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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : MPU ohne Alk & ohne Drogen


avery
07.04.2005, 12:45
Hallo liebe Gemeinde,

auch ich muss zur MPU. Hier meine Geschichte:

Wegen fahrlässiger Strassenverkehrsgefährdung (rechts überholt und ausgebremst, ohne Schaden) und bis dahin angesammelter Punkte musste ich 1997 zur MPU. Auf diese habe ich mich überhaupt nicht vorbereitet und bin natürlich durchgefallen (Tests usw. bestens, aber das Psychol.-Gespräch war negativ). Kurz darauf ohne richtige Vorbereitung wieder durchgefallen.

Dann bin ich für 5 Jahre in die USA gegangen, habe dort meinen amerikanischen FS gemacht und habe dann noch 2 Jahre in Rom gelebt, wo ich ja mit dem amerikanischen FS fahren konnte.

Seit August 2004 bin ich wieder in D und bin ohne gültigen FS gefahren (der amerikanische gilt in allen Ländern der Welt, aber bei entzogener FE nicht in D). Natürlich kam ich in eine Verkehrskontrolle (Sonntags vormittags beim Brötchenholen...), das war im September 2004. Die Verhandlung hatte ich im März 2005 und habe "nur" eine Geldstrafe von € 1200,- bekommen, keine Sperre.

Den FS habe ich beim Strassenverkehrsamt beantragt und nun habe ich erneut die Aufforderung zur MPU bekommen, danach bräuchte ich nur nochmal die theor. & praktische Prüfung in einer Fahrschule machen oder evtl. beseht auch die Mögklcihkeit, den Schein umschreiben zu lassen. Mein Anwalt hat mir zur mpu-GmbH geraten.

Das eigentliche Problem ist, dass ich zwar weiss was ich für Fehler gemacht habe, daraus gelernt habe aber dies eigentlich auch schon bei den ersten beiden MPU´s gesagt habe und dies negativ ausgelegt wurde. Konkret geht es nur um diese drei Fälle, 2 weitere kommen lt. meinem Anwalt nicht mehr bei der MPU ins Gespräch, da sie älter als 10 Jahre sind (waren nochmal 2 Geschwindigkeitsüberschreitungen).

1. Dez. 1996: Strassenverkehrsgefährdung in Tateinheit mit Nötigung

2. Jan. 1997: Überschreiten der zul. Höchstgeschw. um 36 km/h ausserorts

3. Sep. 2004: Fahren ohne Fahrerlaubnis

Im ersten Fall habe ich jemanden, der auf einer Autobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung links mit unter 100 km/h fuhr, nachdem ich einige km hinter ihm herfuhr rechts überholt und mich sehr knapp vor ihn gesetzt, wodurch er zu einer Bremsung gezwungen wurde. Dies gab wegen Nötigung und fahrlässiger Strassenverkehrsgefährdung 7 Punkte.

Im zweiten Fall bin ich nachts auf einer leeren 3-spurigen Autobahn 137 statt der zulässigen 100 km/h gefahren, gab 3 Punkte.

Den dritten Fall habe ich oben geschildert.

Hier ein paar Auszüge aus den damaligen Gutachten, wie gesagt von 1997:

...behautet, aus den gemachten Fehlern "eine Lehre gezogen" zu haben, ohne diese "Lehre" inhaltlich darstellen zu können

...zeigt deutliche Hinweise auf eine unbewußte bzw. noch verdeckt gehaltene psychische Konfliktlage

...es besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Verstösse gegen verkehrsrechtliche Bestimmungen

...zukünftig eine ausreichende Verhaltenskontrolle im Sinne regelkonformen Führens von Kfz nicht erwartet werden kann

...im Rahmen von Selbstüberschätzung und egozentrischer Fixierung auf persönliche Interessen weitgehend ungehemmt gegen Verkehrsregeln verstösst, wenn ihm dies subjektiv empfundene Vorteile einbringt

...aufgrund der weitgehend fehlenden Aufarbeitung des früheren Problemverhaltens kann xxx auch keine konkreten oder differenzierten Strategien zur zukünftigen Deliktvermeidung darstellen

...es fanden sich keine konkreten Hinweise auf ein grundlegend verändertes Selbstkonzept, so dass eine positive Prognose nicht begründet werden kann

Worum es mir geht ist, dass ich meine Fehler eingesehen und daraus gelernt habe. Ich habe in den vergangenen 8 Jahren ca. 200.000 km gefahren, natürlich mit FS im Ausland. Ich halte mich an Geschwindigkeitsbegrenzungen ebenso wie an alle anderen Regeln. Natürlich wird es schwer zu erklären, warum ich dann in D ohne gültige FE gefahren bin.

Ich hoffe, dass mir jemand bei meiner Vorbereitung auf die nun anstehende MPU helfen kann, diesmal möchte ich auf alles vorbereitet sein, was an Fragen durch den Psy auf mich zukommen kann.

Viele Grüsse,

avery

avery
07.04.2005, 12:52
Obwohl ich mich im Forum angemeldet habe, ist mein Status nichtregistrierter Gast, ich hoffe ich darf trotzdem auf Antworten hoffen.

Viele Grüsse

avery

[geändert von avery am 04-07-05 at 12:56 PM]

blossom
07.04.2005, 12:56
hallo avery
Schau mal bei sun_goku im Tread der hat ein ähnliches Problem.

Du hast die ganze Zeit einen Lappen gehabt und bist auch gefahren. Ist doch schon mal gut, da kannst du von positiven Veränderungen was erzählen. Wichtig ist die Aufarbeitung von deinen alten Gewohnheiten.

avery
07.04.2005, 13:19
Hallo blossom,

den Thread hatte ich mir schon angeschaut, er war wirklich ein Raser. Dieses Problem hatte ich nicht ganz so stark, ich brauchte keinen Geschwindigkeitsrausch, hab den Bogen nur auf nächtlichen Langstrecken-Autobahnfahrten überzogen, weil ich schneller ankommen wollte und ehrlichgesagt nicht eingesehen habe, warum ich auf einer 3-spurigen freien Autobahn nur 100 km/h fahren sollte.

Ich werde heute abend einmal alle Fälle schildern, so wie ich es bei einer MPU machen würde. Da meine anderen Gutachten dummerweise in der FS-Akte sind, muss ich im grossen und ganzen bei meinen alten Ausführungen bleiben, die auch der Wahrheit entsprachen.

Viele Grüsse

avery

avery
07.04.2005, 16:33
Nochmal ein kurzer Einwurf: Unterscheiden sich die Prüfstellen? Ich wollte eigentlich zur mpu GmbH, hatte aber nun mehrfach gelesen, dass einige bei der PIMA GmbH waren. Damals war ich beim TÜV und möchte nicht nochmal dahin.

Und wenn ich z.B. ein Beratungsgespräch bei der mpu GmbH mache, in dem ja auch das Psycho-Gespräch wie im Rahmen einer MPU durchgeführt wird, der Berater nicht ganz zufrieden ist und ich dann ein paar Tage später dort zur MPU mit abgewandelten Antworten aufkreuze - könnte dies Nachteile haben? Ich dachte dann an Beratungsgespräch bei dem einen, MPU bei einem anderen Institut? Einen Praxis-Probe-Lauf würde ich schon gern machen.

Und könnte einer der anwesenden "Profis", evtl. samuel oder blossom, die möglichen Fragen zu meinen 3 Delikten nennen? Ich würde diese dann gern beantworten und wüsste dann gern, ob das so ok wäre?

1. Dez. 1996: Strassenverkehrsgefährdung in Tateinheit mit Nötigung

2. Jan. 1997: Überschreiten der zul. Höchstgeschw. um 36 km/h ausserorts

3. Sep. 2004: Fahren ohne Fahrerlaubnis

Viele Grüsse und im voraus einen Riesen-Dank an dieses Forum

avery

[geändert von avery am 04-07-05 at 04:41 PM]


[geändert von avery am 04-07-05 at 04:43 PM]

samuel
07.04.2005, 20:13
@ avery!

Das kannst Du so machen, ein Institut Vorgespräch eins zur Begutachtung.
Derjeneige der das Vorgespräch macht, begutachtet nicht, Du kannst also auch beim selben MPI zur MPU.

MPU ist immer das gleiche Lied:

1.) Was ist passiert.
2.) Warum ist es passiert.
3) Warum passiert es jetzt nicht mehr

Sich einfach nur an die Regeln halten, reicht nicht, Du mußt auch begründen können, warum. Was für Fragen genau Dir der Gutachter stellen wird, kann Dir nur der Gutachter sagen. Aber Du mußt wissen, warum es Dir egal ist, wenn da 100 steht und Du 150 fährst.

PS: Wer mit 200 über die Piste rauscht, der ist nicht schneller da, weil er öfter Tanken muß und die rausgefahrene Zeit so wieder verbummelt.

Samuel

Dj Guy Salama
07.04.2005, 20:52
aber nicht wenn ich nur eine strecke fahre die grade so lang ist wie der tankinhalt es zulässt ! so bin ich schneller da , habe vorschriften missachtet und mehr sprit verbraucht ! aber ich bin als erster da ! ein geiles gefühl http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/biggrin.gif !!!!!!!

lifandi lif undir hamri

avery
07.04.2005, 21:39
@ samuel

Danke für die prompte Antwort. Ich bin begeistert, wie Du einigen hier bei den wichtigen Kleinigkeiten auf die Sprünge geholfen hast.

Ich versuch´ es mal mit meinen Erklärungen.

Durch den Verlust meines Führerscheins habe ich auch meinen damaligen Job verloren. Dies war ein Wendepunkt in meinem Leben, denn ich war mit meinem Leben nicht zufrieden, hatte teilweise falsche Freunde, der Job hat mir keinen Spass gemacht und nun war es Zeit für eine komplette Veränderung. Ich bin ins Ausland gegangen, habe in den USA und in Canada gelebt. Dort habe ich auch meinen US-Führerschein gemacht. Dann habe ich meine neue Freundin kennengelernt, mit der ich bis heute glücklich bin. Wir sind dann nach Italien gezogen und haben dort 2 Jahre gelebt, da der US-Führerschein auch dort gültig ist bin ich natürlich über die komplette Zeit Auto gefahren und habe mir nichts zu Schulden kommen lassen. Um zu vermeiden, dass ich zu schnell fahre, habe ich meine Zeit besser eingeplant, und wenn es doch mal zeitlich knapp werden sollte, komme ich lieber zu spät als dass ich gegen die Regeln verstosse (dass man in Neapel fahren muss wie eine Wildsau und man einen Auffahrunfall riskiert, wenn man an einer roten Ampel anhält, werde ich dem Psycho natürlich nicht erzählen). Insgesamt bin ich viel ausgeglichener als früher, bedingt durch mein nun zufriedenes Leben, meine Selbständigkeit die mich erfüllt, durch alte und neue gute Freunde und natürlich meine Freundin. Wir haben vor, noch dieses Jahr zu heiraten und für Nachwuchs zu sorgen.

1. Dez. 1996: Strassenverkehrsgefährdung in Tateinheit mit Nötigung

Ich fuhr auf der Autobahn hinter jemandem her. Er fuhr langsamer als mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit auf der linken Spur, obwohl die rechte frei war. Nachdem ich einige Zeit hinter ihm herfuhr und durch Blinkzeichen zu verstehen gab, dass ich gern überholen möchte, ihn das aber nicht interessiert hat, habe ich ihn rechts überholt und bin knapp vor ihm wieder eingeschert. Es hat mich einfach überkommen, weil er mich so aufgeregt hat.

Aus heutiger Sicht würde ich so etwas natürlich nie wieder tun, ich habe eine gefährliche Situation herbeigerufen, zum Glück ist nichts passiert. Ich habe meine Interessen über die des anderen gestellt, dies war falsch. Jeder Verkehrsteilnehmer ist gleichberechtigt und wenn sich jemand nicht an die Regeln hält, kann es für ihn und natürlich auch für andere gefährlich werden.

2. Jan. 1997: Überschreiten der zul. Höchstgeschw. um 36 km/h ausserorts

Ich befuhr nachts eine 3-spurige Autobahn, es war kaum Verkehr. Die zul. Höchstgeschwindigkeit war 100 km/h, ich fuhr ca. 140 km/h. Ich wollte schnell nach Hause, weil ich mich mit meiner damaligen Freundin gestritten hatte und sie nun anrufen wollte.

Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass ich mich strikt an Geschwindigkeitsbegrenzungen halte, wie schon erwähnt plane ich meine Zeit besser und weiss nun auch, dass es nichts bringt schneller zu fahre, weil man im Endeffekt nicht schneller ankommt. Auch da hat mir die Zeit in Amerika geholfen, wo man auf Autobahnen generell nur 65 mls, also ca. 100 km/h fahren darf.

3. Sep. 2004: Fahren ohne Fahrerlaubnis

Ich fuhr ca. einen Monat nach meiner Rückkehr nach D an einem Sonntagmorgen zum Brötchenholen, um meine Freundin mit einem schönen Frühstück zu überraschen. Kurz vorm Bäcker hat eine Polizeistreife eine allgem. Verkehrskontrolle durchgeführt, ich hatte keinen gültigen FS.

Dies wird am schwierigsten zu erklären, ich bin mir noch nicht sicher was ich erzählen soll. Am liebsten wäre mir die Wahrheit, aber ich glaube das will der Psycho nicht hören, es klänge so:

Ich bin in dem Monat ständig gefahren, weil ich vergessen hatte, dass ich keine gültige FE hatte. -> Nicht so gut.

Die andere, wenn auch unglaubhafte Variante wäre:

Ich bin nicht in D gefahren, ausser diese eine Fahrt zum Bäcker. Und ich bin froh, dass Sie mich erwischt haben. Es war ein Ausrutscher, und ich bin mir jetzt mehr denn je im Klaren darüber, was es für Konsequenzen haben kann, ohne Versicherungsschutz zu fahren.

Insgesamt habe ich mich arrangiert, ich brauche den Führerschein nicht unbedingt, hätte ihn aber trotzdem gern wieder.

Ich wäre über jede noch so kleine Anmerkung zu meinen Ausführungen froh, denn der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail. Samuel, was für Fragen könnte ein Gutachter einwerfen, Du hast in anderen Fällen immer so gute Beispiele parat gehabt?

Viele Grüsse und nochmals http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/respekt.gif an dieses Forum

avery

blossom
08.04.2005, 00:00
@avery
wie schon erwähnt wurde der Ablauf ist immer der gleiche.

Warum bist du ständig zu schnell gefahren, war es der Adrenalienkick oder dein 200PS Auto um zu zeigen wie toll du bist.....
Was hat dich immerwieder dazu veranlasst gegen die Regeln zu fahren, hattest du deine eigenen Regeln....
Versuch deine Aussagen mal etws konkreter zu formulieren, welche Gedanken und Gefühle hattest du dabei.

Fahren ohne Fahrerlaubnis....
Mir wurde gesagt das ich den FS innerhalb einen Monat umschreiben lassen muss, mir war nicht klar das ich so lange nicht fahren darf.

avery
08.04.2005, 00:08
@blossom

Das mit dem FS umschreiben ist eine gute Idee, somit hätte ich es nicht vorsätzlich, sondern nur fahrlässig getan, oder ist dem Psy das egal?

Mit dem zu schnell Fahren ist das so ´ne Sache. War ja nur 1 mal im relevanten Zeitraum und ich muss niemandem etwas beweisen, schon gar nicht nachts auf der AB. Ich hatte einfach nur einen Brass auf meine damalige Freundin und wollte nach Hause. Aber wie erkläre ich meine Gefühle für eine solche Situation?

blossom
08.04.2005, 00:18
@avery

Warum musstest du dann so rasen, hättest ja aus frust auch in den Wald gehen können und mal richtig los schreien... nein du brauchtest den Kick du warst schon auf 180 und konntest so deinen Brass verarbeiten...

avery
08.04.2005, 00:27
@blossom

Ich bräuchte zwar eine verständliche Erklärung, aber das mit dem Kick ist es irgendwie nicht. Es war nur das eine Mal und wenn ich einen Kick bräuchte oder mich in einen Geschwindigkeitsrausch versetzen will, fahre ich auf der leeren AB nicht 140, sondern 250 (ok, damals im Golf GTI 220 http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/zwink.gif ). Gibt es ncoh ein anderes Beispiel, mit dem ich mch vielleicht identifizieren könnte? Irgendwas mit dem Streit mit der Freundin?

blossom
08.04.2005, 00:40
@avery

das du nur einmal zu schnell gefahren bist und gleich erwischt worden bist nimmt dir keiner ab. Auch hier gibt es Statistiken die etwas anderes sagen. Denk mal über dein gesammtes Fahrverhalten nach nicht nur über die eine Sache. Du musst schon selber heraus finden warum das so gewesen ist. Was hat dir daran gefallen und was war nicht so gut. Mir hat es früher gefallen mit 250 über die Autobahn zu fegen, daß war wie Fliegen und frei sein zu gleich.

avery
08.04.2005, 00:50
@blossom

Hast recht, für den Psy sind 140 auch rasen, ich bin noch mal in mich gegangen und komme zu folgendem Schluss:

Nachdem ich mich mit meiner damaligen Freundin gestritten hatte, brauchte ich einen Kick. Diesen bekam ich, als ich schneller als erlaubt gefahren bin. Dies hat mir ein wenig Ablenkung geboten und ich konnte die Sache leichter verarbeiten.

Heute kann das nicht mehr passieren, da ich mich ausgiebig mit dem Sinn und Zweck von Regeln beschäftigt habe und nun weiss, dass Regeln dafür da sind, eingehalten zu werden. Ich bin viel ruhiger und beherrschter geworden, ich brauche mich nicht mehr abreagieren oder dergleichen.

Dann kommen sicher Fragen wie: "Sind Sie öfter zu schnell gefahren, um sich abzureagieren? Was haben Sie gefühlt, als Sie zu schnell gefahren sind?", oder?

Ist der Rest meiner Erzählung denn ok (Wendepunkt, neue Freundin, Heirat, ...)?

[geändert von avery am 04-08-05 at 01:10 AM]

blossom
08.04.2005, 01:13
@avery

habe mir letzte Woche den neuen Porsche 911 gekauft...wau...420PS und 330Spitze. Heute beim Heim Fahren,so gegen 23.00 Uhr, musste ich ihn mal ausfahren, man war das ein Gefühl. Das Ding liegt wie ein Brett auf der Strasse und bei 280 dachte ich...oh der hat ja noch ein Gang, also rein damit und da kam nochmal voll Schub, unbeschreiblich. Die Daimler haben förmlich gestanden auf der rechten Seite. Ich dachte ich bin Gott. Kennst du das Gefühl??

mr.leichtsinnig
08.04.2005, 09:23
ich mit meinem mini cooper s bin zwar nicht ganz so flott unterwegs, aber so n bissl kenn ich das gefühl!!

samuel
08.04.2005, 20:36
@ avery!

Vergiß erst mal was Dein Anwalt Dir erzählt hat. Auch wenn drei Sachen theoretisch nicht mehr verwendet werden dürfen, sind diese doch noch relevant, weil Sie mit zu Deinem Lebenslauf gehören. Das sind nur die aktenkundigen, also die Spitze des Eisbergs.

Sie es mal so, wenn ein Alksünder als Kind oft von seinem besoffenen Vater verprügelt worden ist, dann ist das mit 40 Jahren rein rechnerisch schon lange verjährt, kann aber trotzdem noch der Grund für den akuten Mißbrauch sein.

Fang also mit Deiner Kindheit an, wenn Du beim Psycho sitzt.
Erzähl Ihm irgendwas, was schief gelaufen ist. Das bastelst du Ihm als Grund für Dein mangelndes Unrechtsbewußtsein bei Verkehrsverstößen und (Was weiß ich) im richtigen Leben.
Dann hast Du hier Deine Zelte abgebrochen und bist in die Staaten (Flucht anstelle die Probleme hier in Angriff zu nehmen) und nun bist Du über Italien zurück zum Ort Deiner Untaten gekommen.

Das auch noch zu früh, da die Aufforderung zur MPU noch besteht.
Also solltest Du Dir was einfallen lassen, was Dich zu einer Änderung bewogen hat, was im Zusammenhang mit obigen Vorfall steht und dessen Aufarbeitung beinhaltet.
"Ich habe meine Lehren daraus gezogen" hört er jeden Tag, von jedem und wenn er fragt wie, dann hört er weiß nicht oder so. Also negativ!!!!!!!!!!!!

Beispiel: Du mußtest als Kind immer Kochkäse essen, das hat Dir allen Käse so verleidet, daß Du schon am ausrasten warst, wenn das Wort Käse nur erwähnt wurde.
Dann hast Du in den Staaten auf einer Farm gearbeitet und dort eine schicke Tante kennengelernt, die Dich in die Kunst des Käsens eingeführt hat und Du nun weißt, daß nicht die ganze Welt aus Kochkäse besteht, sondern auch aus Limburger oder Emmentaler und daß es eigentlich kein Grund zum Ausraten gibt, selbst dann nicht, wenn der Käse gekocht wird.

So hat es der Psycho im harten Studium gelernt und so will er es hören.

Ich hoffe du kannst damit was anfangen.

Samuel

avery
19.04.2005, 19:47
Endlich wieder im Internet, Italien ist in dieser Beziehung wirklich ein Entwicklungsland...

Danke samuel und blossom für die Tips, ich habe mir ausgiebig Gedanken darüber gemacht.

Also, der Grund meiner Verkehrsverstösse liegt in der Vergangenheit. Als Kind wurde mir mein 5 Jahre jüngerer Bruder immer vorgezogen, war das Lieblingskind meiner Eltern, immer der Kleine und Süsse. Ich war ja schon gross und wurde nicht so sehr beachtet. Somit habe ich immer irgendwelche Dinge angestellt, um im Vordergrund zu stehen oder die Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen.

Dies hat sich dann auch im Strassenverkehr gezeigt. Ich wollte immer etwas schneller fahren als andere, gerade in Stress-Situationen. Und wenn mich jemand geärgert hat, habe ich mich wie in dem Fall des Rechtsüberholens und Ausbremsens zu gefährlichen Situationen hinreissen lassen.

Als der Führerschein weg war, habe ich meinen Zivildienst in einem Institut für Behindertenhilfe gemacht und dort gesehen, wie schlimm es Menschen treffen kann, die an Unfällen beteiligt waren. Viele hatten keine Schuld und ihr Leben wurde durch die Unachtsamkeit anderer zerstört. Niemals wollte ich Schuld an einem solchen Unfall haben.

Danach wie schon geschildert ab ins Ausland.

Ich habe nun durch meine Freundin und andere gute Freunde gelernt, dass ich ihnen wichtig bin und habe kein Bedürfnis mehr, mich in den Vordergrund zu spielen. Ich passe mich an, bin viel ruhiger und abgeklärter geworden. Und als Stress-Abbau gehe ich fast täglich joggen, oft schwimmen und in die Sauna. Dies sind wunderbare Möglichkeiten für mich, ausgeglichen und entspannt zu leben.

Als ich nach D zurückkam, fragte ich meinen Anwalt, wie das nun mit meinem Führerschein aussieht. Er sagte mir, dass ich den amerikanischen umschreiben lassen könnte. Dies wollte ich auch tun, wurde jedoch vorher bei einer Fahrt von der Polizei gestoppt. Grundsätzlich wäre die Umschreibung lt. Strassenverkehrsamt auch kein Problem gewesen, aber da die alten Gutachten in der Akte sind, musste das Amt eine neue MPU anordnen.

Ist das ok (Käserei gut umgesetzt?)? Danke im Voraus! Und viel Glück an son_goku!

Viele grüsse

avery

[geändert von avery am 04-19-05 at 08:06 PM]

samuel
19.04.2005, 20:27
@ avery!

Das ist doch mal eine schöne Analyse der Situation.

Prima erkannt, prima aufgelöst!

Wieso willst Du jetzt eigentlich hier in Deutschland bleiben?
Dir fehlt noch ein wenig die Zukunftsprognose.

Samuel

avery
19.04.2005, 22:17
Puuh, freut mich das von Dir zu hören.

In Deutschland möchte ich gern bleiben, da hier meine Heimat und meine Familie ist, ausserdem bin ich selbständig und kann mich hier am besten verwirklichen. Wir möchten uns ein Haus kaufen und evtl. noch dieses Jahr heiraten.

Ich habe einen Riesen-Bammel vor der MPU und hoffe, dass ich nun mit Eurer Hilfe alles so weit aufgearbeitet habe, dass der Psycho grünes Licht gibt.

Oder fallen Dir, samuel, noch irgendwelche Sachen ein, die ich nicht bedacht habe oder die mich noch stolpern lassen könnten?

Viele Grüsse

avery

samuel
20.04.2005, 20:02
@ avery!

Läßt Du schön mit einfließen, daß Du Deinen Kindern Deine Fürsorge gleichmäßig zukommen lassen willst.
Häuschen bauen ist gut, sowas hört der Psycho gern, auch das mit der Verantwortung und daß ein System, daß von Millionen täglich genutzt wird nicht zur individuellen Gaudi eines Einzelnen da ist (Rasen)

Samuel


[geändert von samuel am 04-20-05 at 08:32 PM]

avery
20.04.2005, 20:30
@samuel

Das sind wieder gute Dinge, die ich einfliessen lassen kann, danke Dir.

Ich hatte heute übrigens ein Beratungsgespräch, welches ja dem Psychologen-Gespräch bei der MPU gleichkommt. Kostet bei der MPU GmbH EUR 58,- statt EUR 116,-, wenn ein Anwalt die Empfehlung gegeben hat. Ich kann es empfehlen, es gibt den hier aufgearbeiteten Fällen den letzten Schliff, und das sozusagen "live". Es gab übrigens ein bedenkenloses Positiv, danach bin ich das Grinsen gar nicht mehr los geworden, hab mir direkt einen Termin zur MPU geben lassen, nächste Woche ist es so weit. Er hat mir nur den Tip mitgegeben, den Punkt zukünftige Selbstkontrolle etwas konkreter zu schildern, darüber werde ich mir ncoh Gedanken machen.

Viele Grüsse

avery

samuel
20.04.2005, 20:34
Wenn´s stressig wird, dann immer mal ein Liedchen trällern:
"Im Frühtau zu Berge wir ziehn, Fallera..."

Samuel

avery
27.04.2005, 23:13
Hallo Leute,

heute war die MPU und es war bei weitem nicht so gut wie im Vor- bzw- Testgespräch. Dort hat mich der Psychol. der Reihe nach ziemlich frei reden lassen, Fragen gestellt und mich weiter reden lassen. Es kam alles dran wie hier besprochen.

Heute allerdings hat der Psychol. (ein anderer) das ganz anders gehandhabt. Erstens hat er alles sofort in den Computer eingetippt, war nicht der schnellste dabei und es war alles sehr verwirrend. Die Fragen kamen kreuz und quer, immer wenn ich was erzählt habe hat er mich unterbrochen, weil er das nicht so schnell eingeben konnte, war meiner Meinung nach mehr mit dem Tippen als mit dem Zuhören beschäftigt. Das hat mich fast wahnsinnig gemacht, hab´ mir aber nix anmerken lassen. Immerhin hat er mir bei einer kniffligen Frage die Antwort in den Mund gelegt. Irgendwann meinte er, er druckt das dann jetzt mal aus. Auf meine Frage, ob er mich nicht nach weiteren Sachen fragen wollte, die eigentlich in das Gespräch gehören (z.B. Zukunftsaussichten) meinte er, er hätte genug gehört und das Gespräch sei positiv verlaufen. Auf dem Bogen, den man dann unterschreiben muss, waren die Felder Positiv, Positiv mit Auflagen, Negativ und ein freies Feld. Angekreuzt hat er Positiv.

Ich hoffe, dass das Gutachten dann in 2 Wochen auch positiv wird, hab eigentlich alles gut rübergebracht, aber das Ende des Gesprächs lässt mich nicht in Ruhe.

Auf alle Fälle danke für die Hilfe, ich werde berichten wenn es dann in schriftlicher Form vorliegt.

Beste Grüsse

avery

*Lior Perlmutter
27.04.2005, 23:54
krass alter ich möchte jetzt nicht in deiner haut stecken !

so stelle ich mir mein gespräch nicht vor ! was soll man aber grossartig machen ? ihn in seinem tun kritisieren ? mann mann........

wenn ich sowas schon wieder höre....... bei welchem mpi warste denn ?

blossom
28.04.2005, 18:07
@avery

Glückwunsch
wenn er positiv gesagt und angestrichen hat, wird es das auch.

samuel
29.04.2005, 20:21
Freut mich auch.

Samuel

avery
01.05.2005, 10:48
Danke für die Glückwünsche, ich hoffe sie treffen auch zu...

Kann es evtl. so sein, dass der Psychol. diesen Gespräch*****szug-Computerausdruck mit dem entsprechenden Vermerk Positiv, Negativ usw. an eine Sekretärin gibt und diese danach ein vorgefertigtes Gutachten mit den persönlichen Daten ergänzt und ausfüllt?

PS: Lustig, dass wenn in einem Wort 3 Buchstaben in bestimmter Reihenfolge, die weibliches Ringelschwanz-tragendes Tier bedeuten, mit Sternchen ersetzt werden. Muss das wirklich in einen Wortfilter?

[geändert von avery am 05-01-05 at 10:53 AM]

avery
06.05.2005, 11:05
Hallo Leute,

das Gutachten ist heute eingetroffen, 9 Tage nach der MPU und trotz gestrigem Feiertag, und es könnte nicht besser klingen: ein uneingeschränktes Positiv!

Vielen Dank für die Hilfe, ohne das Forum hätte ich es nicht geschafft. Trotzdem muss ich nochmal sagen, dass das ganze ein total krankes System ist, man muss sich Probleme einbilden, die nicht da waren, nur weil der Psycho das so gelernt hat und nix anderes akzeptiert. Wenn man es einmal durchschaut hat, ist es allerdings nicht mehr sonderlich schwer und dafür danke ich euch!

Beste Grüsse

avery

RalfG1
06.05.2005, 11:24
Glückwunsch

http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/smile.gif

blossom
06.05.2005, 14:34
Glückwunsch

samuel
06.05.2005, 20:33
Das System ist immerhin so gut, daß es die Voll- Bekloppten von der Straße fernhält und das ist doch auch schon mal was.

Samuel

avery
08.05.2005, 12:01
Da hast Du natürlich auch wieder recht, samuel.

Morgen gehts zum Strassenverkehrsamt und dann muss ich noch nen neuen FS machen. Weiss jemand, ob man nur die beiden Prüfungen machen muss oder ob man auch nochmal Fahrstunden nehmen muss, wenn der FS länger als 2 Jahre weg war? Für die theoretische hab ich dank des Online-Tests auf der Seite von "auto, motor und sport" schon gt vorgearbeitet, sollte genau wie die praktische keine Probleme geben.

Beste Grüsse & einen schönen Sonntag,

avery

blossom
08.05.2005, 21:45
@avery

Du kannst direkt zur Prüfung gehen. Die ein oder andere Fahrstunde kann aber nicht schaden, nach zwei Jahren laufen vergisst man die ein oder andere Verkehrsregel.


[geändert von blossom am 05-08-05 at 09:45 PM]

samuel
08.05.2005, 22:01
@ avery!

Innenspiegel, Außenspiegel, Schulter und dann blinken, ich wünsch Dir alles Gute.

Samuel