PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein beantworteter Fragebogen -Drogen MPU am 13.2.12 (bin spät dran, entschuldigung!)


Matze2000
10.02.2012, 11:14
Erst mal ein dickes Lob meinerseits an die Verwalter dieser Seite!!!
Höchst informativ und wahnsinnig hilfreich für mich!

Ich weiß auch, dass ich extrem spät dran bin mit deinem Fragebogen, aber vielleicht hat ja jemand noch Zeit sich den anzusehen und mir Verbesserungsvorschläge zu geben.
Hab mir einfach mal alles von der Seele geschrieben, denke ich muss das für den MPU Fragebogen noch alles kürzen

Und los gehts:

Was ist passiert?
Drogensorte:THC
Konsumform (Dauer und Häufigkeit je Substanz): Gelegenheitskonsument, mehr dazu in meinem FB

Datum der Auffälligkeit: 23.03.2009

Drogenbefund
Blutwerte: THC (aktiv): 11 µg/L, THC-COOH: 48 µg/L
Schnelltest:ja
Beim Kauf erwischt: Nein
Nur daneben gestanden: Nein

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: Nein
Polizei hat sich mit den Blutwerten gemeldet: Ja
Verfahren gegen Bußgeld eingestellt: Ja
Verurteilt: Nein
Strafe abgebüßt: Ja

Führerschein
Hab ich noch: Nein
Hab ich abgegeben: Ja
Hab ich neu beantragt: Ja

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: Bei Überwachung des Telefonanschlusses eines damaligen Kollegen einige male angerufen, jedoch kein Nachweis, dass Drogen erworben wurden -> fallen gelassen, jedoch mit dem Vermerk, dass ein BtmG-Verstoß meinerseits Wahrscheinlich ist (2004)

Konsum
Ich konsumiere noch: Nein
Letzter Konsum: Oktober 2010

Abstinenznachweis
Haaranalyse: Ja 12 Monate
Urinscreen: Nein


Aufarbeitung
Drogenberatung: Nein
Selbsthilfegruppe (SHG): Nein
Psychologe: TÜV Süd lifeservice Gruppengespräche
Ambulante/stationäre Therapie: Nein


MPU
Datum:vorraussichtlich: 13.02.2012
Welche Stelle (MPI):TÜV Süd
Schon bezahlt?: Ja
Schon gehabt?: Nein


Altlasten
Bist du Rückfalltäter?:Nein

Matze2000
10.02.2012, 11:15
Was ist passiert?

Vorgeschichte:
Ich wurde am 23.03.2009 um 13:40 Uhr bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle aufgehalten, worauf hin ein Drogenschnelltest durchgeführt wurde der auf THC positiv war. Bei der Anschließenden Blutentnahme wurden folgende Werte festgestellt:
THC (aktiv): 11 µg/L
THC-COOH: 48 µg/L
Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?
mit etwa 13 Jahren in der Schule
Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
Im Sommer (etwa August) 1998. Ein damaliger Schulfreund kam bei mir zuhause vorbei und hatte etwa Gras dabei und hat mich gefragt ob ich das schon mal ausprobiert habe und ob ich lust hätte. Er hat das schon ein paar mal gemacht und es wäre super. Daraufhin war ich neugierig und wollte auch nicht als Feigling oder ähnliches da stehen.
Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Wie lange habt Ihr was in welcher Menge genommen?)
Anfangs stark sporadisch. Ich wusste ja nicht wo ich das Zeug bekommen kann, hatte nur sehr wenig Geld, also ausschließlich wenn meine wenigen Freunde die Gras geraucht haben etwas hatten (also ca. 1 mal im Monat die ersten knapp 2 Jahre). Mit der Zeit lernte ich die Leute kennen von denen die anderen ihr Gras bekamen, durch die Ausbildung war auch mehr Geld verfügbar und ich kaufte ab und zu kleine Mengen ein (Konsum etwa 1-2 mal wöchentlich). Im Laufe der Zeit stieg der Konsum stetig an, ich habe mir jedoch immer ein finanzielles Limit von 50 Euro pro Monat (also etwa 7 Gramm pro Monat, je nach Preis der Drogen) gesetzt.
2003 begann die Scheidungsprozedur meiner Eltern (hässliche Sache, Schlammschlacht, Eltern redeten nicht mehr miteinander und meine Mutter versuchte alles dagewesene zu zerstören Haus, Firma etc.) die ich mehr oder weniger versucht habe zu verwalten, gefolgt von einem Selbstmordversuch meiner Mutter bei dem ich versehentlich hineingestolpert bin (Erste-Hilfe, Reanimation etc. pp, das ganze Programm)... In dieser Zeit wurde mein Konsum höher weil ich mit der Situation vollkommen überfordert war (damals dann fast täglicher Konsum über 1 Jahr im Schnitt ca. 4 bis 5 Gramm die Woche).
Nach dieser Zeit erst einmal eine Auszeit genommen und mit dem Rucksack 6 Wochen durch Asien und dabei keinerlei Konsum. Wieder in Deutschland, alter Freundeskreis... langsam wieder mit dem Kiffen angefangen (anfangs nur sehr wenig bis ich wieder an der 50 Euro Marke angekommen war).
04.2006 für ca 1,5 Jahre nach Ägypten gegangen, dabei wiederrum kein Konsum.
Danach Studium begonnen und das Spiel wiederholte sich, wobei die 50 Euro Marke durch eine 75 Euro Marke ersetzt wurde (nicht mehr daheim gewohnt, konnte rauchen wann ich wollte oder vorsichtig sein zu müssen etc.). Während dieser Zeit regelmäßige Pausen von 4 bis 6 Wochen (2 mal jährlich), da ich in den Semesterferien immer in Ägypten zum arbeiten war.
Nach der Verkehrskontrolle den Konsum erst einmal stark reduziert. Allerding nie komplett aufgehört (bis auf die bereits erwähnten regelmäßigen Pausen). MPU nicht gemacht, Führerschein abgegeben da ich ihn als Student nicht benötigt habe. Über die Zeit wurde der Konsum auch wieder stärker aber nicht mehr so häufig wie zuvor (ca. 1,5 Gramm pro Woche).
Im August 2010 dann auf Drängen meiner Frau hin den Konsum komplett eingestellt. Im Oktober 2011 nochmalig einen Joint geraucht und mich, nachdem der berauschte Zustand abnahm so über mich selbst aufgeregt, dass ich für mich beschlossen habe das Zeug nicht mehr anzurühren.
Seit diesem Tag kein Konsum mehr
P.S.: Andere Drogen sind für mich nie zu keiner Zeit in Frage gekommen!
Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
Nein, habe diesen Fehler einmal gemacht und mir ging es so richtig dreckig danach. Das war mir eine Lehre!
Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
Über lange Zeit abstinent (bis etwa 2004). Danach gelegentlich ein Bier (meistens Radler) bzw. sporadisch ein Glas Wein zum Abendessen mit meiner Frau. Kein Rauschtrinken und nach 2 Bier ist Schluss.
Sonstige Suchtmitteleinnahme?
ca. 10 Zigaretten pro Tag
Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
Nein, nicht wirklich. Es gab zwar immer wieder seitens meiner Eltern stark negative Bemerkungen und Standpauken wenn sie bemerkt haben, dass ich geraucht habe, aber ich habe mir nicht eingestanden, dass da was dran ist. Ich habe mich gut gefühlt und dachte ich bin Herr der Lage. Außerdem hat sich das Gleichgültigkeitsgefühl eingestellt. Im nachhinein muss ich sagen war das allerdings eine komplette Fehleinschätzung meinerseits. Im Punkto Aufmerksamkeitsspanne, Aktivität, geistigen- und körperlichen-Fitness, dem Bewusstsein im eigentlichen Sinne etc. war ich weit nicht auf der Höhe.
Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
Ja, da ich die negativen Folgen nicht wirklich erkannt habe.


Auffälligkeit:

Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
THC (aktiv): 11 µg/L, THC-COOH: 48 µg/L
Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
Knapp ein Gramm von Mo - Do, Fr - So an einem Joint auf einen Konzert mitgeraucht
Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
um ca. 01:00 Uhr einen Joint um ca. 06:00 Uhr einen halben Joint und um ca. 10:00 Uhr einen halben Joint.
Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
Ich konnte keinen Schlaf finden, darum habe ich einen Joint geraucht. Als ich mich am frühen morgen wieder im Bett wälzte habe ich nochmal einen halben geraucht. Als ich das Spiel dann zum 2. mal machte habe ich den restlichen Joint noch weggeraucht, da ich im 11:45 eine Besprechung für eine Studienarbeit hatte und noch ein bisschen schlafen wollte.
Wie sind Sie auffällig geworden?
Allgemeine Verkehrskontrolle
Nur für die, die im Straßenverkehr ermittelt wurden(auch Parkplatz):
Was war der Zweck der Fahrt?
Ich war auf dem Heimweg von der FH
Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?
ca. 5 km hin und zurück
Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluß im Straßenverkehr unterwegs?
häufiger. Meist Bequemlichkeitsfahrten zum Supermarkt, schnell nochmal in die Firma weil ich was vergessen hatte bzw. der Alarm ging, verschlafen und Bus verpasst (während der Studienzeit), etc.
Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
Ich habe den Konflikt nicht gelöst. Bei Kurzstecken Innerorts meist öffentliche Verkehrsmittel benutzt, aber halt nicht immer. Auf Langstrecken (z.B. zu meiner Freundin in die Schweiz) nie berauscht gefahren, da ich dabei kein gutes Gefühl gehabt hätte (Konzentrationsschwächen, Müdigkeit etc.). Bei Kurzstrecken Innerorts war ich da gedankenloser ("ist ja nur kurz mal um die Ecke, was soll schon passieren, das passt schon, ich fahr ja vorsichtig..."). Nach dem ich aufgehalten wurde, gab es dann keine Drogenfahrten mehr.
Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluß ein KFZ zu führen?
(Beschreibung bitte für die zutreffende Substanz)
die Reaktionsfähigkeit wird verringert, die Konzentration wird verringert, durch die verengten Pupillen wird man leichter geblendet bzw. wird die Nachtsicht beeinträchtigt, die Müdigkeit steigt, man lässt sich leichter ablenken, man erkennt Gefahrensituationen zu spät und/oder zu langsam.
Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluß?
mindestens 12 Stunden. Durch die Nachwirkungen (z.B. starke Müdigkeit am nächsten Morgen etc.) meiner Meinung nach etwa 24 Stunden.
Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
Ja: Abhängigkeit, abrutschen in Beschaffungskriminalität, gesellschaftlicher-, beruflicher- und sozialer-Absturz, starke Vergesslichkeit, medizinische Folgen wie Psychosen, paranoide Schizophrenie in Einzelfällen, Depressionen

Matze2000
10.02.2012, 11:16
Warum ist es passiert?


Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?
Anfangs Neugier und man wollte dazu gehören zu den "Coolen". Später um besser abschalten zu können und, da ich schon immer einen mißerablen Schlaf hatte, um besser schlafen zu können. Da der Freundeskreis sich fast ausschließlich aus Kiffern zusammensetzte gab es noch eine soziale Komponente.
Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
Da wie schon erwähnt, der Freundeskreis fast ausschließlich aus Kiffern bestand und mein Konsum verglichen mit anderen dieser Gruppe noch eher gering war, hat sich mein Freundeskreis nicht darüber geäußert. Meine Eltern und Großeltern jedoch haben mich permanent dazu gedrängt aufzuhören. Ich habe das ganze jedoch immer heruntergespielt und die Bedenken nicht ernst genommen ("Ich habe das schon im Griff..."). Dazu kam noch die Gleichgültigkeit durch das Kiffen, deshalb habe ich an meiner Situation damals nichts geändert.
Als dann der Führerschein weg war, das Studium dem Ende zuging und meine damals noch Freundin, mittlerweile Frau, mich mal ins Gebet genommen hat (bzgl. Jobaussichten ohne FS, Zukunftsplanung , dass sie jetzt die Schnauze voll hat für mich immer das Taxi spielen zu müssen etc.) habe ich das erste mal realisiert, dass ich jetzt wirklich etwas ändern muss.
Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?
Einmal: Während der Scheidung meiner Eltern und dem Selbstmordversuch meiner Mutter (bereits im Punkt Wie sah der Konsum aus? beschrieben). Diese Situation hat mich über die Grenzen meiner Belastungsfähigkeit strapaziert.
Haben Sie sich an Jemand um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden?
(Warum, wann, wer?)
Meine Frau hat mich dabei sehr stark unterstützt. Vor allem habe ich mit ihr viel über die Veränderung, vor allem in den ersten Wochen und Monaten nach dem letzten Konsum, geredet die mir selbst aufgefallen sind, vor allem aber hat sie mich häufig auf die positiven Veränderung die ihr an mir aufgefallen sind hingewiesen (nicht mehr so vergesslich, leistungsfähiger, bei vielen Entscheidungen bedachter, lebensfroher und aktiver etc.).
Ich habe auch anfangs noch absichtlich den Kontakt zu meinen alten Kifferfreunden gesucht, um mich selbst zu testen, wie und ob mir ohne Kiffen etwas fehlt, wenn die Möglichkeit des Konsums quasi vor meiner Nase liegt. Dabei ist mir aufgefallen, dass (als Kiffer philosophiert man ja gerne und man denkt jedesmal wieder aufs neue, dass man so bahnbrechende Erkenntnisse in diesem "bewusstseinserweitertem" Zustand macht...) die ganzen Gespräche die bekifft geführt wurden so stupide und sinnlos waren. Ich habe diese Eindrücke dann oft mit meiner Frau und meinem Vater besprochen, die mich in meinen Beobachtung bestätigt haben.
Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
nein
Hatten sie Konsumpausen/spitzen?
Warum? Wann?
Ja, einmalig Konsumspitze währende der Scheidungsphase meiner Eltern bzw. dem Selbstmordversuch meiner Mutter 2003. Sonst durch gewöhnen an gewisse Mengen ein schleichend ansteigender Konsum, wobei ich mir immer eine maximale Grenze gesetzt habe. Durch regelmäßige Pausen und der dadurch Entwöhnung hat sich der Konsum danach wieder reduziert. Dieses hin und her kam dann häufiger vor.
Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?
Eine innere Unruhe; habe ständig über zu lösende Probleme (durchaus auch Lapalien) nachgedacht und versucht Lösungsstrategien zu entwickeln. Diese Probleme haben mich dann so intensiv beschäftigt, dass ich noch weniger schlaf gefunden habe. Wenn ich einen Joint geraucht habe hat sich wieder das Gleichgültigkeitsgefühl eingestellt und ich konnte besser darüber hinwegsehen. Im nachhinein betrachte habe ich natürlich nur die "Syptome und nicht die Krankheit" bekämpf. Mittlerweile habe ich gelernt, mich anderweitig abzulenken (Musik machen, Sport, mit anderen interessen auseinander setzen...) um einen klaren Kopf zu bekommen. Ich bespreche Dinge die mich stark beschäftigen jetzt auch mit meiner Frau bzw. neuen Freunden, was ich früher nicht gemacht habe (falsche Schaam)
Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?
Wäre mein Konsum stärker geworden und in täglichen Konsum ausgeartet dann ja. Durch die regelmäßigen Pausen und die fixen Limits die ich mir gesetzt haben habe ich versucht mich dagegen abzusichern. Desweiteren habe ich einige Freunde im Drogensumpf abstürzen sehen und war gewarnt, was die Folgen von Mischkonsum, härteren Drogen bzw. dem exzessiven Konsum von Canabis und Alkohol betrifft.
Waren sie Drogenabhängig?
Nein, durch meine Rauchpausen habe ich regelmäßig Kontrolliert ob ich mit dem Konsum noch aufhören kann oder ob es mir schwer fällt.

Matze2000
10.02.2012, 11:17
Wieso passiert das nicht wieder?

Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?
Ja, durch einen anderen Freundeskreis, dem verlangen nach einem bewusteren Leben und dem Ergründen meiner inneren Unruhe, anstatt der Beteubung.
Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?
Der Auslöser war, dass für mich demnächst ein neuer Lebensabschnitt beginnt (abgeschlossenes Studium, heirat, neuer Lebensraum und Umfeld in der Schweiz, neue Arbeit, neues Haus etc.). Dafür ist der Führerschein für mich zwingend notwendig. Aufmerksam wurde ich darauf, nachdem meine Frau ein ernstes Wort mit mir geredet hat. Mittlerweile habe ich für mich bemerkt, dass ein Leben ohne Drogen viel lebenswerter ist, da man es bewusster Wahrnimmt und das für mich einen großen Zuwachs an Lebensqualität darstellt. Die verkiffte Zeit ist für mich heute rückblickend vergeudete Zeit meines Lebens, da ich nüchtern sehr viel mehr erreichen hätte können und ich mich lange selbst eingebremst habe.
Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)
Nach dem Streitgespräch mit meiner Frau habe erst "um es ihr zu zeigen, dass ich aufhören kann" keine Drogen mehr Konsumiert. Am 26. Oktober 2011 hatten wir dann einen heftigen Streit, wonach ich zuhause angekommen, mich so stark aufgeregt habe, dass ich nochmal einen Joint geraucht habe um erst mal abzuschalten und wieder runter zu kommen. Nachdem die berauschte Wirkung nach ein paar Stunden nachgelassen hat habe ich dann realisiert, dass ich gerade knapp 2 Monate Abstinenz zum Fenster raus geschmissen habe und immer noch vor dem selben Problem sitze wie vor ein paar Stunden, sprich sich meine Situation nicht geändert hat. Der nächste Gedanke war, dass der ganze Plan den wir für unsere Zukunft geschmiedet haben jetzt beim Teufel ist.
Dabei wurde mir das erste mal so richtig klar, dass das Kiffen meine Probleme nicht lösen kann, sondern sie lediglich unterdrückt.
Ich habe dann alle meine noch vorhandenen Rauchutensilien erst einmal vernichtet und ab diesem Abend habe ICH mich ganz bewusst für abstinentes Leben entschieden.
Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht für gelegentlicher Konsum in betracht?
Weil ich das Leben ohne Drogen besser genießen kann. Ich habe gelernt Situationen in denen ich früher einen Joint geraucht habe viel produktiver zu meistern und dabei den Kern zu bearbeiten und nicht die Auswirkungen zu unterdrücken. Es bleibt auch immer das Risiko, dass aus dem gelegentlichem Konsum, häufigerer Konsum wird und mit diesem Teil meines Leben will ich abgeschlossen haben!
Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?
Anfangs war immer noch eine Lust zu verspüren mal an einem Joint zu ziehen, was jedoch schnell nachgelassen hat. Ab dem 26.10. habe ich mich dann so bestärkt in meiner Entscheidung gefühlt, dass diese Lust wie weggeblasen war. Wenn mir ein Joint angeboten wurde habe ich dankend mit den Worten "nein danke, das ist nichts mehr für mich" abgelehnt. Dabei hatte ich ein Gefühl von Stärke. Das hat sich furchtbar gut angefühlt. Seitdem fällt es mir auch sehr viel leichter über mein vorheriges Leben zu sprechen, sei es mit alten Bekannten die nichts von meinem Konsum wussten oder auch mit mehr oder weniger flüchtigen Bekannten.
Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
Meine Frau und mein Vater, durch viele Gespräche in denen wir über die Veränderungen an mir diskutiert haben. Das Verhältnis zu meinem Vater hat sich durch die Abstinenz zusätzlich noch verbessert, da meine Meinung in vielen Situationen für ihn jetzt noch wichtiger geworden ist, was wiederum mir ein sehr gutes Gefühl gibt.
Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?
Sehr gut! Die Akzeptanz in der Familie (vor allem bei meinem Vater) ist gestiegen. Da Verhältnis zu meiner Frau könnte besser nicht mehr sein (war vorher durch meinen Konsum manchmal etwas belastet). Auch von Seiten meiner Studienkollegen gab es durch die Bank nur positiven Zuspruch und auch hier ist die Akzeptanz stark gestiegen (bzgl. Hilfe bei Problemen, Fragestellung) etc.
Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?
Ja. Bis kurz nach dem Zeitpunkt als ich mich für die Abstinenz entschieden habe. Erst noch um mich selbst zu testen, ob ich schwach werde wenn ein Joint vor mir durch die Runde geht. Die gemeinsamen Interessen waren jedoch nicht mehr gegeben und bei Gesprächen mit bekifften Leuten wurde mir zusehens langweilig, da die Gesprächsthemen stupide waren und die Witze und Sprüche die bekifft lustig waren, nüchtern eben einfach keinen Sinn ergaben. Daraufhin habe ich zusehens weniger mit meinen alten Freunden zu tun gehabt, bis sich der Kontakt verloren hat.
Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?
siehe oben.
Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?
Ich werde nicht mehr Konsumieren. Wenn mir Cannabis oder ein Joint bzw. ähnliches angeboten wird lehne ich dankend ab.
Haben Sie zu Hause Cannabis?
nein
Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluß ein KFZ zu führen?
Da ich nicht vorhabe noch einmal Drogen zu konsumieren, komme ich nicht in die Versuchung ein KFZ berauscht zu führen.
Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?
Indem ich wieder Lust verspüren würde an einem Joint zu ziehen. Ein drohender Rückfall beginnt meiner Meinung nach mit den ersten Anzeichen.
Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?
Sehr gering. Ein Bier/Ein Glas Wein pro Woche.


Ich sag schon mal Danke an alle die mir noch Tips geben können!
also Danke!!!