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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein Fragebogen: Geblitzt nach bestandener MPU


ace560
23.01.2009, 13:58
Hallo liebes Forum, vielleicht erinnert ihr euch noch an mich.
Ich hatte letztes Jahr meine MPU wegen THC und Alk und hab diese mit eurer Hilfe auf Anhieb bestanden.
Dafür noch mal ein riesengroßes Dankeschön, da ich sicher bin dass dies ohne dieses Forum nicht möglich gewesen wäre.
Peinlich ist mir, dass ich mich nun wieder aus gegeben Anlass an euch wenden muss.
Ich wurde Ende letzten Jahres auf der Autobahn mit 130 statt der erlaubten 80km/h geblitzt und habe dafür nun den Anhörungsbogen bekommen.
Da ja nun wieder eine MPU auf mich zukommt habe ich mich mal wieder an euren Fragebogen gesetzt und hoffe auf euer Feedback.
Dafür danke ich euch auch nun schon om Vorraus.

Eine Frage voweg hätte ich jedoch noch und zwar:
liegt dem Gutachter nun das komplette Gutachten der ersten MPU vor oder weiß er nur, dass ich schon eine MPU bestanden habe?

So hier mein kompletter Fragebogen, die letzten beiden Fragen kann ich nun leider aus zeitmangel nicht mehr beantworten werde ich aber definitiv shcnell nachholen.

1. Wie viele Verstöße hatten sie?

Ich wurde vor etwas mehr als einem Jahr wegen Alkohol und THC am Steuer zur MPU geladen, diese bestand ich und bekam meine FE wieder.

Vor etwa 3 Monaten wurde ich auf der Autobahn mit ca. 50km/h zu schnell gelbitzt, dafür erhielt ich nun den Anhörungsbogen und warte auf die weiteren Schritte die nun auf mich zukommen.

Nicht aktenkundige Verstöße gab es in der Vergangenheit zahlreiche.
Ich bin recht regelmäßige mindestens 10km/h pro Stunde über der erlaubten Geschwindigkeit gefahren.
Auf der Autobahn habe ich nie auf Verkehrsschilder geachtet und habe mich immer der Verkehrslage angepasst, was bedeutet, dass ich wenn die Strecke frei war oft schneller als erlaubt gefahren bin.

2. Was waren das für Verstöße?
Siehe Punkt 1.

3. Wann waren diese Verstöße und in welchem Zeitraum fanden diese statt? (möglichst Datum und zu welcher Tageszeit-um so genauer, um so besser)

Genaues Datum und Uhrzeit für die zwei aktenkundige Vergehen möchte ich hier nicht nennen aber ich kann sagen, dass ich 2007 im August die Trunkenheitsfahrt hatte und im November letzten Jahres geblitzt wurde.

Die oben erwähnten, nicht aktenkundigen Vergehen kann ich gar nicht konkrete einordnen, da ich wie gesagt fast regelmäßig etwas schneller als erlaubt gefahren bin und bei Fahrten auf der Autobahn weiß ich nicht mal welche Strecken, die ich gefahren bin begrenzt und welche unbegrenzt waren.

4. Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen?

Ich hatte eine völlig falsche Einstellung gegenüber Geschwindigkeitsbegrenzungen und sicherem Fahrverhalten.
Insbesondere auf der Autobahn habe Schilder mehr als „Empfehlung“ anstatt als Vorschrift angesehen.
Zum einen war ich es gewohnt Strecken auf der Autobahn zu fahren, die wirklich in der Geschwindigkeit nicht begrenzt sind, wie zb mein täglicher Weg zur Arbeit.
Wenn es dann doch Begrenzungen gab haben diese mich nicht interessiert, ich habe nicht darauf geachtet und auch den Sinn darin nicht verstanden die Geschwindigkeit auf der Autobahn einzuschränken.
Ich war zwar auch damals schon der Meinung, dass es nicht in Ordnung ist drängelnd und mit 200km/h über die Autobahn zu brettern, dachte aber wenn ich Richtgeschwindigkeit fahre also eben um 120/130 kann mir nichts passieren und ich tue auch niemandem was böses.
Auf den Strecken die ich normalerweise fahre war dies ja auch so.
Problematisch war dann jedoch, dass ich meinte diesen Freiraum den man mir auf dem Weg zur Arbeit lässt zu generalisieren und zu glauben ich könnte überall schon selber einschätzen welche Geschwindigkeit nun angemessen ist oder nicht.

5. Wie war ihre Gefühlslage bei diesen Delikten?
Wie oben schon erwähnt war ich mir nie großartig bewusst darüber, dass ich oft zu schnell fahre.
Ich habe mich auch damals eher als vernünftiger Fahrer denn als Raser gesehen, da ich der Meinung war ja niemanden zu gefährden wenn ich auf freier Strecke schnell fahre.
Ich habe nicht eingesehen warum man auf einer Landstraße nicht auch 60-70 statt der erlaubten 50 fahren sollte wenn diese frei ist ebenso konnte ich nicht einsehen warum ich auf einer freien Autobahn 80 fahren soll, insbesondere wenn eine Stunde später
(ab 22 Uhr) eh freies fahren erlaubt ist.

6. Was hätte passieren können bei den jeweiligen Delikten?
Die Folge meiner Geschwindigkeitsüberschreitung hätte oft ein schwerer Unfall sein können.
Bestes Beispiel dafür ist die Strecke auf der ich geblitzt wurde, denn ziemlich direkt nach dem Blitz musste ich feststellen, dass sich die Bahn sehr kurvenreich und unübersichtlich fortsetzt.
Es wäre schwer gewesen bei dieser Straßenführung und Tempo 130 den Wagen in der Spur zu halten.
Insbesondere nachdem ich mich dann im nachhinein etwas mit dem Anhalteweg auseinandergesetzt habe, musste ich feststellen, dass bei einer solchen Straßenführung selbst bei guter Reaktion mein Anhalteweg bei meinem Tempo unproportional höher gewesen wäre als bei Tempo 80.
Im schlimmsten Fall hätte ich durch die Kurven, meinen Vordermann gar nicht rechtzeitig gesehen um überhaupt auch nur annähernd früh genug bremsen zu können.
Auch ist mir in letzter Zeit aufgefallen wie subjektiv die Einschätzung von Geschwindigkeit ist.
Z.B. wenn ich von der Autobahn komme wo ich 120km/h gefahren bin und dann nur noch 50km/h fahren darf, kommen mir die 50km/h sehr langsam vor.
Durch dieses falsche Wahrnehmen der Geschwindigkeit sinkt natürlich auch mein Gefahrenbewusstsein, da ich ja denke ich fahre sehr langsam, selbst wenn ich in dem gegebenem Beispiel schon 70 statt der erlaubten 50 fahre.
Dadurch ist mir auch klargeworden, dass es nahezu unmöglich ist, die Gefährlichkeit der eigenen Geschwindigkeit in dem Moment einzuschätzen, da es von zu vielen subjektiven Empfindungen abhängt, welche mit der Realität wenig zu tun haben.


7. Wie schätzen sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?
Aus heutiger Sicht war ich ein sehr verantwortungsloser und ignoranter Fahrer.
Ich habe mir das Recht rausgenommen mich über die Verkehrsregeln zu stellen und damit nicht nur Gesetze gebrochen sondern auch mein Leben und das anderer riskiert.

8. Woran lag es das sie keinen Unfall hatten?
Glück!
Es gab bei meinen schnellen Fahrten zum Glück nie ein Ereignis wo ich aus unvorhergesehen Gründen hätte stark bremsen müssen.
Auch hatte ich das Glück dass ich die meisten Strecken, die ich gefahren bin gut kannte und somit vor bösen Überraschungen durch unvorhergesehene Straßenführung relativ gefeit war.



9. Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?
Wie erwähnt gab es nie einen Anlass über mein Verhalten nachzudenken, ich hatte damals weder den Eindruck etwas schwerwiegend unrechtes zu tun noch jemanden zu gefährden.

10. Wie haben sie auf das Verhalten der Polizei reagiert nachdem sie gestoppt oder gelasert wurden?
Ich wurde nur angeschrieben.

11. Wie haben sie auf die ersten Verwarn- bzw. Bußgelder reagiert?
Da mein Vater Halter des Wagens war, bekam er zuerst den Anhörungsbogen und hat zunächst die Tat anerkannt.
Dann wurde ich angeschrieben und habe die Tat zugegeben.

Hier mal eine Frage am Rande:
Weiß der Gutachter, dass zunächst mein Vater die Schuld auf sich genommen hat bevor ich angeschrieben wurde ?

12. Was hatten sie sich vorgenommen, um keine Punkte mehr zu bekommen?
-
13. Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?
-
14. Gibt es ein Zusammenhang zwischen dem Punktesammeln und bestimmten Ereignissen in ihrem Leben?
Momentan würde ich sagen eher nicht.
Ich hab die FE ja noch nicht lange wieder und war sehr froh diese zurückzubekommen.
Ich hatte auch vor mir nie wieder was in dem Bereich zu schulden kommen zu lassen.
Auch lief mein Leben nach der Trunkenheitsfahrt und der 1. MPU sehr rund.
Ich musste mir ja im Zuge der ersten MPU viele Gedanken über mein bisheriges Leben machen und einiges ändern.
Die habe ich getan und bin sehr zufrieden.
Ich bin mit meiner Ausbildung sehr zufrieden und habe dort keine Probleme, auch das Familienleben stimmt, ich habe insbesondere durch die erste MPU gelernt mit Druck umzugehen und Herausforderungen anzunehmen und zu bewältigen, insbesondere im beruflichen Bereich klappt dieses auch sehr gut.
Es fällt mir also schwer mein Verhalten im Straßenverkehr durch persönliche Probleme zu begründen.
(Ich denke jedoch dass dies nicht die optimale Antwort für die MPU ist aber bisher erstmal meine ehrliche Meinung die ich euch darstellen möchte)

ace560
23.01.2009, 13:59
Fragen nach Änderungen gegenüber früher:

1. Wie lauten ihre Vorsätze heute?
Ich werde mich in Zukunft an die Regeln des Verkehrs halten.
Zum einen möchte ich natürlich meine FE behalten.
Zum anderen habe ich mich nun näher mit Unfallursachen und Dingen wie dem Anhalteweg auseinandergesetzt und gesehen, dass sehr viele Unfälle aus genau einem solchen Verhalten resultieren wie ich es damals gelebt habe.
Nämlich Selbstüberschätzung im Straßenverkehr.
Zu meinem eigenen Erstaunen musste ich von vielen Fällen lesen und hören, in denen es zu einem Unfall kam ohne, dass jemand betrunken war oder extrem gerast ist.
Die Ursache war meist, dass die Verursacher genauso dachten wie ich damals und eben nicht stark gerast aber doch deutlich zu schnell gefahren sind und sich dabei überschätzt haben und als sie die Gefahr erkannten nicht mehr reagieren konnten.
Dies hat mir vor Augen geführt wie verantwortungslos und gefährlich mein damaliges Verhalten war und dass gerade meine Uneinsichtigkeit und eben gerade der Gedanke, dass ich ja nicht „rase“ und meine Fahrweise nicht besonders gefährlich sei die große Gefahr ausmachte die von mir ausging.
Da ich allerdings mich selbst und vor allem niemand anderen einer solchen Gefahr aussetzen will und niemals dafür verantwortlich sein will einem anderen Menschen geschadet zu haben werde ich in Zukunft die Gebote der Verkehrssicherheit beachten und berücksichtigen, da ich mittlerweile der Meinung bin, dass das die einzige Möglichkeit ist ein sicheren Straßenverkehr zu gewährleisten und nicht meine subjektive Einschätzung der Situation und meines fahrerischen Könnens.
Insbesondere da ich objektiv betrachtet sagen muss, dass ich mit Sicherheit nicht besonders Erfahren im Straßenverkehr bin allein schon aus dem Grund, dass ich noch Fahranfänger bin und somit gar nicht ausreichend Erfahrungen gesammelt haben kann, hätte ich diese, hätte ich wahrscheinlich schon viel früher eingesehen, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen durchaus sinnvoll und an die Gefahren auf der jeweiligen Strecke angepasst sind und selbst wenn ich aus Glück, dass bisher nichts passiert ist nicht von alleine zu dieser Einstellung gefunden hätte, würde es mir noch lange nicht das Recht geben mich über Regeln hinwegzusetzen die für jedermann gelten um die Allgemeinheit zu schützen.
Wie auch oben schon erwähnt habe ich außerdem festgestellt wie irrational die eigene Einschätzung der Geschwindigkeit ist, was dazu führt, dass für mich die einzige Möglichkeit ein sicheres Verhalten im Straßenverkehr zu gewährleisten, die Einhaltung wohl überlegter Regeln ist, selbst wenn mir die vorgeschrieben Geschwindigkeit in dem Moment als sehr langsam vorkommt.

2. Was ist daran anders?
Ich bin mir nun bewusst welche Gefahr von zu schnellem Fahren ausgeht und welchen Sinn Verkehrsregeln haben und dass diese nicht willkürlich sondern wohl überlegt und aufgrund von gegebenen Fakten veranlasst wurden.
Auch habe ich den Grund erkannt warum mir damals gewisse Geschwindigkeitsbegrenzungen als übertrieben und unangemessen niedrig vorkamen, nämlich deshalb weil das subjektive Geschwindigkeitsempfinden von zu vielen Faktoren beeinflusst wird, welche mit der Realität wenig zu tun haben.
Nur weil ich auf der Autobahn gerade eben noch 120km/h gefahren bin und mir die nun vorgeschriebenen Geschwindigkeiten als extrem langsam vorkommen heißt das lange nicht, dass ich auch sicher 80 fahren kann, nur weil mir diese in dem Moment subjektiv immer noch als langsam und damit sicher vorkommen.

3. Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?
Seit dem Blitz achte ich gezielt auf Schilder, dies habe ich damals gar nicht getan, es war
damals schon fast Zufall wenn ich mal ein Schild bewusst wahrgenommen habe.
Außerdem sehe ich nun durchaus einen Sinn in den vorgegeben Regeln und hinterfrage bzw. missachte diese nicht mehr.
Ich plane nun auch von vornherein mehr Zeit für gewisse Strecken ein auf denen ich früher zu schnell gefahren bin, damit mein Zeitplan und die Verkehrssicherheit nicht miteinander kollidieren.
Auch gehe ich nun gelassen mit drängelnden anderen Verkehrsteilnehmern um, da ich nun weiß, dass nicht ich zu langsam sondern derjenige zu schnell fährt.
Auch von Beifahrern lasse ich mich nicht mehr stressen oder entmutigen, wenn es heißt ich könnte doch wohl ein bisschen schneller fahren.
Ich verweise dann nur noch auf die Gesetze welche für jeden geltend und auch jedem dienen und an die ich mich halten werde, wie es auch jeder andere tun sollte.

4. Was hat sich ansonsten bei ihnen geändert?
Im Prinzip nicht viel, ich bin nach wie vor sowohl beruflich wie auch privat sehr glücklich und möchte, dass es so bleibt und mir das nicht mit einem erneuten Entzug der Fahrerlaubnis oder gar einem Unfall ruinieren.

5. Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben sie heute und was ist daran neu?

6. Was ist ihrer Meinung nach im Straßenverkehr besonders wichtig?
7. Was könnte ihre guten Vorsätze wieder zum scheitern bringen?

Grundfragen auf die die obigen Fragen hinauslaufen und die der Gutachter bei einer MPU wegen Verkehrsverstößen mit „JA“ abhaken muss:
1. Hat der Proband die schwere und das Ausmaß seines früheren Fehlverhaltens im Verkehr erkannt?
2. Hat sich der Proband mit den Ursachen seines früheren Fehlverhaltens auseinandergesetzt?
3. Hat der Proband den glaubhaften, nachvollziehbaren Entschluss gefasst, etwas grundlegend zu ändern?
4. Gibt es genügend Hinweise darauf, dass es dem Probanden auf Dauer gelingen wird?

ace560
23.01.2009, 14:11
So hier der letzet Teil des Fragebogens:

5. Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben sie heute und was ist daran neu?
Ich glaube da bin ich oben genügen drauf eingegangen.
Ich war wie beschrieben damals der Meinung den Verkehr nicht zu gefährden, heute sehe ich dies ganz anders.
Wie oben beschrieben wird die Verkehrssicherheit durch die Einhaltung von Vorschriften gewährleistet und nicht durch mein subjektives empfinden was gerade schnell oder langsam bzw. sicher oder unsicher ist.
Dafür gibt es Leute die wesentlich mehr Ahnung von der Materie haben als ich und entsprechende Regeln entwerfen.
Von mir müssen diese „nur“ eingehalten werden und die Straßen sind wieder sicher.
Ich bin nun auch der Meinung, dass es keinen Grund gibt das Leben anderer Menschen durch schnelles Fahren aufs Spiel zu setzen, völlig gleich ob ich die Geschwindigkeitsbegrenzung im entsprechenden Moment für sinnvoll halte oder ob ich es eilig habe oder sonstiges.

6. Was ist ihrer Meinung nach im Straßenverkehr besonders wichtig?
Dass jeder Beteiligt sich an die Regeln hält und sich jedem anderen Verkehrsteilnehmer gegenüber verantwortungsbewusst verhält.

7. Was könnte ihre guten Vorsätze wieder zum scheitern bringen?
Ich denke es wird mit Sicherheit Situationen geben in denen ich mich wieder Frage warum ausgerechnet diese Strecke nun so stark in der Geschwindigkeit begrenzt ist und dieses vielleicht auch in dem Moment nicht nachvollziehen kann.
Auch könnte Eile ein Faktor sein, der mich veranlassen könnte bei freier Straße doch schneller zu fahren als erlaubt.
Ich bin mir allerdings dieser Faktoren bewusst und habe es mir abgewöhnt Verkehrsregeln zu hinterfragen
Ich sage mir dann immer, dass es weitaus erfahrenere Leute in diesem Bereich gibt, die diese Regeln machen und schon wissen was sie da tun und warum.
Mein zweiter Gedanke ist dann, dass diese Regeln für jeden anderen genauso gelten und sie die anderen auch daran halten obwohl sie vielleicht der Meinung sind sie könnten eigentlich schneller fahren.
Da ist es nicht mein Recht mich über die Gesellschaft zu stellen und der Meinung zu sein ich wüsste alles besser und könnte mir mehr rausnehmen als jeder andere.

Grundfragen auf die die obigen Fragen hinauslaufen und die der Gutachter bei einer MPU wegen Verkehrsverstößen mit „JA“ abhaken muss:
1. Hat der Proband die schwere und das Ausmaß seines früheren Fehlverhaltens im Verkehr erkannt?
2. Hat sich der Proband mit den Ursachen seines früheren Fehlverhaltens auseinandergesetzt?
3. Hat der Proband den glaubhaften, nachvollziehbaren Entschluss gefasst, etwas grundlegend zu ändern?
4. Gibt es genügend Hinweise darauf, dass es dem Probanden auf Dauer gelingen wird?

samuel
23.01.2009, 23:26
@ ace!

Der Gutachter sieht alles, was in Deiner Akte ist, also auch das komplette Gutachten.

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Bei einem A Verstoß gibt es eine MPU?
Bist Du Dir da sicher?

Frag doch bitte erst noch mal genau nach, bevor wir uns hier einen abrackern und dann bekommst Du nur ein lausiges Fahrverbot.

ace560
24.01.2009, 16:45
Alles klar.
Und was sagt ihr nun zu meinem Fragebogen ?

Florist
24.01.2009, 20:30
Hallo ace,
wer hat Dir denn gesagt dass Du wieder zur MPU marschieren sollst?
Hast Du das schriftlich?? Wegen einer Geschwindigkeitsübertretung, merkwürdig...:gruebel:

HG,
Flori

Say
24.01.2009, 20:56
Ace war noch in der Probezeit, da wird sobald die Fahrerlaubnis entzogen war und der nächste A -Verstoß begangen wird direkt eine MPU fällig.


§ 2a Fahrerlaubnis auf Probe

5) Ist eine Fahrerlaubnis entzogen worden1.nach § 3 oder nach § 4 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 dieses Gesetzes, weil innerhalb der Probezeit Zuwiderhandlungen begangen wurden, oder nach § 69 oder § 69b des Strafgesetzbuches,
2.nach Absatz 3 oder § 4 Abs. 7, weil einer Anordnung zur Teilnahme an einem Aufbauseminar nicht nachgekommen wurde,
so darf eine neue Fahrerlaubnis unbeschadet der übrigen Voraussetzungen nur erteilt werden, wenn der Antragsteller nachweist, dass er an einem Aufbauseminar teilgenommen hat. Das Gleiche gilt, wenn der Antragsteller nur deshalb nicht an einem angeordneten Aufbauseminar teilgenommen hat oder die Anordnung nur deshalb nicht erfolgt ist, weil die Fahrerlaubnis aus anderen Gründen entzogen worden ist oder er zwischenzeitlich auf die Fahrerlaubnis verzichtet hat. Ist die Fahrerlaubnis nach Absatz 2 Satz 1 Nr. 3 entzogen worden, darf eine neue Fahrerlaubnis frühestens drei Monate nach Wirksamkeit der Entziehung erteilt werden; die Frist beginnt mit der Ablieferung des Führerscheins. Auf eine mit der Erteilung einer Fahrerlaubnis nach vorangegangener Entziehung gemäß Absatz 1 Satz 7 beginnende neue Probezeit ist Absatz 2 nicht anzuwenden. Die zuständige Behörde hat in diesem Fall in der Regel die Beibringung eines Gutachtens einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung anzuordnen, sobald der Inhaber einer Fahrerlaubnis innerhalb der neuen Probezeit erneut eine schwerwiegende oder zwei weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen begangen hat.

Florist
24.01.2009, 21:04
Dann hat er Pech gehabt...
Oder einen zu optmistischen Gasfuß und hat die Autobahn mit einer Rennstrecke verwechselt...

samuel
25.01.2009, 00:25
Hier mal eine Frage am Rande:
Weiß der Gutachter, dass zunächst mein Vater die Schuld auf sich genommen hat bevor ich angeschrieben wurde ?

Der weiß was in der Akte steht.

----------------

Ich plane nun auch von vornherein mehr Zeit für gewisse Strecken ein auf denen ich früher zu schnell gefahren bin, damit mein Zeitplan und die Verkehrssicherheit nicht miteinander kollidieren.

Das hattest Du vorher nicht erwähnt.

Dafür:

Ich habe nicht eingesehen

und

Ich war zwar auch damals schon der Meinung, dass es nicht in Ordnung ist drängelnd und mit 200km/h über die Autobahn zu brettern, dachte aber wenn ich Richtgeschwindigkeit fahre also eben um 120/130 kann mir nichts passieren und ich tue auch niemandem was böses.

auch:

Zum einen möchte ich natürlich meine FE behalten.
Zum anderen habe ich mich nun näher mit Unfallursachen und Dingen wie dem Anhalteweg auseinandergesetzt und gesehen, dass sehr viele Unfälle aus genau einem solchen Verhalten resultieren wie ich es damals gelebt habe.

Das kannst Du Deiner Oma erzählen.

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Du machst das viel zu kompliziert.

Du bist zu schnell gewesen, weil Du Dir da den Kick geholt hast, den Du Dir nun nicht mehr durchs Saufen holen konntest.

Das ist eine Sprache, die der Gutachter versteht.
Als Prblem nimmst Du (in Abwandlung) die Begründung für Deine erste MPU.
o
Dann suchst Du Dir was als Ausgleich und fertsch is.

-----------

Oder Du machst ganz auf zerstreut und schlecht organisiert und lernst Dein Leben neu zu organisieren, damit Du Dein Zeitmanagement besser unter Kontrolle hast.

Aber fang bitte nicht an mit:
habe ich mich nun näher mit Unfallursachen und Dingen wie dem Anhalteweg auseinandergesetzt

Das hast Du nächste Woche wieder vergessen.
Was kommt da positiv für Dich rüber, daß es eine dauerhafte Änderung rechtfertigen würde?
Nichts!

ace560
25.01.2009, 03:36
Ok, du hast mir direkt ein großes Stück geholfen Samuel.

Also ich muss die Sache tatasächlich wieder den teufel an die wand malen bei meinen erläuterungen?

Du bist zu schnell gewesen, weil Du Dir da den Kick geholt hast, den Du Dir nun nicht mehr durchs Saufen holen konntest.

ist finde ich nicht gerade das was mein problem in irgendeiner form trifft aber es ist tatsächlich das was der gutachter hören will, zumindest etwas ähnliches?

Weil ich möchte ja zumindest hier nochmal betonen, dass ich nie gerast bin um einen kick zu verspüren oder aufmerksamkeit zu erregen oder sonstiges.
Wenn dann eben durch unaufmerksamkeit den verkerhszeichen gegenüber und oft auch aus zeitdruck und eile.

Aber wenn der Gutachter die ganz harten Geschichten hören möchte pass ich mich da an .

ace560
25.01.2009, 15:15
Samuel ich habe nochmal über deine Vorschläge nachgedacht und sehe das Problem darin:
Wenn ich nun sage ich bin zu schnell gefahren weil ich den kick brauche oder stress hatte und dann erzähle ich habe nun gelernt meinen kick oder den Stressabbau beim Sport zu finden, dann ist das ja genau das gleiche was ich damals schon erzählt habe und was ja anscheinend auch schonmal schief gegangen ist.
Ich hab ja früher schon erzählt ich kiffe um den Stress zu verdrängen usw. und habe nun als ausgleich den Sport gefunden.
Wenn ich nun wieder sage ich bin aus Stress oder des Kicks wegen gerast dann fällt mir da kaum noch eine Vermeidungsstrategie ein.
Deswegen auch meine Frage ob dem Gutachter meine Antworten aus der alten MPU vorliegen.
Das schwere für mich ist ja nun nicht unbedingt eine Begründung für das Rasen zu finden sondern zu gucken, dass sich diese mit meinen damaligen Antworten nicht widerspricht.

bubele
25.01.2009, 16:50
tach auch ace560

So wie du das hier schreibst ist das eine kurzform.
Mach doch eine nachvollziehbare Geschichte für den GA draus.
Wichtig ist das du die ganze Sache im Kopf hast und dich nicht in widdersprüche verwickelst.Auch nicht beim nachhaken vom GA.
In den 5***** Threads hast du doch genug Stoff der dir weiterhelfen kann.

ace560
25.01.2009, 18:32
Ja die Grundregeln einer MPU kenne ich wohl aber gerade eine schlüssige Geschichte die erklärt warum ich nach gerade bestandener mpu wegen alk nun rase und schon wieder da sitze.
Und wirklich viele vergleichbare MPUs finde ich hier im forum auch nicht.

samuel
25.01.2009, 22:34
Mußt Du ja nicht. Geht immer noch die Variante schlecht organisiert.
Weil Du zu spät dran bist, versuchst Du die fehlende Organisation durch Geschwindigkeit auszugleichen.

Oder noch eine Variante:

Du konntest schlecht nein sagen, wenn Dein Chef was von Dir wollte und hast daher auf das Gaspedal gedrückt, um den Boss zufrieden zu stellen.

Wo er Dir den Job freigehalten hat, während Du den Lappen los hattest.

Etwas in der Art

ace560
26.01.2009, 10:09
Die beiden Gutachten auf die du anspielst habe ich gelesen.

Was mir bei der ganzen Sache nun zunächst mal am meisten schwer fällt ist das ganze mit meiner alten MPU-Geschichte in einklang zu bringen und darauf zu beziehen.
Oder meinst du das ist übverhaupt nicth notwendig und ich werde nicht mehr großartig auf die alte Sache angesprochen?
und slebst wenn ich nicht nochmal konkret darauf angesprochen werde so muss ich doch zumindest gucken, dass ich mich nicht in widersprüche bzgl der alten MPU verwickel oder wieder die gleichen Änderungen wie damals runterbete (zb. Sport und Gespräche gegen den Stress habe ich ja damals schon gesagt).
Ich habe einfach ein bisschen das Gefühl mein Pulver bei der ersten MPU schon verschossen zu haben.

Würde es vielleicht helfen, das alte Gutachten mal hochzuladen und daran meine neue geschichte abzuleiten?

samuel
26.01.2009, 22:46
Deine Geschichte ist noch hier im Forum.Aber die brauchen wir nicht.
Wenn Du mal auf Deinen Namen klickst, dann landest Du in Deinem Profil und dort kannst Du alle von Dir erstelltenThemen hochholen

Es ist ja nur der Abschnitt nach der MPU bis jetzt interessant. Wie ist es denn so gelaufen bei Dir, ohne Material können wir keine Strategie zusammenbasteln.

ace560
30.01.2009, 17:20
So sry war nun eine Woche weg, deshalb konnte ich mich nicht melden.

Also eins vorweg zu meinem verständniss: du meinst also die alte Geschichte wird nicht wieder aufgerollt und meine Geschwindigkeitsüberschreitung muss auch keinerleil Bezug dazu haben?

Dann schilder ich nun mal im folgenden alles was in meinem Leben nach der 1. MPU passiert ist, wovon ich der Meinung bin, dass es wichtig sein könnte.

Also ich habe ja im August letzten Jahres meine FE nach der bestandenen MPU zurückerhalten.
Nach wie vor mache ich meine Ausbildung und bin sehr zufrieden und soweit ich das bisher sagen kann auch erfolgreich damit.
Ansonsten hat sich auch ansich in meinen Lebensumständen nichts verändert, all das was vorher nicht lief funktioniert nun bestens (Familienleben, Freunde, Sport).
Insbesondere innerhalb der Ausbildung merke ich, dass ich während des Jahres ohne FE stark an Selbstvertrauen und Ehrgeiz gewonnen habe, was mir in der Ausbildung sehr hilft.
Ich bin strebsam in der schule und auf der Arbeit, ich werde während der Ausbildung ständig mit vielen neuen Leuten konfontiert, zb eben auf der neuen schule, im Betrieb, auf Seminaren und finde dort super schnell Anschluss und bin sehr kommunikativ.
Trinken und Kiffen tue ich nach wie vor nicht mehr.
Insgesamt bin ich also überaus zufrieden mit meinem momentanen Leben und mir selbst, mir fällt kaum was ein was schlecht läuft.
Ich kann sogar behaupten, dass ich noch nie so glücklich in meinem Leben war wie zur Zeit.

Genau da sehe ich aber nun auch das Problem für meine MPU, ich weiß einfach nicht was ich als "persönliche Probleme" bennen soll welche zu meinem Fahrverhalten führten.

Wenn ich nun eine ehrliche Atnwort darauf geben soll, wie es dazu kam, dass ich schon wieder im Straßenverkehr auffällig geworden bin so würde ich sagen, dass ich mein zentrales Problem in meiner skeptischen und ignoranten Haltung gegenüber Regeln sehe, insbesondere Verkehrsregeln.
Wenn ich einer Regel keinen Sinn sehe, dann sehe ich auch nicht ein diese einzuhalten.
Wenn ich der Meinung war, dass es die Strecke und der Verkehr erlaubt schneller als vorgewschrieben zu fahren dann tat ich das, andereseits bin ich auch langsamer gefahren wenn mir die vorgeschriebene Geschwindigkeit zu schnell vorkam.
Ich habe mir dabei auch nie was böses gedacht aber ich hielt es einfach für ungerechtfertigt auf einer gut ausgebauten, wenig befahrenen Straße mit 50 daher zu schleichen oder wie am Tattag auf einer Autobahn die kurz vorher noch unbegrenzt in ihrer Geschwindigkeit war auf 80 runterzubremsen nur weil irgendjemand ein Schild dort hingestellt hat.
Ich hielt dies für Spritverschwendung und sogar für gefährlich, da mir jemand hintendrauf fahren könnte.
Ich war der Meinung schon selber entscheiden zu können, welches Verhalten angemessen ist und welches eben nicht.
Ich kann dafür auch andere Beispiele nennen, z.B. gibt es an meiner Schule einen makierten Raucherbereich, dieser ist nicht überdacht.
Nur wenige Meter daneben beginnt das Dach, wo allerdings nicht geraucht werden darf.
Bis heute verstehe ich nicht warum es einen Unterschied macht ob ich nun unter dem Dach stehe und rauche oder eben 5m daneben im Regen stehe nur um "hinter der Linie" zu bleiben.
Ich habe ja vollstes Verständniss dafür, dass ich mich nicht mitten in einen Pulk von Nichtrauchern stellen soll und diese zunebel allerdings bin ich eben der Meinung, dass kein einziger Nichtraucher sich dadurch gestört fühlt wenn ich eben unter diesem Dach stehe und etwas Abstand von der Menge nehme.
Ähnlich eben im Verkehr, ich möchte niemanden gefährden, ich drängel auch niemanden der vor mir 50 fährt wo 50 steht allerdings war ich eben der Meinung, dass wenn keiner in der Nähe ist es doch auch keinen Grund gäbe sich sklavisch an ein Schild zu halten.
Ich war auch der Meinung, dass viele Begrenzungen Sinn machen wenn die Straßen voll sind, allerdings eben auch nur dann.

Ein weiteres sehr gutes Beispiel habe ich nun in meiner ersten MPU gefunden.
Ich habe damals geschildert, dass meine Eltern der Meinung waren ich müsste bis ich 18 bin um 12 Uhr zu hause sein.
Den Sinn darin habe ich nie verstanden und ja eben aus Protest und Dickköpfigkeit mir damals immer die Kante gegeben.

Auch daran sieht man meine Ignoranz gegenüber Regeln, welche ich für Schwachsinn hielt.

Zusammenfassend sehe ich mein Problem darin, dass ich Gesetze und Regeln selber versuche zu bewerten allerdings dabei den Fehler mache, diese immer nur von einer Seite zu betrachten und diese dann vorschnell als Schwachsinn abzustempeln.
Erst wenn ich gezwungen bin, mich zu fragen warum jemand diese Regeln eigentlich aufgestellt hat, erkenne ich den Zweck dahinter.
So war es damals bei der Uhrzeit und so ist es nun auch bei den Verkehrsregeln.

Naja das sind erstmal meine spontanen Gedanken, vielleicht könnt ihr damit ja was anfangen.

ace560
30.01.2009, 17:47
Ich habe mich nun gerade mal über Vorbereitungsmaßnahmen für die MPU informiert und dabei folgendes gelesen :
"In der Regel wird die Schulung ca. 6 Monate dauern. In dieser Zeit nehmen Sie 20 Einzelberatung von je 90 Minuten in Anspruch. Der auf den ersten Blick lange Zeitraum begründet sich aus der Notwendigkeit die einzelnen erarbeiteten Verhaltensweisen auch im täglichen Leben zu integrieren, so dass die Veränderung authentisch und für Sie und andere nachvollziehbar wird."

Ist es tatasächlich so, dass eine solche Schulung erst nach einem solch langen Zeitraum bei der MPU als wirklich sinnvoll betrachtet wird?
Heißt das im Prinzip, das ganze bringt mir bei der MPU so gut wie gar nichts wenn ich nicht von jetzt an noch 6 Monate warten möchte?
und wird grundsätzlich ein solch langer Zeitraum zwischen Tat und MPU selber vorrausgeetzt um die Verhaltensänderung als glaubwürdig anzusehen und somit die MPU bestehen zu können?

K.Putnik
30.01.2009, 17:47
Naja, das "Warum?" kannst du kaum besser erklären. Aber auch wenn es nicht direkt aufgerollt wird, liegt dein letztes GA vor und du darfst dem nicht widersprechen was drin steht, solang du das im Hinterkopf behältst reicht das.

Ja, jetzt brauchst du halt das "Warum nicht mehr?", wo du erklärst warum du dich heute auch an für dich als sinnlos empfundene Regeln hältst. Und da brauchst du auch so konkrete Beispiele wie für das "Warum?". Und das ganze natürlich 3mal so lang...kennst es ja. :p

Vielleicht hast du ne Anekdote über den schweren Autounfall eines Kumpels, der bei erlaubten 50 mit 100km/h in den Wildwechsel knallt und schwer verletzt wurde. Sowas in der Preisklasse. Als Knackpunkt.

Und dann ne Menge Geschichten, wo und wie sich das für dich positiv ausgewirkt hat.

So würd ichs ganz grob angehen, sollte natürlich jetzt keine reine Phantasiegeschichte werden, ausser du hast sowas drauf ohne das die Nase lang wird...

MfG

ace560
30.01.2009, 18:06
Hehe also du meinst soweit ist meine Schilderung der damaligen Einstellung ausrecihend für die MPU wenn ich nun nur noch die Wende glaubhaft hinkriege?

Dann wäre ich ja shconmal ein ganzes Stück weiter, da ich dann ja endlich was hab worauf ich aufbauen kann.
Dann werde ich mir nun Gedanken machen warum es nun nicht mehr so ist.
Ich will ja gar nicht groß rumlügen, nur was mir spontan einfällt, nämlich, dass ich wie oben beschrieben nun weiß wie schwerwiegend sich selbst kleine Überschreitungen der Geschwindigkeit auf den Anhalteweg und die Selbstüberschätzung durch unerfahrenheit auf die Unfallwarscheinlichkeit auswirken werden ja kaum ausreichen.

Würde vielleicht die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining diese Einsicht glaubwürdiger gestalten?

Ansonsten ist mir ja wie gesagt schonmal viel geholfen wenn meine Aufarbeitung der Vergangenheit soweit ausreichend ist, alles andere folgt dann nun aufbauend darauf.

samuel
30.01.2009, 23:09
@ ace!

Du bist natürlich der Chef und entscheidest.

Du hast also die Wahl zwischen:

Ich kann keine Regeln einhalten, die mir persönlich unsinnig erscheinen.

und

Ich habe meinen Ehrgeiz etwas übertrieben, und wollte Beifall von meinem Chef erhaschen.

oder

Ich wollte Eindruck durch mein fahrerrisches Können bei einem Mädel schinden.

Was glaubst Du denn ist für eine Änderung bei der MPU am einfachsten zu bearbeiten? Seh es doch mal aus dem Blickwinkel.

Die Vorlage gibst Du Dir selber hier:

Insbesondere innerhalb der Ausbildung merke ich, dass ich während des Jahres ohne FE stark an Selbstvertrauen und Ehrgeiz gewonnen habe, was mir in der Ausbildung sehr hilft.
Ich bin strebsam in der schule und auf der Arbeit, ich werde während der Ausbildung ständig mit vielen neuen Leuten konfontiert, zb eben auf der neuen schule, im Betrieb, auf Seminaren und finde dort super schnell Anschluss und bin sehr kommunikativ.

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Also eins vorweg zu meinem verständniss: du meinst also die alte Geschichte wird nicht wieder aufgerollt und meine Geschwindigkeitsüberschreitung muss auch keinerleil Bezug dazu haben?

Das die alte Geschichte tot ist, hab ich so nicht gesagt, was ich damit meinte war, daß wir die hier nicht brauchen, um eine neue MPU bestehen zu können.

Alles was zu damals gesagt wurde, ist ja immer noch aktuell und jetzt wieder darauf Bezug zu nehmen bedeutet ja einen direkten Rückfall ins alte Muster.
Das ist bei Dir nicht der Fall. Deine alten Probleme hast Du mit der Strategie, super im Griff.


Wenn Du jetzt sagst, es würde an dem selben Ding wie früher liegen, bedeutet ja, daß Du die Probleme aus dem Leben vor der Änderung doch nicht in den Griff bekommen hättest und das positive Gutachten nur Altpapier ist.

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Wenn Du also die Wahl hast, zwischen:

Ich mach die alte Soße genau wie früher und im Bemühen ein Guter zu sein, schoß ich über das Ziel hinaus.

Was würdest Du da wählen?

ace560
30.01.2009, 23:58
Ja das versteh ich soweit aber das Problem ist ja, in meinem
gutachten was ein paar monate vor der sache mit dem blitzer erstellt wurde sagt:
"ich habe stark an selbsbewusstsein zugenommen, bewältige meinen frust und stress mit sport..."

und wenn ich nun sage ich wollte einem mädel imponieren weil mein selbstbewusstsein so klein ist oder ich war total unter stress oder ich hatte frust weil irgendwas schlecht lief und bin deswegen zu schnell gefahren kommt der psychologe doch auf den gednaken dass ich entweder bei der ersten mpu gelogen habe oder eben rückfällig geworden bin weil ich ja nun anscheinend aus denselben gründen aus denen ich früher getrunken habe nun zu schnell fahre.

Oder siehst du keine Gefahr in diesem Widerspruch ?

samuel
31.01.2009, 00:20
Das mit dem Mädel mußt Du ja nicht nehmen:p

ace560
31.01.2009, 14:29
Ok damit hast du recht aber ich finde das extrem schwierig.
Ich würde gerne auf die Sache mit dem übersteigerten Ehrgeiz eingehen aber ich habe da das Problem dass das Auto für meinen Beruf nicht entscheidend ist außer natürlich in der Form, dass ich damit zur arbeit komme.
Insofern kann ich diesen beruflichen Ehrgeiz schlehct mit dem Straßenverkehr verbinden.

Naja und bei Ursachen wie Stress oder geringes Selbstbewusstsein habe ich einfach die Angst, dass mir das als Widerspruch zur ersten MPU ausgelegt wird.

Ich komme da einfach nicht weiter...

K.Putnik
31.01.2009, 15:27
Ok damit hast du recht aber ich finde das extrem schwierig.Hat auch niemand behauptet das es einfach wäre.

Ich würde gerne auf die Sache mit dem übersteigerten Ehrgeiz eingehen aber ich habe da das Problem dass das Auto für meinen Beruf nicht entscheidend ist außer natürlich in der Form, dass ich damit zur arbeit komme.
Insofern kann ich diesen beruflichen Ehrgeiz schlehct mit dem Straßenverkehr verbinden.

Naja und bei Ursachen wie Stress oder geringes Selbstbewusstsein habe ich einfach die Angst, dass mir das als Widerspruch zur ersten MPU ausgelegt wird.
Vielleicht fällt dir ja auch noch was ganz anderes ein. Du kannst es auch mit deiner Geschichte versuchen, wie Samuel schon sagte is das halt nicht das einfachste. Aber du kannst im Prinzip ja erzählen, was immer du willst. Hauptsache es ist am Ende ne runde Geschichte mit Hand und Fuss.

Das bedeutet Arbeit für dich, wir können da nur unterstützen so gut wir können. Und nachdem du hier schon erfolgreich eine MPU vorbereitet hast weisst du eigentlich so gut Bescheid wie wir worauf es ankommt...

MfG

ace560
31.01.2009, 15:54
Ich danke euch auch jetzt schon für eure Hilfe.

Ich habe es nun mal mit dem übersteigerten Ehrgeiz versucht, da ich denke, dass das das einzige ist was auf mich zutrifft, umso mehr ich über die ganze Sache nun beim schreiben nachgedacht habe destom mehr kann ich mich damit identifizieren.
Hier mal die Schilderung der Zeit zwischen MPU und Blitzer:


Ich möchte nun mal den Verlauf meines Lebens seit der letztem MPU schildern:
Nachdem ich ja während meiner damaligen MPU-Vorbereitungen eingesehen habe wie viel Zeit ich mit Kiffen und Saufen verschwendet hatte und wie viel ich mir dadurch fast verbaut hatte wollte ich nun endlich richtig was aus meinem Leben machen.
Ich hatte ja während dieser Zeit gelernt, dass ich was erreichen kann wenn ich mich dafür nur ins Zeug lege und war der Meinung, dass ich nun genug Zeit in meinem Leben „gechillt“ habe, jetzt wollte ich mich auf den Ernst des Lebens konzentrieren, Erfolg haben und war bereit dafür alles zu tun, Ruhe und „Spaß“ hatte ich ja schließlich genug in meiner frühen Jugend.

Ich habe also meine Ausbildung und kurz darauf ein begleitendes Studium begonnen.
Dabei habe ich alles gegeben, ich hatte zwar fast gar keine Freizeit mehr, da ich 5 Tage die Woche arbeiten war und dann Freitag abend und Sasmtag studieren.
Mir machte das nichts aus, die Art wie ich früher die Wochenenden verbrachte hatte ja eh zu nichts geführt.
Aus den Schuldgefühlen, dass ich so viel Zeit meines Lebens verschwendet habe und der Einsicht, dass aus Arbeit Erfolg wird entwickelte sich ein blinder Ehrgeiz.
Ich hatte das Gefühl alles erreichen zu können wenn ich nur den entsprechenden Einsatz zeige.
Diesen Einsatz war ich bereit zu bringen.
Auf der Arbeit habe ich alles gegeben um jeden zufrieden zu stellen, habe Überstunden ohne Ende geschoben und bin danach wie gesagt studieren gegangen auch dabei habe ich alles gegeben.
Ich war auch nicht unglücklich mit der Situation schließlich wurde mein Einsatz ja honoriert.

Ich lebte also auf der Überholspur, ich gab gas, tat alles für meinen Erfolg.

Leider nicht nur im Beruf sondern auch auf der Straße.
Ich musste das ja alles unter einen Hut bringen die Zeit, die mir fehlte holte ich mir auf der Autobahn zurück.
Geschwindigkeitsbegrenzungen haben mich dort nicht interessiert, wenn es langsam voran ging wurde ich nervös ich sah ständig auf die Uhr, hatte Angst nicht pünktlich zu kommen.
Wenn die Straße frei war versuchte ich mir den Zeitvorsprung zu verschaffen den ich beim nächsten Stau wieder „verbrauchen“ konnte.
So auch an dem Tag wo ich geblitzt wurde.
Ich war bei einem Kommilitonen und wollte danach zu meiner Freundin.
Ich stand mal wieder unwahrscheinlich unter meinem eigenen Zeitdruck, da ich die Verabredung mit meiner Freundin sowieso schon verschieben musste, da wir mit dem Lernen nicht so gut durchgekommen waren wie geplant, meine Freundin war schon leicht angesäuert deswegen.
Der erste Teil der Fahrt ging sehr zähflüssig voran, meine Zeit schwand.
Dann wurde die Bahn langsam frei, das Navi gab die Zeit vor.
Ich wusste wenn ich mich nun richtig „beeile“ und nichts mehr dazwischen kommt muss ich meine Freundin nicht anrufen und ihr schon wieder sagen, dass ich noch später komme, ich konnte es gerade so eben noch schaffen.
Also gab ich gas.
Die angezeigt Ankunftszeit im Navi war mein Maßstab, es galt gegen diese anzufahren.

funkyandy
31.01.2009, 16:34
Hallo.
Hört sich gut an. Jetzt brauchst du noch die Aussage, warum es in Zukunft nicht mehr so ist mit dem Zeitdruck.
Der Gutachter möchte hören, wie du das jetzt alles unter einem Hut bringst.

ace560
31.01.2009, 16:36
Jep da arbeite ich gerade in diesem Moment dran :)
Ich muss sagen ich finde langsam eine Argumentationslinie an der ich entlanggehen kann, bin wirklich sehr gespannt was ihr zu der ganzen Geschichte sagt.

funkyandy
31.01.2009, 16:43
Okay, da bin ich schon gespannt drauf:)
Hab meine MPU auch noch vor mir (Drogen-Alkohol-Punkte).

ace560
31.01.2009, 17:54
So nun mal der zweite TEil, fertig ist er zwar auch noch nicht aber ich denke es ist ja ertsmal einiges und hätte schonmal gerne ein Zwischenfeedback von euch.

@ Funkyandy: ich komme leider heute nicht mehr dazu (wo wir wieder beim Thema Zeitmanagement wären^^) aber ich will dir gerne soweit ich kann bei deiner MPU helfen und schau mir morgen mal deinen Thread an.

Hier der Zweite Teil:

Als es dann blitzte war dies ein Schlag ins Gesicht.
Ich brach in tränen zusammen als ich bei meiner Freundin war.
Ich konnte das nicht verstehen, ich wollte doch niemandem was böses, im Gegenteil ich tat doch wirklich alles damit alle mit mir zufrieden sind und ich etwas erreiche.
Und was passiert? Ich bau wieder scheiße.
Ich war wieder in der Situation meiner Freundin, Freunden, Eltern, Chef erklären zu müssen, dass mein Führerschein schon wieder gefährdet ist, ich wieder nicht in der Lage war mich zu verhalten wieder jeder andere normale Mensch auch.
Mir war das unendlich peinlich, ich dachte nun müssen mich ja alle endgültig für total bescheuert halten.
Ich verstand auch lange nicht wie es dazu kommen konnte, ich wollte ja wie gesagt nie was böses und war mir damals auch nie einer Schuld bewusst.
Die meisten Stücke Autobahn die ich fuhr waren unbegrenzt und wenn nicht habe ich die Schilder auch nie beachtet, ich wusste nicht mal wie viel ich fahren durfte und war mir entsprechend auch gar nicht bewusst darüber, dass ich viel zu schnell bin.

Ich begann dann damit mein Leben zwischen erster MPU und Blitzer zu reflektieren, so wie ich es vor der ersten MPU gelernt hatte.
Ich redete mit Freundin und Eltern und fragte sie was bei mir falsch läuft.
Aus den Gesprächen ergab sich, dass sie schon länger der Meinung waren, dass ich mich überfordere, sie erinnerten mich daran mich auch schon oft darauf angesprochen zu haben aber ich antwortete damals immer, dass ich eben lange genug nichts gemacht habe und ich doch alles unter einen Hut kriege und glücklich damit bin.

Nun dachte ich allerdings noch mal über meine damaligen Antworten und der damit verbundenen Einstellung nach.
Ich stellte fest, dass das was ich als Glück definierte der Erfolg war, den ich aus meinem Einsatz zog.
Ich erinnerte mich was ich denn an schönen Dingen in den letzten Monaten erlebt habe.
Ganz klar fiel mir da meine Freundin ein, die mich glücklich machte.
Und ansonsten die guten Noten im Studium und das Lob vom Chef für welches ich aber wochenlang gearbeitet hatte und auf dem Zahnfleisch gegangen bin.
Wie wenig ich geschlafen hatte, wie viel Kaffee ich getrunken hatte, was ich sonst gemacht habe als Ausgleich.
Es war nicht viel, außer jede freie Minute (von denen es nicht viele gab) mit meiner Freundin zu verbringen und ansonsten den Stress durch Sport auszugleichen damit ich nicht völlig am Rad drehte.

Ich sah dass ich nur alles unter einen Hut bringen konnte indem ich wenig schlief, viel Kaffee trank und schnell fuhr.
Ich fing das erste Mal an zu realisieren was ich mir da antat und ob ich das wirklich so durchziehen will.

Außerdem fragte ich mich wie es dazu kommen konnte, dass aus mir faulen Hund ein solcher Ehrgeiz wuchs.
In erste Linie kristallisierte sich heraus, dass ich ein schlechtes Gewissen wegen meinem alten Lebensstil hatte.
Mir selbst gegenüber weil ich so viel Zeit verschwendet habe, meinen Eltern gegenüber weil ich ihnen so viel Ärger bereitet habe.
Ich wollte mir selbst und allen anderen zeigen was ich kann, wollte das alle Stolz auf mich sind.
Auf der Arbeit genau so wie im privaten.
Ich wollte meinem Chef zeigen, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat mich zu nehmen obwohl meine Noten nicht die besten waren, ich wusste, dass diese Ausbildung nahezu die einzige Chance für mich war und war froh dass sie mir gegeben wurde und wollte daher niemanden enttäuschen.

Das Paradoxe ist, dass man nicht mal von mir erwartet hat den Einsatz zu bringen den ich brachte, selbst auf der Arbeit wurde mir gesagt, dass es durchaus ok wäre wenn ich alles ein bisschen langsamer angehen würde schließlich würde zwar erwartet dass ich meinen Job gut mache und das auch entsprechend belohnt aber es wäre mir auch durchaus gestattet mir auch mal etwas Ruhe zu gönnen.
Allerdings machte mich das damals noch eifriger da ich ja sah, dass mein Einsatz wahrgenommen wurde.

Wie erwähnt hat es etwas gedauert bis ich zu dem Schluss gekommen bin, dass ich mich definitiv überfordere und das Gerüst aus selbstgemachtem Stress und Druck was meinen Erfolg und damit mein Glück trug irgendwann zusammenbrechen musste.
Wäre es nicht der Blitzer gewesen, der mich zum nachdenken gebracht hätte wäre ich wahrscheinlich einfach irgendwann zusammengebrochen, meine Freundin hätte das Spielchen nicht mehr mitgemacht oder ich hätte schwerwiegende Fehler durch die Überforderung gemacht, welche genau zu dem Gegenteil von dem was ich erreichen wollte geführt hätten.

Nach dem Blitzer verstand ich die Zusammenhänge meines Verhaltens noch nicht wirklich, legte mir weiter einen engen Zeitplan und wollte diesen einhalten.

Das einzige was ich zunächst veränderte war mein Fahrverhalten.
Zum einen natürlich weil ich Angst um meinen Führerschein hatte.
Viel einprägsamer war jedoch die Reaktion meines Vaters als ich ihm von meiner Geschwindigkeitsüberschreitung berichtete.
Er reagierte zunächst völlig entsetzt was ich zunächst gar nicht richtig verstand, ich dachte er würde sich eher darüber aufregen, dass ich wieder Auffällig geworden bin.
Er erzählte mir dann allerdings von einem Arbeitskollegen der zwei Wochen zuvor auf derselben Autobahn auf der ich meist unterwegs bin mit überhöhter Geschwindigkeit in die Leitplanke gefahren war.
Er starb, seine Frau liegt im Koma.
Er brach dabei in Tränen aus und bat mich um alles in der Welt darüber nachzudenken und mein Leben nicht so aufs Spiel zu setzen.
Er wolle mich auf gar keinen fall verlieren.
Das saß, ich bekam Angst.
Ich informierte mich über Verkehrsunfälle und den Sinn von Geschwindigkeitsbegrenzungen.
Ich sah zunehmend ein wie selbstsüchtig und gefährlich mein verhalten war.
Ich errechnete meinen Anhalteweg den ich bei meinem Tempo oft gehabt hätte.
Ich erfuhr wie schnell das subjektive Empfinden der Geschwindigkeit von der Realität abweicht, wenn ich länger schnell fahre.
Ich fand mich sehr darin wieder, ich dachte daran wie oft mir meine Geschwindigkeit als immer noch sehr langsam und damit auch ungefährlich vorkam.


Damit nun nach dem Blitz nicht auch noch ein schwerer Unfall folgt habe ich mich penibelst an die Geschwindigkeitsvorgaben gehalten.

Dadurch, dass ich zunächst meine enge Tagesplanung so beibehielt wie früher kam ich dabei natürlich wieder in Zeitnot.
Ich wägte dann oft ab, ob ich es mir auf den wenigen Kilometern nicht doch noch mal erlauben konnte schneller als erlaubt zu fahren um eben diesen einen Termin einhalten zu können, danach könnte ich ja dann dafür umso langsamer fahren.
Ich entschied mich allerdings dagegen, da ich mir ins Gedächtnis ruf wie unsinnig diese Rechnung ist, nach alldem was ich über Verkehrsunfälle gehört und gelesen hatte.
Ich verschob die entsprechenden Verabredungen bzw. warf meine Planung um.

Nachdem ich dann mehrfach realisieren musste, dass mein Zeitmanagement in keinster Form mit sicherem Fahrverhalten vereinbar war und ich mir entsprechende Gedanken mit Eltern und Freundin gemacht habe was ich mir da alles zumute war ich an dem Punkt wo ich wusste dass ich etwas tiefgreifendere Änderungen vollziehen musste als einfach der Vorsatz langsamer zu fahren.

ace560
31.01.2009, 17:54
Es fing dann damit an, dass ich mir für die Fahrten mehr Zeit nahm.

Früher sah mein Tagesablauf ca so aus:
Ich bin recht spät aufgestanden, da ich abends lange auf war (weil ich zu lange gelernt habe, bis spät in die Abendstunden bei meiner Freundin war oder eben etwas mit Kollegen unternahm die ich ja sonst nicht mehr sah).
Ich plante dann für den Weg zur Arbeit genau die Zeit ein, die das Navi vorgab.
Dieses berechnete allerdings keinen Stau und zähflüssigen Verkehr, was dazu führte, dass ich eben bei freier Strecke die Zeit wieder aufholen musste die ich an anderen Stellen verlor.
Freitag abends muss ich dann ja wieder beschrieben zur Uni.
Im Prinzip wäre das auch gar kein Problem, da ich nach der Arbeit über eine Stunde Zeit für einen Weg für den man bei wirklich gemächlicher Fahrweise eine halbe Stunde braucht, hatte.
Dadurch, dass ich im Betrieb allerdings geradezu darauf bestand, noch vor dem Wochenende alles fertig zu machen und überstunden dafür in Kauf zu nehmen reduzierte sich die Zeit für die Fahrt so drastisch dass ich wieder gas geben musste um pünktlich zu sein.
Nach der Uni traf ich mich dann meist mit meiner Freundin.
Auf dem Weg von der Uni zurück gab ich also auch wieder gas da ich nicht wollte, dass sie lange auf mich warten muss und ich sie nicht versetzen wollte.
Auch diese Gedanken kamen nicht von ihr sondern von mir selbst.

Nachdem mir das dann klar geworden war, plante ich also die Zeit welche ich für eine Strecke brauchte anders.
Wenn das Navi von 30min ausging machte ich 50 oder mehr daraus, natürlich auch etwas davon abhängig wie ich aufgrund meiner Erfahrung das Verkehrsaufkommen einschätzte.
Insgesamt baute ich jedenfalls große Puffer ein damit ich wirklich gemütlich fahren konnte.
Dies war natürlich nicht möglich ohne meinen bisherigen Tagesplan zu ändern.

Zunächst sprach ich mit meinem Chef über die Geschichte und dass ich einfach mehr Zeit brauche um „alles unter einen Hut zu bekommen“.
Zu meiner Überraschung reagierte dieser äußerst verständnisvoll.
Er erklärte mir, dass er mich natürlich nicht davon abhalten wollte so viel Einsatz ins Unternehmen einzubringen, sich allerdings schon länger gefragt hat wie ich das schaffe und wie lange ich das überhaupt noch durchhalte.
Er versicherte mir, dass es überhaupt kein Problem wäre wenn ich zu Feierabend alles stehen und liegen lasse weil ich noch was vorhab.
Er sagte mir, dass er beim mir ja wüsste, dass ich nicht aus Faulheit um Feierabendszeit die Klamotten hinschmeiße und abhaue sondern dass dies andere Gründe hat.
Er bot mir auch an mir Zeit fürs Studium zur Verfügung zu stellen, schließlich wird das vom Unternehmen sehr gerne gesehen, da es ja auch davon profitiere.
Er bot mir an meine Überstunden zu nutzen um früher abzuhauen wenn es sein muss und stellte mir auch Arbeitszeit zur Verfügung um meine Unisachen aufzuarbeiten.
Er erklärte mir auch, dass dies alles andere als ungewöhnlich sei und ich es schon viel früher hätte haben können aber ja immer der Meinung war ich komme schon so klar wie es ist.

K.Putnik
31.01.2009, 19:28
Find ich bis hierher gar nicht mal schlecht.

Tagesplan geändert, den Leuten offen gesagt das du so nicht weiter machen kannst, ich finds recht nachvollziehbar. Könnte schon mit der Story durchgehen, mal sehen wie's weitergeht.

MfG

samuel
31.01.2009, 22:18
Das ist doch um Welten besser als die Trotzige-Junge-Story.

Bleibt noch einzubauen, daß Du ein Rücksprachesystem entwicklt hast.

Aller 3 Wochen hältst Du Kriegsrat, ob den Leuten in Deinem Umfeld was Verdächtiges auffällt und baust die Anregungen, nach gründlicher Prüfung, in den Tagesablauf ein.

Da kannst Du dann ein Beispiel erzählen und dann paßt das.

Samnuel

ace560
03.02.2009, 19:54
ICh bin leider nicht dazu gekommen viel zu schreiben aber möchte euch dennoch nicht vorenthalten was ich noch fabriziert habe :

Dieses Gespräch nahm mir schon mal eine Menge Stress weil ich es mir ab da an erlauben konnte, mir die nötige Zeit zwischen Arbeit und Uni zu nehmen und dadurch, dass ich nun auch die Erlaubnis habe während der Arbeit schon mal teilweise meinen Unikram aufzuarbeiten, spart es mir auch insgesamt eine Menge Freizeit.

Auch habe ich mit meinen Eltern und meiner Freundin über die Schuldgefühle die ich mir wegen meines alten Lebens selber gemacht habe und dass ich eben den Anspruch hatte, dass alle stolz und zufrieden mit mir sind, sie erklärten mir dass ich dafür gar nicht so viel tun müsse wie ich meine es würde ja schon reichen wenn ich einfach in meinem beruf gut klarkomme und nicht wieder irgendwie auffällig werde, damit wären alle glücklich.

Ich habe dann nachdem mir das alles bewusst geworden ist meine Zeitplanung angefangen anders zu gestalten und meinen Ehrgeiz einzuschränken.

Natürlich gehe ich nach wie vor noch zur Arbeit, zur Uni und muss lernen dafür.
Allerdings versuche ich nun nicht mehr so viel wie möglich in einen Tag reinzupacken um „alles mitzunehmen“ sondern suche mir feste Tage an denen ich nur lerne oder nur meine Freundin sehe oder eben nur was mit Kollegen mache.
Ich gebe mir nicht mehr den Stress wie früher, dass ich nach der Arbeit erst 2 Stunden lerne, dann 2 Stunden was mit Kollegen mach und dann zu meiner Freundin fahre, wie ich es früher gemacht habe.

Auch habe ich keine Angst mehr oder kein schlechtes Gewissen Termine verschieben oder absagen zu müsse.
Wenn ich nun mal nicht schneller vorankomme dann kann ich es auch nicht ändern.

samuel
03.02.2009, 23:09
Das ist gut. Zusammenfassend kannst Du sagen, daß Du jetzt die Balance zwischen Deinem Ehrgeiz und dem Leben gefunden hast.

Samuel

ace560
04.02.2009, 18:35
Ok also sobald ich Zeit habe werde ich das agnze noch etwas mehr ausführen und in einen Fragebogen packen.

Aber insgesamt meinst du reicht das schon im groben um die MPU zu bestehen ?
ich persönlich finde das ja etwas dürftig im verlgeich zu dem was ich für die letzte MPU getan habe aber ich habe auch einfach keine Ahnung von verkehrsrechtlichen MPUs.

samuel
04.02.2009, 22:36
Ist doch immer das gleiche Muster, Problem erkannt, bearbeitet und gelöst.

ace560
05.02.2009, 06:57
JA klar aber das klingt so oberflächlich, ich beschreib ja nicht wirklich tiefliegende Probleme oder charakterliche Mängel, bzw diese nur Ansatzweise.
Aber ich vertrau dir da einfach, wenn du sagst das reicht aus dann bleibe ich nun dabei und werde das ganze nur noch ein bisschen ausschmücken.

Ich hab da nun aber nochmal ne ganz konkrete Frage, denn mir ist gestern was dummes passiert.
Ich wurde von der Polizei angehalten, wusste auch erst gar nicht warum weil ich mir ja nun echt mühe gebe mich regelkonform zu verhalten.
Da sagten die mir ich hatte die Nebelscheinwerfer an und das kostet 10€.
Davon hab ich zwar ehrlich noch nie gehört gehabt aber ich hab sie ausgemacht, die 10€ bezahlt und durfte weiterfahren.
Kommt das nun auch in meine Akte? Also erfährt der PSychologe davon und ich muss ihm erklären warum ich diese Lampen anhatte?

Say
05.02.2009, 15:02
Nee, davon erfahren die nix, :)

K.Putnik
05.02.2009, 15:05
Den interessieren hauptsächlich die 50 zu schnell, Nebelscheinwerfer anlassen interessiert den ungefähr soviel wie wenn du falsch parkst, steht nicht in deiner Akte, deswegen gehst du nicht zur MPU.

MfG

ace560
05.02.2009, 19:48
Ja gut, das wäre ja auch ein witz, weil wie ich nebelscheinwerfer auf meine charakterlichen mängel zurückführen sollte weiß ich echt nicht aber lassen wir das lieber.

Ansonsten seid ihr alle soweit einverstanden mit meiner, wenn auch noch etwas groben Aufarbeitung?

ace560
15.02.2009, 15:17
So nun nach langer Zeit endlich mein Fragebogen.
Ich bin sehr gespannt was ihr dazu sagt und sehr dankbar für eure Hilfe.

1. Wie viele Verstöße hatten sie?

Ich wurde vor etwas mehr als einem Jahr wegen Alkohol und THC am Steuer zur MPU geladen, diese bestand ich und bekam meine FE wieder.

Vor etwa 3 Monaten wurde ich auf der Autobahn mit ca. 50km/h zu schnell gelbitzt, dafür erhielt ich nun den Anhörungsbogen und warte auf die weiteren Schritte die nun auf mich zukommen.

Nicht aktenkundige Verstöße gab es in der Vergangenheit zahlreiche.
Ich bin recht regelmäßige mindestens 10km/h pro Stunde über der erlaubten Geschwindigkeit gefahren.
Auf der Autobahn habe ich nie auf Verkehrsschilder geachtet und habe mich immer der Verkehrslage angepasst, was bedeutet, dass ich wenn die Strecke frei war oft schneller als erlaubt gefahren bin.

2. Was waren das für Verstöße?
Siehe Punkt 1.

3. Wann waren diese Verstöße und in welchem Zeitraum fanden diese statt? (möglichst Datum und zu welcher Tageszeit-um so genauer, um so besser)

Genaues Datum und Uhrzeit für die zwei aktenkundige Vergehen möchte ich hier nicht nennen aber ich kann sagen, dass ich 2007 im August die Trunkenheitsfahrt hatte und im November letzten Jahres geblitzt wurde.

Die oben erwähnten, nicht aktenkundigen Vergehen kann ich gar nicht konkrete einordnen, da ich wie gesagt fast regelmäßig etwas schneller als erlaubt gefahren bin und bei Fahrten auf der Autobahn weiß ich nicht mal welche Strecken, die ich gefahren bin begrenzt und welche unbegrenzt waren.

4. Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen?

Nach dem ersten Führerscheinentzug habe ich mein Leben komplett geändert.
Ich wollte all das nachholen, was ich vorher so lange Zeit verschlafen habe weil ich zu viel Unsinn im Kopf hatte.
Ich wollte endlich was erreichen in meinem Leben und war überglücklich, dass ich meinen Ausbildungsplatz bekommen habe obwohl meine Vorraussetzung, bedingt durch meinen vorangegangenen Lebenswandel ja nicht sehr optimal waren.
Ich habe mir in dieser Zeit fest vorgenommen endlich etwas vernünftiges aus meinem Leben zu machen, dazu gehörte für mich vor allem der berufliche Erfolg nachdem mein Abitur ja schon eher daneben war.
Außerdem war ich wie gesagt sehr froh und dankbar, dass man mich trotz meines schlechten Zeugnisses genommen hat und wollte alles geben um zu beweisen, dass dies die richtige Entscheidung war.

In dieser Zeit entwickelte ich einen sehr großen Ehrgeiz, da ich alles wieder gut machen wollte was ich vorher falsch gemacht habe und eben was erreichen wollte.
Dafür war ich auch bereit mich richtig ins Zeug zu legen, denn „gechillt“ habe ich ja lange genug in meinem Leben, zudem habe ich gelernt, dass Erfolg stark vom investierten Aufwand abhängig ist und da ich wie gesagt ruhe genug hatte vorher, war ich bereit sehr viel zu investieren.

Aus dieser Einstellung heraus entwickelte sich dann ein sehr starker, heute sage ich falscher, Ehrgeiz.

Ich meldete mich kurz nach der Ausbildung für ein berufsbegleitendes Studium an und gab auch im Betrieb alles, ich gab mir sehr große Mühe alle zufrieden zu stellen und machte freiwillig Überstunden ohne ende, danach ging ich studieren und lernen.
In der kurzen Zeit die mir noch blieb traf ich mich dann mit Kollegen und meiner Freundin.

Insgesamt führte dies dann dazu, dass ich fast jede Stunde in der Woche verplant hatte, dadurch ständig unter Zeitdruck und Stress stand, kaum schlief und oft sehr gereizt war.
Um meine eng gelegten Termine einhalten zu können musste ich die Zeit, welche ich im Auto verbrachte so kurz wie möglich halten.
Ich fuhr meist mit einem Navi und plante immer nur genau die Zeit für eine Strecke ein die mir das Navi vorgab.
Z.B. wenn ich morgens zur Arbeit musste stand ich spät auf, da ich spät ins Bett kam und fuhr dann genau die halbe Stunde vorher los, die das Navi vorgab.
Da sich der Verkehr natürlich stellenweise staute und ich entsprechend nicht so gut vorankam wie das Navi es berechnet hatte, musste ich die Zeit wieder aufholen wenn die Bahn frei war um nicht zu spät zu kommen.
Ich gab also Vollgas bei freier Strecke um evtl. noch kommenden oder schon gewesenen zähflüssigen Verkehr auszugleichen.

Geschwindigkeitsbegrenzungen beachtete ich dabei nicht, insbesondere nicht auf der Autobahn.
Zum einen war ein Großteil der Strecken die ich fuhr unbegrenzt und ich war der Meinung selber entscheiden zu können wie schnell ich fahre auch dort wo es doch Geschwindigkeitsbegrenzungen gab.
Ich gewöhnte mich sehr stark an diesen Gedanken und beachtete Schilder gar nicht.
Von vielen Strecken die ich fuhr wusste ich überhaupt nicht wie schnell ich überhaupt hätte fahren dürfen.
Auf „normalen“ Straßen fuhr ich meist gute 10-20km/h über dem erlaubten, da ich wenn ich mich an die Begrenzung hielt und freie Straße vor mir hatte, dies schlicht für Zeitverschwendung hielt.
Ebenso konnte ich nicht einsehen warum ich auf einer freien Autobahn 80 fahren soll, insbesondere wenn eine Stunde später (ab 22 Uhr) eh freies fahren erlaubt ist.

Außerdem musste ich ja auch hier die Ampelphasen ausgleichen, wenn ich zur vorgegeben Zeit am Ziel sein wollte.

An dem Tag, an welchem ich geblitzt wurde lief es wieder genau so ab.
Ich war bei einem Kommilitonen zum lernen, danach war ich mit meiner Freundin zum Schwimmen verabredet.
Um den geplanten Stoff durchzukriegen brauchten wir länger als erwartet, ich rief also meine Freundin schwerenherzens an und verschob unser Treffen um eine halbe Stunde.
Dann fuhr ich los und geriet direkt in Stau.
Da mir mal wieder die Zeit davon lief war ich sofort sehr gestresst und stand unter Druck.

ace560
15.02.2009, 15:18
Ich wollte allerdings auch meine Freundin nicht schon wieder anrufen und den Termin verschieben da sie ja auf mich wartete.
Als sich dann der Stau aufgelöst hatte, gab ich Gas um die verlorene Zeit aufzuholen, das war meine Chance noch pünktlich zu kommen und nicht anrufen zu müssen.
Ich fuhr also 130, was mir noch nichtmal besonders problematisch vorkam, da ich mir dachte das ist ja Richtgeschwindigkeit.
Was mir dabei überhaupt nicht auffiel war, dass das Stück Autobahn auf 80 begrenzt war.
Selbst als es blitzte wusste ich gar nicht genau wie viel ich eigentlich hätte fahren dürfen.



5. Wie war ihre Gefühlslage bei diesen Delikten?
Wie oben schon erwähnt war ich mir nie großartig bewusst darüber, dass ich oft zu schnell fahre.
Ich habe auch nicht darüber nachgedacht wie gefährlich mein Verhalten ist.
Ich hatte immer mehr die Zeit im Kopf, denn die Gefahren.

6. Was hätte passieren können bei den jeweiligen Delikten?
Die Folge meiner Geschwindigkeitsüberschreitung hätte oft ein schwerer Unfall sein können.
Bestes Beispiel dafür ist die Strecke auf der ich geblitzt wurde, denn ziemlich direkt nach dem Blitz musste ich feststellen, dass sich die Bahn sehr kurvenreich und unübersichtlich fortsetzt.
Es wäre schwer gewesen bei dieser Straßenführung und Tempo 130 den Wagen in der Spur zu halten.
Insbesondere nachdem ich mich dann im nachhinein etwas mit dem Anhalteweg auseinandergesetzt habe, musste ich feststellen, dass bei einer solchen Straßenführung selbst bei guter Reaktion mein Anhalteweg bei meinem Tempo unproportional höher gewesen wäre als bei Tempo 80.
Im schlimmsten Fall hätte ich durch die Kurven, meinen Vordermann gar nicht rechtzeitig gesehen um überhaupt auch nur annähernd früh genug bremsen zu können.
Auch ist mir in letzter Zeit aufgefallen wie subjektiv die Einschätzung von Geschwindigkeit ist.
Z.B. wenn ich von der Autobahn komme wo ich 120km/h gefahren bin und dann nur noch 50km/h fahren darf, kommen mir die 50km/h sehr langsam vor.
Durch dieses falsche Wahrnehmen der Geschwindigkeit sinkt natürlich auch mein Gefahrenbewusstsein, da ich ja denke ich fahre sehr langsam, selbst wenn ich in dem gegebenem Beispiel schon 70 statt der erlaubten 50 fahre.
Dadurch ist mir auch klargeworden, dass es nahezu unmöglich ist, die Gefährlichkeit der eigenen Geschwindigkeit in dem Moment einzuschätzen, da es von zu vielen subjektiven Empfindungen abhängt, welche mit der Realität wenig zu tun haben.


7. Wie schätzen sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?
Aus heutiger Sicht war ich ein sehr verantwortungsloser und ignoranter Fahrer.
Ich habe mir das Recht rausgenommen mich über die Verkehrsregeln zu stellen und damit nicht nur Gesetze gebrochen sondern auch mein Leben und das anderer riskiert.
Mein falscher Ehrgeiz und der Druck dem ich mich damals ganz alleine aussetzte ließ Verkehrsregeln als für mich unwichtig erscheinen.


8. Woran lag es das sie keinen Unfall hatten?
Glück!
Es gab bei meinen schnellen Fahrten zum Glück nie ein Ereignis wo ich aus unvorhergesehen Gründen hätte stark bremsen müssen.
Auch hatte ich das Glück dass ich die meisten Strecken, die ich gefahren bin gut kannte und somit vor bösen Überraschungen durch unvorhergesehene Straßenführung relativ gefeit war.



9. Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?
Wie erwähnt gab es nie einen Anlass über mein Verhalten nachzudenken, ich hatte damals weder den Eindruck etwas schwerwiegend unrechtes zu tun noch jemanden zu gefährden.

10. Wie haben sie auf das Verhalten der Polizei reagiert nachdem sie gestoppt oder gelasert wurden?
Ich wurde nur angeschrieben.

11. Wie haben sie auf die ersten Verwarn- bzw. Bußgelder reagiert?
Da mein Vater Halter des Wagens war, bekam er zuerst den Anhörungsbogen und hat zunächst die Tat anerkannt.
Dann wurde ich angeschrieben und habe die Tat zugegeben.

Hier mal eine Frage am Rande:
Weiß der Gutachter, dass zunächst mein Vater die Schuld auf sich genommen hat bevor ich angeschrieben wurde ?

12. Was hatten sie sich vorgenommen, um keine Punkte mehr zu bekommen?
-
13. Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?
-
14. Gibt es ein Zusammenhang zwischen dem Punktesammeln und bestimmten Ereignissen in ihrem Leben?
Ja.
Wie oben schon beschrieben habe ich mich mit Beginn meiner Ausbildung sehr stark unter Druck gesetzt.
Dies resultierte in erster Linie aus den Schuldgefühlen, die ich mir selbst und meinem Umfeld gegenüber wegen meinen früheren Lebenswandel hatte.
Ich wollte nun alles so gut wie möglich machen und mich dafür so stark wie möglich ins Zeug legen um endlich was aus meinem Leben zu machen.
Ich war an einem Punkt angelangt wo ich der Meinung war nun eine letzte Chance bekommen zu haben mein Leben noch mal in die richtige Richtung zu lenken und diese Chance wollte ich nicht verspielen.
Ich hatte nur noch meinen beruflichen Werdegang im Kopf und tat alles dafür.
Dabei nahm ich in kauf permanent müde, gestresst und überfordert zu sein.

ace560
15.02.2009, 15:19
Fragen nach Änderungen gegenüber früher:

1. Wie lauten ihre Vorsätze heute?
Ich werde mich in Zukunft keinem so großen Druck mehr aussetzen.
Ich möchte weiterhin meine Ausbildung und mein Studium so gut wie möglich absolvieren, allerdings in einem angemessenem Rahmen.
Ich werde mir nicht mehr so viele Überstunden zumuten, sondern viel mehr die aufgebauten Überstunden nutzen um mir etwas Luft zu verschaffen.
Auch werde ich meinen privaten Tagesplan anders gestalten.
Statt so viel wie möglich in einen Tag zu quetschen verteile ich nun meine Pflichten und Interessen auf die ganze Woche.
Wenn ich nach der Arbeit zur Uni muss, fahr ich danach nach hause und versuche früher schlafen zu gehen, wenn ich lernen muss nehme ich mir den ganzen Tag dafür und nicht fest kalkulierte 2 Stunden und danach schon wieder was anderes und wenn ich mich mit meiner Freundin oder Freunden treffen will nehme ich mir ebenfalls den ganzen Tag dafür Zeit und nicht nur eine oder zwei Stunden irgendwo dazwischen gequetscht.

Ich habe in den letzten Monaten die Erfahrung gemacht, dass diese Art der Zewitgestaltung nicht nur für den Straßenverkehr sinnvoll ist sondern auch für mich selbst.
Zum einen ist es schlicht effizienter, z.B. beim lernen zu wissen, dass ich nach hinten hin Luft habe und in Ruhe alles intensiv durchgehen kann ohne auf die Zeit zu achten, statt zu versuchen innerhalb eines festen Zeitraums über den Stoff zu fliegen.
Zum anderen ist es um einiges angenehmer für mich selbst wenn ich in Ruhe und ohne Zeitdruck mich gemütlich hinsetzen und meine Sachen machen kann.

Ebenso was meine Freizeitgestaltung angeht.
Es ist weitaus angenehmer wenn ich mich mit meiner Freundin oder Freunden treffe und wirklich in ruhe was mit diesen unternehmen kann ohne ständig zu gucken wann ich wieder los muss weil ich ja noch was anderes vorhabe.
Früher bin ich für ne Stunde bei einem Kollegen vorbeigefahren, wir haben ein bisschen gequatscht, vielleicht etwas ferngesehen und dann musste ich schon wieder weg.
Nun kann ich mich wirklich entspannt hinsetzen und abwarten was der Tag/Abend so bringt.

Ich kann nun unterm Strich von sämtlichen Momenten mehr profitieren als früher.
Wenn ich nun einen ganzen Tag lerne, einen Tag mich mit einem guten Freund treffe, den nächsten Tag mit dem nächsten und sonst mit meiner Freundin habe ich viel mehr und angenehmere Freizeit und kann auch die Zeit die ich zum Lernen aufwende effizienter nutzen, als wenn ich wie früher an einem Tag arbeite, 2 stunden lerne, 1 Stunde zu nem Kollegen fahre und 2 Stunden zu meiner Freundin, wo ich dann auch meistens schon komplett müde und kaputt angekommen bin.

Bezogen auf den Straßenverkehr habe ich nun entsprechend den Vorsatz mich nicht mehr unter Druck zu setzen und mich an die Verkehrsregeln zu halten.

Zum einen musste ich einsehen, dass mein persönlicher Zeitdruck mir in keinster Weise das Recht gibt mich über bestehende Regeln zu stellen.
Jeder Mensch könnte sicherlich theoretisch irgendwelche Gründe anführen, die seiner Meinung nach schnelles Fahren rechtfertigen und würde jeder danach Leben, so wie ich es früher tat, wären die Straßen ein gefährliches Pflaster.
Und genauso wie ich es von jedem anderen Verkehrsteilnehmer, sei es nun ein LKW-Fahrer, Taxi-Fahrer oder Geschäftsmann oder auch nur jemand der schnell im Urlaub sein möchte, erwarte, dass er mich nicht in Gefahr bringt, so haben diese anderen Verkehrsteilnehmer genauso einen Anspruch darauf, dass ich sie nicht in Gefahr bringe, nur weil ich mir meine Termine nicht richtig legen kann.

Zum anderen ist es für mich persönlich weit angenehmer, wenn ich gelassen und in Ruhe fahren kann und mich nicht über jeden kleinen Stau oder jede rote Ampel aufrege weil mir wieder ein paar Minuten fehlen.
Um mich nun gar nicht mehr in die missliche Lage zu versetzen, dass ich zu spät kommen könnte und wieder einen Termin verschieben muss, rechne ich zum einen nun mehr als genug Zeit für eine Strecke ein, zum anderen sage ich nun von vornherein sofern möglich den Leuten, dass ich nicht genau weiß wie der Verkehr ist und es daher sein kann, dass ich ein paar Minuten später komme als geplant.
Ich versuche auch nun fixe Zeitpunkte zu umgehen wenn ich mich verabrede sondern lege mich auf eine Zeitspanne fest, wie z.B. „zwischen 6 und halb 7 bin ich da, je nach Verkehr“.
Ist dies nicht möglich weil die Zeitpunkte vorgeschrieben sind, fahre ich wie gesagt entsprechend früh genug los und komme lieber etwas zu früh und nutze die Zeit dann um noch etwas zu lesen oder dergleichen, als vorher noch eben ne halbe stunde was zu lesen und dann auf den letzten Drücker loszufahren.

Unabhängig vom Zeitmanagement achte ich nun auf Verkehrsschilder und halte diese auch ein weil ich nicht noch mal mit dem Gesetz in Konflikt geraten möchte und weil ich eingesehen habe was für ein großes Risiko ich für mich und meine Umwelt damals dargestellt habe.
Außerdem ermöglicht mir das regelkonforme Verhalten auch schlicht ein entspannteres und angenehmeres fahren.


Was ist daran anders?
Ich setze mich nicht mehr unter Druck, weder privat noch beruflich.
Ich plane genug Zeit für entsprechende Strecken ein um gar nicht erst unter Zeitdruck zu geraten.
Wenn ich eher losfahre und dadurch etwas zu früh ankomme, sehe ich das nicht mehr als verschwendete Zeit sondern nehme mir etwas zum lesen oder bearbeiten mit, was ich eh machen müsste und kann diese Zeit dann sinnvoll füllen.
Ich versuche wenn möglich mir etwas zeitlichen Spielraum einzuräumen wenn ich mich verabrede.

Ich sehe auch nun mehr den Sinn in Verkehrsregeln nachdem ich mich zum einen etwas theoretisch darüber informiert habe wie viel länger der Anhalteweg bei nur leicht höheren Geschwindigkeiten schon wird und dass Selbstüberschätzung eines der größten Unfallursachen ist.
Viele, die nun tot oder schwer verletzt sind dachten wahrscheinlich vorher wie ich, waren in Eile und sagten sich die paar km/h machen den Braten ja nun nicht fett.
Besonders erschütternd fand ich die Geschichte, die mein Vater mir von einem Arbeitskollegen erzählt hat, als ich ihm das mit dem Blitzer gebeichtet hat.
Er war sehr schockiert und erzählte mir, dass ein Arbeitskollege vor kurzem auf genau der Strecke die ich jeden Tag zur Arbeit fahre gestorben ist, weil er zu schnell fuhr und den Wagen nicht mehr in der Spur halten konnte.
Das brachte mich dann endgültig zum Umdenken.
Ich kann von Glück reden, dass mich „nur“ ein Blitzer auf mein Fehlverhalten aufmerksam gemacht hat und nicht ein schwerer Unfall.


3. Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?
Seit dem Blitz achte ich gezielt auf Schilder, dies habe ich damals gar nicht getan, es war
damals schon fast Zufall wenn ich mal ein Schild bewusst wahrgenommen habe.
Ich plane nun auch von vornherein mehr Zeit für gewisse Strecken ein auf denen ich früher zu schnell gefahren bin, damit mein Zeitplan und die Verkehrssicherheit nicht miteinander kollidieren.

Ganz konkret habe ich mit meinem Chef gesprochen und über die ganze Sache geredet.
Zu meinem erstaunen kam er mir sehr entgegen.
Er sagte, dass er sich schon länger fragte wie lange ich die große Belastung die ich mir selber zugemutet habe noch aushalten würde.
Er erklärte mir, dass ich auch nicht überstunden machen brauche um ihn zu beeindrucken.
Er wisse ja nun, dass ich nicht faul bin und sehr engagiert und das wäre im wichtig.
Es wäre auch voll und ganz ausreichend wenn ich mir einfach in der normalen Arbeitszeit ähnlich viel Mühe gebe wie vorher und das reicht dann auch.
Außerdem bot er mir an mir gerne entgegenzukommen wenn ich noch etwas wichtiges vorhabe oder eben pünktlich nach der Arbeit in der Uni sein muss.
Zum einen habe ich ja nun sehr viele Überstunden aufgebaut die ich erstmal abfeiern könnte und auch danach sagte er wäre es kein Problem wenn ich an bestimmten Tagen mal früher gehe, dies würde sein Bild von mir in keiner Weise negativ beeinflussen, er sagte sogar, dass sei er mir schuldig für meinen bisherigen Arbeitseinsatz.

Ich habe auch mit meinen Eltern und meiner Freundin geredet, die sowieso schon lange der Meinung sind ich mute mir zu viel zu und mit ihnen vereinbart mir Feedback zu geben und mir mitzuteilen wenn ich mich überfordere.
Ich wiederum habe versprochen das Ernst zu nehmen und mich daran zu halten.

Insgesamt habe ich wie oben schon erwähnt, nicht nur mein beruflichen Arbeitseinsatz etwas zurückgeschraubt sondern auch für mein Privatleben ein anderes Zeitmanagement entwickelt und gelernt mir für die Dinge die mir wichtig sind wirklich Zeit zu nehmen und diese nicht irgendwie dazwischen zu quetschen.

4. Was hat sich ansonsten bei ihnen geändert?
Wie gesagt habe ich mein gesamtes Zeitmanagement stark überarbeitet und meinen falschen Ehrgeiz etwas eingeschränkt und auf ein sinnvolles Maß reduziert.
Insgesamt bin ich dadurch nun ausgeglichener und entspannter, bekomme mehr Schlaf und habe mehr Zeit für andere Dinge die mir Spaß machen.
Dies funktioniert auch hervorragend ohne dass meine beruflichen Leistungen darunter leiden.
Allein schon deswegen weil es sich ausgeschlafen und ohne übertriebenen Druck besser lernt und arbeitet als vorher.

ace560
15.02.2009, 15:19
5. Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben sie heute und was ist daran neu?
Ich habe erkannt, dass Verkehrsregeln durchaus einen Sinn haben und für jeden da und einzuhalten sind.
Auch habe ich anhand der Dinge die ich gelesen habe und der Geschichte die mein Vater mir erzählt habe eingesehen, dass Autofahren mit Verantwortung für mich selbst und vor allem alle anderen verbunden ist und die entsprechende Konzentration und Zeit erfordert.
Auch ist mir klar geworden, dass mir meine beruflichen Leistungen und Erfolge gar nichts bringen, wenn ich mich oder jemand anderen totfahre.
Beruflich habe ich immer die Chance etwas wieder gut zu machen bzw. mache ich mir auch nichts kaputt dadurch wenn ich mal ein paar minuten zu spät komme, auch wenn dies unangenehm ist.
Wenn ich allerdings einen Unfall baue ist dies unwiderruflich und mein Leben damit in Sekundenschnelle zerstört.
Dieses Risiko will ich nicht wieder eingehen.
Es ist schlicht irrational, mein Leben für 10 Minuten Zeitersparnis aufs Spiel zu setzen.

Neu ist daran, dass ich mir früher solche Gedanken nie gemacht habe.
Ich habe das Risiko einfach nicht gesehen, auf der Autobahn fing es ja schon damit an, dass ich die Schilder gar nicht beachtet habe und somit gar nicht wusste wie viel ich eigentlich nun zu schnell fahre und auf der normalen Straße, dachte ich mir werden
10-20km/h schneller als erlaubt den Braten ja nun nicht fett machen wenn die Straße frei ist.
Nachdem ich nun aber gelesen habe wie stark sich auch die Überschreitung schon auf den Anhalteweg auswirkt und beobachtet habe, dass die Geschwindigkeitsbegrenzungen weniger was damit zu tun haben ob die Straße voll oder leer ist, sondern auch viel an der Straßenführung hängen, musste ich einsehen, dass es durchaus sinnvoll ist sich daran zu halten.
Bisher hatte ich einfach das Glück, dass ich die meisten Strecken, die ich fuhr kannte.
Ich wusste also z.B. wo eine Kurve kommt und ich entsprechend früh genug bremsen musste.
Auf unbekannter Strecke kam es bei meiner überhöhten Geschwindigkeit schon öfter zu Momenten, in denen ich schnell reagieren und sehr abrupt bremsen oder einlenken musste.
Ich kann nur von Glück sprechen, dass dies bisher immer gut gegangen ist.
Ich möchte auch behaupten, dass dies wahrscheinlich auch einfach daran liegt, dass ich noch nicht so lange Auto fahre, dass mein damaliges Fahrverhalten ein Leben lang gut gegangen wäre möchte ich heute sehr stark bezweifeln.

6. Was ist ihrer Meinung nach im Straßenverkehr besonders wichtig?
Dass jeder Beteiligt sich an die Regeln hält und sich jedem anderen Verkehrsteilnehmer gegenüber verantwortungsbewusst verhält.

7. Was könnte ihre guten Vorsätze wieder zum scheitern bringen?
Seitdem ich mein Fahrverhalten und mein Zeitmanagement verändert hatte, kam es trotzdem immer mal wieder zu Situationen in denen ich unter zeitlichen Druck gerate und es Eilig habe und dies wird auch in Zukunft wieder vorkommen.
Allerdings habe ich nun gelernt damit umzugehen.
Zum einen bin ich nun der Meinung, dass nichts in der Welt so eilig und wichtig sein kann wie mein Leben und das anderer, insofern kann ich nun etwas gleichgültiger mit der Uhrzeit umgehen.
Zum anderen ist es mir nun nicht mehr unangenehm wenn ich einen Termin verschieben oder auch absagen muss, weil es der Verkehr nicht anders zu lässt.
Zum einen kommt so was ja nicht permanent vor, zum anderen kann jeder verstehen, dass ich den Verkehr nicht beeinflussen kann, ich komme ja nicht vorsätzlich zu spät.
Wer das nicht einsehen kann, dem kann ich dann auch nicht weiterhelfen.

Insgesamt glaube ich also, dass es sicherlich ähnliche Situationen wie früher auch wieder geben wird, in denen mein Zeitplan nicht ganz aufgeht, ich bin aber nun auf solche Situationen vorbereitet und weiß wie ich damit umgehen muss.

samuel
15.02.2009, 23:06
Ich sehe auch nun mehr den Sinn in Verkehrsregeln nachdem ich mich zum einen etwas theoretisch darüber informiert habe wie viel länger der Anhalteweg bei nur leicht höheren Geschwindigkeiten schon wird und dass Selbstüberschätzung eines der größten Unfallursachen ist.
Viele, die nun tot oder schwer verletzt sind dachten wahrscheinlich vorher wie ich, waren in Eile und sagten sich die paar km/h machen den Braten ja nun nicht fett.

Willst Du den Gutachter veräppeln?
Es geht nicht um den theoretischen Weltschmerz, sondern nur um Dich.

---------------

Ich persönlich würde zusammenfassend erwähnen, daß Du von der Schluderei über den übersteigerten Ehrgeiz jetzt in eine Phase der entspannten Betriebsamkeit gekommen bist und so etwas wie Deine Mitte gefunden hast.

Das hören die Gutachter gern, wenn Du mit Dir selber im Reinen bist.

Ansonsten sehr feine Arbeit.
Da wünsch ich Dir viel Spaß.

Samuel

ace560
16.02.2009, 06:57
Super danke, ich schau nochmal drüber und besser das nach, will sowiso noch einiges ergänzen.
Zum Glück hab ich ja noch Zeit, bisher ist nämlich nach wie vor gar nichts gekommen als der Anhörungsbogen.
Bin ja mal gespannt wie lange das ganze nun insgesamt noch dauert bis ich dahin muss.

ace560
06.03.2009, 10:42
So es hat sich "endlich" was getzan, der Bußgeldbescheid ist da und damit gehts wohl nun in die heiße Phase, da wie ich es aus den Erfahrungen hier gelesen habe ja wohl nun auch nicht mehr lange dauern wird bis das StvA sich meldet.
Ich setze mich am WE nochmal an meinen Fragebogen und überarbeite diesen ein bisschen.
Mir bleibt ja nun wohl auch nicht mehr viel Zeit.

ace560
09.03.2009, 19:35
So nun nochmal mein überarbeiteter Fragebogen.
Ich muss zugeben ich habe nicht sehr viel verändert, weil ich auch kaum weiß was ich da noch ändern soll.
Umso wichtiger ist mir nun eure Mithilfe.
Bitte gebt mir Feedback, was ihr davon haltet, was ich auf jeden fall noch ändern sollte, auf welche Fragen ich mich noch vorbereiten muss oder ob das ganze so wirklich ausreicht um die MPU zu bestehen.
Vielen Dank im Voraus.

1. Wie viele Verstöße hatten sie?

Ich wurde vor etwas weniger als einem Jahr wegen Alkohol und THC am Steuer zur MPU geladen, diese bestand ich und bekam meine FE wieder.

Vor etwa 3 Monaten wurde ich auf der Autobahn mit ca. 50km/h zu schnell geblitzt, dafür erhielt ich nun den Bußgeldbescheid und warte auf die weiteren Schritte die nun auf mich zukommen.

Nicht aktenkundige Verstöße gab es in der Vergangenheit zahlreiche.
Ich bin oft schneller gefahren als erlaubt, wenn die Straße entsprechend frei war.
Meist war ich in eile und dadurch gestresst und genervt.
Ich hatte dann immer mehr die Zeit im Kopf als die Geschwindigkeitsbegrenzungen.
In den meisten Fällen war mir auch nie richtig bewusst wie viel ich eigentlich fahren dürfte, da ich auf die Verkehrsschilder gar nicht erst beachtet habe.


2. Was waren das für Verstöße?
Siehe Punkt 1.

3. Wann waren diese Verstöße und in welchem Zeitraum fanden diese statt? (möglichst Datum und zu welcher Tageszeit-um so genauer, um so besser)

Genaues Datum und Uhrzeit für die zwei aktenkundige Vergehen möchte ich hier nicht nennen aber ich kann sagen, dass ich 2007 im August die Trunkenheitsfahrt hatte und im November letzten Jahres geblitzt wurde.

Die oben erwähnten, nicht aktenkundigen Vergehen kann ich gar nicht konkrete einordnen, da ich wie gesagt fast regelmäßig etwas schneller als erlaubt gefahren bin und bei Fahrten auf der Autobahn weiß ich nicht mal welche Strecken, die ich gefahren bin begrenzt und welche unbegrenzt waren.

4. Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen?

Nach dem ersten Führerscheinentzug, habe ich mich ja sehr viel mit meinem bisherigen Leben beschäftigt und eingesehen wie viel Zeit und Energie ich durchs Kiffen und Saufen verschwendet habe.
Ich musste feststellen, dass sich mein Leben lange Zeit im Leerlauf befand.
Ich kümmerte mich um nichts wichtiges mehr, brachte nichts sinnvolles zu Stande, wollte vom „Ernst des Lebens“ nichts wissen und versuchte alle Verpflichtungen so weit wie möglich von mir zu schieben.
Stattdessen dachte ich nur noch ans Feiern an Wochenende um meinen Spaß zu haben oder eben ans Kiffen um mich zu entspannen und meine Sorgen wegen dem anstehenden Abitur und die Veränderungen im Leben die darauf folgen würden zu verdrängen.

Als ich dann zu diesen Schlüssen kam und mit erschrecken feststellte wie viel Zeit meines Lebens ich schon völlig sinnlos und ergebnislos habe verstreichen lassen, entschied ich mich nun alles anders zu machen.
Ich hörte auf zu Kiffen und zu trinken, schrieb Bewerbungen ohne Ende und bereitete mich sehr gewissenhaft auf Einstellungstests und Bewerbungsgespräche vor.

Überglücklich war ich dann, als ich dann trotz meiner schlechten Vorraussetzungen (mieses Abi) für meinen Wunschausbildungsplatz genommen wurde.
Ich erfuhr in dieser Zeit etwas was ich lange vergessen hatte.
Nämlich, dass ich eine ganze Menge erreichen kann, wenn ich nur ehrgeizig an eine Sache rangehe und mir viel Mühe gebe diese zu erreichen.
Ich kannte das noch von ganz früher aus der Schule, als ich noch gelernt habe, ich habe damals sehr viel für die Schule getan und war damit sehr erfolgreich, was dann allerdings abriss als ich das Kiffen und Feiern kennenlernte.
Nun hatte ich wieder viel Zeit und Arbeit in das Bewerbungsverfahren gesteckt und war damit auch erfolgreich.
Der Ehrgeiz in mir war wieder geweckt und ich hatte das Gefühl alles schaffen zu können wenn ich mir nur entsprechend Mühe gebe.
Daraus entwickelte sich ein sehr starker Ehrgeiz.

Zu diesem kamen Schuldgefühle, die ich mir selbst, meiner Familie und sogar meinem neuen Arbeitgeber gegenüber hatte.
Ich warf mir vor, dass ich so viel Zeit meines Lebens vergeudet habe und meiner Familie so viele Sorgen bereitet habe.
Ich wollte mir selbst und allen anderen beweisen, dass die Zeit und Mühe, welche sie in mich investiert haben nicht umsonst war und ich in der Lage bin etwas zu erreichen, wenn ich nur dafür arbeite.
Insbesondere auch meinem Arbeitgeber gegenüber war ich sehr dankbar mich genommen zu haben obwohl es sicherlich andere mit weit besseren Noten gab als mich.
Ich wollte meinem Chef beweisen, dass er alles richtig gemacht hat, mir diese Chance zu geben und ich ihn nicht enttäuschen würde.
Insgesamt sah ich die Ausbildung als einmalige und letzte Chance an, die ich auf gar keinen Fall verspielen, sondern das beste daraus machen wollte.
Aus diesem übersteigerten Ehrgeiz und den Schuldgefühlen entwickelte sich ein starker Druck dem ich mich aussetzte.
Ich gab auf der Arbeit alles, machte freiwillig Überstunden, tat alles damit man mit mir zufrieden ist.
Außerdem war es mir sehr wichtig, pünktlich und zuverlässig zu sein, weswegen ich möglichst keinen Termin verschieben oder absagen wollte.

Außerdem meldete ich mich im Oktober noch für ein berufsbegleitendes Studium an und lernte sehr viel dafür.

In der Freizeit die mir nach der Arbeit und Uni noch blieb verabredete ich mich dann
meist mit meiner Freundin oder Freunden.

Insgesamt führte dies dann dazu, dass ich fast jede Stunde in der Woche verplant hatte, dadurch ständig unter Zeitdruck und Stress stand, kaum schlief und oft sehr gereizt war.
Um meine eng gelegten Termine einhalten zu können musste ich die Zeit, welche ich im Auto verbrachte so kurz wie möglich halten.
Ich fuhr meist mit einem Navi und plante immer nur genau die Zeit für eine Strecke ein die mir das Navi vorgab.
Z.B. wenn ich morgens zur Arbeit musste stand ich spät auf, da ich spät ins Bett kam und fuhr dann genau die halbe Stunde vorher los, die das Navi vorgab.
Da sich der Verkehr natürlich stellenweise staute und ich entsprechend nicht so gut vorankam wie das Navi es berechnet hatte, musste ich die Zeit wieder aufholen wenn die Bahn frei war um nicht zu spät zu kommen.
Ich gab also Vollgas bei freier Strecke um evtl. noch kommenden oder schon gewesenen zähflüssigen Verkehr auszugleichen.

Geschwindigkeitsbegrenzungen beachtete ich dabei nicht, insbesondere nicht auf der Autobahn.
Zum einen war ein Großteil der Strecken die ich fuhr unbegrenzt und ich war der Meinung selber entscheiden zu können wie schnell ich fahre auch dort wo es doch Geschwindigkeitsbegrenzungen gab.
Ich gewöhnte mich sehr stark an diesen Gedanken und beachtete Schilder gar nicht.
Von vielen Strecken die ich fuhr wusste ich überhaupt nicht wie schnell ich überhaupt hätte fahren dürfen.
Auf „normalen“ Straßen fuhr ich meist gute 10-20km/h über dem erlaubten, da ich wenn ich mich an die Begrenzung hielt und freie Straße vor mir hatte, dies schlicht für Zeitverschwendung hielt.

Außerdem musste ich ja auch hier die Ampelphasen ausgleichen, wenn ich zur vorgegeben Zeit am Ziel sein wollte.

Auch wollte ich ja im Gegensatz zu früher nun vor allem pünktlich und zuverlässig sein, deswegen fiel es mir sehr schwer Verabredungen zu verschieben oder abzusagen, da ich aber alles sehr eng geplant habe musste ich mich wenigstens auf der Straße beeilen.

An dem Tag, an welchem ich geblitzt wurde lief es wieder genau so ab.
Ich war bei einem Kommilitonen zum lernen, danach war ich mit meiner Freundin zum Schwimmen verabredet.
Um den geplanten Stoff durchzukriegen brauchten wir länger als erwartet, ich rief also meine Freundin schwerenherzens an und verschob unser Treffen um eine halbe Stunde.
Dann fuhr ich los und geriet direkt in Stau.
Da mir mal wieder die Zeit davon lief war ich sofort sehr gestresst und stand unter Druck.
Ich wollte allerdings auch meine Freundin nicht schon wieder anrufen und den Termin verschieben da sie ja auf mich wartete.
Als sich dann der Stau aufgelöst hatte, gab ich Gas um die verlorene Zeit aufzuholen, das war meine Chance noch pünktlich zu kommen und nicht anrufen zu müssen.
Ich fuhr also 130, was mir noch nichtmal besonders problematisch vorkam, da ich mir dachte das ist ja Richtgeschwindigkeit.
Was mir dabei überhaupt nicht auffiel war, dass das Stück Autobahn auf 80 begrenzt war.
Selbst als es blitzte wusste ich gar nicht genau wie viel ich eigentlich hätte fahren dürfen.

5. Wie war ihre Gefühlslage bei diesen Delikten?
Oft war ich gereizt weil ich müde war und unter Zeitdruck stand und der verkehr auch noch gegen mich arbeitete.
Ich habe auch nicht darüber nachgedacht wie gefährlich mein Verhalten ist.
Ich hatte immer mehr die Zeit im Kopf, denn die Gefahren.

6. Was hätte passieren können bei den jeweiligen Delikten?
Die Folge meiner Geschwindigkeitsüberschreitung hätte oft ein schwerer Unfall sein können.
Bestes Beispiel dafür ist die Strecke auf der ich geblitzt wurde, denn ziemlich direkt nach dem Blitz musste ich feststellen, dass sich die Bahn sehr kurvenreich und unübersichtlich fortsetzt.

ace560
09.03.2009, 19:36
Es wäre schwer gewesen bei dieser Straßenführung und Tempo 130 den Wagen in der Spur zu halten.
Insbesondere nachdem ich mich dann im nachhinein etwas mit dem Anhalteweg auseinandergesetzt habe, musste ich feststellen, dass bei einer solchen Straßenführung selbst bei guter Reaktion mein Anhalteweg bei meinem Tempo unproportional höher gewesen wäre als bei Tempo 80.
Im schlimmsten Fall hätte ich durch die Kurven, meinen Vordermann gar nicht rechtzeitig gesehen um überhaupt auch nur annähernd früh genug bremsen zu können.
Auch ist mir in letzter Zeit aufgefallen wie subjektiv die Einschätzung von Geschwindigkeit ist.
Z.B. wenn ich von der Autobahn komme wo ich 120km/h gefahren bin und dann nur noch 50km/h fahren darf, kommen mir die 50km/h sehr langsam vor.
Durch dieses falsche Wahrnehmen der Geschwindigkeit sinkt natürlich auch mein Gefahrenbewusstsein, da ich ja denke ich fahre sehr langsam, selbst wenn ich in dem gegebenem Beispiel schon 70 statt der erlaubten 50 fahre.
Dadurch ist mir auch klargeworden, dass es nahezu unmöglich ist, die Gefährlichkeit der eigenen Geschwindigkeit in dem Moment einzuschätzen, da es von zu vielen subjektiven Empfindungen abhängt, welche mit der Realität wenig zu tun haben.


7. Wie schätzen sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?
Aus heutiger Sicht war ich ein sehr verantwortungsloser und ignoranter Fahrer.
Ich habe mir das Recht rausgenommen mich über die Verkehrsregeln zu stellen und damit nicht nur Gesetze gebrochen sondern auch mein Leben und das anderer riskiert.
Mein falscher Ehrgeiz und der Druck dem ich mich damals ganz alleine aussetzte ließ Verkehrsregeln, als für mich unwichtig erscheinen.


8. Woran lag es das sie keinen Unfall hatten?
Glück!
Es gab bei meinen schnellen Fahrten zum Glück nie ein Ereignis wo ich aus unvorhergesehen Gründen hätte stark bremsen müssen.
Auch hatte ich das Glück dass ich die meisten Strecken, die ich gefahren bin gut kannte und somit vor bösen Überraschungen durch unvorhergesehene Straßenführung relativ gefeit war.

9. Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?
Ich stand sehr oft unter selbstgemachtem druck und wollte auf jeden fall zuverlässig sein allerdings gelang es mir dabei lange nicht einen Tagesplan aufzustellen der auch zeitlich einigermaßen problemlos realisierbar war.
Bis auf den Tag wo ich geblitzt wurde ist mein Fehlverhalten auch nie aufgefallen, ich hatte also auch kaum Anlass groß über mein verhalten nachzudenken.


10. Wie haben sie auf das Verhalten der Polizei reagiert nachdem sie gestoppt oder gelasert wurden?
Ich wurde nur angeschrieben.




11. Wie haben sie auf die ersten Verwarn- bzw. Bußgelder reagiert?
Da mein Vater Halter des Wagens war, bekam er zuerst den Anhörungsbogen und hat zunächst die Tat anerkannt.
Dann wurde ich angeschrieben und habe die Tat zugegeben.

Hier mal eine Frage am Rande:
Weiß der Gutachter, dass zunächst mein Vater die Schuld auf sich genommen hat bevor ich angeschrieben wurde ?

12. Was hatten sie sich vorgenommen, um keine Punkte mehr zu bekommen?
-
13. Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?
-
14. Gibt es ein Zusammenhang zwischen dem Punktesammeln und bestimmten Ereignissen in ihrem Leben?
Ja.
Wie oben schon beschrieben habe ich mich mit Beginn meiner Ausbildung sehr stark unter Druck gesetzt.
Dies resultierte in erster Linie aus den Schuldgefühlen, die ich mir selbst und meinem Umfeld gegenüber wegen meinen früheren Lebenswandel machte.
Ich wollte nun alles so gut wie möglich machen und mich dafür so stark wie möglich ins Zeug legen um endlich was aus meinem Leben zu machen.
Ich war an einem Punkt angelangt wo ich der Meinung war nun eine letzte Chance bekommen zu haben mein Leben noch mal in die richtige Richtung zu lenken und diese Chance wollte ich nicht verspielen.
Ich hatte nur noch meinen beruflichen Werdegang im Kopf und tat alles dafür.
Dabei nahm ich in kauf permanent müde, gestresst und überfordert zu sein.
Auch wollte ich im auf jeden fall jetzt zuverlässig und pünktlich sein, was dazu führte dass ich alles daran setzte Termine irgendwie einzuhalten statt sie zu verschieben oder abzusagen.




Fragen nach Änderungen gegenüber früher:

1. Wie lauten ihre Vorsätze heute?
Ich werde mich in Zukunft keinem so großen Druck mehr aussetzen.
Ich möchte weiterhin meine Ausbildung und mein Studium so gut wie möglich absolvieren, allerdings in einem angemessenem Rahmen.
Ich werde mir nicht mehr so viele Überstunden zumuten, sondern viel mehr die aufgebauten Überstunden nutzen um mir etwas Luft zu verschaffen.
Auch werde ich meinen privaten Tagesplan anders gestalten.
Statt so viel wie möglich in einen Tag zu quetschen verteile ich nun meine Pflichten und Interessen auf die ganze Woche.
Wenn ich nach der Arbeit zur Uni muss, fahr ich danach nach hause und versuche früher schlafen zu gehen, wenn ich lernen muss nehme ich mir den ganzen Tag dafür und nicht fest kalkulierte 2 Stunden und danach schon wieder was anderes und wenn ich mich mit meiner Freundin oder Freunden treffen will nehme ich mir ebenfalls den ganzen Tag dafür Zeit und nicht nur eine oder zwei Stunden irgendwo dazwischen gequetscht.

Ich habe in den letzten Monaten die Erfahrung gemacht, dass diese Art der Zeitgestaltung nicht nur für den Straßenverkehr sinnvoll ist sondern auch für mich selbst.
Zum einen ist es schlicht effizienter, z.B. beim lernen zu wissen, dass ich nach hinten hin Luft habe und in Ruhe alles intensiv durchgehen kann ohne auf die Zeit zu achten, statt zu versuchen innerhalb eines festen Zeitraums über den Stoff zu fliegen.
Zum anderen ist es um einiges angenehmer für mich selbst wenn ich in Ruhe und ohne Zeitdruck mich gemütlich hinsetzen und meine Sachen machen kann.

Ebenso was meine Freizeitgestaltung angeht.
Es ist weitaus angenehmer wenn ich mich mit meiner Freundin oder Freunden treffe und wirklich in ruhe was mit diesen unternehmen kann ohne ständig zu gucken wann ich wieder los muss weil ich ja noch was anderes vorhabe.
Früher bin ich für ne Stunde bei einem Kollegen vorbeigefahren, wir haben ein bisschen gequatscht, vielleicht etwas ferngesehen und dann musste ich schon wieder weg.
Nun kann ich mich wirklich entspannt hinsetzen und abwarten was der Tag/Abend so bringt.

Ich kann nun unterm Strich von sämtlichen Momenten mehr profitieren als früher.
Wenn ich nun einen ganzen Tag lerne, einen Tag mich mit einem guten Freund treffe, den nächsten Tag mit dem nächsten und sonst mit meiner Freundin habe ich viel mehr und angenehmere Freizeit und kann auch die Zeit die ich zum Lernen aufwende effizienter nutzen, als wenn ich wie früher an einem Tag arbeite, 2 stunden lerne, 1 Stunde zu nem Kollegen fahre und 2 Stunden zu meiner Freundin, wo ich dann auch meistens schon komplett müde und kaputt angekommen bin.

Bezogen auf den Straßenverkehr habe ich nun entsprechend den Vorsatz mich nicht mehr unter Druck zu setzen und mich an die Verkehrsregeln zu halten.

Zum einen musste ich einsehen, dass mein persönlicher Zeitdruck mir in keinster Weise das Recht gibt mich über bestehende Regeln zu stellen.
Jeder Mensch könnte sicherlich theoretisch irgendwelche Gründe anführen, die seiner Meinung nach schnelles Fahren rechtfertigen und würde jeder danach Leben, so wie ich es früher tat, wären die Straßen ein gefährliches Pflaster.
Und genauso wie ich es von jedem anderen Verkehrsteilnehmer, sei es nun ein LKW-Fahrer, Taxi-Fahrer oder Geschäftsmann oder auch nur jemand der schnell im Urlaub sein möchte, erwarte, dass er mich nicht in Gefahr bringt, so haben diese anderen Verkehrsteilnehmer genauso einen Anspruch darauf, dass ich sie nicht in Gefahr bringe, nur weil ich mir meine Termine nicht richtig legen kann.

Zum anderen ist es für mich persönlich weit angenehmer, wenn ich gelassen und in Ruhe fahren kann und mich nicht über jeden kleinen Stau oder jede rote Ampel aufrege weil mir wieder ein paar Minuten fehlen.
Um mich nun gar nicht mehr in die missliche Lage zu versetzen, dass ich zu spät kommen könnte und wieder einen Termin verschieben muss, rechne ich zum einen nun mehr als genug Zeit für eine Strecke ein, zum anderen sage ich nun von vornherein sofern möglich den Leuten, dass ich nicht genau weiß wie der Verkehr ist und es daher sein kann, dass ich ein paar Minuten später komme als geplant.
Ich versuche auch nun fixe Zeitpunkte zu umgehen wenn ich mich verabrede sondern lege mich auf eine Zeitspanne fest, wie z.B. „zwischen 6 und halb 7 bin ich da, je nach Verkehr“.
Ist dies nicht möglich weil die Zeitpunkte vorgeschrieben sind, fahre ich wie gesagt entsprechend früh genug los und komme lieber etwas zu früh und nutze die Zeit dann um noch etwas zu lesen oder dergleichen, als vorher noch eben ne halbe stunde was zu lesen und dann auf den letzten Drücker loszufahren.

Unabhängig vom Zeitmanagement achte ich nun auf Verkehrsschilder und halte diese auch ein weil ich nicht noch mal mit dem Gesetz in Konflikt geraten möchte und weil ich eingesehen habe was für ein großes Risiko ich für mich und meine Umwelt damals dargestellt habe.
Außerdem ermöglicht mir das regelkonforme Verhalten auch schlicht ein entspannteres und angenehmeres fahren.

ace560
09.03.2009, 19:38
Was ist daran anders?
Ich setze mich nicht mehr unter Druck, weder privat noch beruflich.
Ich plane genug Zeit für entsprechende Strecken ein um gar nicht erst unter Zeitdruck zu geraten.
Wenn ich eher losfahre und dadurch etwas zu früh ankomme, sehe ich das nicht mehr als verschwendete Zeit sondern nehme mir etwas zum lesen oder bearbeiten mit, was ich eh machen müsste und kann diese Zeit dann sinnvoll füllen.
Ich versuche wenn möglich mir etwas zeitlichen Spielraum einzuräumen wenn ich mich verabrede.

Ich sehe auch nun mehr den Sinn in Verkehrsregeln nachdem ich mich zum einen etwas darüber informiert habe wie viel länger der Anhalteweg bei nur leicht höheren Geschwindigkeiten schon wird und dass Selbstüberschätzung eines der größten Unfallursachen ist.
Viele, die nun tot oder schwer verletzt sind dachten wahrscheinlich vorher wie ich, waren in Eile und sagten sich die paar km/h machen den Braten ja nun nicht fett.
Besonders erschütternd fand ich die Geschichte, die mein Vater mir von einem Arbeitskollegen erzählt hat, als ich ihm das mit dem Blitzer gebeichtet hat.
Er war sehr schockiert und erzählte mir, dass ein Arbeitskollege vor kurzem auf genau der Strecke die ich jeden Tag zur Arbeit fahre gestorben ist, weil er zu schnell fuhr und den Wagen nicht mehr in der Spur halten konnte.
Das brachte mich dann endgültig zum Umdenken.
Ich kann von Glück reden, dass mich „nur“ ein Blitzer auf mein Fehlverhalten aufmerksam gemacht hat und nicht ein schwerer Unfall.


3. Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?
Seit dem Blitz achte ich gezielt auf Schilder, dies habe ich damals gar nicht getan, es war
damals schon fast Zufall wenn ich mal ein Schild bewusst wahrgenommen habe.
Ich plane nun auch von vornherein mehr Zeit für gewisse Strecken ein auf denen ich früher zu schnell gefahren bin, damit mein Zeitplan und die Verkehrssicherheit nicht miteinander kollidieren.

Ganz konkret habe ich mit meinem Chef gesprochen und über die ganze Sache geredet.
Zu meinem erstaunen kam er mir sehr entgegen.
Er sagte, dass er sich schon länger fragte wie lange ich die große Belastung die ich mir selber zugemutet habe noch aushalten würde.
Er erklärte mir, dass ich auch nicht überstunden machen brauche um ihn zu beeindrucken.
Er wisse ja nun, dass ich nicht faul bin und sehr engagiert und das wäre im wichtig.
Es wäre auch voll und ganz ausreichend wenn ich mir einfach in der normalen Arbeitszeit ähnlich viel Mühe gebe wie vorher und das reicht dann auch.
Außerdem bot er mir an mir gerne entgegenzukommen wenn ich noch etwas wichtiges vorhabe oder eben pünktlich nach der Arbeit in der Uni sein muss.
Zum einen habe ich ja nun sehr viele Überstunden aufgebaut die ich erstmal abfeiern könnte und auch danach sagte er wäre es kein Problem wenn ich an bestimmten Tagen mal früher gehe, dies würde sein Bild von mir in keiner Weise negativ beeinflussen, er sagte sogar, dass sei er mir schuldig für meinen bisherigen Arbeitseinsatz.

Ich habe auch mit meinen Eltern und meiner Freundin geredet, die sowieso schon lange der Meinung sind ich mute mir zu viel zu und mit ihnen vereinbart mir Feedback zu geben und mir mitzuteilen wenn ich mich überfordere.
Ich wiederum habe versprochen das Ernst zu nehmen und mich daran zu halten.

Insgesamt habe ich wie oben schon erwähnt, nicht nur mein beruflichen Arbeitseinsatz etwas zurückgeschraubt sondern auch für mein Privatleben ein anderes Zeitmanagement entwickelt und gelernt mir für die Dinge die mir wichtig sind wirklich Zeit zu nehmen und diese nicht irgendwie dazwischen zu quetschen.
Ich bin dazu übergegangen mich nicht nach der Arbeit oder Uni noch schnell mit irgendwem für eine Stunde zu treffen, sondern fahre nun nach einem langen Tag nach Hause und entspanne.
Dafür nehme ich mir an anderen Tagen dann wirklich den ganzen Tag Zeit, etwas mit meinen Freunden oder meiner Freundin zu machen.
Was ich gar nicht mehr mache sind konkrete, kurzfristige Termine wenn ich weiß ich habe noch etwas weiter zu fahren.
Ich halte mich da nun unverbindlicher, sage , dass ich vorbeikomme aber noch ein Stückchen zu fahren habe und mich noch mal wegen einer konkreten Uhrzeit melde wenn ich schon in der Nähe bin und besser abschätzen kann, wann ich da bin.


4. Was hat sich ansonsten bei ihnen geändert?
Wie gesagt habe ich mein gesamtes Zeitmanagement stark überarbeitet und meinen falschen Ehrgeiz etwas eingeschränkt und auf ein sinnvolles Maß reduziert.
Insgesamt bin ich dadurch nun ausgeglichener und entspannter, bekomme mehr Schlaf und habe mehr Zeit für andere Dinge die mir Spaß machen.
Ich strukturiere meine Woche außerdem besser und entspannter.
Nach langen Arbeitstagen fahre ich in Ruhe nach Hause, lerne und entspanne noch ein bisschen und geh dann früh schlafen.
Dafür habe ich wiederum an anderen Tagen frei, da ich dann nicht mehr so viel lernen brauche und habe dann Ruhe und Zeit genug meine Freizeit anständig zu gestalten.
Auch mit meinem Chef habe ich, wie gesagt über das Problem geredet und viel Verständnis entgegengebracht bekommen.
Er weiß nun bescheid und findet es in Ordnung wenn ich morgens vielleicht mal etwas später komme weil der Verkehr nicht dementsprechend war oder ich abends mal früher abhaue weil ich noch zur Uni muss.
Auch habe ich nicht mehr die Schuldgefühle wie früher und dementsprechend den selbstgemachten Leistungsdruck da nun alle wissen, dass ich bereit bin mir Mühe zu geben und etwas erreichen will.

In diesem Zusammenhang habe ich auch die Scham Termine zu verschieben oder abzusagen abgelegt.
Zum einen weil ich nun von vornherein eine größere Zeitspanne einräume indem ich direkt sage, ich weiß nicht wie gut der Verkehr ist und wann ich genau da sein kann.
Zum anderen bin ich mittlerweile auch einfach der Meinung, dass ich nichts dafür kann wenn es mal langsam vorangeht, daher brauche ich mir deswegen auch keine Vorwürfe zu machen.
Nichtsdestotrotz versuche ich natürlich nach wie vor Termine die ich mir mache einzuhalten, allerdings plane ich nun von vornherein mehr Zeit ein und überlege gründlicher ob es überhaupt möglich ist den Zeitplan einzuhalten.

Dies funktioniert auch hervorragend ohne dass meine beruflichen Leistungen darunter leiden.
Allein schon deswegen weil es sich ausgeschlafen und ohne übertriebenen Druck besser lernt und arbeitet als vorher.




5. Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben sie heute und was ist daran neu?
Ich habe erkannt, dass Verkehrsregeln durchaus einen Sinn haben und für jeden da und einzuhalten sind.
Auch habe ich anhand der Dinge die ich gelesen habe und der Geschichte die mein Vater mir erzählt habe eingesehen, dass Autofahren mit Verantwortung für mich selbst und vor allem alle anderen verbunden ist und die entsprechende Konzentration und Zeit erfordert.
Auch ist mir klar geworden, dass mir meine beruflichen Leistungen und Erfolge gar nichts bringen, wenn ich mich oder jemand anderen totfahre.
Beruflich habe ich immer die Chance etwas wieder gut zu machen bzw. mache ich mir auch nichts kaputt dadurch wenn ich mal ein paar Minuten zu spät komme, auch wenn dies unangenehm ist.
Wenn ich allerdings einen Unfall baue ist dies unwiderruflich und mein Leben damit in Sekundenschnelle zerstört.
Dieses Risiko will ich nicht wieder eingehen.
Es ist schlicht irrational, mein Leben für 10 Minuten Zeitersparnis aufs Spiel zu setzen.

Neu ist daran, dass ich mir früher solche Gedanken nie gemacht habe.
Ich habe das Risiko einfach nicht gesehen, auf der Autobahn fing es ja schon damit an, dass ich die Schilder gar nicht beachtet habe und somit gar nicht wusste wie viel ich eigentlich nun zu schnell fahre und auf der normalen Straße, dachte ich mir werden
10-20km/h schneller als erlaubt den Braten ja nun nicht fett machen wenn die Straße frei ist.
Nachdem ich nun aber gelesen habe wie stark sich auch die Überschreitung schon auf den Anhalteweg auswirkt und beobachtet habe, dass die Geschwindigkeitsbegrenzungen weniger was damit zu tun haben ob die Straße voll oder leer ist, sondern auch viel an der Straßenführung hängen, musste ich einsehen, dass es durchaus sinnvoll ist sich daran zu halten.
Bisher hatte ich einfach das Glück, dass ich die meisten Strecken, die ich fuhr kannte.
Ich wusste also z.B. wo eine Kurve kommt und ich entsprechend früh genug bremsen musste.
Auf unbekannter Strecke kam es bei meiner überhöhten Geschwindigkeit schon öfter zu Momenten, in denen ich schnell reagieren und sehr abrupt bremsen oder einlenken musste.
Ich kann nur von Glück sprechen, dass dies bisher immer gut gegangen ist.
Ich möchte auch behaupten, dass dies wahrscheinlich auch einfach daran liegt, dass ich noch nicht so lange Auto fahre, dass mein damaliges Fahrverhalten ein Leben lang gut gegangen wäre möchte ich heute sehr stark bezweifeln.

6. Was ist ihrer Meinung nach im Straßenverkehr besonders wichtig?
Dass jeder Beteiligt sich an die Regeln hält und sich jedem anderen Verkehrsteilnehmer gegenüber verantwortungsbewusst verhält.

ace560
09.03.2009, 19:42
7. Was könnte ihre guten Vorsätze wieder zum scheitern bringen?
Seitdem ich mein Fahrverhalten und mein Zeitmanagement verändert hatte, kam es trotzdem immer mal wieder zu Situationen in denen ich unter zeitlichen Druck gerate und es Eilig habe und dies wird auch in Zukunft wieder vorkommen.
Allerdings habe ich nun gelernt damit umzugehen.
Zum einen bin ich nun der Meinung, dass nichts in der Welt so eilig und wichtig sein kann wie mein Leben und das anderer, insofern kann ich nun etwas gleichgültiger mit der Uhrzeit umgehen.
Zum anderen ist es mir nun nicht mehr unangenehm wenn ich einen Termin verschieben oder auch absagen muss, weil es der Verkehr nicht anders zu lässt.
Zum einen kommt so was ja nicht permanent vor, zum anderen kann jeder verstehen, dass ich den Verkehr nicht beeinflussen kann, ich komme ja nicht vorsätzlich zu spät.
Wer das nicht einsehen kann, dem kann ich dann auch nicht weiterhelfen.

Insgesamt glaube ich also, dass es sicherlich ähnliche Situationen wie früher auch wieder geben wird, in denen mein Zeitplan nicht ganz aufgeht, ich bin aber nun auf solche Situationen vorbereitet und weiß wie ich damit umgehen muss.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass ich nun endlich in ein normales und angemessenes Verhalten übergangen bin.
Nach einer langen Phase in der ich nichts gebacken bekommen habe, nur meinen Spaß im Kopf hatte und den Ernst des Lebens so weit wie möglich von mir gedrängt habe, kam die Phase in der ich große Schuldgefühle mir selbst und den, mir wichtigen Menschen gegenüber hatte und alles wieder gut machen wollte was ich bisher versaut habe,
in welcher ich mich einem sehr großen, unnötigen Druck ausgesetzt habe, welche außer Kontrolle geraten ist, habe ich nun ein Mittelmaß gefunden mit dem ich sehr gut Leben kann.
Ich bin nun nicht mehr der Meinung jemandem etwas zu schulden und etwas wieder gut machen zu müssen, ich habe gesehen, dass mein daraus resultierender übersteigerter Ehrgeiz mir auf Dauer mehr schadet denn hilft.
Aus den gewonnen Erfahrungen habe ich viel gelernt und kann nun abschätzen was ich mir zumuten kann und sollte.
Ich will das Leben was ich nun führe so beibehalten, da ich nun die beste Kombination aus Glück durch beruflichen Erfolg und Privatleben gefunden habe.
Ich bin mir auch sicher, dass ich dieses Leben auch auf Dauer so führen kann, was sicherlich vorher nicht gut gegangen wäre, da ich früher oder später an dem selbst gemachten Druck kaputt gegangen wäre.

ace560
09.03.2009, 20:44
Muss ich eigentlich befürchten, dass wegen meiner Alkohol und drogenvergangenheit noch entsprechende Tests gefordert werden?
Nehmen die also da sowiso Blut- oder Urin-Proben oder bleibt mir das diesmal gänzlich erspart?

heini
09.03.2009, 21:15
Warum fragst du das? Würden sie was finden?

Ansonsten kann es sein (hab deine Vorgeschichte jetzt nicht im Kopf) dass bei entsprechender Vorgeschichte auch Blut und/oder Urin untersucht wird.

ace560
09.03.2009, 21:25
Naja finden würden sie nichts aber interessieren würde es mich dennoch, da zum einen ich ja dann wieder in der Pflicht wäre mich darum zu kümmern meine Abstinenz nachzuweisen und auch die Tests entsprechend wieder bezahlen müsste.

Meine Geschichte sieht kurzusammengefasst so aus:
Ich musste im August zur MPU wegen Alkohol und THC, habe dort entsprechende Abstinenznachweise geliefert und auch nie wieder gekifft und getrunken.

Frage ist und bleibt nun ob auf die Substanzen dor getestet wird oder nicht.

heini
09.03.2009, 21:53
Wie gesagt, wahrscheinlich nicht (auf Alk und Drogen), eine "normale" Blutuntersuchung dürfte im ärztlichen Teil der MPU gemacht werden.

Say
09.03.2009, 23:03
Durch das Gutachten wurden die Zweifel ausgeräumt, du bist also sozusagen rehabilitiert. Das MPI wird sich an die Fragestellung halten, die die Führerscheinstelle vorgibt. Da es sich dabei jetzt um ein Verkehrsrechtliche handelt wird kein Blut entnommen. Evt. Urin um auf Zucker zu testen.

ace560
10.03.2009, 06:36
Alles klar, danke euch.
Es ging mir dabei auch nicht darum nun einen Freifahrtsschein fürs Kiffen zu haben sondern mit jedem Tag den die MPU näher rückt bekomme ich halt Angst und ich will nicht erleben dass ich da sitze und auf einmal heißt es "dann packen sie mal ihre Abstinenznachweise und Leberwerte aus" und ich hab mich um gar nichts in der Richtung gekümmert.
Da die Angst aber nun aus dem Leben geschafft ist, würde ich mich weiterhin über Kritik und Anregungen zu meinem fragebogen freuen.

samuel
10.03.2009, 21:32
Was mir aufgefallen ist, das sind die Zeitformen anfangs der Änderungen:

1. Wie lauten ihre Vorsätze heute?
Ich werde mich in Zukunft keinem so großen Druck mehr aussetzen.
Ich möchte weiterhin meine Ausbildung und mein Studium so gut wie möglich absolvieren, allerdings in einem angemessenem Rahmen.
Ich werde mir nicht mehr so viele Überstunden zumuten, sondern viel mehr die aufgebauten Überstunden nutzen um mir etwas Luft zu verschaffen.
Auch werde ich meinen privaten Tagesplan anders gestalten.

Ich habe, statt ich werde.

----------

Jeder Mensch könnte sicherlich theoretisch irgendwelche Gründe anführen, die seiner Meinung nach schnelles Fahren rechtfertigen und würde jeder danach Leben, so wie ich es früher tat, wären die Straßen ein gefährliches Pflaster.

5000 Verkehrstote sind scheinbar ein Kinderspielplatz?
Laß den Allgemeinquatsch weg!

Ansonsten 1* (Eins mit Sternchen)

ace560
11.03.2009, 17:11
Also meinst du ich kann mich nun mehr oder weniger zur Ruhe setzen und das Geschrieben einfach nur noch verinnerlichen und komm dann damit gut durch ?

samuel
11.03.2009, 23:37
Die Strategie ist ok, hast Du es einmal geschafft, schaffst Du es auch wieder.

Wenn Du noch ein bischen üben willst, helf den Neuen.
Ist grad ein bischen viel für 2 Leute hier.

ace560
15.03.2009, 15:46
Hm ich weiß nicht ob ich so viel über das Thema weiß dass ich anderen helfen kann, ich weiß ja nichtmal ob ich selber die MPU wieder bestehe.

K.Putnik
15.03.2009, 16:24
Ja, ace du hast aber noch nichtmal was schriftlich das du ein Gutachten bringen musst und bist schon für die nächsten drei MPU's gerüstet... :p


MfG

samuel
15.03.2009, 21:58
Nein sagen hast Du gelernt, auch wenn Du es hübsch verpackst.
Aber wir sind deswegen nicht sauer, hier ist alles freiwillig.
Du bist immer gern gesehen:p

ace560
16.03.2009, 00:12
Hehe der Faktor Zeit ist auch ein wesentlicher das muss ich zugeben aber dazu kommt auch dass ich mir nicht zutraue jemandem zu erklären wie so ein gutachter denkt :?

Florist
16.03.2009, 04:09
ace,
Übung macht den Meister...:cool:
Wir sind alle mal klein angefangen...;)

ace560
22.03.2009, 21:12
OK ich habe und werde weiterhin mal ein bisschen versuchen euch zu unterstützen :)

Ich habe nun aber zu meiner Geschichte auch noch ein Problem.
Mich selbst stört ein bisschen, dass der wirklich Wendepunkt und die Entwicklung fehlt, versteht ihr was ich meine?

Ich meine ich hab grob zusammengefasst bisher folgendes:

Vorher:
Schuldgefühle weil ich bisher so viel Zeit verschwendet habe + das Gefühl mich unter Beweis stellen zu müssen um allen zu zeigen was ich kann, führte dazu, dass ich mich mit Verpflichtungen, die ich mir selber machte überforderte und nicht in der Lage war das ganze zeitlich zu managen.

Jetzt:
Ich habe lange nachgedacht nach dem Blitzer, mit meiner Familie und mir Hahestehenden gesprochen, bin dabei zu dem Entschluss gekommen, dass ich mir zu viel zugemutet habe und es übertrieben habe.
Ich habe dabei eingesehen, dass ich weder mir selbst noch sonstwem gegenüber Schuldgefühle haben muss, dass ich nur zusehen muss, dass nun alles in geregelten Bahnen abläuft und ich auch mit der Hälfte des Arbeitseinsatzes noch gut dabei bin.
Diese Gespräche und auch das mit meinem Chef haben mir eine ganze Menge Druck genommen.
Denn von ihm zu hören, dass er zwar sehr beeindruckt davon war, dass ich mich so ins Zeug gelegt habe, dies aber absolut nicht notwendig sei und er sich selber schon gefragt hat wie lange ich das wohl aushalte, hat mir sehr viel Bestätigung geben.
Dass er mir sagte, dass es kein Problem ist wenn ich morgens im Stau stehe und später komme deswegen oder wegen Uni mal früher abhauen müsse, hat mir auch eine Menge Freiraum gegeben und somit eine Menge Stress genommen.

Insgesamt habe ich mein Leben etwas mehr strukturiert, habe mir einen effizienteren Zeitplan gestaltet, in welchem Zeit genug für meine Pflichten aber auch genug Freiraum für mich bleibt.
Außerdem bin ich davon abgekommen immer feste Zeiten festzulegen an die ich mich selber dnan kaum halten kann.
Dies gestalte ich nun wenn möglich etwas flexibler.


Naja usw eben ihr kennt ja die ganze Geschichte aus meinem Fragebogen.
Jetzt liegt mein Problem aber darin, dass ich selber sehe, dass ich nicht wirklich großartig problembewältigung betrieben habe.
Ich habe mir keine Hilfe gesucht, kann nicht viel berichten über Rückfälle oder Schwierigkeiten oder dergleichen.

Im Prinzip sag ich, ich habe mich nach dem BLitzer mit meinen Eltern und anderen zusammengesetzt, eingesehen, dass ich mich zu sher unter Leistungsdruck gesetzt habe, habe dies dann etwas zurückgefahren und mit etwas pragmatischen Lösungen (weniger Überstunden, besseres Zeitmanagement, nicht mehr übertrieben viel Lernen) kombiniert um so den Stress geringer zu halten.
Meint ihr das reicht als Aufarbeitung? weil wirklich viel von Gefühlen und schlechten und guten Erfahrungen berichte ich dabei ja nicht.
Ich habe so ein bisschen Angst, dass der GA sich durch einen Blitzer+Gespräch mit Eltern und Chef+Nachdenken nicht so ganz von meiner Verhaltensänderung überzeugen lässt.

samuel
22.03.2009, 23:12
Klar kannst Du noch für 1500 beim TÜV einen Kurs buchen, aber besser vorbereitet wirst Du nicht sein.

Deine Geschichte ist logisch und die Beispiele der Änderung sind nachvollziehbar und meiner Meinung nach ausreichend. Mach Dich nicht fertig, Du schaffst das.

Samuel

ace560
23.03.2009, 07:15
Ich hab über diese Art der Vorbereitung auch nachgedacht aber zum einen Kostet sie mich so viel wie drei MPUs und ich denke nach bei der dritten sollte ich es schaffen ;)
zum anderen vertraue ich dir und dem Rest des Forums hier mehr als so einem, der pro Stunde abrechnet.

Und wenn du sagst das reicht und ist gut so bin ich zufrieden.
Ich mach mir halt dennoch leicht Sorgen weil ich für die erste MPU einfach ne ganze Menge mehr gemacht habe und auch mehr zu erzählen hatte und das ja nun immerhin schon das zweite Mal ist, dass ich da sitze, was dem Gutachter die Sache ja auch nicht einfach macht.
Außerdem weiß ich immernoch nicht wie hoch die Messlatte bei so einer MPU liegt, ich weiß dass ich es letzte mal geschafft hab aber ob das gerade so eben ausreichte, genau richtig oder viel zu viel war, was ich damals gemacht habe weiß ich ja bis heute nicht.

Angst habe ich halt vor so fragen wie: "Erst durch den Blitzer ist ihnen aufgefallen, dass sie permanent zu schnell fahren?"
"Die Gespräche mit ihren Eltern haben gereicht um ihnen in kurzer Zeit klarzumachen, was ihnen Monate lang zuvor so nicht bewusst gewesen ist? und das haben sie dann von heute auf morgen geändert, indem sie sich etwas Bestätigung geholt haben, weniger Überstunde machen und den Zeitplan umgeschrieben haben?"
Das tiefe, steinige Tal der Veränderung habe ich damit ja nicht gerade durchlaufen.

Aber wie gesagt ich vertrau euch hier und wenn du sagst das reicht, dann glaube ich das :)

samuel
23.03.2009, 09:35
Aufgefallen ist Dir das schon eher, aber der innere Druck, die verschlafene Zeit nachzuholen, war größer als die Vernunft. Da Du ja vorher immer nur schlaff wrst, hattest Du in dem Zeitraum noch kein Gefühl für die nötigen Ruhephasen entwickelt.

Und das das nicht so lange gedauert hat, hast Du dem hilfreichen Eingreifen des Staates zu verdanken:D

ace560
23.03.2009, 21:52
Du bist echt gut ;)

ace560
25.03.2009, 14:52
Hey Leute,
ich habe heute einfach mal beim StvA angerufen, denen meine Geschichte geschildert und gefragt was mich nun erwartet.
Der SAchbearbeiter sagte mir, dass mir keine MPU droht, da es ja diesmal ein andere vergehen war.
Als ich nochmal explizit meine verlängerte Probezeit ansprach, sagte er ich dürfe ja 2 Verstöße innerhalb dieser Probezeit haben, bis ich mit einer MPU rechnen müsse.
Auch nach mehrmaligem Nachfragen ob er sich da sicher sei und ich mich darauf verlassen könnte bestätigte er mir, mir drohe keine MPU.
Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass er offiziell von der Blitzergeschichte noch nichts vorliegen hat sondern nur das weiß was ich ihm erzählt hab, dies war allerdings sehr ausführlich und lückenlos.

Nun vermute ich einfach mal, dass der Sachbearbeiter in dem Moment nur die Regelung mit den 2 B Verstößen im Kopf hatte und nicht daran gedacht hat, dass ich ja ein A Verstoß begangen habe, welcher direkt wieder zur MPU führt.

Der Sachbearbeiter mti dem ich telefoniert habe, ist genau der, der mich auch damals zur MPU aufgefordert hat.

Nun wirft sich natürlich bei mir die Frage auf, ob ich eine realistische Chance habe, um die MPU herumzukommen, weil der Sachbearbeiter entweder aufgrund mangelnder Rechtskenntniss oder vielleicht auch einfach aus menschenfreundlichkeit auf eine Aufforderung verzichtet.

K.Putnik
25.03.2009, 15:52
Naja, jetzt musst du einfach abwarten was der dazu sagt, wenn er das dann vorliegen hat. Alles andere wäre Spekulation.

MfG

samuel
25.03.2009, 17:44
Wir hatten hier auch schon Leute mit 3 Alkoholvergehen, die nicht gehen brauchten, weil der Sachbearbeiter der Meinung war, die wären ok.

Vorbereitet bist Du ja nun;)

Samuel

ace560
28.04.2009, 22:08
Ich hab übrigens immernoch keine Neuigkeiten.
Wie lange dauert es denn eurer Erfahrung nach in der Regel wie viel Zeit zwischen Bugeldbescheid und mpu aufforderung liegt?

Say
28.04.2009, 22:13
Bis die Führerscheinstelle was erfährt das kann dauern, erfahrungsgemäß ist da schlecht was zu sagen. Aber nachfragen willst du ja sicher auch nicht unbedingt.

ace560
29.04.2009, 19:03
Natürlich ungern, wi erwähnt hatte ich ja schon dort angerufen und man sagte mir da kommt nichts mehr.
Wäre ja traumhaft wenn das auch so kommen würde und es ist ja auch schon viel Zeit verstrichen.
Nur kann ich mich ja nicht drauf verlassen, wenn es tehoretisch sein könnte dass die mich noch ein jahr später zur MPU auffordern dann kann ich ja wirklich nur abwarten und zittern.

Say
29.04.2009, 21:55
Es wird dir wohl wirklich nichts anderes übrig bleiben, du weißt ja das die Vergehen erst nach der Probezeit getilgt werden und auch erst nach 2 Jahren.

ace560
31.05.2009, 17:08
So, ich werde nun mein Fahrverbot wohl oder übel morgen antreten.
ICh werde die FE morgen hier bei der Polizei abgeben, da diese ja zum Glück auch am Feiertag besetzt ist.
Was mich nun interessiert ist wie genau die Fahrverbotszeit berechnet wird.
Also wenn ich den Lappen morgen am 01.06. abgebe, bekomme ich ihn dann direkt am 01.07. zurück?
Spielt es eigentlich eine Rolle zu welcher Uhrzeit ich die FE abgebe? also könte ich theoretisch um kurz vor 0:00 Uhr meine FE abgeben und bekomme Sie trotzdem dann am 01.07. früh am Tag wieder oder wie genau berechnet sich das?

K.Putnik
31.05.2009, 21:30
Also wenn ich den Lappen morgen am 01.06. abgebe, bekomme ich ihn dann direkt am 01.07. zurück? Soweit ich weiss bekommst du ihn am 2.7 dann wieder.

Spielt es eigentlich eine Rolle zu welcher Uhrzeit ich die FE abgebe? also könte ich theoretisch um kurz vor 0:00 Uhr meine FE abgeben und bekomme Sie trotzdem dann am 01.07. früh am Tag wieder oder wie genau berechnet sich das?Es zählt das Datum, ich denke wenn du die Möglichkeit hast um die Zeit noch abzugeben könntest du den am 1.6. kurz vor 0:00 abgeben und am 2.7. kurz danach abholen.

Aber das kannst du ja morgen direkt an der Quelle nochmal nachfragen.

MfG

ace560
29.10.2010, 21:56
Ihr werdet euch kaputt lachen aber folgendes ist passiert:

Wegen der Geschwindigkeisüberschreitung ist tatsächlich bis heute nichts weiter passiert.

Heute kam allerdings ein Brief nach Hause in welchem Stand:

Am XX.XX.2010 wurde ein Video und Foto von mir gemacht, auf welchen zu erkennen ist, dass ich bei einer Geschwinsigkeit über 80km/h auf der Autobahn zu dicht aufgefahren bin (weniger als 3/10 des halben Tachowertes Abstand).
Gibt ansich schonmal 1 Monat Fahverbot 3 Punkte und 160€.
Zu dem meine Vorgeschichte...