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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : MPU mit Bravur bestanden!!!


Sandra
26.10.2004, 00:04
Hier kommt wie versprochen mein kompletter Bericht von meiner MPU heute Morgen:

Um kurz vor 9 Uhr kam ich in Begleitung von meinem Onkel in Mannheim beim TÜV an. Das erste was ich sah als ich zur Tür rein kam war ein riesengroßer Teddybär, der auf einem Stuhl saß in der Mitte vom Flur. Fand ich total süß und sympathisch ;-). Dann ging ich zur Anmeldung und dort war eine supernette ältere Dame, die meine Daten aufnahm und die Röhrchen für den Urin beklebte. Als das erledigt war, wurde ich sofort in einen Schulungsraum geführt, in dem schon andere saßen und ihre Fragebögen ausfüllten. Ich durfte mir einen Tisch aussuchen und eine sehr nette junge Dame reichte mir erst einmal einen Zettel auf dem der Ablauf der MPU aufgeführt war. Dann gab sie mir den Fragebogen, der aus zwei Blättern bestand. Dieser bestand z. B. aus folgenden Fragen:

•[TAB]Haben Sie in den letzten Monaten Medikamente eingenommen? Wenn ja, welche?
•[TAB]Liegen Krankheiten vor? Wenn ja, welche? Zutreffendes bitte ankreuzen.
•[TAB]Bitte das entsprechende ankreuzen.
•[TAB]Sind sie verheiratet, ledig etc.
•[TAB]Was sind ihre Hobbys?
•[TAB]Leben Sie in einer Wohngemeinschaft, alleine, mit einem Partner, bei den Eltern?
•[TAB]Wann haben Sie das erste / letzte Mal Drogen genommen?
•[TAB]Wie häufig in der Woche / Monat / Jahr?
•[TAB]Was haben Sie konsumiert?
•[TAB]Warum haben Sie konsumiert? Zu welchen Gelegenheiten?
•[TAB]Haben Sie verschiedene Drogen gemischt genommen? Wenn ja, welche?
•[TAB]Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
•[TAB]Hatten Sie schon einmal eine längere Pause keine Drogen genommen, oder ist das Ihr erste längere Pause ohne Drogen?
•[TAB]In welchem Zeitraum war Ihr Drogenkonsum am intensivsten?
•[TAB]Fühlen Sie sich heute fit und leistungsfähig?

Danach wurde ich wieder ins Wartezimmer geschickt. Dann musste ich dringend auf die Toilette und fragte die Dame am Empfang, ob ich den Toilettengang gleich mit der Urinabgabe verbinden könne. Diese sagte mir, dass ich dafür auf den Arzt warten müsse, es sei denn, es sei sehr dringend, dann könne ich halt schon mal gehen und dann beim Arzt noch mal. Ich zog es vor zu warten ;-).

Nach ca. 10 Minuten kam dann auch der Arzt. Er erkundigte sich erst einmal, ob ich irgendwelche Hanf- oder Mohnprodukte zu mir genommen hätte. Danach fragte er mich, welche Drogen ich genommen habe und wie viel und wie oft und zu welchen Gelegenheiten. Dann gab ich ihm die Laborberichte von den Screenings (Fand er sehr lobenswert! :-) ). Als nächstes fragte er mich, ob ich bei einem Psychologen oder bei einer Selbsthilfegruppe oder ähnliches war. Ich erzählte ihm, dass ich zu einem Infogespräch bei einem Verkehrspsychologen war, dass ich viel Hilfe in einem Forum bekam und mich im Internet über Drogen und deren Risiken informiert habe und dass ich verschiedene Bücher durchgearbeitet habe. Ich sagte, ich hätte ne richtige „Doktorarbeit“ daraus gemacht *grins* und dass ich im Wartezimmer einen dicken fetten Ordner liegen habe. Das hat ihm sehr imponiert, dass ich mich so intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt habe. Danach musste ich mich mit geschlossenen Augen vor ihn stellen und jeweils den linken und den rechten Zeigefinger zur Nase führen. Danach sollte ich den Pulli ausziehen, mich auf die Liege legen und er hat mir die Leber abgetastest, mein Herz abgehört und mir Blutdruck gemessen (der trotz meiner Aufregung etwas zu niedrig war, aber noch im Normalbereich). Dann hat er mir noch mit nem Gummiteil auf’s Knie geklopft um den Reflex zu testen (Reflex war da *grins*). Zum Schluss ging er mit mir zur Toilette und ich durfte endlich Pipi machen. Er sagte, dass der Urin etwas dünn wäre (würde aber noch reichen für die Laboruntersuchung) und fragte, ob ich viel getrunken hätte. Ich sagte, dass ich die halbe Nacht nicht geschlafen hatte und dadurch auch öfters mal was getrunken hatte (macht man ja sonst nicht, wenn man schläft).

Nachdem ich beim Arzt fertig war, musste ich wieder ein paar Minuten im Wartezimmer warten und dann wurde ich zum Leistungstest gerufen. Das war der berühmte Kasten mit den Knöpfchen und Pedalen. Die Dame erklärte mir kurz alles und dann ging es auch schon los. Vor den Übungen stand immer erst jeder Schritt auf dem Bildschirm erklärt und es gab immer erst einen kurzen Probelauf, in dem die Kiste mir immer mein Fehler erklärte, wenn ich was falsch gemacht habe. Die erste Übung war so: Am oberen Rand des Bildschirms befanden sich 6 verschiedene Quadrate mit jeweils immer einen Strich im Innenbereich. Entweder war ein Strich oben oder unten, rechts oder links. Dann wurde unten drunter immer ein Quadrat eingeblendet, das entweder an einer Ecke offen war, oder es war ein anderes Zeichen mit abgebildet oder das Quadrat sah so aus, wie eines der sechs oben abgebildeten. Ich musste dann immer entweder die linke Taste drücken, wenn das unten eingeblendete Quadrat nicht eines der obigen war, oder aber ich musste die rechte Taste drücken, wenn es eines der obigen war. Das ganze ging 10 Minuten und ich dachte, das hört nie auf. Zum Schluss war ich ganz duselig im Kopf von den ganzen verschiedenen Quadraten und musste mich doch sehr konzentrieren, dass ich die richtigen Knöpfe drückte. Danach kam die Übung mit den Farben, Tönen und Pedalen. Ich musste jeweils immer den passenden farbigen Knopf drücken, wenn eine Farbe aufleuchtete, dann gab es noch 2 eckige Knöpfe, einen für den hohen Ton und einen für den tiefen Ton, den ich über Kopfhörer zu hören bekam und dann leuchteten noch zwei weiße Lichter auf, jeweils links und recht. Zu diesen Lichtern musste ich immer die entsprechende Pedale mit dem Fuß drücken. Erst ging es langsam, dann schnell und dann wieder langsam. Puh, das war ganz schön anstrengend. Man muss sich schon ganz schön konzentrieren, damit man nicht durcheinander kommt. Aber das bekommt man schon hin.

Als ich mit dem Test fertig war, hatte ich eine kurze Wartezeit von ca. 15 Minuten, dann hat mich die Psychologin abgeholt. Sie war super super nett. Sie war ganz verblüfft über meinen dicken Ordner und sagte: „Na da haben Sie ja richtig geackert und sich richtig viel Arbeit gemacht und sich mit der ganzen Sache auseinandergesetzt!“ *stolzwar*. Dann stellt sie sich mir kurz vor und sagte mir, dass mein Leistungstest herrvoragend gelaufen wäre und der Arzt auch zufrieden war. Als nächstes sagte sie, dass das Gespräch so ca. 30-45 Minuten dauern wird und sie fragte mich mit einem Grinsen, ob ich denn auch so viele Horrorstorys über die MPU gehört hätte. Ich sagte, ich hätte schon so einiges gehört, aber ich würde mir jetzt mein eigenes Bild machen. Ich sagte ihr, dass ich mir Notizen gemacht habe, weil ich so aufgeregt bin und nichts vergessen möchte und ob ich diese verwenden dürfe. Sie sagte: „Ja na klar! Nur zu! Tun sie sich keinen Zwang an!“ und lächelte fröhlich dabei. Dann ging sie mit mir den ausgefüllten Fragebogen durch und ich erzählte und erzählte. Sie machte sich währenddessen handschriftlich fleißig Notizen und schaute zwischendurch immer wieder mal hoch. Wenn ich einen Abschnitt fertig erzählt hatte (sie wollte alles gar nicht so genau bis ins Detail wissen), sie mir hier und da mal eine Frage, aber das waren keine Fangfragen. Ich hatte richtig das Gefühl, dass ich immer genau das antwortete, was sie hören wollte. Sie hat immer wissend mit dem Kopf genickt und war immer der selben Meinung wie ich. Schon nach ca. 20 Minuten war sie so überzeugt von allem und fand, dass ich alles plausibel und nachvollziehbar habe darstellen können, dass sie möchte, dass ich mein neues Leben genieße und dabei auch Auto fahren soll. Wenn die Urinprobe in Ordnung wäre, stehe einem positiven Gutachten nichts mehr im Wege. Ich war total überrascht, wie schnell das ging und dachte, ich träume, als sie das sagte. Zum Schluss sagte sie noch, dass sie mich nicht noch mal sehen möchte *grins*.

Das war mein großer Tag!


[Editiert von Sandra am: Dienstag, Oktober 26, 2004 @ 00:07]

Mo
26.10.2004, 08:42
Hey Sandra,

freut mich riesig für dich. Herzlichen Glückwunsch ! http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/biggrin.gif

BadHenry
26.10.2004, 15:52
Du hast es geschafft!! Auch von mir herzlichen Glückwunsch und allzeit gute Fahrt.
In ca. 2 Wo hast Du das GA in der Post und kannst Dir erstmal den vorläufigen FS abholen.

Kleinlaut
26.10.2004, 15:59
Hallo Sandra,

http://www.click-smilies.de/sammlung0304/huepfen/jumping-smiley-017.gif

Herzlichen Glückwunsch !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

samuel
26.10.2004, 20:06
Applaus Applaus Applaus!!!!!!!!!!!!!1

Wer so schön Lampenfieber hatte wie Du, der hat sich sein positives Gutachten redlich verdient.

Samuel

sandy24
26.10.2004, 20:58
hey sandra,
habe gerade deinen bericht gelesen und mich tierisch gefreut.......
ich wusste doch dass das bei dir nur gut werden kann.gratulation echt.
dein bericht ist sowas von klasse...ausführlicher geht´s glaub nichtmehr...wielang hast du denn dafür gebraucht???ich denk solche berichte sind echt ne hilfe v.a. für leute die genauso panik vor der mpu haben/hatten wie du, ich und die meisten wahrscheinlich.dickes lob an dich und: nie wieder!!!,ok? versprochen?

Sandra
26.10.2004, 22:27
Hey Sandy!

Versprochen!!! http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/zwink.gif Vielen Dank für die Glückwünsche und das dicke Lob! http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/smile.gif

Also für den Bericht hab ich ca. ne Stunde gebraucht. Ich hab ihn extra so ausführlich geschrieben, weil ich vorher selbst immer auf der Suche nach Erfahrungsberichten war, die so ausführlich wie möglich waren. Ich hoffe, dass ich anderen, die die MPU noch vor sich haben, mit meinem Bericht etwas die Angst nehmen kann.

Liebe Grüße,
Sandra

PS. Ich kann's irgendwie immer noch nicht so richtig glauben, dass das alles jetzt endlich ein Ende hat. Und dazu noch ein positives!!! :upsidown: Ich hab mich die letzten 2 Jahre fast rund um die Uhr mit dem Thema beschäftigt und irgendwie ist's jetzt voll komisch, dass ich nicht mehr dran denken muss http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/tongue.gif . Irgendwie fehlt was http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/biggrin.gif . Na ja, werde mit Sicherheit eine andere Beschäftigung finden. Eine, die mehr Spaß macht...http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/car.gif http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/tongue.gif

[Editiert von Sandra am: Dienstag, Oktober 26, 2004 @ 22:44]


[Editiert von Sandra am: Dienstag, Oktober 26, 2004 @ 22:45]

pfc.marquez
02.11.2004, 12:11
mach ja nicht den fehler nochmal zur mpu zu müssen,denk immer dran wie es ist wenn man fussgänger ist,lol

Kleinlaut
02.11.2004, 17:05
Sandra,

auch von mir HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH !!!!!!!!!!!!!!!

Und alle, alles Gute für Dich !!!!!!!!!!!!!!!!!!! http://www.click-smilies.de/sammlung0304/mittelgrosse/medium-smiley-132.gif

[Editiert von Kleinlaut am: Dienstag, 2, 2004 @ 18:06]

(auch wenn ich schon einmal meinen Glückwunsch ausgesprochen habe !)


[Editiert von Kleinlaut am: Dienstag, 2, 2004 @ 18:08]

ali
09.11.2004, 21:22
..: Ich hab mich die letzten 2 Jahre fast rund um die Uhr mit dem Thema beschäftigt und irgendwie ist's jetzt voll komisch, dass ich nicht mehr dran denken muss http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/tongue.gif . Irgendwie fehlt was http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/biggrin.gif . Na ja, werde mit Sicherheit eine andere Beschäftigung finden. Eine, die mehr Spaß macht...http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/car.gif http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/tongue.gif[size=1]...

hallo sandra..

auch von mir noch nachträglich alles alles gute.. http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/huepf.gif http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/tongue.gifro:

.. das gefühl was du hast, das es komisch ist nicht mehr daran zu denken, kenen ich auch.. es ist nicht komisch... sondern nur das ungewohnte Gefühl ohne den druck und die angst vor der MPU in den tag zu starten ...!! http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/zwink.gif http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/zwink.gif

viel glück und spass wünsche ich dir..

LG ALI

Sandra
09.11.2004, 22:24
Sagt mal, ihr schreibt doch, dass die MPI gesetzlich verpflichtet sind, das Gutachten innerhalb von 14 Tagen zu schicken. Gestern waren die 14 Tage bei mir um, und das Gutachten ist noch nicht da. Ist das normal? Werde jetzt mal bis Ende der Woche warten.

Sandra
09.11.2004, 22:24
Ach ja, danke für eure vielen Glückwünsche! http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/smile.gif

Sandra
10.11.2004, 16:15
Ich dreh durch! Heute ist das Gutachten gekommen und ich kanns nicht lesen, weil ich erst morgen daheim bin. :mad: http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/frown.gif

Sandra
10.11.2004, 18:53
Ok, mein Dad hat es mir am Telefon vorgelesen und es ist definitiv POSITIV :upsidown: . In dem Begleitbrief gratulieren mir sogar die Leutz vom TÜV http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/smile.gif . Und der berühmte letzte Satz lautet: Es ist nicht zu erwarten, dass Frau xxx ...blablabla http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/huepf.gif

Leider kann ich erst am Montag zur Führerscheinstelle. Aber egal, auf dem Heimweg fahre auf jedenfall ICH http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/biggrin.gif .

Werde nächste Woche vielleicht das Gutachten abtippen und hier reinstellen, falls es jemanden interessiert. http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/zwink.gif



[Editiert von Sandra am: Mittwoch, 10, 2004 @ 18:55]

freshmeat
10.11.2004, 19:50
ja wär echt ma cool, abr ganz ehrlich ist dass nicht sauviel? wieviel seiten sind denn das?

frag doch ma beim tüv an ob sies dir brennen.. http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/biggrin.gif

Sandra
10.11.2004, 20:07
Keine Ahnung, wie viele Seiten das sind, aber ich bin Profi im 10-Finger-Schreiben http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/biggrin.gif http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/zwink.gif

bibi30
10.11.2004, 21:05
Das wäre echt toll.... oder zumindest so einige Ausschnitte davon. *hoff*
Bin nächsten Mittwoch dran, ich hab´ immer mehr bammel.
http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/frown.gif

LG
bibi

Sandra
10.11.2004, 22:28
Spätestens Montag Abend könnt ihr hier mein Gutachten lesen bzw. meine ganze MPU-Geschichte, wenn ihr im Psychologie-Thread "Reicht das so dem Psychologen" anfangt und hier aufhört zu lesen http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/zwink.gif .

Sandra
10.11.2004, 22:29
Bibi, Du schaffst das!!!! Ich hatte auch so bammel, aber im Enddefekt war's dann gar nicht so schlimm. http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/zwink.gif

Dito
11.11.2004, 16:41
sandra

cool, cool und nochmals cool!!!!!!!!!!!!!!!!!!

happy drive again!

gruss

dITO

Kaizersownage
11.11.2004, 23:13
Gratuliere

Sandra
15.11.2004, 18:01
Hier ist nun wie versprochen, mein komplett abgetipptes Gutachten für euch:

Mein Gutachten:

Das vorliegende Gutachten stützt sich auf die Ergebnisse einer verkehrsmedizinischen und einer verkehrspsychologischen Untersuchung, die nach den Grundsätzen der Anlassbezogenheit und Verhältnismäßigkeit durchgeführt wurden.

Die Begutachtung dient ausschließlich dem Zweck, spezielle Zweifel an der Fahreignung des Untersuchten abzuklären oder zur Frage besonderer Eignungsvoraussetzungen Stellung zu nehmen.

Der Überprüfung der Fahreignungsfrage liegt ein interdisziplinärer medizinisch-psychologischer, integrativer und ganzheitlicher Ansatz zugrunde; für die Beurteilung maßgeblich ist somit die vorliegende Befundkombination.

Folgende Richtlinien und Regelungen werden bei einer Begutachtung insbesondere berücksichtigt:

-[TAB]Straßenverkehrsgesetz (Steg)
-[TAB]Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr (Fahrerlaubnis-Verordnung – FeV) incl. Anlagen.
-[TAB]Bundesanstalt für Straßenwesen (Hrsg.). (2000). Begutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahrereignung. 6. erweiterte Auflage. Berichte der BASt. Mensch und Sicherheit, Heft M 115

I.[TAB]ANLASS UND FRAGESTELLUNG DER UNTERSUCHUNG

Frau XXX erteilte uns den Auftrag, sie zu begutachten. Die zuständige Straßenverkehrsbehörde hat sie aufgefordert, das Gutachten einer Begutachtungsstelle für Fahreignung vorzulegen. Die Fragestellung lautet:

„Kann die Untersuchte trotz der Hinweise auf (frühere) Drogenmissbrauch/Drogenabhängigkeit ein Kraftfahrzeug der Klasse BE sicher führen? Ist zu erwarten, dass die Untersuchte ein Kraftfahrzeug unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln oder anderen psychoaktiven Stoffen oder deren Nachwirkungen führen wird?“

II.[TAB]ÜBERBLICK ÜBER DIE VORGESCHICHTE

Aktenübersicht

Die Akten der veranlassenden Verkehrsbehörde lagen bei der Begutachtung vor. Folgende Sachverhalte wurden berücksichtigt:

22.12.2002: Führung eines Kfz unter Drogeneinfluss (Amphetamine und Ecstasy)

Zusätzliche Informationen zur Vorgeschichte

-[TAB]sechs negative Drogenscreening

Erläuterung der Eignungsbedenken und Voraussetzungen für eine günstige Prognose

Nach § 11 (1) FeV müssen Bewerber um eine Fahrerlaubnis die hierfür notwendigen körperlichen und geistigen Voraussetzungen erfüllen. Anlage 4 zu § 11 FeV führt näher aus, in welchen Fällen diese Anforderungen nicht erfüllt sind. Hierzu zählt auch die Einnahme von Betäubungsmitteln im Sinne des BtMG und die missbräuchliche Einnahme anderer psychoaktiv wirkender Stoffe. Bei der Einnahme von Cannabis ist allerdings zwischen regelmäßigem und einem gelegentlichen Konsum zu unterscheiden. Gelegentliche Konsumenten von Cannabis können trotzdem zum Führen von Kraftfahrzeugen geeignet sein, sofern keine zusätzlichen Bedenken hinzutreten.

Grundlage für die Beurteilung der Eignung im Einzelfall ist nach Anlage 4 jedoch das med.-psych. Gutachten und damit die individuelle Befundlage.

Die Begutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahrereignung führen aus, dass den gestellten Anforderungen zum Führen von Kraftfahrzeugen aller Klassen derjenige nicht gerecht wird, der Rauschmittel, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen, nimmt oder von ihnen abhängig ist. Dies gilt auch für Personen, die missbräuchlich und regelmäßig andere in ihrer Wirkung vergleichbare Stoffe bzw. deren Kombinationen zu sich nehmen. Die Voraussetzungen zum Führen von Kraftfahrzeugen können in diesen Fällen nur dann wieder als gegeben angesehen werden, wenn der Nachweis geführt wird, dass kein Konsum mehr besteht.

Mit der Zunahme des Konsums illegaler Drogen in unserer Gesellschaft ist auch die Zahl der Verkehrsteilnehmer angestiegen, die unter Drogeneinfluss stehen. Hierbei muss von einer sehr hohen Dunkelziffer hinsichtlich der Beteiligung dieses Personenkreises am Unfallgeschehen ausgegangen werden. Bei der Risikobewertung ist zu berücksichtigen, dass die Fahrtüchtigkeit im Straßenverkehr nicht nur bei schweren psycho-physischen Ausfallerscheinungen beeinträchtigt ist, sondern auch bei für Drogenkonsum typischen Veränderungen des Antriebs, der Stimmung (insbesondere bei Euphorie und Enthemmung) und der Risikowahrnehmung. Eine zuverlässige Verhaltenssteuerung, wie sie für die Vermeidung einer Verkehrsteilnahme unter Drogeneinfluss erforderlich wäre, ist im akuten Rausch zumeist nicht mehr verlässlich gegeben. Die Rauschwirkung ist für den Einzelnen zudem nicht zuverlässig vorhersehbar, eine eindeutige Beziehung zwischen Wirkung und Blutkonzentratation besteht nicht und auch die Nachwirkungen eines Rausches (z. B. Erschöpfungszustände) können die Fahrtüchtigkeit entscheidend beeinträchtigen. Bei langjährigem Drogenkonsum sind außerdem, abhängig von der Art des konsumierten Betäubungsmittels, überdauernde Störungen der Persönlichkeit oder des Leistungsvermögens zu befürchten.

Die Frage der Verkehrsbehörde kann folglich nur dann in einem für Frau XXX günstigen Sinn beantwortet werden, wenn zukünftig von Drogenabstinenz auszugehen ist, keine organischen, psychiatrischen oder Verhaltensstörungen vorliegen, die die Fahreignung beeinträchtigen sowie ein ausreichendes Leistungsvermögen festgestellt werden kann.

Eine Drogenabstinenz wiederum kann nur dann als stabil eingestuft werden, wenn die dem früheren Drogenmissbrauch oder der Abhängigkeit zugrunde liegenden Ursachen vom Betroffenen tief greifend aufgearbeitet worden sind und eine nachvollziehbare Einstellungs- und Verhaltensänderung stattgefunden hat, die zudem bereits ausreichend stabil ist. Hierbei orientieren sich die Anforderungen an den Grad der Aufarbeitung (Einsicht, Beratung, Therapie) sowie die Dauer der Stabilisierung an der Art des früheren Konsumverhaltens.
Im Fall von ausschließlichem Cannabiskonsum muss gewährleistet sein, dass der Konsum der Droge und die Verkehrsteilnahme sicher voneinander getrennt werden können. Hierbei muss sich der Klient der besonderen Risiken hinsichtlich der Kontrollierbarkeit der Wirkung dieses Rauschmittels bewusst sein und es muss eine hinreichende Bereitschaft und Motivation zur Verkehrskontrolle bestehen.

III.[TAB]UNTERSUCHUNGSBEFUNDE

Im folgenden werden die Untersuchungsverfahren und Befunde dargestellt, die gemäß den Grundsätzen der Anlassbezogenheit und Verhältnismäßigkeit zur Klärung der Fragestellung eingesetzt wurden.

A.[TAB]Verkehrsmedizinische Untersuchungsbefunde

Die medizinische Untersuchung erbrachte folgende Einzelbefunde:

Körperlicher Untersuchungsbefund

Alter: 24 Jahre, Größe 170 cm, Gewicht: 73 kg
Allgemeinzustand: gut
Haut und sichtbare Schleimhäute: unauffällig, regelrecht durchblutet
Einstichstellen: keine
Hämatome und Abszesse: keine
Herzaktion: rhythmisch; Pulsfrequenz 75/min, RR 110/60 mmHg
Abdomen: ohne Resistenzen
Leber: palpatorisch bei normaler Konsistenz tastbar
Leberhautzeichen: keine
Obere und untere Gliedmaßen: mit freier Beweglichkeit

Neurologischer Untersuchungsbefund:

Hirnnerven: orientierend unauffällig
Augen: freie Beweglichkeit, kein Nystagmus, Pupillen seitengleich, prompte Reaktion auf Licht
Muskeleigenreflexe: seitengleich normoreflektorisch auslösbar
Motorik: keine Paresen

Koordinationsprüfungen: ungestört
Vegetativum: keine Auffälligkeiten

Psychiatrischer Untersuchungsbefund

Die orientierende psychiatrische Untersuchung ergab keinen relevanten Befund.

Toxikologischer Befund

Zur Überprüfung der Angaben wurde der Urin auf Drogen untersucht. Bei dem ergänzend durchgeführten polytoxikologischen Urinscreening werden mittels eines hochsensiblen CEDIA-Suchtests Drogensubstanzen und ihre Metaboliten im Urin untersucht. Eine ggf. vorgenommene Bestätigungsanalyse erfolgte mittels GC/MC. Nachgewiesen werden Substanzen und Abbauprodukte von Opiaten, Methadon, Cannabinoiden, Amphetaminen und Amphetaminderivaten, Kokain und Benzodiazepinen. Zusätzlich wird der Urin auf seinen Verdünnungsgrad hin untersucht (Kreatininbestimmung), um falsch negative Befunde auszuschließen.

Die Analyse der Urinprobe von Frau XXX erbrachte folgenden Befund:

Opiate / negativ / < 200 ng/ml
Kokain / negativ / < 30 ng/ml
Cannabinoide / negativ / < 15 ng/ml
Amphetamin / negativ / < 250 ng/ml
Benzodiazepine / negativ / < 50 ng/ml
Methadon / negativ / < 100 ng/ml

Kreatinin im Urin / 59 mg/dl / > 20 mg/dl

Ärztliches Untersuchungsgespräch

Zur Krankenvorgeschichte

Vor der medizinischen Untersuchung wurde eine Anamnese unter besonderer Berücksichtigung der anlassspezifischen Fragestellung erhoben.

Befragt zur Krankheitsvorgeschichte gibt Frau XXX folgendes an:

Sie sei in früheren Jahren nicht ernsthaft krank gewesen, insbesondere seien keine Gallensteine und keine Leberfunktionsstörungen (z. B. Hepatitis) bekannt.

Sie fühle sich am Untersuchungstag gesund und leistungsfähig.

Sie sei zur Zeit nicht in regelmäßiger oder ständiger medizinischer Behandlung.

Medikamente nehme sie nicht ein.

Zur Drogenvorgeschichte

Befragt zum Drogenkonsum gibt sie folgendes an: Konsum von Speed und Ecstasy seit Ende 2001 bis zuletzt Anfang Januar 2003 ca. 1-2 Mal im Monat am Wochenende in der Disco.
Keine anderen Drogen.

Negative Urinscreenings von 8./11./12.03 und 2./5./6.04 wurden vorgelegt.

B.[TAB]Verkehrspsychologische Untersuchungsbefunde

Zur Überprüfung der für eine motorische Verkehrsteilnahme bedeutsamen Funktionen des psychophysischen Leistungsvermögens erfolgte in Form von Einzeltests an einem computergesteuerten Testgerät (ACT + REACT TESTSYSTEM ART 2020) mit programmierbarer Instruktions- und Testvorgabe am Bildschirm. Die ausgewählten Verfahren sind hinsichtlich der Durchführungsbedingungen standardisiert und die Ergebnisse sind an realem Verkehrsverhalten auf ihre Aussagekraft hin überprüft (validiert) worden.
Bei der Testeinweisung wurde das individuelle Arbeitstempo der Testperson berücksichtigt.

Testergebnisse werden, soweit möglich, in Prozentrangwerten mitgeteilt.
Der Prozentrang (PR) gibt an, wie viel Prozent einer vergleichbaren Gruppe von Personen schlechtere bzw. gleiche Leistungen erzielt haben. Als Vergleich wird die sog. Gesamtpopulation herangezogen. Wenn im Einzelfall ein Vergleich mit einer bestimmten Altersgruppe gemacht wird, ist dieser PR speziell als „Altersnorm“ gekennzeichnet.

Maximal erreichbar ist ein PR von 100 und die geringste Leistung erhält den PR 1. Der Prozentrang 50 spiegelt demnach die durchschnittlich zu erwartende Leistung wider. Der Normbericht erstreckt sich für Inhaber der Fahrerlaubnisklassen der Gruppe 1 (z. B. Klasse A oder B) von PR 16 bis PR 84. Leistungen unter PR 16 müssen als normabweichend niedrig bezeichnet werden. Für die Gruppe 2 (z. B. Klasse C oder D) gilt die erhöhte Anforderung, dass in der Mehrzahl der eingesetzten Verfahren der Prozentrang von 33, ausnahmslos aber der Prozentrang von 16 erreicht sein muss.

Die mit Frau XXX durchgeführten Verfahren und deren Ergebnisse sind im Folgenden beschrieben:

Q 1 – Test zur Messung der Aufmerksamkeitsleistung unter Monotonie

Aufgabenbeschreibung:
Vier einfach strukturierte Zeichen werden für die Testdauer unverändert dargeboten. 20 Vergleichszeichen, die gegenüber der Vorlage nur in einem einzigen Detail verändert sind, und vier mit dem Modell identische Vergleichszeichen sind in einer festgesetzten Abfolge zu einer Zeichenfolge von 112 Aufgaben aneinandergereiht. Durch Tastendruck ist anzugeben, ob das jeweilige Vergleichszeichen mit dem Modell identisch ist oder nicht. Unmittelbar im Anschluss an die Reaktion erscheint das nächste Vergleichszeichen. Die Bearbeitungszeit für jede Vergleichsaufgabe ist frei wählbar. Die Testperson bestimmt damit selbst Leistungstempo und Leistungsmenge innerhalb der vorgegebenen Testzeit von 7 Minuten.

Testresultate:

Bearbeitete Aufgaben (Leistungstempo): PR 43
Davon falsch bearbeitete Aufgaben in % (Leistungsqualität): 32

RST 3 – Test für reaktive Stress-Toleranz

Diagnostizierbare Bereiche:
Reaktionskapazität und „reaktive Belastbarkeit“ bei Mehrfach-Wahlreaktionen

Aufgabenbeschreibung:
Der Test besteht aus drei Teilen, wobei in jedem Teil die gleiche Sequenz von 108 optischen und akustischen Signalen (5 Farbsignale, 2 weiße Lichtsignale, 2 Töne) mit vorgegebener Frequenz dargeboten wird. Auf alle Signale ist durch möglichst schnelle Betätigung der jeweils zugehörigen Taste zu reagieren. Die Signalabfolge der drei Testteile ist unterschiedlich schnell, wodurch der langsame 1. Teil als „Einübungsphase“, der schnelle 2. Teil als „Belastungsphase“ und der wieder etwas leichtere 3. Teil als „Erholungsphase“ gekennzeichnet ist.

Testresultate:

1.[TAB]Phase:
richtige Reaktionen: PR 100
verzögerte Reaktionen in % (bezogen auf die Reaktion) PR 99
Auslassungen: PR 100
Fehlreaktionen in % (bezogen auf die Gesamtreaktion): PR 100

2. Phase:
richtige Reaktionen: PR 94
verzögerte Reaktionen: PR 84
Auslassungen: PR 90
Fehlreaktionen: PR 100

3. Phase:
richtige Reaktionen: PR 99
verzögerte Reaktionen: PR 66
Auslassungen: PR 100
Fehlreaktionen: PR 91

LL5 – Test zur Erfassung der visuellen Strukturierungsfähigkeit

diagnostizierbare Bereiche:
visuelle Strukturierungsfähigkeit, d. h. rasche und sichere Auffassungsleistung bei visuellen Orientierungsaufgaben

Aufgabenbeschreibung:
Fünf Bilder mit je neun ineinander verschlungenen Linien werden nacheinander dargeboten. Die Bilder sind in ansteigender Schwierigkeit angeordnet. Die Testperson hat mit den Augen den Verlauf jeder Linie von ihrem oberen Anfang bis zu ihrem unteren Ende zu verfolgen und den Kennbuchstaben des ermittelten Endpunks aus 9 Alternativen auszuwählen. Pro Bild stehen 40 Sekunden Bearbeitungszeit zur Verfügung.

Testresultate:

bearbeitete Aufgaben: PR 51
davon Fehler in %: PR 43

Psychologisches Untersuchungsgespräch

Frau XXX wurde zu Gesprächsbeginn über den Sinn, die Zielsetzung und die wesentlichen Inhaltsbereiche der psychologischen Exploration informiert.

Es wurden Fragestellung/en der Behörde, die dahinterstehenden Annahmen und die Voraussetzungen einer günstigen Beurteilung der Fahreignungsfrage/en dargestellt.

Dabei wurde Frau XXX auch auf die Bedeutung unrealistischer, widersprüchlicher Angaben für das Ergebnis der Begutachtung hingewiesen.

Im weiteren Gesprächsverlauf hatte sie sodann Gelegenheit, sich zu ihrer Vorgeschichte zu äußern, aber auch ihre gegenwärtige Situation zu schildern und Vorsätze sowie Zukunftspläne darzustellen.

Die Angaben werden während der Exploration mitprotokolliert, soweit sie für die Beantwortung der Fragestellung/en bedeutsam sind.
Um Missverständnisse zu vermeiden und Ergebnisse abzusichern, werden Rückfragen gestellt und Rückmeldungen über gutachterliche Schlussfolgerungen gegeben.

Zur Biographie

Sie sei 24 Jahre alt und von Beruf Bürokauffrau. Seit 5 Jahren sei sie als Sachbearbeiterin in dem Betrieb tätig, in welchem sie ihre Ausbildung absolviert habe. Seit Anfang diesen Jahres lebe sie wieder bei ihrem Vater, zuvor habe sie bei ihrem Freund gewohnt, früher schon einmal bei ihrem Vater und zuvor bei der Mutter. Ihre Eltern seien seit 1989 geschieden, zu ihrer Mutter habe sie wenig Kontakt.
Ihre Freizeit verbringe sie u. a. mit Reiten.

Zur Drogenvorgeschichte

Ihr Drogenkonsum habe angefangen Ende des Jahres 2001, damals habe sie ihren Exfreund und seine Clique kennengelernt. Der Freund sei für sie der „Märchenprinz“ gewesen, sie sei auch sehr schnell zu ihm gezogen. Sie habe vorher nie etwas mit Drogen zu tun gehabt, sei auch neugierig gewesen, außerdem habe sie keine Außenseiterin sein wollen. Dies sei nämlich früher häufiger der Fall gewesen, auch durch die Scheidung ihrer Eltern.
THC habe sie nur einmal probiert, dann sei ihr schlecht geworden, sie habe Speed und Ecstasy genommen. Durch den Konsum dieser Drogen sei sie offener gewesen, habe mehr Selbstbewusstsein gehabt, was ihr als Kind immer gefehlt habe. Auch die Harmoniegefühle, die sie durch den Scheidungskrieg ihrer Eltern immer vermisst habe, hätten die Drogen ihr vermittelt. Insofern hätten die Drogen ihr auch einiges deutliche gemacht, sie habe auch viel über alles gesprochen. Gedanken über mögliche gesundheitliche Schäden durch die Drogen habe sie sich nie gemacht, es sei ihr ja gut gegangen.
Allerdings habe sie sich am nächsten Tag nach dem Drogenkonsum immer sehr schlecht gefühlt, Kreislaufprobleme, Schwindel, Kopfschmerzen, sie sei meist einen Tag im Bett gelegen.
Der Spaß an der Party habe dies Negative aber immer für sie überwogen.
Bereits im Jahr 2002 sei ihr Konsum weniger, d. h. seltener geworden; andere Aktivitäten auch mit ihrem Freund zusammen seien angestiegen.
Sie habe früher auch schon unregelmäßig konsumiert, manchmal seien 2, 3 oder noch mehr Wochen dazwischen gelegen, meist habe sie eine Nase vor dem Weggehen genommen und in der Diskothek selbst dann höchstens zwei halbe Pillen.

Vor dem Delikt vom Dezember 2002 sei eine große Party angekündigt gewesen, sie seien dorthin gefahren, sie habe nicht am Steuer gesessen. Vorher habe sie Speed genommen, während der Party dann zweimal eine halbe Pille Ecstasy. Ihr Exfreund habe dann zurückgewollt, der eigentliche Fahrer sei wegen eigenen Drogenkonsum unsicher gefahren. Da sie sich fit gefühlt habe, sei sie gefahren.

Nach dem Delikt sei sie dann geschockt gewesen und habe sich zum ersten Mal die Gefahren bewusst gemacht. An Silvester 2002 habe sie sich noch einmal hinreißen lassen zum Drogenkonsum, aber nicht mehr so viel Spaß damit gehabt.

Im Anschluss habe sie sich im Internet und auch mit Büchern über Wirkungen und Risiken der Drogen informiert und auch erkannt, wie kostbar das Leben sei. Seither, also seit Silvester 2002, sei sie clean und vermisse auch nichts.
Der Freund habe hingegen weitergemacht mit den Drogen, so dass sie Ende 2003 sich getrennt habe.
Sie sei zu ihrem Vater zurückgezogen so lange, bis sie das Geld für eine eigene Wohnung habe, habe auch viele Gespräche geführt und Kontakt zu einer alten Freundin aufgenommen.
Auch habe sie sich viele schriftliche Notizen über den ganzen Zeitraum gemacht und viel nachgedacht, das Kapitel Drogen sei für sie beendet.

Zum Alkoholdrinkverhalten

Alkohol trinke sie kaum, an Silvester und an Geburtstagen 1-2 Schluck Sekt, nicht mehr.

Fragebogen

Die bei der Untersuchung regelmäßig eingesetzten Fragebogen dienen der Vorbereitung des psychologischen Untersuchungsgesprächs. Sie erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit in der Befunderhebung oder auf Standardisierung in der Auswertung der Befunde. Es handelt sich also im Wesentlichen um gesprächsbegleitende Strukturierungshilfen für den Klienten und Gutachter.
Folgende(r) Fragebogen wurde(n) bei der Untersuchung von Frau XXX eingesetzt:

Fragebogen zur persönlichen Situation:
Dieser Fragebogen enthält Angaben zur Biographie und derzeitigen Lebenssituation von Frau XXX. Der Inhalt des Bogens ist auch Gegenstand des Untersuchungsgesprächs und die wesentlichen Angaben sind in Abschnitt III des Gutachters weitergegeben.

Fragebogen zum Drogenkonsum:
Dieser standardisierte, qualitativ ausgewertete Fragebogen enthält Angaben von Frau XXX zum eigenen Drogenkonsumverhalten. Gefragt wird nach den aktuellen und früheren Konsumgewohnheiten, zur Selbsteinschätzung der eigenen Drogengefährdung, nach Folgeproblemen des Konsums und zur Motivation bezüglich einer gegebenenfalls bestehenden Drogenabstinenz. Da diese Themen im psychologischen Untersuchungsgespräch ebenfalls zur Sprache kommen, werden die Befunde im Gutachten nur dann zusätzlich wiedergegeben, wenn sie zum Inhalt des Gesprächs in Widerspruch stehen oder ergänzende Informationen enthalten.

IV. BEWERTUNG DER BEFUNDE

Die im Teil II des Gutachtens dargestellten Voraussetzungen für eine günstige Prognose wurden anhand der oben dargestellten Methoden überprüft.
Nach den Ergebnissen der durchgeführten Verfahren ergibt sich folgendes Bild:

Bei der ärztlichen Untersuchung fanden sich keine Hinweise auf einen derzeitigen Drogenkonsum.

Insbesondere die polytoxikologische Untersuchung des Urins erbrachte keinen Nachweis bezügliche der früher konsumierten oder anderer Drogen, bekannter Ausweichmittel oder weiterer psychotroper Substanzen.

Die Überprüfung der Leistungsmöglichkeiten erbrachte keine verkehrsbedeutsamen Beeinträchtigungen.

Damit liegt der Schwerpunkt auf der Verhaltensprognose bzw. der Frage, ob zu erwarten ist, dass Frau XXX zukünftig Drogen konsumieren wird. Hierfür war es zunächst erforderlich, das Ausmaß ihrer Drogengefährdung abzuschätzen.

Frau XXX berichtete im Gespräch zur Vorgeschichte offen und ohne Bagatellisierungstendenzen über ihren Drogenkonsum in der Vergangenheit. Ihre Angaben waren daher für die Begutachtung verwertbar.

Nach der Analyse ihrer Vorgeschichte muss bei ihr von einem Drogenmissbrauch, bezüglich Amphetaminen und Ecstasy, ausgegangen werden. Dieser Missbrauch zeigt sich weniger in einem sehr häufigen oder gar täglichen Konsum; vielmehr wird die Gefährdung daran deutlich, dass Frau XXX die Drogen konsumiert hat, obwohl sie regelmäßig gravierende negative Konsequenzen am Tag danach erlebt hat. Außerdem wurde heute deutlich, dass sie die Drogen quasi zur Kompensation persönlicher Schwierigkeiten und erlebter Defizite eingesetzt hat, ohne sich allerdings damals dessen ausreichend bewusst zu sein.

Im Hinblick auf eine positive Beurteilung der Eignungsfrage ist wegen der genannten Problematik ein strikter und dauerhafter Verzicht auf Drogen zu fordern. Es ist außerdem notwendig, dass Frau XXX sich intensiv mit den Ursachen und Hintergründen auseinandergesetzt hat, um eine Wiederaufnahme der problematischen Konsumgewohnheiten mit der erforderlichen Sicherheit ausschließen zu können.

Diese Voraussetzungen werden von Frau XXX heute alle in ausreichendem Maße erfüllt.

Sie hat sich intensiv mit dem eigenen Konsumverhalten in der Vergangenheit und vor allem den Ursachen auseinandergesetzt. Sie hat erkannt, welche biografischen Faktoren hier entscheidend sind und diesbezügliche wichtige Änderungen erreicht. Die Distanzierung von dem damaligen Partner bzw. dem gesamten Umfeld ist hier als prognostisch günstiger Faktor zu nennen.

Der von ihr angegebene Zeitraum des Drogenverzichts von deutlich über 1 ½ Jahren ist glaubhaft und wird durch eine Reihe negativer Screenings ab August des vergangenen Jahres belegt. Auch die heutige Urinkontrolle erbrachte einen negativen Befund.
Es ergaben sich keine Hinweise darauf, dass sie den früheren Drogenmissbrauch auf den Bereich anderer psychotroper Substanzen verlagert hat.

Zusammenfassend kann somit heute davon ausgegangen werden, dass Frau XXX eine Lösung ihrer Drogengefährdung gelungen ist.

V. BEANTWORTUNG DER FRAGESTELLUNG (und Empfehlung)

Es ist nicht mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zu erwarten, dass Frau XXX zukünftig ein Fahrzeug unter Einfluss von Betäubungsmitteln und/oder anderen psychoaktiven Stoffen oder deren Nachwirkungen führen wird. Es liegen trotz der Hinweise auf früheren Drogenmissbrauch keine Beeinträchtigungen vor, die das sichere Führen eines Kraftfahrzeugs der beantragten Fahrerlaubnisklasse in Frage stellen.

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freshmeat
15.11.2004, 19:51
oh mann wow, du bist echt irre.

danke, werds mir wenn ich ma zeit habe ausdrucken und in ruhe durchlesen.

mfg

bibi30
17.11.2004, 13:38
Hallöli,
..... habe heute Morgen meine MPU hinter mich gebracht !!!
:rolleyes:
Im Augenblick bekomme ich noch nix auf die Reihe. Stehe, glaube ich, noch total unter Schock und trinke hier meinen Kaffee, bin alleine und muß jetzt schreiben. Vor allem Euch hier im Forum ganz ganz lieben Dank und Lob aussprechen!! Ich habe hier im Forum Mut und Ansporn gefunden. Selber habe ich wenig gepostet, aber gelesen ... hier gelesen ...Bücher gelesen ... Internetseiten gelesen .... und an mir gearbeitet/aufgearbeitet.

Vorab:
ICH HAB´ ES MIR SCHLIMMER VORGESTELLT!!!

Es waren alle sehr sehr nett und das lockert das Ganze positiv.
Der Abschlusssatz des Psychologen (als ich mich erkundigte ob ich in ca. 14 Tagen mein Gutachten erhalten würde):
"..... es wird nach Ihren Vorstellungen ausfallen ..."
(wenn ich die Worte richtig vernommen habe *grübel*?!)
Ich habe einfach irgendwie nichts mehr wahrgenommen.
Negativ ? Positiv?
Es wurde mir von anderen gratuliert dies es mitbkommen haben (der Psychologe stand vorm Wartezimmer als ich ihn fragte), also wird es wohl zu meinen Gunsten ausgefallen sein.
Kann man so daneben sein das man sowas wichtiges nicht mehr realisiert ???? :eek:

Sch .... Pessimistin die ich nun mal bin, geht´s mir erst besser wenn ich es in der Hand halte.

Später berichte ich mehr, nun muß ich etwas shoppen gehen oder so...auf jeden Fall unter Menschen sein.
LG
bibi
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Sandra
17.11.2004, 15:18
Hey Bibi!

Na klar hast Du es geschafft!!!! http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/smile.gif Es wird positiv sein!!!!

Meinen ALLERHERZLICHSTEN GLÜCKWUNSCH!!!! :laolhttp://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/amen.gif

Es ist ganz normal, dass man hinterher erst mal etwas neben der Spur ist. Ging mir genauso http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/zwink.gif .

Sandra
18.11.2004, 16:35
Bin heute zum ersten Mal wieder Auto gefahren!!! http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/smile.gif Hach, war das schön... :upsidown:

bibi30
19.11.2004, 12:03
Hallo Sandra
....das glaube ich Dir sofort http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/huepf.gif

Oooooooh was beneide ich Dich, aber der Tag wird auch noch kommen ....*lächel*

Viel viel Spaß weiterhin
LG
bibi


[Editiert von bibi30 am: Freitag, 19, 2004 @ 12:03]

ParaKai
01.12.2004, 20:39
Hi sandra

auch von mir congratulations.

hätte da aber noch ne frage, was hattest du so alles in deinem ordener drinne???