Wird drei Zeilen weiter schon die Regel draus.

Ist ein routinemäßiger Regelverstoß ein konkreter Anlaß was zu überdenken?

(Kind an Ampel springt auf die Straße..) Mir ist schlecht geworden
Das ist doch das einzig Wahre.
Extremsituation + Emotion damit läßt sich arbeiten

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Was haben Sie an Änderungen unternommen?

Ich habe zum ersten Mal Hilfe gesucht und bin wirklich dankbar dafür diese auch gefunden zu haben. In mehreren Gesprächen in denen es vor allem darum ging, wie man selbst sein Leben sieht und was mir darin wichtig ist und was welche Bedeutung hat ist mir bewusst geworden, das ich zwar Erfolg, Anerkennung und Bestätigung hatte


Das ändert natürlich so ein Raserinnenleben in 9.7 Sekunden, inklusive Reifenwechsel und volltanken.

Man sieht sein Leben.

Der Gutachter hat vielleicht, wenn es für Dich gut läuft, bei dem Punkt der Änderung 30 Minuten Zeit Dir zu lauschen. Da will er was über veränderte Wertigkeiten hören und Strategien, wie Du zukünftig den Drang nach dem Kick in unbedenkliche Bahnen lenken willst.

Was ist aus der Arroganz geworden? Die hat sich vermutlich beim Gespräch unter Geschäftskollegen in Luft aufgelöst?

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Ich selbst kann es nur zu einem geringen Grad richtig einschätzen und darum gibt es Regeln an die man sich halten muss.

Wenn Du das Wörtchen Man benutzt, dann hört der Psychologe jemanden, der die Verantwortung von sich weist.
Man hat mit Dir nichts zu tun. Das ist ganz schlecht.

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Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?
Es gibt für mich kein zurück. Ich will in dieser Gesellschaft als vollwertiger Mensch leben und ich weiß, das ich das nur kann wenn ich mich selbst richtig und auf eine gesunde Art wahrnehme. Das wieder zu beenden und in das alte Verhalten zurückzufallen wäre ein derartiger Rückschritt für mich, das ist nicht vorstellbar. Sowohl beruflich als auch privat hat sich durch die Erfahrungen – Staatsanwaltschaft, Anzeige, Gespräche, MPU – soviel wachgerüttelt. Ich weiß, das das die Notbremse war die mich vor dem Absturz bewahrt hat. Ich suche heute die Reflexion meines Verhaltens sowohl bei Freunden als auch bei Geschäftspartnern regelmäßig und höre dem auch zu. Gleichzeitig weiß ich mein – vor allem auch beruflich – jetzt wesentlich aufgeräumteres, planbareres und mit mehr Perspektive versehenes Leben sehr zu würdigen und ich will diesen letzten Schritt mit dem Führerschein jetzt tun und nie wieder zurück, weil es einfach keine Alternative ist.

Auch hier ist keinerlei konkrete Änderung zu früher.
Wie auch, da Du nicht angeben kannst, warum Deine Entwicklung so verlaufen ist, kannst Du natürlich auch nichts verhindern, da Du ja konkret nichts ändern konntest.

Ein einfaches Beispiel wär nicht schlecht.

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Ich weiß das einzig ich für das verantwortlich bin was passiert und sehe, das ich wenn ich die Verantwortung auch wirklich übernehme ich ein besseres Leben mit Perspektive habe.

So, so, ein einsamer cowboy.
Wieviel angenehmer wäre es doch, Du wärst in ein Umfeld eingebunden, mit dem Du Dich berätst.

Dann könntest Du solche Sätze vermeiden:

Und dann der Vergleich mit dem was ich jetzt habe, wie es mir jetzt geht in Zusammenhang mit der Bewährungschance die ich bekomme wenn man mir den Führerschein wiedergibt.

Auch diese Antwort zeigt, daß Du:

Warum sind Sie hier?

... weil Zweifel an meiner Eignung bestehen.

nur auswendig gelernt hast, aber nicht begriffen.

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Eine Woche ist schon knapp, aber Du bist flink im Hirn und so denk ich mal, daß wir das schaffen.

nicola_cgn
02.11.2008, 13:02
Danke für das erste Feedback. Ich weiß, das ich gern viel rede - nichtmal aus Absicht um was zu verdecken, es ist wohl eher eine Berufskrankheit, macht es aber schwierig jemanden der auf einen bestimmten Punkt hinaus will zufrieden zu stellen - ich weiß...

Du bist den Raser, Du hast den Kick gesucht.
Warum taucht der Geschwindigkeitsrausch hier nicht auf?
Ich bin gerast wenn ich weite Strecken gefahren bin weil ich dann schnell von a nach b wollte. Ganz richtig. Ich war beruflich viel unterwegs und gerade da habe ich mir selbst dann so Druck aufgebaut (schlechte Zeitplanung, Wille immer mehr machen zu wollen) das ich auch hier gerast bin oder sowas wie mit der Ampel passiert. Ich empfand Autofahren als lästiges Übel, weil ich unterdessen nichts anderes tun konnte, wollte also das es möglichst schnell vorbeigeht. Ich hatte definitiv keinen "Geschwindigkeitsrausch" oder fand es geil schnell zu fahren. Ich hatte nie besonders schnelle Autos oder habe Wert auf ein Auto gelegt. Soll ich dennoch diesen Rausch konstruieren??? Gut wäre das wohl kaum, oder....

Du stellst Dich selber als arroganten Klugscheißer dar, so bist Du aber nicht geboren. Hast Du mal für Dich rausgefunden, wann Dich Deine Erziehung dazu gemacht hat? Gab es da Vorbilder in Deinem kindlichen Umfeld?
Ich sehen das im Rückblick als Arroganz und Ignoranz zu der ich ganz alleine gekommen bin, weil ich überall nur Bestätigung erhalten habe und alles lief....
Auch hier würde ich lügen wenn ich in meiner Kindheit nach Fehlern suchen würde, da gibt es einfach nichts...ganz ehrlich. Ich bin gut und offen erzogen wurden. Die problematische Entwicklung konzentriert sich in der Tat auf die Jahre im Studium und Jobaufbau...




Erwischt ist ein Looserwort. So was sagen Durchfaller, die nichts geschnallt haben. Wieviel war es denn genau, rechne doch mal.
Delikte pro Fahrt x Fahrten pro Tag x Tage pro Jahr x Jahre
Darum hatte ich erwischt in Anführungszeichen gesetzt - was soll man denn stattdessen sagen? Ich habe es damals als erwischt empfunden. Mist, jetzt haben die dich wieder gekriegt... im Schnitt waren es 3 Geschwindigkeitsverstöße im halben Jahr...

Was Dir fehlt ist das Problem.
Das Problem ist der zentrale Bestandteil der MPU.
Hast Du kein Problem, hast Du keine Chance.
Für mich selbst sehe ich heute diese "scheißegal" Einstellung und da ich meinte ich kann das einschätzen, ich weiß das besser als mein Problem an. Das ist wirklich so. Ich wurde weder geschlagen noch zum arroganten Knilch erzogen. Ich habe ein gesundes Umfeld, das zwar unter dem Arbeitsstres gelitten hat aber auch das ist wohl bei vielen so.....

Das ist doch das einzig Wahre.
Extremsituation + Emotion damit läßt sich arbeiten
Es war nicht der Routinemäßige Verstoß, der mich zum Umdenken gebracht hat sondern die Folgen die daraus hätten entstehen können. Unkalkulierbar und Existenzbedrohend für mich und für jeden anderen. Das Kind auf der Straße ist das einprägenste Beispiel das ich hatte, es wär mir fast vor´s Auto gelaufen. Aber das ist tatsächlich der Knackpunkt für mich gewesen, so banal es sich auch anhört, aber es waren Gespräche mit Freunden und auch dem Anwalt den ich gut kenne die mir sehr deutlich den Kopf gewaschen haben.

Auch hier ist keinerlei konkrete Änderung zu früher.
Wie auch, da Du nicht angeben kannst, warum Deine Entwicklung so verlaufen ist, kannst Du natürlich auch nichts verhindern, da Du ja konkret nichts ändern konntest.
Ein einfaches Beispiel wär nicht schlecht.
Mein Umgang mit mir und meinem Umfeld hat sich komplett geändert, das ist ein wesentlicher Unterschied zu früher. Beispiele? In meinem Job spielt eine geregelte Zeitplanung eine wesentliche Rolle. Ich habe die Steuererklärungen der letzten 2 Jahre nachgeholt und abgeschlossen. ich habe offene Rechnungen bearbeitet und abgeschlossen. Alles so "offizielle" Dinge, die mir eben früher eigentlich egal waren.

So, so, ein einsamer cowboy.
Wieviel angenehmer wäre es doch, Du wärst in ein Umfeld eingebunden, mit dem Du Dich berätst.
Ich sehe mich als derjenige der verantwortlich ist für mein Leben und für meine Eingliederung in die Gesellschaft. Das Umfeld habe ich und nutze ich, die passen momentan sehr gut auf auf mich - aber am Ende bin doch ich verantwortlich oder?

Je mehr ich darüber schreibe und nachdenke, desto mehr merke ich das ich kein Geiler-Raser oder Kindheitsproblem hatte, sondern vielmehr ein Problem mit Obrigkeiten, mit Leuten die mir sagen wollen was wie läuft, mit Behörden und deren Institutionen ...kann das ein?

samuel
02.11.2008, 21:04
Je mehr ich darüber schreibe und nachdenke, desto mehr merke ich das ich kein Geiler-Raser oder Kindheitsproblem hatte, sondern vielmehr ein Problem mit Obrigkeiten, mit Leuten die mir sagen wollen was wie läuft, mit Behörden und deren Institutionen ...kann das ein?

Auto fahren ist freiwillig, den Streß mußt Du Dir also nicht antun.
Für den Fall das doch, MPU ist ein Spiel, bei dem es bestimmte Regeln gibt.

Eine davon lautet:

Benimm Dich wie 99 von 100 Leuten.
Dann paßt Du in die Statistik und Du hast eine reelle Chance auf ein positives Gutachten.

Klar kann das sein, daß Du so überhaupt kein Problem hast, außer sich an die Regeln zu halten. Hättest Du das Problem nicht, dann wärst Du nicht hier.

Und Fakt ist auch, das sich diese Entwicklung Durch Deine Kindheit zieht, wie ein roter Faden. Der Gutachter hat das im Studium gelernt und will von Dir nur hören, ob Du das auch erkannt hast und wie und was Du daraus schlußfolgerst.

Du hast nur 1 Woche Zeit, verplempere die also nicht mit der Verbreitung von Negativinformationen. Was alles nicht war, interessiert vielleicht am Tag des jüngsten Gerichts, aber nicht hier und nicht bei der MPU.

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Ich sehe mich als derjenige der verantwortlich ist für mein Leben und für meine Eingliederung in die Gesellschaft. Das Umfeld habe ich und nutze ich, die passen momentan sehr gut auf auf mich - aber am Ende bin doch ich verantwortlich oder?

Die Einstellung hat Dich in die jetzige Situation gebracht, also wenn Du vermeiden willst, wieder in so eine Situation zu kommen, dann solltest Du vielleicht etwas anderes versuchen.

Warst Du früher der einsame , mit dem Kopf durch die Wand, Wolf, so bist Du jetzt der flauschige Gruppendynamische.

Es muß eine Änderung an Hand von einfachen Beispielen aufgezeigt werden.
Dazu eine Wertung von Dir zu der Änderung und wie sich Dein Umfeld dazu äußert. Beides vorzugsweise positiv.

Merke: Je dunkler die Vergangenheit, desto heller die Zukunft.

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Darum hatte ich erwischt in Anführungszeichen gesetzt - was soll man denn stattdessen sagen? Ich habe es damals als erwischt empfunden. Mist, jetzt haben die dich wieder gekriegt... im Schnitt waren es 3 Geschwindigkeitsverstöße im halben Jahr...

3 Delikte schaff ich, bevor ich überhaupt eingestiegen bin und das jeden Tag.

Und ich hab nicht mal einen Punkt. Du belügst Dich selber, das ist nicht gut.

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nicola_cgn
07.12.2008, 18:27
nachdem nun schon einige zeit um ist, seit ich mich hier das letzte mal gemeldet habe, möchte ich aber dennoch wenigstens vermelden wie es gelaufen ist. ich habe die MPU beim TÜV Köln bestanden, das positive Gutachten ist beim Amt und alles geht seinen - jetzt nur noch formellen - Gang. Es ist geschafft.

Ich will mich nicht drüber auslassen, warum ich wie wo was Gutachten geschafft habe, will aber wohl 2,3 Punkte loswerden die mir in der Zeit bis hierher vorallem auch hier im Forum begegnet sind und die ich nicht unwichtig finde:

- geholfen hat mir, die Fragen des Gutachters beim 2ten Mal zu kennen und zu wissen was auf mich zukommt und erwartet wird. dabei hat vor allem auch geholfen, das ihr hier positive gutachten einstellt und man sich so ein bild davon machen kann, was erwartet wird und die eigenen Antworten abgleichen kann

- gar nicht geholfen haben mir die teils höhnischen bemerkungen zu den ersten überlegungen und antworten auf den fragebogen hier. nicht jeder lügt rum wenn er hier etwas schreibt, nicht jeder hat ein trauma zu verarbeiten oder wurde früher geprügelt. und ich glaube niemand hier hat die fachliche ausbildung das zu bewerten und zwischen den zeilen herauslesen zu wollen. hobby-psychologie hilft wirklich gar nichts weiter.

- ebenfalls verhöhnend finde ich die feststellung, die hier immer wieder getroffen wird, die geschwindigkeits-mpu´ler wären die "königsklasse" unter allen. was soll sowas? was soll es bringen? verarscht doch die leute nicht.
ich finde es wesentlich schlimmer im alkohol oder drogenrausch unterwegs zu sein, als mit 20km/h mehr auf einer leeren autobahn nachts um 2 geblitzt zu werden. ich relativiere ich weiß - ich versuche meine eigenen delikte herunterzuspielen, ich weiß...aber dadurch das ihr es umgekehrt tut und geschwindigkeitsverstöße als die königsklasse tituliert schützt ihr alle drogis und alkis im straßen verkehr - und letztlich ist genau das, das wirklich schlimme. berauscht und überhaupt nicht mehr als herr der eigenen sinne mit 100+x PS durch die gegend zu fahren geht sowas von nullkommanull - auch wenn es vielleicht gesellschaftlich anerkannter ist, als der "traumatische raser" der sich daran aufgeilt und abreagiert. sorry, aber das is zu einfach gedacht

ich finde das einzige was hier wirklich was bringt, sind hilfestellungen was erwartet euch bei der MPU, was will der psychologe hören, was muss man wie sagen. alles beschimpfen und hobbypsychologengetue um die menschen auf den rechten weg zu bringen sollte man sein lassen. dann lieber wirklich auf bekannte psychologen verweisen die sich demjenigen in der realität annehmen.

und wer zum dritten, vierten oder fünften mal bei der mpu is, der hat ohnehin ein tieferes problem, bei dem kein onlineforum helfen kann - auch wenns viel einfacher scheint...

viel erfolg allen, dies noch vor sich haben. :)

samuel
07.12.2008, 23:16
Machs mit, machs nach, machs besser!

Samuel