samuel
26.06.2004, 14:28
Liebe zu Begutachtende!
Was nun kommt, ist der Versuch das Psychologische Gespräch zu beschreiben und einige Verhaltensvorschläge zu geben, wobei natürlich !!!! keinerlei Haftung für irgendwelches Mißraten übernommen wird!!!!
Das psychologische Gespräch ist eine Bestandsaufnahme Eures Lebens, bis zum heutigen Tag. Ihr müßt über Euch und Euren Werdegang bescheid wissen und das auch vortragen können. Im Anschluß soll eine Prognose über Euer zukünftiges Verhalten erstellt werden. Das ganze ist also so eine Art ORAKEL, das zeigt sich auch an der hohen Rückfallquote der positiv Begutachteten.
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Was ist im Vorfeld zu beachten?
Erst mal die Ruhe bewahren. Lernt Euren Puls zu senken, atmet tief aus und ein, denkt positiv, lächelt. Reagiert niemals aggressiv, ausrasten ist der sichere Weg weiter zu Fuß zu gehen. Tragt ruhig und höflich Eure Wünsche vor.
Ein Narr, wer unvorbereitet zum Gespräch erscheint. Wer also von sich weiß, daß er an Prüfungsstress leidet, zu "blackouts" oder ähnlichen neigt, der bereite sich besser schriftlich auf das Gespräch vor. Im Gegensatz zur Schule/Uni darf man bei der MPU seine Aufzeichnungen benutzen. Je gründlicher Ihr Euch vorbereitet, desto einfacher das Gespräch.
Habt Ihr das Gefühl, daß Euch Euer Gegenüber überhaupt nicht versteht, Euch genervt oder unaufmerksam behandelt? Wird Euch ständig ins Wort gefahren?
Nun, das ist einfach ein schmutziger Trick. Als Erstes wird geschaut, wie gut Ihr Euch vorbereitet habt. Erklärt dem Psychologen, daß Ihr sein Verhalten deuten könnt und hier bestimmt nicht ausflippen werdet, denn Ihr hab an Euch gearbeitet. Bittet Ihn höflich um ein normales menschliches Verhalten .
Sollte sich das Verhalten des Psycho auch nach Bitten nicht ändern, dann brecht das Gespräch besser ab. Als Begründung könnt Ihr Unwohlsein angeben (Das ist vielleicht nicht mal ganz so unwahr) oder Ihr schimpft den Psycho einfach befangen und verklemmt.
Keine Beurteilung ist besser als eine negative. Versucht es woanders erneut, der Preis ist der selbige.
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Wie läuft das Gespräch ab?
Jeder Mensch ist anders, so auch der Psycho.
Der Eine ist höflich und nett, der Andere hat zum Beispiel Stress mit irgendwas/wem.
Das Gespräch folgt trotzden einem Muster, bei dem, wie bei einem Puzzle, alle Teile vorhanden sein müssen, um ein Bild zu ergeben. Wenn Euch Fragen gestellt werden, dann versucht diese so umfangreich wie möglich zu beantworten. Nichts ist für die MPU tödlicher, als den einsilbigen Schweiger zu geben.
In allen Kategorien geht es stehts um:
Was ist passiert?
Warum ist es passiert?
Warum passiert es nicht wieder?
Die erste Frage lautet mit Bestimmtheit:
Wissen sie, warum sie hier sind?
"Weil die Führerscheinstelle Zweifel an meiner Fahreignung hat, die ich mit Ihrer Hilfe ausräumen möchte!"
Danach könnt Ihr Fragen, wie es ablaufen soll.
Entweder bekommt Ihr dann Fragen gestellt oder Ihr könnt loslegen.
Bis hierhin ist es für alle gleich, egal ob Drogen, Punkte, Alkohol, Medikamente oder Straftaten.
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Unterteilen wir mal und beginnen mit dem Alkohol:l
Wenn Ihr frei sprechen möchtet/dürft, dann beginnt am besten mit der Alkoholvorgeschichte.
Wie sah die Kindheit aus?
Wann das erste Mal?
Ab wann regelmäßig?
Gab es Spitzen/Verzicht und warum?
Trinkmotive innere / äußere?
Wie habt Ihr Euch gefühlt?
Theoretisches Alkoholwissen?
Sucht oder Mißbrauch?
KT oder Abstinenz?
Danach kommt die Trunkenheitsfahrt:
Tagesablauf?
Trinkbeginn/-ende?
Trinkmenge?
Grund der Alkoholfahrt?
Zu bewältigende Strecke/ wie weit gekommen?
Anzahl der TF, die nicht entdeckt wurden
Als letztes berichtet Ihr von Eurem neuen Leben, so Ihr eins habt.
Verhaltensänderung?
Probleme und Positives aller Art, die mit reduzierten Alkkonsum zusammen hängen ?
Reaktion im Bekanntenkreis / beruflichem Umfeld?
Neue Trinkgewohnheiten (KT/Abstinenz)?
Wie wollt Ihr Trinken und Fahren künftig trennen (Vermeidungsstrategien)?
Wenn Ihr über all diese Punkte erschöpfend referieren könnt, dann geht Ihr mit einem positiven Gutachten nach Hause. Ihr seht also, dies ist nicht im Vorübergehen zu erledigen und bedarf einer intensiven Vorbereitung. Ihr könnt diese Punkte auch alle schriftlich (handschriftlich ist besser) niederlegen. Als Stichpunkte oder komplett ausformuliert, wie Ihr es wünscht. Abhaken nicht vergessen!!! Begeht aber nicht den Fehler, es im Gespräch vorlesen zu wollen. Das ist und bleibt ein Gespräch und die Aufzeichnungen dienen der Unterstützung und zur Kontrolle der Vollständigkeit.
Beispiel: Bei mir meinte die Psychologin nach ca 75 Minuten, "Von Ihrer Seite her wäre es das, ob ich noch was hätte"? Da war noch kein Wort über Vermeidunsstrategien gefallen. Das Gespräch war so ganz gut gelaufen, aber hätte ich das nicht gemerkt, dann wäre es sicher negativ geworden. Schmutziger Trick!!! So gefällt mir das.
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[geändert von samuel am 11-08-05 at 10:52 PM]
Was nun kommt, ist der Versuch das Psychologische Gespräch zu beschreiben und einige Verhaltensvorschläge zu geben, wobei natürlich !!!! keinerlei Haftung für irgendwelches Mißraten übernommen wird!!!!
Das psychologische Gespräch ist eine Bestandsaufnahme Eures Lebens, bis zum heutigen Tag. Ihr müßt über Euch und Euren Werdegang bescheid wissen und das auch vortragen können. Im Anschluß soll eine Prognose über Euer zukünftiges Verhalten erstellt werden. Das ganze ist also so eine Art ORAKEL, das zeigt sich auch an der hohen Rückfallquote der positiv Begutachteten.
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Was ist im Vorfeld zu beachten?
Erst mal die Ruhe bewahren. Lernt Euren Puls zu senken, atmet tief aus und ein, denkt positiv, lächelt. Reagiert niemals aggressiv, ausrasten ist der sichere Weg weiter zu Fuß zu gehen. Tragt ruhig und höflich Eure Wünsche vor.
Ein Narr, wer unvorbereitet zum Gespräch erscheint. Wer also von sich weiß, daß er an Prüfungsstress leidet, zu "blackouts" oder ähnlichen neigt, der bereite sich besser schriftlich auf das Gespräch vor. Im Gegensatz zur Schule/Uni darf man bei der MPU seine Aufzeichnungen benutzen. Je gründlicher Ihr Euch vorbereitet, desto einfacher das Gespräch.
Habt Ihr das Gefühl, daß Euch Euer Gegenüber überhaupt nicht versteht, Euch genervt oder unaufmerksam behandelt? Wird Euch ständig ins Wort gefahren?
Nun, das ist einfach ein schmutziger Trick. Als Erstes wird geschaut, wie gut Ihr Euch vorbereitet habt. Erklärt dem Psychologen, daß Ihr sein Verhalten deuten könnt und hier bestimmt nicht ausflippen werdet, denn Ihr hab an Euch gearbeitet. Bittet Ihn höflich um ein normales menschliches Verhalten .
Sollte sich das Verhalten des Psycho auch nach Bitten nicht ändern, dann brecht das Gespräch besser ab. Als Begründung könnt Ihr Unwohlsein angeben (Das ist vielleicht nicht mal ganz so unwahr) oder Ihr schimpft den Psycho einfach befangen und verklemmt.
Keine Beurteilung ist besser als eine negative. Versucht es woanders erneut, der Preis ist der selbige.
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Wie läuft das Gespräch ab?
Jeder Mensch ist anders, so auch der Psycho.
Der Eine ist höflich und nett, der Andere hat zum Beispiel Stress mit irgendwas/wem.
Das Gespräch folgt trotzden einem Muster, bei dem, wie bei einem Puzzle, alle Teile vorhanden sein müssen, um ein Bild zu ergeben. Wenn Euch Fragen gestellt werden, dann versucht diese so umfangreich wie möglich zu beantworten. Nichts ist für die MPU tödlicher, als den einsilbigen Schweiger zu geben.
In allen Kategorien geht es stehts um:
Was ist passiert?
Warum ist es passiert?
Warum passiert es nicht wieder?
Die erste Frage lautet mit Bestimmtheit:
Wissen sie, warum sie hier sind?
"Weil die Führerscheinstelle Zweifel an meiner Fahreignung hat, die ich mit Ihrer Hilfe ausräumen möchte!"
Danach könnt Ihr Fragen, wie es ablaufen soll.
Entweder bekommt Ihr dann Fragen gestellt oder Ihr könnt loslegen.
Bis hierhin ist es für alle gleich, egal ob Drogen, Punkte, Alkohol, Medikamente oder Straftaten.
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Unterteilen wir mal und beginnen mit dem Alkohol:l
Wenn Ihr frei sprechen möchtet/dürft, dann beginnt am besten mit der Alkoholvorgeschichte.
Wie sah die Kindheit aus?
Wann das erste Mal?
Ab wann regelmäßig?
Gab es Spitzen/Verzicht und warum?
Trinkmotive innere / äußere?
Wie habt Ihr Euch gefühlt?
Theoretisches Alkoholwissen?
Sucht oder Mißbrauch?
KT oder Abstinenz?
Danach kommt die Trunkenheitsfahrt:
Tagesablauf?
Trinkbeginn/-ende?
Trinkmenge?
Grund der Alkoholfahrt?
Zu bewältigende Strecke/ wie weit gekommen?
Anzahl der TF, die nicht entdeckt wurden
Als letztes berichtet Ihr von Eurem neuen Leben, so Ihr eins habt.
Verhaltensänderung?
Probleme und Positives aller Art, die mit reduzierten Alkkonsum zusammen hängen ?
Reaktion im Bekanntenkreis / beruflichem Umfeld?
Neue Trinkgewohnheiten (KT/Abstinenz)?
Wie wollt Ihr Trinken und Fahren künftig trennen (Vermeidungsstrategien)?
Wenn Ihr über all diese Punkte erschöpfend referieren könnt, dann geht Ihr mit einem positiven Gutachten nach Hause. Ihr seht also, dies ist nicht im Vorübergehen zu erledigen und bedarf einer intensiven Vorbereitung. Ihr könnt diese Punkte auch alle schriftlich (handschriftlich ist besser) niederlegen. Als Stichpunkte oder komplett ausformuliert, wie Ihr es wünscht. Abhaken nicht vergessen!!! Begeht aber nicht den Fehler, es im Gespräch vorlesen zu wollen. Das ist und bleibt ein Gespräch und die Aufzeichnungen dienen der Unterstützung und zur Kontrolle der Vollständigkeit.
Beispiel: Bei mir meinte die Psychologin nach ca 75 Minuten, "Von Ihrer Seite her wäre es das, ob ich noch was hätte"? Da war noch kein Wort über Vermeidunsstrategien gefallen. Das Gespräch war so ganz gut gelaufen, aber hätte ich das nicht gemerkt, dann wäre es sicher negativ geworden. Schmutziger Trick!!! So gefällt mir das.
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[geändert von samuel am 11-08-05 at 10:52 PM]