sea-shell
11.08.2004, 18:36
So, jetzt mal ein kurzer Abriss, was ich vor drei Wochen bei der MPU so angestellt hab...
Also ich denke der Ablauf ist den meisten hinreichend bekannt bzw. anderswo ausführlich
nachzulesen. Speziell zur PIMA: also ich hatte nur zwei ganz kurze Fragebögen zu persönlichen
Daten, Gesundheit und Alkoholvorgeschichte – keinerlei Fragen zu Alkwissen oder Verkehrsregeln.
Dann Arzt: kurze Befragung zu Alkoholgeschichte und die üblichen Tests (Finger-Nase, Finger-
Finger, Auf einem Bein stehen, ...). Dann Psychogespräch 1 1/2 Stunden, danach Gutachten
korrigieren und Reaktionstests, zum Schluss noch mal zur Psychologin rein für Besprechung der
Änderungen und Prognose...
Worum es mir eigentlich mit diesem Bericht geht, ist die erleichternde Tatsache, dass ich an mir
gearbeitet hab und mich mit meinem Leben intensiv auseinander gesetzt hab, was ich dann im
Gespräch wahrheitsgemäß!!! und ausführlich berichten konnte. Und dass ich dadurch ein positives
Gutachten bekommen hab, ohne Antworten auswendig zu lernen oder Notlügen zu erfinden. Aber
ohne das Forum hätte ich das nie geschafft, denn bestimmte Dinge kann man so einfach nicht
wissen (bspw. dass man genau angeben können muss, was man am Tattag und in den Jahren davor
getrunken hat, obwohl man sich nicht wirklich daran erinnert...).
Im Gespräch kam als erstes die Fragen nach dem Tattag (Ablauf, Trinkmenge,
Vermeidungsüberlegungen – also wie ich vermeiden wollte zu fahren und warum ich den Vorsatz
geändert habe). Dann ging es um die Entwicklung des Trinkverhaltens, die ich in allen Einzelheiten
geschildert hab. Über 2 Seiten im Gutachten enthalten nur die Alkoholgeschichte vor der TF, incl.
Mengen, Anlässen, Pausen, Personen, Gründen, Problemen und Gedanken.
(Ich hab nach der TF insgesamt ein halbes Jahr gebraucht, um mich an all die Sachen zu erinnern,
hab alles aufgeschrieben und immer wieder was hinzugefügt, wenn mir was eingefallen ist. Da ist
mir erst aufgefallen, wie lang die Vorgeschichte war und wie sehr sich doch die Situationen immer
wieder geähnelt haben in denen ich getrunken hab. Dieses immer wieder durcharbeiten der
eigenen Geschichte hat mir für mich sehr viel gebracht und mir auch bei der MPU sehr geholfen,
alles kontinuierlich und mit der entsprechenden Selbsterkenntnis rüberzubringen.)
Dann ging es um die Schlussfolgerungen, die ich aus dem Delikt gezogen hätte, also welche
Schritte ich unternommen habe (Psychologengespräch, Entscheidung für KT, Trinkkalender) und
wie es mir dabei geht/wie es geklappt hat. Ich wurde gefragt, was aus meiner Sicht noch gefehlt
hätte, um damals vom Missbrauch zur Abhängigkeit zu kommen und welche persönlichen Anteile
(also innere Faktoren) es mir jetzt ermöglichen würden, kontrolliert zu trinken.
Dann kamen noch mal so eine Art Absicherungsfragen (die ich eigentlich in meiner Geschichte
schon beantwortet hatte) um mögliche Widersprüche zu finden: Was der Grund für die Reduktion
meines Alkoholkonsums gewesen sei, Wie meine Vorsätze für die Zukunft aussehen und Worin ich
die Gefahr sehe, mehr als die vereinbarten Höchstmengen zu trinken.
Angeblich „Befragt nach Veränderungen, die ich seitdem erlebt habe“ kommt dann noch ein kurzer
Abschnitt darüber, was sich für mich positiv verändert hat (ich wurde zwar dazu nicht befragt, hab
es aber trotzdem erzählt) und das wars.
In der Auswertung steht dann, dass meine Analyse der Hintergründe sowie die daraus gefolgerten
Einstellungs- und Verhaltensänderungen als ausreichend durchdacht und wirksam betrachtet
werden können und dass ich das Gespräch sehr offen und ehrlich gestaltete.
Also für alle noch zitternden MPU-Kandidaten: es geht wirklich darum, ausführlich und bunt aus
dem eigenen (!) Leben vor, während und nach der TF erzählen zu können und wenn sich bei dem
"nach" im Vergleich zum "vor" wirklich was verändert hat, kann bei der MPU eigentlich nicht mehr
viel schiefgehen.
(Man, ist man nach so nem Gutachten optimistisch - könnte zu meiner neuen Lieblingsdroge
werden... http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/zwink.gif .)
Aber ganz im Ernst - die beste Anleitung, um sein neues Leben in den Griff zu bekommen, kriegt
man hier im Forum!! Von mir noch mal ein riesengroßes Dankeschön dafür. Ihr seid super!!!
sea-shell
Also ich denke der Ablauf ist den meisten hinreichend bekannt bzw. anderswo ausführlich
nachzulesen. Speziell zur PIMA: also ich hatte nur zwei ganz kurze Fragebögen zu persönlichen
Daten, Gesundheit und Alkoholvorgeschichte – keinerlei Fragen zu Alkwissen oder Verkehrsregeln.
Dann Arzt: kurze Befragung zu Alkoholgeschichte und die üblichen Tests (Finger-Nase, Finger-
Finger, Auf einem Bein stehen, ...). Dann Psychogespräch 1 1/2 Stunden, danach Gutachten
korrigieren und Reaktionstests, zum Schluss noch mal zur Psychologin rein für Besprechung der
Änderungen und Prognose...
Worum es mir eigentlich mit diesem Bericht geht, ist die erleichternde Tatsache, dass ich an mir
gearbeitet hab und mich mit meinem Leben intensiv auseinander gesetzt hab, was ich dann im
Gespräch wahrheitsgemäß!!! und ausführlich berichten konnte. Und dass ich dadurch ein positives
Gutachten bekommen hab, ohne Antworten auswendig zu lernen oder Notlügen zu erfinden. Aber
ohne das Forum hätte ich das nie geschafft, denn bestimmte Dinge kann man so einfach nicht
wissen (bspw. dass man genau angeben können muss, was man am Tattag und in den Jahren davor
getrunken hat, obwohl man sich nicht wirklich daran erinnert...).
Im Gespräch kam als erstes die Fragen nach dem Tattag (Ablauf, Trinkmenge,
Vermeidungsüberlegungen – also wie ich vermeiden wollte zu fahren und warum ich den Vorsatz
geändert habe). Dann ging es um die Entwicklung des Trinkverhaltens, die ich in allen Einzelheiten
geschildert hab. Über 2 Seiten im Gutachten enthalten nur die Alkoholgeschichte vor der TF, incl.
Mengen, Anlässen, Pausen, Personen, Gründen, Problemen und Gedanken.
(Ich hab nach der TF insgesamt ein halbes Jahr gebraucht, um mich an all die Sachen zu erinnern,
hab alles aufgeschrieben und immer wieder was hinzugefügt, wenn mir was eingefallen ist. Da ist
mir erst aufgefallen, wie lang die Vorgeschichte war und wie sehr sich doch die Situationen immer
wieder geähnelt haben in denen ich getrunken hab. Dieses immer wieder durcharbeiten der
eigenen Geschichte hat mir für mich sehr viel gebracht und mir auch bei der MPU sehr geholfen,
alles kontinuierlich und mit der entsprechenden Selbsterkenntnis rüberzubringen.)
Dann ging es um die Schlussfolgerungen, die ich aus dem Delikt gezogen hätte, also welche
Schritte ich unternommen habe (Psychologengespräch, Entscheidung für KT, Trinkkalender) und
wie es mir dabei geht/wie es geklappt hat. Ich wurde gefragt, was aus meiner Sicht noch gefehlt
hätte, um damals vom Missbrauch zur Abhängigkeit zu kommen und welche persönlichen Anteile
(also innere Faktoren) es mir jetzt ermöglichen würden, kontrolliert zu trinken.
Dann kamen noch mal so eine Art Absicherungsfragen (die ich eigentlich in meiner Geschichte
schon beantwortet hatte) um mögliche Widersprüche zu finden: Was der Grund für die Reduktion
meines Alkoholkonsums gewesen sei, Wie meine Vorsätze für die Zukunft aussehen und Worin ich
die Gefahr sehe, mehr als die vereinbarten Höchstmengen zu trinken.
Angeblich „Befragt nach Veränderungen, die ich seitdem erlebt habe“ kommt dann noch ein kurzer
Abschnitt darüber, was sich für mich positiv verändert hat (ich wurde zwar dazu nicht befragt, hab
es aber trotzdem erzählt) und das wars.
In der Auswertung steht dann, dass meine Analyse der Hintergründe sowie die daraus gefolgerten
Einstellungs- und Verhaltensänderungen als ausreichend durchdacht und wirksam betrachtet
werden können und dass ich das Gespräch sehr offen und ehrlich gestaltete.
Also für alle noch zitternden MPU-Kandidaten: es geht wirklich darum, ausführlich und bunt aus
dem eigenen (!) Leben vor, während und nach der TF erzählen zu können und wenn sich bei dem
"nach" im Vergleich zum "vor" wirklich was verändert hat, kann bei der MPU eigentlich nicht mehr
viel schiefgehen.
(Man, ist man nach so nem Gutachten optimistisch - könnte zu meiner neuen Lieblingsdroge
werden... http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/images/smilies/zwink.gif .)
Aber ganz im Ernst - die beste Anleitung, um sein neues Leben in den Griff zu bekommen, kriegt
man hier im Forum!! Von mir noch mal ein riesengroßes Dankeschön dafür. Ihr seid super!!!
sea-shell