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Foppel
08.06.2006, 17:08
Hallöchen zusammen.

Wollt mal kurz nen Status durchgeben und etwas, was mich ein wenig verwirrt hat. Mir wurde ja nach der ersten vergeigten MPU (MPU GmbH) bei einem Beratungsgespräches des TÜV gesagt, ich hätt so gut wie bestanden, solle aber einen Kurs namens "Freeway" machen. Dieser würde 5 Stunden dauern und 380 Euro kosten.

Also hab ich mich an den Kommunikationsknochen gehangen und freudig bei Impuls angerufen. Dort gab man mir die Handynummer des Wuppertaler "Partners", den ich auch dann flugs anrief.

In dem gespräch stellten sich schnell einige ungereimtheiten heraus.

a.) Kosten
Der Kurs kostet keine 380, sondern 1700 Euro.

b.) Dauer
Er geht nicht 5 Stunden, sondern 5 Einzelsitzungen und 21 Gruppeneinheiten lang (Wie lang die auch sein mögen).

Die 5 Einzelsitzungen kosten 380 Euro. Die 21 Sitzungen mal eben 3x425 Euro, zahlbar in Monatsraten.

Der Psychologe am Telefon erklärte sich zwar bereit die 5 Einzelsitzungen zu machen, sagte aber gleich, das ich falsch informiert wäre wenn ich von 380 Euro ausgehen würde. Dafür müssten mindestens 500 Euro aufm Tishc liegen.

Das ich einen Flyer von Impuls habe, auf dem Stand "Februar 2006" steht, hat ihn nicht gejuckt ;-( Ich kenn ja das mit den Pferden und der Apotheke, aber kann denn der Kurs mal locker so um 120 Euro steigen?

Nun stehe ich da und denk mir "Whoooot. Dafür kann ich ja fast nen EU Schein machen", will aber trotzdem die MPU hier in "D" bestehen und meinen Fleppen wieder bekommen.

Ich hatte im Beratungsgespräch sehr gute Noten bekommen. Laut der beratenden Psychologin hätte ich an diesem Tag die MPU bestanden, wenn ich denn eine gemacht hätte.

Jetzt die Frage:
Die haben sich doch sicherlich notiert, wen sie wann wohin empfohlen haben.
Ist es klug trotzdem die MPU dort zu machen? Denn bis auf die Kursempfehlung hatte ich durch die Bank weg ein sehr gutes Gefühl.

Oder sollte ich besser in eine andere Stadt ausweichen?

Foppel
08.06.2006, 18:20
Update:

Ich hab nun ein wenig in Google geschaut und auch noch mal mit einem Bekannten (Berufskraftfahrer) gesprochen, dem auch eine MPU bevorsteht.

Er empfahl mit die PIMA in Bochum. Wie ich im Forum hier lesen konnte, sind MPU GmbH, PIMA und TÜV ja der selbe Verein nur unter anderem Mäntelchen.

Was haltet Ihr von der PIMA in Bochum?
Sind die Erfahrungen da bislang gut?

samuel
09.06.2006, 00:50
Für 1700 Euro kannst Du ja 5 mal MPU machen.
Dem würde ich was ins Telefon husten.

Ich würde auf jeden Fall mal bei Pima vorsprechen. Ich selber war in Stuttgart bei Pima und es lief nur fair ab.

Samuel

Foppel
09.06.2006, 01:34
Hi Samuel,

danke für die Info.
Ich habe heut den Brief an die FSST mit der Bitte gesendet, meine Unterlagen dort hin zu schicken. Mal angenommen ich falle durch. meine Frist läuft am 30.07.2006 aus. Was muss ich machen? Vor fristablauf den Antrag zurückziehen?

Und damit ich es richtig verstehe:
Wenn ich von der FSST nach antragstellung eine frist von 6 Monaten bekomme ein positives Gutachten vorzulegen, aber bei der ersten MPU durchfalle, kann ich doch in dieser Zeit so viele MPU machen, wie ich schaffe ohne das ich den Antrag immer wieder neu stellen muss, oder habe ich das falsch verstanden? (Bandwurmsatz).

Beantragt : Jan. 06 - Erste MPU Pleite März 06 - Frist bis zum 30.07.06

hausmann
09.06.2006, 06:37
kann ich doch in dieser Zeit so viele MPU machen, wie ich schaffe ohne das ich den Antrag immer wieder neu stellen muss, oder habe ich das falsch verstanden? (Bandwurmsatz).


falsch verstanden. den antrag musst du immer wieder neu stellen. also schaffst du auch nicht all zu viele mpu´s in der zeit; fsst schickt deine akte und fragestellung ans mpi.
du machst mpu, angenommen fällst durch -> schicken deine akte zurück zur fsst. das dauert alles seine zeit!!!
also schaffst du nin den 6 moanaten wenns hoch kommt 3 mpu´s... und das wenn die sich beeilen. ;)

Lemmy
09.06.2006, 10:38
Hallo Foppel,

1700 Euro für einen Kurs? Wird ja wirklich immer dreister. Respekt, wenn Du da höflich geblieben bist.

kann ich doch in dieser Zeit so viele MPU machen, wie ich schaffe ohne das ich den Antrag immer wieder neu stellen muss, oder habe ich das falsch verstanden?

Gar keine Gedanken dran verschwenden!!!!

Du gehst gut vorbereitet zur MPU und wirst sie auch bestehen.

Viele Grüße
Lemmy

Foppel
09.06.2006, 13:25
Huuuuuhh.
Also die erste habe ich ja anfang des Jahres vergeigt.
Jetzt muss ich den Antrag zurückziehen und ihn dann direkt neu stellen?

Da hab ich echt was falsch verstanden.
Das negative Gutachten habe ich natürlich NICHT abgegeben.

strandy
09.06.2006, 13:31
Huuuuuhh.
Also die erste habe ich ja anfang des Jahres vergeigt.
Jetzt muss ich den Antrag zurückziehen und ihn dann direkt neu stellen?

Da hab ich echt was falsch verstanden.
Foppel

wenn du das negative Gutachten nicht abgegeben hast, und deine Vorlagefrist noch ausreicht, ist es nicht unbedingt nötig, den Antrag zurückzuziehen.
Innerhalb der Vorlagefrist kannst du weitere MPUen machen, doch bedenke die Kosten und die Verwaltungs- und Postwege, wie hausmann dir verdeutlicht hat....
Die FSSt wird dich zwar vieleicht fragen, welches Ergebnis du hattest, aber du bist nicht verpflichtet, Auskunft darüber zu geben. Die können es sich ja denken, dass es negativ war, aber tun können sie letztendlich auch nix dagegen.

Hauptsache ist doch, du legst innerhalb der Vorlagefrist ein positives Gutachten vor!

Gruss
strandy

strandy
09.06.2006, 13:38
als Beispiel guckst du mal hier den Beitrag von unfähig, bei dem ich schmunzeln musste:
Hallo Leute,
auch ich bin ja beim 1. Mal durchgefallen. Ich bin, nachdem ich mich zuerst nicht getraut hatte, dann doch mutig zur FSST, habe (wahrscheinlich ) ziemlich blöd gegrinst, und habe gesagt, daß ich jetzt zum Tüv möchte. Die Dame fragte natürlich nach meinen 1. Ga, das habe ich in den Müll geworfen, hatte ich ihr gesagt, auf die Frage wie es ausgefallen ist, habe ich mit den Schultern gezuckt und gesagt, daß ich mich dämlich angestellt hätte, deshalb negativ. Die Dame hat dann mitleidig gelächelt und meine Akte für den Tüv fertig gemacht.
gruß unfähig

:D

Foppel
09.06.2006, 15:23
Hab grad mal eine Mail an die FSST geschickt. Hier die Antwort:

Sehr geehrter Herr XXX,

da über Ihren Antrag noch nicht abschließend entschieden wurde, haben Sie selbstverständlich die Möglichkeit die erforderliche Eignungsbegutachtung beim der PIMA in Bochum durchzuführen. Die Frist für die Vorlage des Gutachtens kann dann auch entsprechend verlängert werden. Zur Übersendung der Akte ist aber Ihre schriftliche Einverständniserklärung erforderlich. Einen entsprechenden Vordruck werde ich Ihnen ohne weiteren Kommentar per Post zu kommen lassen. Auf diesem Vordruck wählen Sie die gewünschte Begutachtungsstelle aus und schicken ihn unterschrieben zurück.

Ist doch nett, oder?

strandy
09.06.2006, 15:29
Hab grad mal eine Mail an die FSST geschickt. Hier die Antwort:

Sehr geehrter Herr XXX,

da über Ihren Antrag noch nicht abschließend entschieden wurde, haben Sie selbstverständlich die Möglichkeit die erforderliche Eignungsbegutachtung beim der PIMA in Bochum durchzuführen. Die Frist für die Vorlage des Gutachtens kann dann auch entsprechend verlängert werden. Zur Übersendung der Akte ist aber Ihre schriftliche Einverständniserklärung erforderlich. Einen entsprechenden Vordruck werde ich Ihnen ohne weiteren Kommentar per Post zu kommen lassen. Auf diesem Vordruck wählen Sie die gewünschte Begutachtungsstelle aus und schicken ihn unterschrieben zurück.

Ist doch nett, oder?
na siehst du, geht doch :D

mit einer besseren Nachricht kannst du ja kaum noch in das tolle Wochenende starten....

Also schönes WE dann :cool:
strandy

Foppel
09.06.2006, 16:12
Stimmt.

Ich hatte gestern schon eine formlose Einverständniserklärung an die FSST geschickt. gerade eben habe ich den Herrn vom der FSST darüber informiert. Er schrieb zurück das er die formlose problemlos akzeptiert und dann die Unterlagen direkt am Montag zur PIMA sendet.

Man. Ich bin sowas von froh. Scheint doch noch alles gut zu gehen. Auch schön zu sehen, das es mal auf dem kurzen Dienstweg per E-Mail, anstatt über den Bürokratischen Wasserkopf funktioniert.

Ich hatte jetzt echt damit gerechnet, das mir der Mann eine Neubeantragung aufbrummt, weil wir damals zu meinen "wilden Zeiten" regelrecht "Spinne Feind" waren.

Ich wünsch Euch ein schönes Wochenende und viel Spaß beim Fußball schauen. Ich für meinen teil bin jetzt hochmotiviert und werde das Spiel heute Abend in vollen Zügen geniessen.

Foppel
14.06.2006, 02:35
Seit meiner ersten MPU sind ja nun einige Tage ins Land gezogen. Ich habe mir das negative Gutachten wieder und wieder durchgelesen. Leider kann ich mit den Fachausdrücken wenig anfangen. Wie dem auch sei. Nur sprechenden Leuten kann geholfen werden und ich bin nun der Meinung, das ich nur den Unwichtigen Teil erzählt habe. Den, der für die MPU nur sekundäre Wichtigkeit hat.

Anscheinend hats wirklich Sinn, das Gutachten nach einiger Zeit noch mal vorzukramen und auf die Punkte einzugehen.

Ich möchte Euch meine überdachten Aussagen zu den diversen Vergehen nochmals vorlegen und von Euch wissen, ob ich evtl. jetzt auf dem richtigen Weg bin.

13.05.01
Inbetriebnahme eines Kfz, dessen BE durch bauliche Veränderung erloschen war
Von einem Bekannten bekam ich einen Satz "Aluräder" geschenkt. Ich montierte sie gleich und nahm mir vor, die kommende Woche dann zum TÜV wegen der Eintragung zu fahren. Damals machte ich mir noch keine Gedanken über die Tragweite dieses Vergehens. Ich sah die Eintragung beim TÜV eher als typisch deutsche Bürokratie-Schikane an. Über Trag- und Achslasten und dem evtl. Bruch der Felge wusste ich zu dieser Zeit nicht bescheid. Das eine nicht vom TÜV abgenommene Veränderung an meinem Kfz einen verheerenden Unfall hätte auslösen können, war mir damals nicht klar.

Erst als der Polizist, der mich kontrolliert hatte, mir den Sinn erklärte, ging mir ein Licht auf und lies mich den Sinn von technischen Abnahmen verstehen. Ich liess die Aluräder prompt am nächsten Tag beim TÜV eintragen. Dies war mein erstes Vergehen überhaupt.

26.06.01
Überschreitung der zul. Höchstgeschw. von 50 km/h um 21 km/h
An diesem Tag nahm das Übel seinen Lauf. Meine Frau teilte mir an diesem Tag mit, das sie im Internet einen anderen Mann kennengelernt hatte und mich schon seit monaten betrog. Für mich brach nicht nur eine, sondern MEINE Welt zusammen. Ich hatte keinen anderen Gedanken mehr, als so schnell wie möglich von der Firma nach Haus zu kommen. Dabei hatte ich eine aggressive Fahrweise. Alles ging mir nicht schnell genug. In mir kochten die Emotionen, so das ich mit Tränen in den Augen und voller Wut den Heimweg antrat.

11.10.06
Unfallschaden infolge unangepasster Geschwindigkeit
Ich hatte einen Kundeneinsatz im fernen Hannover. Ein Firmenkunde hatte einen kompletten EDV Zusammenbruch. Mein Chef nervte zusätzlich per Mobiltelefon, weil es ihm nicht schnell genug ging und meine mittlerweile von mir getrennt lebende Frau bombardierte mich zusätzlich mit SMS Nachrichten in denen Sie ausfallend wurde. Es ging dabei um das Besuchsrecht für meine Tochter, Lisa. Ich hatte einen 16 Stunden Tag hinter mir. Beim Serverkunden war ich auch nicht so erfolgreich wie von meinem Chef verlangt, was mir ein "Gespräch" einbringen würde, sobald ich wieder in Wuppertal wäre. Ich war wütend. Hatte sich denn alle Welt gegen mich verschworen? Ich verliess die A1 in Wuppertal und bog auf die B7 in Richtung Wuppertal Langerfeld. Zuvor hatte ich einen mehrere hundert Kilometer Trip auf der Autobahn hinter mir. Ich hatte in der Fahrschule gehört, das man die Geschwindigkeit nicht richtig einschätzen kann, wenn man lang auf der Autobahn war. Daran dachte ich in diesem Moment jedoch nicht. Ich war zu sehr damit beschäftigt mich über meinen Chef und meine zukünftige Ex Frau aufzuregen, anstatt auf den Tacho zu schauen. Kurz nach der Ausfahrt verlor ich dann in einer Kurve aufgrund überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle und prallte vor zwei geparkte Autos. Meinen Fahrstil stufe ich bei diesem Vorfall ebenfalls als aggressiv ein.

Nur dem Umstand, das ich unsagbares Glück hatte und zu dieser Nachtschlafenden Zeit kein Mensch auf dem Gehsteig oder der Strasse war, hatte ich es zu verdanken, das ich keinen Menschen verletzt oder gar getötet habe.

11.11.01
Überschreitung der zul. Höchstgeschw. von 50 km/h um 24 km/h
Das war der Tag an dem mir meine Ex Frau eröffnete, das ich mein Kind nicht sehen darf, wenn wir nicht eine feste 14 Tage Regelung einrichten würden. Ich widersprach dieser Regelung weil jeder der beiden Seiten mal etwas dazwischen kommen kann und plädierte für eine flexible Lösung. Das konnte meine Ex Frau absolut nicht akzeptieren. Sie war es gewohnt, die Regeln vorzugeben. Auch dieses gespräch artete in einen Handfesten Streit aus, was darin endete, das sie mir verbot, mein Kind zu sehen. Auf dem Nach hause Weg war ich nicht gerade in bester Stimmung und kam mir sehr hilflos vor. Auch im Job hatte es an diesem Tag absolut nicht geklappt. Mein Chef hatte mir vorgehalten, das ich unkonzentriert sei und dadurch eine menge Fehler bei der Arbeit machen würde. Ich kam mir unzulänglich und inkompetent vor. Wobei ich anmerken muss, das mein Chef die psychologische Kriegsführung gut beherrscht und es versteht, jemanden einzuschüchtern. Dies war damals aufgrund meiner mangelnden Konfliktfähigkeit (Ich ging immer den Weg des geringsten Widerstandes) recht einfach. Auf dem Nach hause Weg war ich entsprechend stinksauer, was sich auf meinen Fahrstil auswirkte und mich dazu brachte, schneller und aggressiver zu fahren. Erst als es "Blitzte" kam ich langsam wieder zur Räson und ich realisierte, das ich mich falsch verhalten hatte.

14.02.02
Teilnahme an einem nicht genehmigten Rennen mit einem Kfz.
An diesem Tag hatte mich mein Chef bis aufs Mark gedemütigt. Ich war schon 7 Jahre im Unternehmen und war der dienstälteste Mitarbeiter in der Internetabteilung, als mein Chef einen neuen Mitarbeiter zu meinem Vorgesetzten machte. Ich empfand dies als persönliche demütigung, weil dieser Mensch nicht den blassesten Schimmer von dem hatte, was er machen sollte. Stattdessen benutzte er schon vorher die Arbeiten anderer Mitarbeiter inkl. der meinen und verkaufte sie als die seinige. Er verkaufte sich gut beim Chef, was ihm den Posten auch einbrachte. Ich war am Boden. Wie konnte er mich nur so demütigen? Statt ihn darauf anzusprechen, stieg ich gegen Feierabend entsprechend stocksauer in meinen Wagen und machte mich auf den Heimweg. An einer Ampel passierte es dann. Neben mir hielt ein tiefergelegter BMW dessen Fahrer grinsend zu mir rüberschaute und mit dem Gaspedal spielte. In dem Moment hat es mir den Schalter rausgehauen. Ich habe nur noch gedacht "Nicht hier. Nicht heute und ganz bestimmt nicht Du.". An diesem Tag wollte ich mich nicht noch einmal demütigen lassen.

Die Ampel sprang auf Gelb, ich ging auf die Provokation ein und beschleunigte. Mein Gesichtsfeld reduzierte sich auf eine Art Tunnelblick. Das Blut pochte durch meine Adern und ich spürte den Adrenalinkick, der meinen Körper durchflutete. Ich hatte nur noch Augen für die Tachoinstrumente, den Gegner und die Strecke. Während ich meinen Wagen von einem Gang in den nächsten scheuchte, achtete ich auf die Drehzahl und auf meinen Opponenten. Als ich das Rennen gewonnen hatte, setzte bei mir heftiges Zittern ein und ich hörte mich im Auto schreien "Du nicht. Du ganz bestimmt nicht.". Das Zittern wurde so stark das ich rechts ranfahren musste, was eine hinter mir fahrende Zivilstreife auch dazu veranlasste mich direkt unter ihre Fittiche zu nehmen.

Die Vorwürfe der Beamten realisierte ich gar nicht. Ich war total berauscht und noch nach der Anzeige durch die Beamten, musste ich eine halbe Stunde geparkt stehen um wieder "runter" zu kommen. So musste sich jemand fühlen der aus einem Flugzeug, oder mit einem Bungeeseil von einer Brücke springt.
Es war absolut berauschend gewesen und für mich hatte ich an diesem Tag endlich auch jemandem mal gezeigt, wo es lang geht. Ich war diesmal nicht gedemütigt worden. In diesem Moment war ich der "Boss". Der große böse Wolf der die Schafe hetzt. Derjenige, der jemand anderen in seine Schranken verwiesen hatte. Genau so, wie es die anderen tagtäglich im Job und in der Ehe mit mir gemacht hatten.

30.05.02
Inbetriebnahme eines Kfz dessen BE durch bauliche Veränderungen erloschen war.
Zu diesem Zeitpunkt war von meinem alten Leben nicht mehr viel übrig gewesen. Meine Stellung in der Firma war auf "kurz vor dem Rauswurf" gesunken und die Kommunikation mit meiner Ex Frau war auf das Anwaltliche beschränkt. Anstatt wie früher in einer 160m² Wohnung lebte ich nun in einem 40m² Schuhkarton, hatte sehr viele Schulden und mein ehemaliger Freundeskreis hatte sich un Luft aufgelöst. Ich hatte nur noch meinen Computer und mein Auto. Letzteres hatte ich an einem Wochenende baulich so verändert, das es erst von einem Gutachter hätte abgenommen werden sollen. Ich hatte am darauffolgenden Dienstag einen Termin beim TÜV wegen der Eintragungen. Montags ereignete sich dann ein Unfall. Meine Tochter hatte bei einer Kabbelei einen Schlag auf den Kiefer bekommen. Meine Ex Frau Informierte mich. Meine Tochter musste in eine Zahnklinik nach Solingen. Geld für ein Taxi hatte ich nicht zur Hand und so entschied ich mich für das Risiko. Ich nahm den Wagen wissentlich in Betrieb und schaffte meine Tochter in die Zahnklinik. Ich wusste welches unentschuldbares Risiko ich eingehe. Die Quittung für mein Handeln bekam ich dann in Form einer Mängelkarte auf dem Rückweg nach Hause.

Für mich war es damals ein Notfall und eine Kurzschlussaktion. Hätte ich nur ein wenig mehr Zeit mit nachdenken verbracht, hätte ich festgestellt, das die S-Bahn die Alternative gewesen wäre. Zumal diese binnen 30 min da gewesen wäre. Ich brauchte für die Strecke satte 40 Minuten. Eine absolut unsinnige Entscheidung meinerseits. Sie hat weder meiner Tochter, noch mir etwas gebracht. Zumal durch die baulichen Veränderungen ein Unfall hätte passieren können, bei welchem ich meins, das Leben meiner Tochter und das Leben von anderen Verkehrsteilnehmern hätte gefährden können.

Foppel
14.06.2006, 03:44
03.03.03
Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um 22km/h.
Es war einer dieser Tage an denen gar nichts funktionieren wollte. Privat standen alle zeichen mal wieder auf Sturm und auch im Job gings weiter im freien Fall nach unten. Ich war auf dem Weg zu einem Kunden mit einem Servernotfall und hatte mich handfest verfahren. mein Chef nervte wie immer am Mobiltelefon. Es würde nicht schnell genaug gehen. Ich wusste sofort das dies wieder in einem Gespräch mit einem 4 stunden Monolog über meine Unzulänglichkeiten enden würde. Aus meiner Sichtweise hatte sich die ganze Welt mal wieder zum Ziel gesetzt, es mir schwer zu machen. Ich war wieder frustriert, genervt und hatte den Kanal grundlegend voll. Keiner verstand mich. Mein Frust entlud sich wie so oft vorher wieder mal am Gaspedal. Seitdem ich dieses unglaubliche Gefühl bei dem Strassenrennen erfahren hatte, hatte sich mein Fahrstil in einen sehr aggresiven verändert. Ich entlud meinen Frust an den anderen Verkehrsteilnehmern in dem ich ihnen durch meine Fahrweise klar machte, wer hier das sagen hatte. Für mich war das damals der einzige Weg, mich irgendwie zu behaupten.


12.07.03
Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 20km/h.
Grundlegend gelten für diesen Verstoß die selben Ursachen wie für den vorangegangenen. Ich war zu diesem Zeitpunkt der Auffassung, das alle mir nur böses wollen. Jemand für mit 60 km/h in der 80 km/h Zone vor mir her. Ich fuhr ihm einige Zeit lang nach und regte mich unsagbar in meinem Auto auf. So dermassen das ich in meinem Wagen laut über den anderen Verkehrsteilnehmer schimpfte. Als das Überholverbot aufgehoben wurde, scherte ich aus, schaltete einen Gang hinunter und drehte die Maschine bis ans Limit herauf und überholte die "Lahme Schnecke" mit laut röhrendem Motor nahe an der Drehzahlgrenze. Mein einziges Gefühl danach war "Dem habe ich es gezeigt. Aber so richtig.". Wieder einmal hatte ich jemanden in seine Schranken verwiesen. Ein kleiner Adrenalinkick stellte sich ebenfalls ein. Zwar nicht so wie bei dem Rennen, aber es reichte aus, um mich wieder für eine kurze Zeit "gut" zu fühlen und mich die Alltagssorgen vergessen zu lassen.

20.12.03
Missachten des Rotlichtes der LZA
Just 30 Minuten vor diesem Verstoß, hatte ich einen Unfall. Die Fahrzeugführerin eines Opel Astra wechselte ohne Lichtzeichen spontan die Fahrspur und krachte dabei mit ihrem Heck seitlich in meine Front. Die Polizei stellte mich als Unfallverursacher fest, was mich ziemlich erboste, da selbst Fußgänger die als Zeugen fungierten aussagten, das die Dame keinen Blinker gesetzt hatte. Die Aussage des Beamten war eindeutig "Wer auffährt ist schuld."

Entsprechend verwirrt und erbost setzte ich dann meine Fahrt nach der Unfallaufnahme fort und übersah eine Ampel, die nur zeitweise aktiv ist und den Verkehr für eine Zumündungsstraße regelt. Kurz hinter dieser Ampel (ca. 15 meter) befindet sich eine weitere LZA, welche den Kreuzungsverkehr regelte. Diese hatte ich im Blick. Parallel dazu beobachtete ich einen hinter mir fahrenden Streifenwagen im Rückspiegel. Dabei übersah ich komplett das die vorgeschaltete LZA aktiv war. Erst im allerletzten Augenblick bemerkte ich meinen Irrtum, trat auf die Bremse und versuchte zu stoppen. Als dann mein Wagen ins rutschen kam (es regnete wie aus Kübeln), liess ich die Bremse wieder los um nicht aus der Spur zu rutschen. Ich kam kurz hinter der Stoplinie zum stehen. Dies bemerkten auch die Beamten hinter mir und stellten mir dann eine Anzeige aus. Damals dachte ich, ich würde aufgrund meines kurz vorher erlebten Unfalls evtl. keine harte Strafe bekommen. So weit war ich aus damaliger Sicht ja auch nicht über die Linie weg gerutscht. Aus heutiger Sicht kann ich die Entscheidung gut verstehen. Über rot ist über rot. Ob absichtlich oder nicht. Ob nur 1cm oder 20 meter. Alles mögliche hätte passieren können. Ein Fußgänger hätte sich genau an der Stelle über die Straße bewegen können, oder andere Fahrzeuge hätten aus der Einmündung kommen können. Ich war damals unkonzentriert, auch wieder gefrustet und hatte meine Sinne nicht beieinander. Ich hätte direkt nach dem Unfall rechts ranfahren und pause machen sollen bis sich mein Gemüt wieder abgekühlt hat. Erst dann hätte ich den Heimweg antreten sollen.

05.12.04
Teilnahme an einem nicht genehmigten Rennen.
Das war der schwärzeste Tag meines Lebens. Ich hatte es irgendwie geschafft, die ganzen Jahre über nicht gefeuert zu werden. Ich hatte mir den Lohn kürzen lassen, auf Urlaubstage verzichtet, mir stundenlang in seinen Monologen von meinem Chef anhören dürfen das ich inkompetent und er allwissend ist. Aber ich hatte meinen Job. Meinen Frust lies ich nur im Strassenverkehr heraus, während ich im Job und im privatleben alles ertrug das man mir aufbürdete. Bloss keinen Stress machen, war meine Devise gewesen und dann kam der Tag der Abrechnung. Unsere Firma war monate zuvor aufgekauft worden. Von einer riesigen Aktiengesellschaft. Diese schlachtete unseren Laden dann über Monate aus und als es dann soweit war, das es dem Konzern selbst an die Aktien ging und man kurz vor dem Konkurs stand, schlug man mir vor mich ihm Ramen eines Sozialplans kündigen zu lassen. Ich akzepztierte weil man mir eine saftige Abfindung offerierte. Eine Woche nachdem meine Kündigung rechtskräftig war, meldete die Firma Insolvenz an. Windige Manager hatten sich noch schnell selbst abgefunden und 800 Mitarbeiter, darunter auch ich, gingen leer aus.

Wieder einmal fühlte ich mich gedemütigt, abgezockt und weggeworfen. Jahrelang hatte ich malocht wie ein Pferd. Hatte zum teil monatelange 24/7 Rufbereitschaft gemacht. Habe meine Ehe auch zum Teil für meinen Job ruiniert und nun das? So wollten die mich abservieren? Ich hasste die Gesellschaft. Die feinen Herren Manager waren fein raus. Die hatten sich alle schon im voraus abgeseilt und ordentlich was mitgehen lassen, während wir, die kleinen Leute einfach so vor die Tür gesetzt wurden. Mit einem Tritt in den Allerwertesten.

Ich war sauer. Stocksauer. Regelrecht finster drauf. Und dann kam sie wieder. Die Situation wo jemand neben mir an der Ampel stand, mich blöde angrinste und mit dem Gas spielte. Da haute es mir zum zweiten und letzten mal den Schalter raus. Das selbe Spiel begann von vorn. Tunnelblick, Adrenalin, Gänge durch schalten und gewinnen, gewinnen, gewinnen. Diesmal verlor ich. Und das im doppelten sinne. Nicht nur das mein Opponent mich schlug. Nein. Die Polizei war auch gleich zu Stelle. Nach diesem Rennen fühlte ich mich nicht mehr wie der "King", wie der böse Wolf... Ich fühlte mich ganz einfach wie am Ende der Nahrungskette. An diesem Tag kamen mir erste Zweifel daran, das mein Weg der richtige sei.

18.01.05
Unterschreitung des Mindestabstandes beim Führen eines Lkw
Irgendwovon muss der Mensch leben. Da ich einen Führerschein der Klasse III hatte, verdingte ich mich zum Übergang als LKW Fahrer. Ich hatte kaum Praxiserfahrung mit diesen Autos, aber es liess sich damit wenigstens der Lebensunterhalt verdienen. Eh ich mich versah befand ich mich in meiner ersten Tour von Wuppertal nach Schlotheim und wieder zurück. Ich fuhr des Abends los. Es war lausig kalt draussen. Geplant war die Fahrt so. Abfahrt in Wuppertal. In Schlotheim ankommend bei Nacht wollte ich eine runde schlafen um dann des morgens abzuladen und Leergut aufzunehmen. Als ich in Schlotheim ankam, musste ich feststellen das die Standheizung des LKW defekt war. In Schlotheim waren es lt. Termometer -8 Grad Celsius. Entsprechend fröstelnd lag ich in meinem Führerhaus. An Schlaf war nicht wirklich zu denken. Ich versuchte nur beim "dösen" nicht all zu sehr zu frieren. Morgens lud ich dann ab und Leergut bekam ich für den Rückweg. Die Tour führte über die "Kasseler Berge". Eine stark vom LKW Verkehr befahrene Route. Ich war müde, mir war sehr kalt und ich wollte nur noch nach hause in mein warmes Bett. Als sich auf der bergigen Strecke dann der Verkehr zunehmends verlangsamte, reagierte ich zu spät. Ich hätte einen Abstand von 50m auf meinen Vordermann halten müssen, war aber mental nicht mehr in der Lage dem geschehen angemessen zu folgen. Demzufolge hatte auch meine Reaktionsfähigkeit so dermassen gelitten, das ich den Abstand unterschritt.

Was ich daraus gelernt habe, was sich bei mir alles geändert hat und wie meine Vermeidungsstrategien für die Zukunft aussehen, poste ich später.

Wie sehen Eure Meinungen zu meinem Posting bis jetzt aus?

Foppel
14.06.2006, 05:51
Okay, here we go:

Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen?
Aufgrund von fehlendem Konfliktmanagement habe ich damals meinen Alltagsfrust in die falschen Bahnen gelenkt. Ich mied die direkte Konfrontation mit meinen Mitmenschen wo es nur ging. Dies brachte mich dazu mich freiwillig in die Opferrolle zu begeben. Ich war nur in der Lage geschützt im inneren meines Autos auf Provokationen zu reagieren. Meine Reaktionen waren durch die Bank weg falsch. Aber es war der einzige Ort an dem ich mich was traute. Ich habe keine Provokation (aus meiner damaligen Sicht) ausgelassen, sondern direkt aus dem Bauch heraus, ohne nachzudenken reagiert.

Wie war ihre Gefühlslage bei diesen Delikten?
Bei all meinen Delikten war ich aufgrund persönlicher und beruflicher Probleme stark gefrustet, fühlte mich benachteiligt und heruntergeputzt.

Was hätte passieren können bei den jeweiligen Delikten?
Ich hätte einen Unfall verursachen können, bei dem ich oder andere Verkehrsteilnehmer verletzt oder getötet hätten werden können.

Wie schätzen sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?
Unkonzentriert und in höchstem maße Verkehrsgefährdend.

Woran lag es das sie keinen Unfall hatten?
Glück. Pures, unverschämtes Glück.

Warum haben sie sich (immer wieder) so verhalten?
Damals war ich auf dem Holzweg und dachte meine Ansichten wären korrekt. Ich sah mich als Opfer. Als derjenige der immer heraus gezogen wird, obwohl doch alle anderen auch zu schnell fahren. Damals war mir nicht bewusst, das ich auf dem Holzweg war.

Wie haben sie auf das Verhalten der Polizei reagiert nachdem sie gestoppt oder gelasert wurden?
Gefrustet, gegängelt und von oben herab behandelt. Ich verstand es nicht, das ausgerechnet immer ich heraus gezogen wurde, obwohl doch alle anderen genau so gefahren sind (So dachte ich damals).

Wie haben sie auf die ersten Verwarn- bzw. Bußgelder reagiert?
Ähnlich wie bei der Frage zuvor. Ich war damals der Meinung, der Staat wolle doch nur abkassieren. Es war aus meiner Sicht eine große Abzockmasche um den Autofahrern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ich bezahlte manche der Verwarngelder. Andere widerrum liess ich links liegen und ignorierte sie.

Was hatten sie sich vorgenommen, um keine Punkte mehr zu bekommen?
Ich nahm mir vor, ruhiger zu fahren. Aber aufgrund meiner mangelnden Konfliktfähigkeit wurde dies durch meine Opferrolle untergraben und so beförderte ich mich selbst ins Aus.

Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?
Ich war mir damals des eigentlichen Problems nicht bewusst. Ich hielt mich immer für einen ganz schlauen Typen, der nie Stress macht und auch nie nein sagt. Ich sorgte selbst dafür, das ich beruflich und privat in Stress verfiel und sich Konflikte anbahnten, die ich nicht managen konnte. So verviel ich wieder in die alte Gewohnheit meinen Frust im Strassenverkehr abzubauen.

Gibt es ein Zusammenhang zwischen dem Punktesammeln und bestimmten Ereignissen in ihrem Leben?
Definitiv ja. Es begann im Jahre 2001 mit der Trennung von Frau und Kind. Parallel begann meine berufliche Karriere durch die privaten Probleme ebenfalls ins wanken zu geraten. Ich war der Lage nicht mehr Herr und konnte auch aufgrund des mangelnden Konfliktmanagements auch nicht angemessen auf die diversen Situationen reagieren. Die Trennung von meiner Frau dauerte (gefühlstechnisch) fast 4 Jahre. Die Trennung von meinem erlernten Job benötigte fast die gleiche Zeit, bis ich mir bewusst wurde, das es mit diesem Verhalten so nicht weitergehen kann und ich erste Maßnahmen ergriff um mein Leben wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Wie lauten ihre Vorsätze heute?
Vorsätze sind aus meiner Sicht Dinge, die man am Sylvesterabend von sich gibt, um sie 4 Wochen später wieder mit einer Entschuldigung zu brechen.
Stattdessen tue ich Ihnen meine "Regel" kund. Diese lautet : Wenn ich vor einem Konflikt stehe oder provoziert werde ist die wichtigste Regel "Nicht sofort reagieren!". Erst darüber nachdenken ob a.) eine Reaktion überhaupt Sinn macht und b.) welche Folgen eine Reaktion für mich oder andere hat.

In Internetforen wird das "Lesen, denken, posten" genannt. Es hat sich dort (auch für mich) sehr bewährt.

Was ist daran anders?
Früher habe ich im normalen Leben und im Beruf immer darauf geachtet, auf keine Konfrontation einzugehen. Im Internet (in Foren) und auch im Auto war dies jedoch anders. Dort entschied ich aus dem Bauch heraus, ohne nachzudenken, das ich auf eine Provokation sofort und ohne umschweife reagieren muss. Dies uferte dann darin aus, das ich mich, sobald ich mich im Straßenverkehr und im Internet proviziert fühlte, falsch aus dem Bauch heraus reagiert habe. Ich fühlte mich im Auto und auch im Internet Anonym und habe dort den starken Mann markiert und meinen Standpunkt regelrecht mit Kanonen verteidigt. Auch wenn ich mich damit regelrecht (vor allem im Internet) zum Kasper machte weil ich dies sogar noch tat, wenn ich selbst eingesehen hatte, das ich falsch lag.

Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?
Ich lasse mich absolut nicht mehr stressen, unter Druck setzen, oder bevormunden. Wenn mir etwas nicht passt, sage ich es, nachdem ich drüber nachgedacht habe, gerade heraus. Ich habe gelernt das eine überdachte Aussage viel mehr Gewicht hat, als ein unbedachter Schnellschuss. Dies zeigt sich besonders im Internet. Man legt viel mehr wert auf meine Aussagen, seitdem ich sie überdenke. Provokationen begegne ich auf eine andere Art und weise. Habe ich früher moch sofort aus allen Rohren zurückgeschossen, kann es sein das ich auf eine provokation erst Tage später reagiere. Dies geschieht meist mit der Äusserung eines schlauen Spruchs, der Hand und Fuss hat. Manchmal sitze ich aber auch nur da und denke mir "Ach was. DU Typ bis es doch gar nicht wert, das ich meine Zeit mit einer Antwort an Dich vergeude. Denk Du was Du denken willst. Ich habe wichtigeres zu tun, als mich vor Dir zu beweisen.". Mein erster Reflex ist immer noch kurzt aufschäumende Wut. Doch dieser Moment ist so winzig klein, das er im Nanosekundenbereich liegt, bevor der Verstand mir signalisiert "Hey, Foppel. Denk mal nach. Was bringt es, darauf JETZT zu reagieren, wenn Du alle zeit der Welt hast?".

Was hat sich ansonsten bei ihnen geändert?
Sehr viel und darauf bin ich sehr stolz. Zuallererst habe ich die Branche gewechselt. Vom gestressten Netzwerkadministrator bin ich aufgrund und dank der Hilfe meines Bruders zu einem freiberuflichen Übersetzer geworden.
Ich arbeite nun von zuhause aus, habe gute Aufträge und kann mich nicht beklagen. Ich nehme nur Aufträge an, die mir zeitlich passen. Terminaufträge bei denen Druck entsehen könnte, lehne ich ab, wenn ich sie nicht In Time erledigen kann.

Als ich am Boden war, half mir gerade mein Bruder, zu dem ich lange keinen Kontakt pflegte wieder auf die Beine und "leuchtete" mir Regelrecht den Weg zurück in die Normalität. Zusammen mit ihm ging ich ein Problem nach dem anderen an. Wir kümmerten uns um meine Schulden, er coachte mich etwas, was er "coole conversation" nennt. Von ihm habe ich das "Denk erst (und das am besten zwei mal) nach, bevor Du was tust Prinzip.".

Mit meiner Familie ist auch alles geregelt. Nach einer nicht enden wollenden Aussprache zwischen mir und meiner Ex Frau haben wir uns friedlich einigen können. Meine Tochter kommt alle 14 Tage für ein Wochenende zu mir. Sie hat ein eigenes Zimmer, das ich mit meiner neuen Freundin liebevoll für sie hergerichtet habe. Sie ist mein Ein und alles. Ihre Meinung ist für mich das wichtigste auf der Welt. Sie soll stolz auf ihren Vater sein. Sie weis alles über mich. Ich habe ihr alles gebeichtet. Sie hat trotz meiner Vergehen eine hohe Meinung von mir und ist stolz auf den Weg, den ich seit meinem letzten Vergehen zurückgelegt und was ich dabei alles an positiven Eigenschaften gewonnen habe. Zu meiner Ex Frau pflege ich jetzt ein gutes Freundschaftliches Verhältnis.

Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben sie heute und was ist daran neu?
Ich bin nur ein Teil des ganzen. Mir gehört die Strasse nicht mehr als jedem anderen auch. Ich habe keine Sonderrechte, nur weil ich gefrustet oder grad nicht so gut drauf bin. Damals war ich im Straßenverkehr ein offensiver Einzelkämpfer. Heute bin ich ein defensiver Teamplayer, der auch mal fünfe gerade sein lässt, wenn jemand auf dem Radwerk parkt und mir den Weg versperrt. Allerdings kann ich auch ab und an mal anhalten und denjenigen darauf hinweisen, das er den Radweg blockiert. Meine Angst vor einer Konfrontation verbaler Art ist nicht mehr vorhanden. So muss ich mich auch nicht mehr im Internet und im Auto "verstecken". Wenn jemand Mist baut, oder mir etwas nicht passt, weise ich ihn darauf hin. Das einem der Kopf nicht abgerissen wird, musste ich hart erlernen.

Was ist ihrer Meinung nach im Straßenverkehr besonders wichtig?
Teamplay und gegenseitige Rücksichtnahme. Immer daran denken, das man nicht allein auf der Straße ist und vor allem immer daran denken, das man nicht nur die Verantwortung für sich, sondern auch für die Gesundheit aller Verkehrsteilnehmer trägt.


Was könnte ihre guten Vorsätze wieder zum scheitern bringen?
Ist das ne Fangfrage? Wie antwortet man denn auf diese Frage?!
Da brauch ich mal nen Ansatztipp ;-)

Florist
14.06.2006, 06:09
Moin Foppel;
zu Deiner Arbeit kann ich nur eins Sagen: Das ist Spitze!!!

:pro: :pro:

Bei der "Fangfrage" würde ich sagen, "Ich brauche das von mir als Ventil benutzte Fehlverhalten im Straßenverkehr nicht mehr!"
Es gibt für Dich jetzt halt wichtigere Dinge, dass Stresssituationen jener Art nicht mehr aufkommen...:)

Liebe Grüße, Flori :)

strandy
14.06.2006, 11:20
moin Foppel

wirklich eine ergreifende Lebensgeschichte durfte ich hier lesen.
Für deine ehrliche und authentische Erzählung ersteinmal "Hut ab".

Das klingt alles sehr rund und schlüssig, ich möchte nur Kleinigkeiten anmerken:
Wie war ihre Gefühlslage bei diesen Delikten?
Bei all meinen Delikten war ich aufgrund persönlicher und beruflicher Probleme stark gefrustet, fühlte mich benachteiligt und heruntergeputzt.

Das ist im Gegensatz zu dem ersten Teil oben zu knapp und unvollständig.
Es geht auch um deine Gefühlslage bei, das heisst während der Delikte.
Oben hast du es doch super beschrieben, guckst du hier:
Die Ampel sprang auf Gelb, ich ging auf die Provokation ein und beschleunigte. Mein Gesichtsfeld reduzierte sich auf eine Art Tunnelblick. Das Blut pochte durch meine Adern und ich spürte den Adrenalinkick, der meinen Körper durchflutete. Ich hatte nur noch Augen für die Tachoinstrumente, den Gegner und die Strecke. Während ich meinen Wagen von einem Gang in den nächsten scheuchte, achtete ich auf die Drehzahl und auf meinen Opponenten. Als ich das Rennen gewonnen hatte, setzte bei mir heftiges Zittern ein und ich hörte mich im Auto schreien "Du nicht. Du ganz bestimmt nicht.". Das Zittern wurde so stark das ich rechts ranfahren musste, was eine hinter mir fahrende Zivilstreife auch dazu veranlasste mich direkt unter ihre Fittiche zu nehmen.

Die Vorwürfe der Beamten realisierte ich gar nicht. Ich war total berauscht und noch nach der Anzeige durch die Beamten, musste ich eine halbe Stunde geparkt stehen um wieder "runter" zu kommen. So musste sich jemand fühlen der aus einem Flugzeug, oder mit einem Bungeeseil von einer Brücke springt.
Es war absolut berauschend gewesen und für mich hatte ich an diesem Tag endlich auch jemandem mal gezeigt, wo es lang geht. Ich war diesmal nicht gedemütigt worden. In diesem Moment war ich der "Boss". Der große böse Wolf der die Schafe hetzt. Derjenige, der jemand anderen in seine Schranken verwiesen hatte. Genau so, wie es die anderen tagtäglich im Job und in der Ehe mit mir gemacht hatten.
siehst du, was ich meine? Du hast sehr viele Emotionen dabei gehabt, also bring sie unbedingt auch bei dieser Frage.

strandy
14.06.2006, 11:23
Woran lag es das sie keinen Unfall hatten?
Glück. Pures, unverschämtes Glück.

Wieso, du hast doch mal einen Unfall gehabt:
Kurz nach der Ausfahrt verlor ich dann in einer Kurve aufgrund überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle und prallte vor zwei geparkte Autos.

strandy
14.06.2006, 11:40
Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?
Ich lasse mich absolut nicht mehr stressen, unter Druck setzen, oder bevormunden. Wenn mir etwas nicht passt, sage ich es, nachdem ich drüber nachgedacht habe, gerade heraus. Ich habe gelernt das eine überdachte Aussage viel mehr Gewicht hat, als ein unbedachter Schnellschuss. Dies zeigt sich besonders im Internet. Man legt viel mehr wert auf meine Aussagen, seitdem ich sie überdenke. Provokationen begegne ich auf eine andere Art und weise. Habe ich früher moch sofort aus allen Rohren zurückgeschossen, kann es sein das ich auf eine provokation erst Tage später reagiere. Dies geschieht meist mit der Äusserung eines schlauen Spruchs, der Hand und Fuss hat. Manchmal sitze ich aber auch nur da und denke mir "Ach was. DU Typ bis es doch gar nicht wert, das ich meine Zeit mit einer Antwort an Dich vergeude. Denk Du was Du denken willst. Ich habe wichtigeres zu tun, als mich vor Dir zu beweisen.". Mein erster Reflex ist immer noch kurzt aufschäumende Wut. Doch dieser Moment ist so winzig klein, das er im Nanosekundenbereich liegt, bevor der Verstand mir signalisiert "Hey, Foppel. Denk mal nach. Was bringt es, darauf JETZT zu reagieren, wenn Du alle zeit der Welt hast?".

na na na, wir wollen doch nicht übertrieben und unrealistisch werden? :?
Wie kommt es denn zu der plötzlichen Wandlung?
Aufschäumende Wut ist ja nichts Verwerfliches, ist nunmal eine Charaktereigenschaft, die bei dem einen weniger und bei dem anderen mehr ausgeprägt ist, also kannst du auch dazu stehen, aber:
Du weisst ja nun, wie du früher den Strassenverkehr als Ventil dieses Überdrucks in dir benutzt hast und heute baust du aufkommenden Druck ab, indem du erlernte Verhaltenstechniken anwendest.
Dazu müsstest du schon die eine oder andere Technik beherrschen und diese auch dem GA benennen und erklären können, wie z.B. Yoga, autogenes Training, Atemübungen, Muskelentspannungstechniken.....

Also bis auf die angesprochenen Punkte ist alles sehr schlüssig nachzuvollziehen - tolle Aufarbeitung Foppel :pro:

Foppel
14.06.2006, 14:22
Hi Strandy und alle anderen.

Erst mal danke. Ich habe mir meine Antworten nach dem Schlafen noch mal durchgelesen und finde sie zu Oberflächlich. Es ist nicht ersichtlich wieso bei mir der Punkt kam und wie ich genau daran gearbeitet habe um mich zu ändern. Daran muss ich noch etwas feilen um bei meinen Aussagen nicht nur die Oberfläche anzukratzen. Ich bin kein Psycho, aber ich denke mal, der will auch wissen, was die Beweggründe waren damit ich mich ändere und wie ich es durchgezogen habe. Dazu hatte ich mir ja damals meine "To Do" Liste angelegt mit Dingen die es zu erledigen gilt. Ich denke, das muss ich noch irgendwie einbauen.

Zu meinem Unfall. Mit Glück meinte ich, das ich keinen Menschen dabei verletzt oder getötet habe. Autos sind nur blech. Die kann man ersetzen. Ein Menschenleben nicht. Vor dem Unfall nahm ich an, mein Fahrzeug unter Kontrolle zu haben. Nach dem Unfall hatte ich eine gesunden Respekt vor Kurven und die Gewissheit das es Situationen im Leben gibt, die man nicht "mal eben so" unter Kontrolle haben kann. Von daher habe ich unverschämtes Glück gehabt. Es hätte genau so gut ein Fussgänger da stehen können.

Zum "Nanosekundenbereich". Sicherlich ist das übertrieben und unrealistisch. Gemeint war damit der "erste" Impuls auf eine Provokation. Schäumte mir damals noch das Blut in den Adern und spürte ich damals Hitze in mir aufsteigen und liess es dann einfach raus, setzt heute mein Verstand viel früher ein und ich befehle mir selbst, erst einmal tief, ganz tief, durchzuatmen. Erst dann setzt bei mir die Fragestellung ein. Was passiert wenn ich jetzt aus dem Bauch heraus entscheide? Wie sahen die Bauchentscheidungen der Vergangenheit aus? Welchen nutzen habe ich von einer sofortigen Entscheidung und welche Folgen hat diese dann für mich und meine Mitmenschen? In dem Moment führe ich mir vor Augen, was meine anderen Bauchentscheidungen mir eingebrockt hatten. Die blosse Erinnerung daran, lässt mich wieder abkühlen und hilft mir beim Entscheidungsprozess. Das gute daran, ist das mir dadurch die spontanität durch das Nachdenken abhanden kommt und eine Bauchentscheidung nicht mehr durchführbar ist, weil das Gewissen und mein Rechtsempfinden bis dahin längst die Oberhand gewonnen hat.

strandy
14.06.2006, 14:48
Foppel

der Ausdruck "Bauchentscheidung" gefällt mir in diesem Zusammenhang gar nicht.

Hört sich vorsätzlich an, da du dich dazu "entschieden" hast, schnell zu fahren, über Rot zu huschen usw....
Lediglich bei dem Rennen wäre der Ausdruck angebracht......

Ich würde es anders nennen:
impulsive und unbedachte Kurzschlussreaktion, unkontrollierte Gefühlsausbrüche, gedankenloses Ausleben deiner Gefühle an unangemessenen Orten mit ungeeigneten Mitteln.....

und als Vermeidung sollten dann Techniken her, die ich oben erwähnt hatte, die du ansatzweise ja selbst schon erwähnt hast:
und ich befehle mir selbst, erst einmal tief, ganz tief, durchzuatmen.

Wie sieht es denn mit neuen Sportarten aus?
Das scheint gerade für dich prädestiniert zu sein, da du dich gerne mit anderen misst und Leistung zeigen möchtest.....

Sport ist ein gutes Ventil, Stress abzubauen und sich gleichzeitig beweisen zu können.....

aber nicht unbedingt Bungee-Jumping oder aus dem Flugzeug springen :D

Foppel
14.06.2006, 15:04
unkontrollierte Gefühlsausbrüche...
Das passt glaub ich am besten. Mir fiel kein anderes Wort für "Bauchentscheidung" ein. ;-)

Was den Sport angeht. Nunja. Ich bin aktiver Mountainbiker. Jede Woche gehts auf eine 40 KM Tour nach Wuppertal Beyenburg. Parallel dazu treffe ich mich in meiner Freizeit mit Bekannten zum gemeinsamen Biken. Wir fahren dabei meist Hindernisparkours. Im Internet spiele ich in der ESWC (Electronic Sports World Championship) und bin gerade dabei mich für die Deutsche Nationalmannschaft im Spiel "Trackmania Nations" zu qualifizieren.

strandy
14.06.2006, 15:25
Kannst du auch mit reinbringen, aber wenn es sich im Netz um Rennspiele handelt, wäre ich da vorsichtig, es zu erwähnen..... könnte auch nach hinten losgehen.....

nicht dass dir eine Sucht nach dem Geschwindigkeitsrausch unterstellt wird.

Foppel
14.06.2006, 15:29
Yo. Stimmt. Parallel zum Ausgleich spiele ich jedoch EVE Online.
Es ist ein MMORPG und erfordert sehr viel geduld, verhandlungsgeschick und was über allem steht : TEAMPLAY. Allein ist man in diesem Spiel nichts.

samuel
15.06.2006, 01:24
Eigentlich hab ich was über Impulskontrolle gesucht, aber ich hab nur folgendes über das Jammern und dem Umgang mit Katastrophen gefunden.
Das ist jetzt natürlich nicht auf Dich bezogen, soll Dir lediglich zeigen, wie der Psychologe die Probanden sieht.

http://www.swr.de/swr2/programm/index.html?wl_id=2&bl_id=0&prg_id=0&mDay=14&mMonth=06&mYear=2006&rubrik=2
(Eckpunkt "Ich jammere, also bin ich")
Samuel

samuel
17.06.2006, 01:21
Wie konnten so viele Verstöße zusammenkommen?
Aufgrund von fehlendem Konfliktmanagement habe ich damals meinen Alltagsfrust in die falschen Bahnen gelenkt. Ich mied die direkte Konfrontation mit meinen Mitmenschen wo es nur ging. Dies brachte mich dazu mich freiwillig in die Opferrolle zu begeben. Ich war nur in der Lage geschützt im inneren meines Autos auf Provokationen zu reagieren. Meine Reaktionen waren durch die Bank weg falsch. Aber es war der einzige Ort an dem ich mich was traute. Ich habe keine Provokation (aus meiner damaligen Sicht) ausgelassen, sondern direkt aus dem Bauch heraus, ohne nachzudenken reagiert.

Da solltest Du viel weiter ausholen.
Beginnend in der Kindheit.
Wann hattest Du das erste mal das Gefühl, daß das Leben nicht so läuft, wie du es gern hättest und hast Dich durch eine Regelübertretung in einen Vorteil gebracht?

Wenn Du das hast, dann solltest Du Dir einen roten Faden spinnen, der Dein Leben durchzieht und immer wieder die persönlichen Vorteile Deines Handelns aufzeigen.

Das Ganze muß dann auch immer aufgelöst werden, indem Du die Wege Deiner Erkenntnis aufzeigst und von Versuchen, Irrungen und Erfolgen berichtest.
Wichtig ist, daß die Lebensänderung von Dir als positiv wahrgenommen wird.

Das fehlt noch ein bischen.

Samuel

Foppel
17.06.2006, 17:11
Hi Samuel,

also das Problem ist echt, das ich meine defizite in Sachen Konfliktfähigkeit nie gesehen hatte. Selbst als man mir den Führerschein wegnahm, machte ich die Trennung von Frau und Kind, den beruflichen Werdegang und das Establishment verantwortlich. Ich dachte ich sei einfach durch eine labile Phase gegangen. Vor der Trennung von meiner Familie war das zwar auch so, fiel aber nicht so ins Gewicht. Irgendwie hatten da Sorgen und Freude ein gesundes Gleichgewicht. So richtig kopflastig wurde die Sache wirklich erst ab 2001, als die Probleme anfingen zu überwiegen und ich keinen Ausgleich dazu mehr fand.

Vor 2001 hatte ich nicht einen Punkt. Auch im Leben ging zwar nicht alles so rund wie ich wollte, aber es lief auch nicht unsagbar schief. Die mangelnde Konfligfähigkeit kam da nicht so ins tragen. Die Kindheit verlief wie bei den meisten auch. Eltern trennten sich als ich so um die 13 war, danach bin ich dann freiwillig ins Heim, weil ich eine steile Karriere als Knastvogel vor mir hatte und sah, das ich da die Notbremse ziehen musste. Dann mit 16 die erste eigene Wohnung im betreuten wohnen, eine Lehrstelle, Bundeswehr, geheiratet, Kind bekommen und malocht wie ein Stier. Dann trennung von Frau und Kind. Im Job fing es an schief zu laufen und ich hab dann total den halt verloren. Parallel erreichte ich die 30 Jahre Grenze und irgendwie kam dann die Frage auf "Ist das schon alles? Geboren werden, schule, arbeiten, Familie, Scheidung und dann ab in die Kiste?"

Sicher wird der ein oder andere denken "Ui, der wra im Heim.", aber ich muss dazu sagen, das ich trotz alledem eine schöne Kindheit hatte. Gerade die zeit im Heim war mit die schönste. Und nein. Ich bin als Kind nicht misshandelt geschlagen oder sonstwas worden. Ich hatte die typische Ruhrpottkindheit als Sohn von einfachen Leuten.

Mein Leben verlief für mich zufriedenstellend und war ein absolutes Gleichgewicht aus guten und schlechten Erfahrungen. Nur als dann 2001 so ziemlich alles bergab ging, geriet ich vollkommen aus der Spur. Die Probleme überwogen die positiven Seiten des Lebens, was mich den Überblick und die Kontrolle verlieren liess.

Hätte ich damals erkannt, das man sich mit Problemen auseinandersetzen muss und das verdrängen nur auf begrenzte Zeit funktioniert, wäre alles anders gelaufen. Aber damals hatte ich gerade diesen Punkt absolut nicht Betracht gezogen. Stattdessen suchte ich die Fehler woanders, bis mich diverse Leute (Bruder, Schwester, Freundin, Tochter und auch Ihr) in die richtige Richtung gerückt haben und mir eine grobe "Denkrichtung" gaben.

Ich vergleich das gern mit jemand, der beim wandern vom Weg abkommt und den Weg allein nicht mehr zurück auf den Wanderpfad findet, bis er jemandem begegnet, der ihm zeigt wie er wieder zurück kommt.

Ich hatte auch nicht das Empfinden mich durch eine Regelübertretung in einen Vorteil zu begeben. Eigentlich ging es darum nicht gedemütigt zu werden. Ich wusste einfach nicht, wie ich die Wut unter Kontrolle kriegen sollte. Doch die Wut war nicht das Problem. Andere menschen werden ja auch wütend und die ticken dann nicht im Auto aus. Man muss den grund für die Wut finden und sich damit auseinandersetzen. Nur so kann man Wut in Zukunft auch vermeiden oder wenigstens um ein großes Potential verringern.

Ganz flach gesagt war mein Problem schon immer, das ich die Klappe nicht aufbekommen habe. Nur um mein gegenüber nicht zu verärgern sagt eich zu allem Ja und Amen. Auch wenn man mich persönlich beleidigte erwiederte ich NICHTS, sondern schluckte es einfach. Aber das will ja irgendwann mal raus. Nicht das rauslassen ist das Problem gewesen, sondern das runterschlucken.

samuel
18.06.2006, 00:49
@ Foppel!

So langsam kommt es doch, nur die Wertung wird für den Psychologen nicht stimmen.

Für Dich mag das ja alles stimmen und ich will Dir das auch nicht absprechen, denn es ging mir ähnlich. Ich war zwar nicht im Heim, doch auch ein Scheidungskind.
Aber so wie Du das schreibst, hat es der Psycho einfach nicht in der Schule gelernt und eventuell sagt die statistik auch was Anderes und dann sitzt Du bis zum Hals in der Kacke.

Also basteln wir die Geschichte mal so zusammen.

Deine Eltern haben sich scheiden lassen und Du warst durch das enstehende Erziehungsvakuum drauf und dran eine Verbrecherlaufbahn zu beginnen.
(Die Vergangeheit muß einfach finster sein, sonst ist die Zukunft nicht rosig genug) Durch Deine (Selbst)Einweisung ins Hein, hast Du eine Kriminellenlaufbahn verhindern können, mußtest aber (Aufgrund der äußeren Umstände) eine Überlebensstrategie wählen, bei der Du auf Deinen Vorteil bedacht sein mußtest, um nicht unterzugehen.

Nach der Heimzeit hast Du das erlernte und erprobte Muster natürlich beibehalten und es hat Dir so lange getaugt, wie Du dmit Deine Schwierigkeiten im Griff hattest. Ein derartiges Verhalten geht eine Weile gut, doch irgendwann beginnt es Dir auf die Füße zu fallen, weil es für das Umfeld nur schwer zu ertragen ist.

Daraus resultierend : Probleme im Job, in der Ehe, im Straßenverkehr.

Das ist ein Versuch mit den von Dir gelieferten Daten eine MPU taugliche Geschichte zu konstruieren, die Dir der Pyscho abnimmt, weil er Sie so gelernt hat

Dann kommt der Moment der Einsicht (der sogenannte Knackpunkt).
Den würde ich nicht beim Verlust des Führerscheins setzen, sondern bei der Besuchsverweigerung für Deine Tochter. Das würde ich schön emotional als Bruchstelle ausmalen und gleichzeitig erwähnen, daß diese Erkenntnis noch eine Weile gedauert hat, bis sie sich in Verhaltensänderung umgestzt hat.
Daher auch noch die Verkehrsauffälligkeit und der Verlust des Lappens.

Bis morgen

Foppel
18.06.2006, 23:01
@Samuel:
Hui. Das ist ne menge Tobak. Also muss ich mir eine Story zurechtlegen die so ins profil passt, das der Psycho das auch in sein Schema packen kann. Hmmm.

Ich weis echt nicht wie ich da einen roten Faden reinbekommen soll. Nunja. Ich werf Dir mal ein paar Brocken aus der Kindheit hin. Vielleicht kannst Du mich da ein wenig einnorden, denn aktuell weis ich gar nicht wo ich ansetzen sollte.

Fangen wir also mal an.
Als ich 12 war liessen sich meine Eltern scheiden.
Er hatte eine neue Kennengelernt.
Sie war Alkoholikerin
Mit 16 verliess ich das Heim und kam ins betreute Wohnen.
Mit 18 endete das betreute wohnen und ich machte eine Lehre als Dachdecker.
Mit 21 wurde ich zur Bundeswehr eingezogen und wurde auch noch Vater.
Nach dem Bund war ich verheiratet und fing an zu arbeiten.

Kriminelle Vergangenheit:
Als Pimpf 12 Jahre alt habe ich mit Ladendiebstahl angefangen, dann Mofas geklaut und später im großen Stil Autos geknackt um die Radios zu klauen.

Dazu kein Kontakt mehr zu meinem Bruder. Nur noch Kontakt zu meiner Schwester, die mit ihrem Leben selber nicht klar kam.

Mit 18 Lehre, mit 21 geheiratet, Vater geworden und Grundwehrdienst.
Mit 27 Führerschein gemacht.
Mit 29 Trennung von der Familie
Mit 34 Fleppen weg

Kannst Du damit was anfangen?!

samuel
19.06.2006, 01:49
@ foppel!

Alles was Du erlebt hast, kannst Du so erzählen, wie es war. Es ist Dein Leben, da mußt Du nichts Lügen.
Nur bei der Einschätzung/Wertung solltest Du halt ein bischen selbstkritischer und und finsterer sein.

Raser und Verkehrsrowdies sind nun mal Egoisten in den Augen der Psychologen und eventuell auch in den Augen der restlichen Menschheit. Selbst sehen Sie das oft weniger ein, aber deshalb fällt es gerade dieser Klientel so schwer, im ersten Anlauf ein positives Gutachten zu bekommen.

Du selber schiebst nun all Deine Vergehen auf die fehlende Konfliktfähigkeit. Das ist sicher ein Teil des Problems, aber sicher nicht Alles.
Illegale Rennen fahren als Frustabbau ist zum Beispiel eine Art von Konfliktbewältigung, nur halt eine falsche(Von Stadpunkt des Psychologen aus). Du hast also kein fehlendes, sondern ein schlechtes Konfliktmanagement. Nun, so bist Du ja nicht geboren, sondern geworden.

Wenn Du Dir zu jeder Deiner Aussagen immer die Frage
Warum ist es so? stellst, dann siehst Du Dich so, wie Dich der Psycho anschauen wird. Beantworte Ihm also die Fragen, bevor er sie Dir stellt.

Also warum ?
Weil Dir die Geborgenheit in der Familie gefehlt hat?
Stattdessen wurdest Du lange vor Deiner Zeit in den Überlebenskampf geschickt. Da kann man schon Blessuren an der Seele davontragen. Auch wenn man selber denkt, es war nicht so wild, so sind es doch diese Verletzungen, die Dich hierher geführt haben und die Dich jetzt den 2. Anlauf bei der MPU machen lassen.

Also erzähl dem Psycho, daß Dir die Geborgenheit gefehlt hat und daß Du aus Überlebensinstinkt zuerst an Dich gedacht hast.
Du hast den Kopf schön unten gelassen, weil Du im Heim/ beim Bund/ auf Arbeit gelernt hast, daß wer den Hals zu weit rausstreckt, einen Kopf kürzer gemacht wird. Dadurch hat sich natürlich eine Menge Druck in Dir aufgestaut.

Gleichzeitig hast Du Dich nach Harmonie gesehnt und Dir eine Familie basteln wollen. Nun läuft aber nicht alles so, wie man sich das denkt und wenn man selber Fehler macht und diese nicht einsieht, weil man sich selber nicht reflektieren kann (So was stört, wenn man ums Überleben kämpft und in Bruchteilen von Sekunden über Tod und Leben entscheiden muß) und folglich gab es auch da Streß. Vielleicht hat auch die Prinzessin nur wie eine ausgesehen hat und war in Wirklichkeit der Drachen. Kommt schon mal vor.

Du hattest also Jede Menge Streß.
Den hast Du dann im Straßenverkehr abgelassen und deswegen sitzt Du beim Psychologen und hoffst, daß er Dir ein pos. GA schreibt.

Das ist alles noch der erste Teil.
--------------------------------------------

Kommen wir nun zum Punkt, an dem Du gemerkt hast, daß es so nicht weiter gehen kann. Ich würde, wie gesagt, die Sache mit dem Besuchsrecht nehmen und den Lappen hintendran schieben, sozusagen als kleines Extra. Du merktest, es geht so nicht, aber Du wußtest nicht, wie sonst.

------------------------------------------------

Danach kommt die Sache mit der Lebensumstellung.
Da kommt rein, daß Du Dir Hilfe gesucht hast, weil Du merktest, allein wirds nix.
Freundin
Bruder
Psychologen (Der mit dem schönen Brief)

Du hast den Job gewechselt und machst jetzt etwas mit einem wesentlich geringerem Streßfaktor.
Eventuell ein altes Hobby wieder aufgegriffen? Musik ist in Psychokreisen sehr gern gesehen( Böse Menschen kennen keine Lieder?)
Usw,usw,usw

Du bist ausgeglichener und freudvoller. Du nimmst Rücksicht auf Deine Umwelt (Da läßt es sich trefflich mit vorher/nachher Vergleichen arbeiten)
Und überhaupt glänzt der neue Foppel wie ein rosa Schweinchen.
Ein bischen Schow gehört zur MPU mit dazu.

Samuel

Foppel
20.06.2006, 03:59
@Samuel:

Erst mal danke für den nutzvollen Input. Ich sehe schon das dies alles sehr komplex ist und Onkel Freud anscheinend recht damit hatte, immer zuerst in der Kindheit nach Stolpersteinen zu suchen, die den Patienten zum straucheln brachten.

Ich selbst sehe meine Kindheit nicht als besonders übel an. Betrachtet man aber neutral die anderen Menschen und deren Kinder, so muss selbst ich sagen, das sie im Vergleich dazu wohl grauenhaft war (nur wenn man es von aussen betrachtet). Ich werde also mein gesamtes Leben aufarbeiten müssen. Bislang habe ich die Prä-2001 zeit eher aussen vor gelassen und mich darauf vertieft, ab welchem zeitpunkt sich mein Leben und meine Einstellung nach unten bewegt haben.

Ich sehe auch, das ich die Straftaten, die ich als Kind und Jugendlicher begangen habe, bagatellisierend als "Dumme Jungen Streiche" abgetan und verharmlost habe. Aber wieso habe ich sie begangen? War es das Bedürfnis Aufmerksamkeit zu bekommen? Vieles spricht dafür, ansonsten hätte ich ja damit weitergemacht und nicht die Frau vom Jugendamt angerufen, die mir dann einen heimplatz besorgt.

Waren meine Eltern für mich da? Finanziell und Lebensunterhalt waren gesichert. Es gab immer was zu futtern, Taschengeld war auch immer da und ich musste nicht in Lumpen rumlaufen.

Waren meine Eltern denn auch richtig für mich da?
An materiellen Dingen mangelte es mir nicht. Aber wenn ich jetzt über den eigentlich abgeschlossenen Teil meines Lebens nachdenke, komme ich zu dem Schluss, das sie menschlich nicht für mich da waren. Eigentlich war ich eher so etwas wie jemand, der bei und nicht mit seinem Eltern lebt. Zu Schulaufführungen und zum Elternsprechtag schickte man meine große Schwester vorbei. Was ich so den ganzen Tag trieb kümmerte sowirklich auch niemanden. Eigentlich haben wir nie viel zusammen Unternommen. Es hab den Pflichtbesuch im Phantasialand einmal im Jahr und die täglichen 5 D Mark um im Sommer den ganzen Tag allein im Freibad zu verbringen.

Diesen Teil meines Lebens hatte ich größtenteils echt ausgeblendet. Erst jetzt kommt ein wenig davon wieder hoch. Vor allem ein Punkt, den ich ganz vergessen hatte.

Es war ein paar Tage bevor ich aus dem Heim wieder nach Wuppertal kommen sollte. Mein Vater suchte mich im Wochenendurlaub bei meiner Schwester auf und bot mir an, mir einen Fernseher zu kaufen, wenn ich in Neukirchen-Vluyn bleiben und nicht nach Wuppertal zurückkehren würde. Er versuchte mich mit einem Fernseher zu bestechen, zu kaufen oder sonstwas. Meine Schwester hatte mich bereits darüber informiert, das die neue Lebenspartnerin meines Vaters Bedenken angemeldet hatte, das ich erst 16 sei und das wenn ich es nicht allein in Wuppertal schaffen würde, mein Vater komplett für mich aufkommen müsste.

Der Mann wollte nicht, das ich in meine Heimatstadt komme, nur weil er Angst um sein Geld hatte. Ich konnte es nicht fassen, gesagt habe ich jedoch auch nichts dazu und verstanden habe ich ihn eigentlich damals auch nicht.

bevor ich dazu etwas sagen konnte, rastete meine Schwester aus und schmiss meinen Vater aus ihrer Wohnung. Danach habe ich nicht mehr viel Kontakt zu ihm gehabt. Ich war im betreuten wohnen und er war froh nichts zahlen zu müssen. Die Beziehung zu meinem Vater war dadurch sehr reserviert. Noch mehr zu seiner Lebenspartnerin, die sich zwischenzeitlich mal anschickte zu versuchen, Mutter zu spielen, was ihr jedoch nicht gelang.

Dieses reservierte Verhältnis hielt bis 2005, als mein Vater (über die Jahre hatte er 4 Herzinfarkte, einen Bypass, einen Schrittmacher und einen Mini Defibrilator in der Brust) anscheinend so langsam merkte, das ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, seine Sachen zu regeln und sich auszusprechen. Er ist nun 75 Jahre alt und es geht langsam zu ende. Selbst da war der Kontakt nur zögerlich. Jedoch merkte meine Schwester an, das er immer nach mir fragte und dabei zum Teil auch tränen in den Augen hatte.

Als er 2005 in das Herzzentrum Wuppertal eingeliefert wurde und es sehr schlecht stand, überwand ich mich und fuhr hin. Man muss auch mal verzeihen. Schliesslich ist er mein Vater und im Streit will ich ihn nicht gehen lassen. Seitdem haben wir eine freundschaftliche Verbindung. Viel zeit verbringe ich nicht mit ihm. Wir sehen uns einmal die Woche und telefonieren ab und an. Aber das Verhältnis ist wieder in Ordnung. Erst neulich wurde er wieder eingeliefert und wir verbrachten den Tag im Krankenhaus damit uns ein Fussballspiel anzuschauen.

Irgendwie bin ich dadurch auch sanfter geworden. Ich denke mal als ich 2005 den Entschluss fasste, mich mit meinem Vater wieder zu verstehen, kam in mir hoch, das das Leben nicht ewig ist. Das man sein Leben geniessen und sich auf das wesentliche konzentrieren sollte. Wenn man im Streit mit der ganzen Welt liegt, steht man sich selber im Weg und vor allem stirbt man allein.

Ich möchte nicht, das meine Tochter das selbe durchmachen muss. Und ich möchte nicht allein sterben. Ich möchte jeden Tag geniessen und zufrieden in die Kiste springen, wenn es denn dann Zeit für mich ist.

Man muss die Dinge bedachter angehen. Ich habe mir mit unbedachten Entscheidungen und Reaktionen so viel im leben kaputt gemacht, das ich es satt habe. Ich habe mehr auf dem Kasten und kann das. Seitdem ich nach dem neuen Regelsatz lebe, ist mein Leben um sehr viel mehr lebenswerter geworden. Und die Regel, das ich erst nachdenke, bevor ich entscheide, hat mir dabei sehr viel geholfen.

Ach, ich plapper wieder zu viel ;-)

Foppel
20.06.2006, 04:25
Einen hab ich noch. Ein paar Auszüge aus meinem negativ Gutachten. Evtl. kann man damit was anfangen.

Im Gespräch mit dem GA habe ich folgendes abgespult:

- Trennung von Frau und Kind
- Verlust des Freundeskreises
- Durch mein "neues" Leben nun auch Probleme im Job
- Suche eines neuen Freundeskreises inkl. Landung bei den Rasern/Tunern
- Immer mehr Schulden
- Totale Überforderung durch die Lebensumstände
- Stressbewältigung am Gaspedal inkl. Tuning und Raserszene
- Zuguterletzt resignation und ignoration der Probleme
- Meine Begegnung mit dem 18 Jährigen inkl. langsames Umdenken
- Die ersten Erfolge bei den Schulden und in meiner Einstellung

Von Konfliktmanagement und Impulskontrolle hatte ich noch keine Ahnung. Auch nicht davon, das ich schon vor 2001 Probleme hatte, die sich aber aufgrund eines recht soliden Umfelds nicht weiter entwickelten, sondern erst nach dem Zusammenbruch eben dieses Umfeldes zu großen Problemen entwickelten.

Aus heutiger Sicht, habe ich mich um Kopf und Kragen geredet und wie Flori mal sagte "Ich hätt mich nach 15 Minuten selbst nach Haus geschickt. Und zwar OHNE Führerschein.". Ich habe genau DAS erzählt, bei dem der typische GA ein "NEGATIV" schon nach 5 Minuten entschieden hat.

Die Vorgeschichtsdaten und die Äußerungen in der Exploration lassen bei Herrn XXX erkennen, dass er in der Vergangenheit über keine ausreichende Selbstkontrolle bei der Einhaltung von verkehrsrechtlichen Bestimmungen verfügte. Es lag eine fehlerhafte Bewertung und Beobachtung seines eigenen Verhaltens und eine Störung der Impulskontrolle vor.

...

Sein Fehlverhalten wertet er aus heutiger Sicht zu unkritisch und distanziert sich nicht hinreichend von seinen Verstößen in der Vergangenheit. Es ist bei Herrn XXX eine mangelhafte Auseinandersetzung mit seinen Verstößen in der Vergangenheit erkennbar.

...

Im Explorationsgespräch lässt er noch Leugnungstendenzen erkennen, da das Fehlverhalten teilweise bestritten und verharmlost wird. Es ist immer noch eine Tendenz erkennbar, sich als Opfer zu bewerten, obwohl Herr XXX sich seine unangemessene Opferhaltung bereits bewusst gemacht hat.

Er kann keinen wesentlichen Unterschied zum Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer sehen.

Das mit dem Fehlverhalten verbundene Gefahrenpotential hat er noch gar nicht erkannt. Er neigt auch zu bagatellisierenden Äusserungen diesbezüglich.

Herr XXX hat somit lediglich pauschale Einsicht in sein Fehlverhalten.

Über die wesentlichen Ursachen und Motive, die zu den Verstößen geführt haben, hat er ebenfalls nicht reflektiert. Hier rechtfertigt er sein Verhalten noch zu sehr mit den Siuationseinflüssen und seinem damaligen Umfeld. Herr XXX hat zwar oberflächlich seine Lebensprobleme erkannt, kann aber die eigentlichen ursachen hierfür und für die Verkehrsverstöße nicht aufzeigen.

Er liefert somit keine nachvollziehbaren Erklärungen, warum es trotz behördlicher Sanktionen und beruflicher Abhängigkeit von der Fahrerlaubnis zu keiner Verhaltensänderung in der Vergangenheit gekommen ist.

Eine ausreichend selbstkritische und problembewusste Auseinandersetzung mit seinem Fehlverhalten ist bei Herrn XXX also nicht zu erkennen.

Herr XXX kann auch keine Veränderung seines Verhaltens und seiner Einstellung im Hinblick auf die Verkehrsteilnahme schildern.

Bei der Schilderung einzelner Verstöße kann der Kunde nur ansatzweise Verhaltensalternativen und Vermeidungsstrategien benennen, die aber den Ursachen und Bedingungen für die Übertretungen nicht dauerhaft bekämpfen können.

Rückfallbegünstigende und kritische Situationen im Hinblick auf erneute Verstöße kann der Kunde nicht benennen.

Die Einsicht in die Notwendigkeit der Einhaltung von Verkehrsregeln- und Gesetzen kann herr XXX ebenfalls nur im Ansatz deutlich machen. Eine veränderte positivere Haltung hierzu ist aber schon bei Herrn XXX zu erkennen. Zudem hat Herr XXX sein Umfeld, was die verstöße begünstigt hat, geändert. Insgesamt wirkt die von herrn XXX geschilderte Veränderung noch zu kurzfristig und im Anfang begriffen.

Zusammenfassend kann Herr XXX somit kein ausreichendes Problembewusstsein im Hinblick auf seinen früheren Umgang mit Verkehrsregeln- und vorschriften bescheinigt werden, sodass auch keine Verhaltens- und Einstellungsänderung diesbezüglich erkennbar ist, die als ausreichend stabil und tragfähig beurteilt werden könnte.

samuel
21.06.2006, 01:27
Mensch Foppel, Du kannst es doch!

Das ist doch die geilste MPU Geschichte überhaupt, die es gibt.

Fehlende Anerkennung vom Vater,
Suche nach Aufmerksamkeit,
Überlebenskampf mit egoistischem Denken als Strategie,
Umdenken, als Du festgestellen mußtest, daß Du den selben Fehler wie Dein Alter begehen wirst.
(Da hast Du Dir gesagt, so will ich nicht enden)

Ich würde sagen, damit haben wir Punkt
1 Was ist passiert
2 Warum ist es passiert

Bei der ganzen Geschichte bist Du Aufgrund Deines jugendlichen Alters natürlich als Opfer zu werten. Diese Haltung hast Du beibehalten und bist eine gewisse Zeitspanne damit natürlich sehr gut gefahren. Leider hast Du aber unbewußt die Opferrolle verlassen und bist zum Täter geworden, ohne die dazu nötige innere Täterschaft anzuerkennen. Das kannst Du als Grund für:
Sein Fehlverhalten wertet er aus heutiger Sicht zu unkritisch und distanziert sich nicht hinreichend von seinen Verstößen in der Vergangenheit. Es ist bei Herrn XXX eine mangelhafte Auseinandersetzung mit seinen Verstößen in der Vergangenheit erkennbar.
falls jemand fragen sollte.

-------------

Kommen wir noch zu
3 Warum passiert es nicht wieder?

Da paßt die herzzerreißende Geschichte mit dem alten Mann am Krankenbett doch super und das Beste ist, Du brauchst nichts zu erfinden.

Das ist für Dein persönliches Seelenheil, für den Straßenverkehr solltest Du noch ein bischen was Anderes getan haben.
Was treibst Du, wenn es stressig wird?
Wohin mit den Emotionen, wenn Dich jemand schräg anpöbelt?
Na ja usw.

Job und Umfeld wechseln hilft schon gewaltig, aber solange Du den alten Wolfspelz noch trägst, bist Du auch noch ein Wolf, auch wenn Du zwischen den Schafen rummachst. Beim nächsten Vollmond ist alles vergessen...
Ein Schaf wirst Du nie, aber vielleicht ein guter Hütehund.


Also Emotionskontrolle mit Beispielen.

Das wird schon
Samuel

Foppel
22.06.2006, 01:45
@Samuel:

Langsam dämmerts mir wie ein GA denkt, bzw. wie er sein Handwerk gelernt hat. Wenn ich also keinem Schema entspreche das irgendwo gelehrt wurde, falle ich aus der Statistik und bin somit unglaubwürdig. Man man, das muss man erst mal wissen ;-)

Doch nun zu Deinen Fragen:

Was treibst Du, wenn es stressig wird?

Ich mache genau das Gegenteil von dem, was ich sonst gemacht habe. Statt in puren Aktionismus und in Hektik zu verfallen, schalte ich einen Gang zurück und versuche einen Überblick über die Situation zu bekommen.

Bestes Beispiel:
Die Ratenzahlungsvereinbarung mit der Stadtkasse Wuppertal (noch aus alten Zeiten) geriet ins wanken. Damals verdiente ich gut und zahlte meinen deckel im Monat mit 150 Euro ab. Als ich arbeitslos wurde, war ich nicht mehr in der Lage diesen Betrag aufzubringen. Ich informierte die Stadtkasse hierüber und man zeigte sich einsichtig. Doch letzte Woche flatterte ein Brief ins Haus, in dem man von mir die sofortige wiederaufnahme der Ratenzahlung forderte. Ansonsten müsste ich 5 Tage in Erzwingungshaft.

Das erste Gefühl in mir war Panik und mein erster Impuls war Wut. Ich bin zwar selbstständig, aber noch ganz am Anfang. Soll heißen aktuell habe ich in etwa so viel Geld zur Verfügung wie ein Hartz IV Empfänger, da ich bereits in alle Richtungen Schulden abzahle.

Damals hätte ich mich stundenlang aufgeregt, hätte im Internet ein Faß aufgemacht und darüber geschimpft, das der geldgierige Staat einem die letzte römische Sesterze aus dem Sparstrumpf zockt.

Stattdessen habe ich den Brief 2 Tage zur Seite gelegt und meine Situation überdacht. Ich mache mich im Internet auf Schuldnerseiten schlau und fand die Lösung. Daraufhin schrieb ich einen Brief an die Stadtkasse und offerierte eine monatliche Rate in Höhe von € 25.- für den Zeitraum wo es um meine Finanzen noch übel aussieht. Ich bot an die Höhe der Rate automatisch nach oben zu korrigieren, sobald eine meiner anderen Ratenzahlungen erledigt sei.

Das ergebnis kam nach 3 Tagen per Post. Man akzeptiert die € 25.- anstelle der geforderten € 150.-

Ein glatter Erfolg für mich. UND....Das Problem ist gelöst.
Ich nehme mir Zeit um auf Probleme angemessen zu reagieren und wenn jemand versucht mich unter Druck oder Stress zu bringen, bremse ich den sofort aus. Seitdem ich mir die Zeit nehme, nachzudenken, ist der Stressfaktor sowas von gesunken, das ich mich als richtig ausgeglichener Mensch sehe, den so schnell nichts mehr umhaut.

Wohin mit den Emotionen, wenn Dich jemand schräg anpöbelt?

Da habe ich mehrere Wege gefunden, damit umzugehen. Der "Mitleidige Blick" ist dabei mein Favorit. Leider kann ich aufgrund des fehlenden Lappens da keine Verkehrssituation anbringen, jedoch im übrigen Umfeld hat der schon prima funktioniert. Wenn mich jemand provoziert oder anpöbelt, reicht meist ein "Mitleidiger Blick" a la "Oooooch, Du armer kleiner Wicht. Hast Du mir jetzt aber mal richtig gezeigt wo es lang geht, was?". Damit verwandle ich die zuerst aufkeimende Wut in ein Glücksgefühl, weil ich a.) nicht das gemacht habe, was mein Gegenüber von mir erwartet hätte, b.) weil ich mir dadurch überlegen vorkomme und c.) aus befriedigung mich erfolgreich unter Kontrolle zu haben.

Von manchen wird das auch "Müdes Lächeln" genannt ;-)

Wenn sich Wut absolut nicht vermeiden lässt (ist bis jetzt jedoch nicht vorgekommen, da ich sofort mit dem Nachdenken über Sinn und Unsinn einer sofortigen Reaktion anfange, anstatt zu handeln, so lässt sie sich eine gewisse Zeit eindämmen, bis ich aus dem Gefahrenbereich heraus bin. Dann kann ich die Wut immer noch beim Boxen des Sandsackes oder beim Joggen und biken rauspowern.

Habe ich gerade im Internet auf Provokationen sofort mit einer 10 Seiten langen Antwort aus allen Rohren geschossen, dauert eine Antwort auf eine Provokation heute satte 2 Tage und besteht dann aus einem Satz, der es in sich hat. Meistens drücke ich in diesem Satz mein Mitleid für den Verfasser der Provokation aus und lass es auf sich beruhen. Auch diese Form der Antwort mit wenigen Worten, die dafür aber durchdacht sind und Hand, sowie auch Fuß haben, bringen mir ein Überlegenheitsgefühl. Ich gebe meinem gegenüber einfach nicht mehr die Chance, mich zu provozieren. Wenn mich jemand anpöbelt erwartet er ja, das ich mich wehre und etwas unbedachtes mache. Diese Genugtuuung will ich ihm nicht mehr geben. Stattdessen erfüllt es mich mich einem Gefühl der Überlegenheit, wenn ich müde grinsend meiner Wege gehe und mir denke "Was für ein armes Würstchen".

Ganz witzig sind die Reaktionen von Leuten, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe, auf den neuen Foppel.

Aussagen wie:

Wer hat Dich denn rumgedreht?
Willkommen im Leben.
Du bist ja so erwachsen geworden.

Sind da eigentlich Dauerprogramm. Es ist schön zu sehen, das Menschen, die mich vor 3 Jahren das letzte mal gesehen haben, mich jetzt nicht mehr wieder erkennen und absolut durch die Bank weg positiv von mir überrascht sind.

Das gibt auch mir die Kraft mein Ziel weiter zu verfolgen, denn ich bin auf dem richtigen Weg. Mein Umfeld reagiert durch die Bank weg positiv auf mich. Die Kommunikation mit Ämtern etc. klappt reibungslos.

Ganz witzig finde ich auch:

heute bleibe ich an einer roten Fußgängerampel stehen.

Kippenstummel und Papier schmeisse ich in Aschenbecher und Mülltone und nicht mehr auf den Gehweg.

Beim Radfahren achte ich auf die Verkehrssicherheit meines Bikes. Auch wenns unter Mountainbikern eher geschmäht wird, hat mein Bike Lampen, Schmutzfänger und Reflektoren.

Ich kaufe fettarme Milch. Vorher wars mir egal.

Und das hatte ich mir gar nicht vorgenommen. Diese Dinge bzw. dieses Verhalten kam ganz von allein.


Urgs. Ich hab grad mal durchgerechnet, was mich das MPU Zeugs bis jetzt gekostet hat:

Antrag zur wiedererteilung der FE : € 159.-
Augenärztliches Gutachten : € 60.-
Brille aufgrund des Gutachtens : € 140.-
Allg. Ärztliches Gutachten : € 40.-
Pol. Führungszeugnis : € 15.-
MPU Nummer 1 : € 327.-
Beratungsgespräch beim TÜV : € 55.-

Jetzt kommen noch mal € 324.- für die zweite MPU dazu. Dann wäre ich bei € 1120.-

Wollen wir hoffen das es bei diesen Kosten bleibt ;-)

samuel
23.06.2006, 00:59
@ Foppel!

Warst Du nicht bei einem Psycho, der Dir dann den netten Brief geschrieben hat? Wo bleibt der? War der Kostenlos?

Du hast Dir Hilfe geholt, also schreib da auch was drüber.
(Erwähne bitte, wie gut Dir die professionelle Hilfe getan hat.
So was hören Psychologen gerne, wenn man den Berufsstand lobt, dann bekommt das eigene Dasein auch ein bischen was vom fremden Glanz ab.)

Wir haben nun herausgefunden, was war, warum es war und nun schreibst Du über die Ergebnisse des neuen Lebens. Das ist alles Prima und die Beispiele passen auch schön, weil es eben nicht um den Straßenverkehr geht, sondern um Dein Leben.

Da fehlt aber noch das kleine Teilstück der Wandlung.
Wie es Dir schwer gefallen ist, wie Du mit Dir gerungen hast, und berichte über die Siege gegen inneren Schweinehund.

Kann sein, ich übertreib es wieder mal ein bischen, aber solange es nicht vollständig ist, sag ich auch nicht ok.

Samuel

PS: Ich bin die nächsten 3 Tage zum Schwalbetreffen

Foppel
23.06.2006, 02:45
@Samuel

Warst Du nicht bei einem Psycho, der Dir dann den netten Brief geschrieben hat? Wo bleibt der? War der Kostenlos?

Da musst Du mich verwechseln. Mein "Psychiater" ware eher jede menge normale Leute, an denen bzw. an deren Art mit dem Leben umzugehen ich mich orientiert habe. Nicht zuletzt auch das Forum und Ihr hier ;-)

Da fehlt aber noch das kleine Teilstück der Wandlung.
Wie es Dir schwer gefallen ist, wie Du mit Dir gerungen hast, und berichte über die Siege gegen inneren Schweinehund.

Das Update von Foppel 1.0 zu Foppel 2.0 hat jede Menge Zeit und einiges an Umdenken gefordert. Mit der Zeit, als mein Leben immer schwieriger anstatt besser wurde, kam in mir immer wieder die Frage auf, was die anderen Menschen anders machen als ich. Andere kamen doch auch mit den widrigkeiten des Lebens klar. Wie machten die das nur? Ich kannte bis dato nur die Einzelkämpfer Strategie, die zwar einige Zeit gut funktioniert, jedoch dann irgendwann zusammenbricht. In meinem Umfeld verhielt es sich genau so. Ich hatte mich mit Versagern und Platzpatronen umgeben. Von denen hatten alle die selben Probleme wie ich. Die waren keine guten Studienobjekte um herauszufinden, wie die "anderen" das machen. Also hing ich mich an meinen Bruder, der ein solides Leben führt seitdem ich ihn kenne ;-)

Er ist 50 Jahre alt, hat 2 Töchter, ein intaktes Familienleben und ist das, was ich damals einen Spiesser ohne Risikobereitschaft genannt hätte. Eher ein Langweiler. Aber und das war der Kasus Knacktus, er kam mit seinem Leben anscheinend prima klar. Das Interessierte mich und so kamen wir ins Gespräch. Es dauerte Wochen bis er ALLES über mich wusste, weil ich auch freiwillig von mir nichts rausrücken wollte. Als er mir dann seine Hilfe anbot, willigte ich ein. Ich hatte nichts zu verlieren und der Drang nach normalität war bei mir mittlerweile sehr groß geworden. Nur fehlten mir ein paar Schubser in die richtige Richtung.

Er zeigte mir während dieser Wochen Alternativen auf, an die ich nicht mal gedacht hätte und er half mir meine Probleme zu Papier zu bringen. Wir erstellten eine Liste der Dinge, die es zu erledigen galt. Und das...war eine echt große Liste. An erster Stelle stand die schaffung einer soliden Basis auf die man aufbauen konnte. Wir nahmen uns als erstes meine Schulden vor. Mit seiner Hilfe überwand ich meine Angst dieses Problem anzugehen. Gemeinsam setzten wir Briefe auf, telefonierten mit den Gläubigern und handelten Ratenzahlungsverträge aus. Ich wurde während dieser Aktion um einiges Selbstsicherer und mein Auftreten wurde dadurch auch sicherer. Als nächstes entschied ich ganz allein etwas an meinem Typ zu verändern. Der neue Foppel sollte auch neu aussehen. Der Wischmop auf dem Kopf wich einer Frisur. Die Ohrringe im linken Ohr kamen raus. Die T-Shirts mit dummen Slogans a la "Leck mich. ich bin ein Arschloch" wurden zu Putzlumpen umfunktioniert und die Autoposter in meiner Wohnung wichen Kinoplakaten aus SF Filmen (Die sammel ich mittlerweile). Punkt 1 auf der Liste war nach Wochen geregelt. In dieser zeit hatte ich gelernt, das einem in keinster Weise der Kopf abgerissen wird, wenn man sich hinstellt und sagt "Hey Leute. Ich habe bei Euch was abzuzahlen, kann das aber nicht am Stück machen.". Man riss mir nicht die Rübe runter. Das letzte große Problem in Sachen finanzen erledigte ich allein. Ich reichte die Steuererklärungen für 04 und 05 ein und habe sie ganz allein erstellt. Das Ergebnis : Meine Steuerschulden hatten sich halbiert. Eine Ratenzahlung wurde für den Rest ausgehandelt und die Pfändung von meinem Konto wurde aufgehoben.

Während dieser Zeit wich mein Interesse am Autofahren anderen Interessen. Mit diesen Aktionen habe ich so gegen April 2005 angefangen. Meine Fahrgewohnheiten beschränkten sich mehr und mehr auf das notwendige.
Dann im Juni kam die Quittung für meine Vergehen von 2001 bis anfang 2005. Meine FE wurde einbezogen. Mein Umdenken war zwar gut und schön, hatte aber zu spät eingesetzt. Es war im ersten Moment ein derber Schlag, doch zu meiner verwunderung war ich da emotional schon so gefestigt, das ich einsah, das eine Aktionismusreaktion nichts an den Tatsachen ändern würde. Ich bin am Tag danach sofort zur FSST und habe den Lappen abgegeben. Ein Auto hatte ich zu dem Zeitpunkt schon gar nicht mehr. Es hat nicht so weh getan, wie ich anfangs dachte.

Mein Bruder fragte mich, ob ich aufgrund meiner sehr guten Englischkenntnisse nicht Lust hätte einen Roman für ihn zu übersetzen. Ein Job in meinem Bereich (Systemadministrator im Aussendienst war aufgrund der fehlenden FE nicht mehr erreichbar). Das Buch hatte Taschenbuchstärke, also ca. 300 Seiten. Ich willigte ein und übersetzte das Ding in 30 Tagen, obwohl ich 60 Tage Zeit dazu hatte. Ich bemerkte beim Übersetzen des Romans das es mir einen Heidenspaß machte zu erfahren wie die Geschichte weitergeht. Daher das Tempo bei der Übersetzung. Mein Bruder war begeistert vom Ergebnis und fragte ob ich Interesse hätte, das dauerhaft zu machen. An Aufträgen würde es nicht mangeln. Ich willigte ein.

Wir setzen uns mit dem Gewerbeamt in Verbindung und erwikten eine Aufhebung meines Gewerbestopps. Dann meldeten wir ein neues an. Seitdem bin ich freiberuflicher Übersetzer und übersetze neben Romanan, Taschenbüchern und Sachbüchern auch Beipackzettel für Arzneimittel und technische Unterlagen. Letztere sind zwar nicht so interessant wie die Romane und Bücher, aber sind auch eine willkommene Abwechslung.

Nach einigen Monaten war das Update auf Foppel 2.0 fast vollzogen. Nur ein dickes Ding stand noch zur Erledigung an. Eine Aussprache mit meiner Ex Frau. Dieser Aussprache musste ich mich allein stellen. Da konnte keiner bei helfen. Wir trafen uns bei Ihr und redeten. Normalerweise sind diese Gespräche immer nach 5 Minuten in einen Streit ausgeartet, was dann darin resultierte, das ich die Wohnung verlies. Doch dieses mal nicht. Immer wenn meine Ex Frau laut und hysterisch wurde, redete ich beschwichtigend auf sie ein und wie ssie darauf hin das es keinen Sinn macht, laut zu werden. Ich bemerkte schnell das ich die Kontrolle über das Gespräch hatte und meine Frau war anscheinend verwundert darüber, das ich nicht klein beigab, sondern die ganze Zeit auf einen goldenen Mittelweg beharrte, von dem beide Seiten etwas haben. Es hat sie anscheinend beeindruckt, denn nach diesem 4 Stunden Marathongespräch waren wir miteinander "grün" geworden.

Die Besuchsregelung wurde ausgehandelt. Meine Tochter kommt alle 14 Tage wie von meiner Frau verlangt, mit der Option das ich oder meine Tochter auch mal absagne können, wenn etwas dazwischen kommt, oder wir andere Dinge vorhaben (wie von mir verlangt). Das ganze ist jetzt schon ein paar Monate her und das Verhältnis hat vom Zustand "grün miteinander sein" zu einer freundschaftlichen Schiene gewechselt.

Das Verhältnis zu meinem Vater war ja eher angespannt bis gar nicht vorhanden. Als er 2005 mit akuten Herzproblemen in das Herzzentrum Wuppertal eingeliefert worden war, fasste ich mir ein Herz und stellte mich ihm. Aus meiner Sicht war ich für ihn immer ein Verlierer. Er hat viel falsch gemacht als ich ein Kind war und ich habe ihn das durch entzug meiner Anwesenheit auch immer spüren lassen. Doch als ich den Ernst der Lage erkannte, fasste ich den Entschluss, das ich das mit ihm klären muss. Er soll nicht im Streit mit gehen sollen. Schliesslich ist er mein Vater. Egal was war. Jeder mensch macht Fehler und jeder mensch hat auch das Recht diese wieder gut zu machen. Ich will nicht so werden wie mein Vater, war aber auf dem besten Weg so verbittert und Egoistisch zu werden wie er es damals war. Ich will nicht, das sich meine Tochter erst kurz vor meinem Totenbett dazu entscheidet sich bei mir sehen zu lassen. Auf gar keinen Fall.

Wenn ich heute die letzten 6 Jahre Revuepassieren lasse, schäme ich mich für die verschwendete Zeit und so manche Handlung meinerseits in der ich wie ein blinder in die falsche Richtung gerannt bin. Ich möchte sie jedoch aus einem Grund nicht missen. Ohne diese Zeit hätte ich meine Fehler nicht erkannt und nicht gelernt ein besserer und zufriedenerer Mensch zu sein.

Kann sein, ich übertreib es wieder mal ein bischen, aber solange es nicht vollständig ist, sag ich auch nicht ok.

Das ist ja auch richtig so ;-)

Foppel
23.06.2006, 02:59
Das mit dem Schweinehund war eigentlich gar keine große Sache. Eines der Dinge die mich ganz besonders wunderten. Ich war regelrecht froh das mir jemand den Weg zeigte und mir Alternativen präsentierte. Eigentlich war der Wille schon die ganze Zeit über da, nur der Weg hatte gefehlt.

Ich hatte in einer Sackgasse gestanden und bin immer mit dem Kopf vor die Wand, bis dann endlich jemand gekommen ist und mich mit den Worten "Da gehts lang, Junge" in die andere Richtung gedreht hatte.

Ich fall jetzt warscheinlich wieder mal aus dem Modell das die Psychologen gelernt haben. Aber es war wirklich so. Innerlich habe ich die ganze Zeit um Hilfe geschrien. Nur hat es keiner gehört. Ausser mein Bruder, dem ich hier nochmal ganz herzlich danken möchte.

Aber wie verkaufe ich das dem GA so das er es auch mit seinem erlernten in Einklang bringen kann?

strandy
23.06.2006, 10:57
Aber wie verkaufe ich das dem GA so das er es auch mit seinem erlernten in Einklang bringen kann?
Foppel,
mach dir nicht zu viele Gedanken über die Gehirnwindungen des Gutachters... du hast es doch schon drauf... bring es authentisch und gelebt rüber und der GA wird in deinem Sinne "ticken" :cool:
Das Update von Foppel 1.0 zu Foppel 2.0 hat jede Menge Zeit und einiges an Umdenken gefordert.
hmm, genau so habe ich deinen Beitrag zur Wandlung insgesamt gesehen.... du erzählst von dir wie von einer anderen Person, völlig emotionslos und neutral.... fast wie von einem Roboter der nur funktioniert, aber nicht fühlt!

Bringe unbedingt deine Gefühle zum Ausdruck, und zwar bei allen Phasen deiner Aufarbeitung, sei es deine Gefühlslage bei den Delikten, was du in dem Punkt ja sehr schön wiedergegeben hast, als auch bei deiner Wandlung, wo ich allerdings jegliche Emotionen deinerseits vermisse!

Vorher gibt´s auch von mir noch kein OK ;)

samuel
23.06.2006, 13:16
@ foppel!

Das paßt schon und ich hab Dich tatsächlich mit wem verwechselt, wegen des Püscho.

Wegens der Gefühle geht es hauptsächlich darum, wie gut dir das neue Leben gefällt. Das kann man ruhig öfters erwähnen, dann brauch man auch nicht beim Püscho gewesen zu sein.

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Fazit:

Du hast es also schon gekonnt, nur nicht gewußt, wie Du es sagen sollst.

Geht doch.
Noch ein Tip.
Schreib es Dir auf und nimm es mit.

Samuel

Foppel
23.06.2006, 17:28
@Samuel und Strandy:

Das mit Gefhühlen ist echt so ein Ding bei dem ich noch zu arbeiten habe. Ich kann nur schwer das vermitteln was in mir vorgeht. Meine Schwester nennt mich auch immer Holzklotz weil ich meist kaum eine Regung zeige. Und da liegt der hase im Pfeffer. Natürlich habe ich Gefühle und Emotionen. Doch zeigen kann ich die noch nicht so richtig.

Das ist quasi mein aktuelles Projekt. Aktuell verbringe ich bei jedem Deutschland Spiel meine Zeit auf dem Rathausplatz in Wuppertal. Ich bin kein Fussballfan, aber durch die WM ist der Patriotismus bei mir durchgebrochen und ich hab mich anstecken lassen. Ich nutze die Zeit dort um mitzufiebern und mich weiter von der guten Laune dort anstecken zu lassen. Ab und an wedele ich schon mit der Fahne und mache bei den typischen Fangesängen mit. Fällt ein Tor so hüpfe und jubele ich mit. Die ersten Spiele war es noch schwer, aber gegen Costa Rica hats dann schon fast geklappt da sich alles mitgemacht habe ;-)

Für Gefühle habe ich mich immer geniert. Vor allem war Gefühle zeigen damals aus meiner Sicht immer ein Schwachpunkt der mich angreifbar macht. Meine Meinung damals war, das man angreifbar wird, wenn man Gefühle zeigt. Dies hat sehr viel mit meiner Kindheit und dem Heim zu tun. Wenn man da ein Weichei war, wurde man schnell untergebutter. Damit man jedoch nicht auffällt, darf man auch keine Regung zeigen. In einer Heimgruppe mit 11 Kindern werden Hackordnungen aufgestellt. Meine Strategie war damals immer nicht mehr und nicht weniger tun als die anderen auch, damit ich schön im Mittelfeld mitschwimme. genau so war es übrigens auch im Job.

Richtig überwindung hat es gekostet mit meiner Ex Frau zu sprechen.
In dem gespräch kamen natürlich auch Dinge unserer Ehe und der Trennung zur Sprache. Ich wollte Gründe wissen. War ich nicht attraktiv genug? Oder wollte sie mehr Sex? Die Antwort hat mich umgehauen und mit einem Schlag wurde mir klar, was der Auslöser für die Trennung gewesen war. Ich hatte ihr nie gezeigt, wie sehr ich sie liebe. Ich hatte nur die Arbeit im Kopf und um mich selbst eine Art Gefühlsfirewall aufgebaut, die nichts nach aussen liess, als das absolute Minimum. Als ich den ersten Schock überwunden hatte und mein Denkapparat meine Ehe Revuepassieren liess, musste ich ihr beipflichten. Worte wie "Ich liebe dich" oder "Ich hab Dich lieb" kamen mir nur selten bis gar nicht über die Lippen. Und das während einer 7 Jahre Ehe. Auch Händchenhalten in der Öffentlichkeit empfand ich als lästig. Ein Wunder wie sie das 7 Jahre hat aushalten können. Da war es nur klar. Wenn man sich nicht geliebt fühlt geht man andere Wege und man erliegt schnell dem Charme eines Menschen der sich anstelle des Ehepartners für einen zu interessieren scheint.

Nun bin ich schon 5 Jahre getrennt. Aus Ihrer Liebe zu mir ist nichts mehr über. Sicherlich sind wir auch nachweislich nicht die besten Freunde. Ich freue mich aber für sie, das sie einen Partner hat der ihr pausenlos zeigt, das er sie liebt. Ich hingegen habe ja auch eine neue Freundin. Meine Tochter versteht sich *blendend* mit ihr und bei ihr taue ich auch langsam immer mehr und mehr auf. Händchen halten, bussi geben, mal ein "Ich Dich auch" auf ein "Ich liebe Dich" erwiedern und mal während der Arbeit eine SMS mit dem allseits beliebten "HDGDL" sind schon drin ;-)

Aber da habe ich immer noch dran zu arbeiten. Die "Firewall" habe ich schliesslich über jahre aufgebaut. Die kann man leider nicht wie bei einem Computer einfach deaktivieren. Gesunde Vorsicht und der Schutz meiner Gefühlswelt stehen zwar noch hoch im Kurs, sind aber nicht mehr das Primäre Einsatzziel vom neuen Foppel.

Ich denke mal mder Grund liegt in der Kindheit. Wenn er mich liebt, wieso verlässt mein Vater mich? Wenn sie mich liebt, wieso kümmert sich meine Mutter nicht um mich? Das gemischt mit "Wenn man Schwäche im Heim zeigt, ist man wie im Knast, der Diener für die anderen" hat bei mir wohl bewirkt, das ich mich abschotte.

samuel
26.06.2006, 00:10
@ Foppel. Das mit dem Fußball ist gut.
Kann sein, er/sie fragt dann etwas hinterhältig nach dem Alkohol.
Da solltest Du gewappnet sein.

Wahrscheinlich wirst Du das Meiste, das wir hier aus Dir rausgekitzelt haben gar nicht brauchen, aber nun Du bist bestens vorbereitet.

Du weißt was war und Du weißt warum und Du arbeitest daran, daß es nicht wieder vorkommt.
Verbessere Dich weiter, aber habe auch den Mut, nicht perfekt sein zu müssen.

Samuel

Foppel
26.06.2006, 00:25
@Samuel:

Danke. Was den Alkohol angeht, da habe ich keine Probleme. Ich bin/war ein 0 Promille Fahrer. Trotzdem trank ich gern mal ien Bierchen auf zwei oder drei wenn ich wusste, das ich am Abend und am nächsten Tag nicht mehr fahren musste.

Als man mir den Lappen wegnahm, dachte ich, ich würde zum Alkoholiker aufgrund der vielen "Freizeit". Genau das Gegenteil ist eingetroffen. Seit ca. 6 Monaten trinke ich keinen Tropfen mehr. Nichtmal beim Fanfest vor der Großbildleinwand.

Auch einer der Effekte, die sich eingestellt haben, ohne das ich etwas dazu getan habe. Irgendwann fand ich es einfach doof Bier zu trinken und hörte einfach damit auf bzw. hab einfach kein neues mehr im Supermarkt gekauft.

Mittlerweile finde ich sogar das Rauchen ätzend und habe so das Gefühl, das ich irgendwann einfach damit aufhören werde, mir Nachschub zu kaufen.

Ich denke mal schuld daran ist meine neue Einstellung, die sich irgendwie verselbstständigt hat. Mittlerweile mache ich positive Dinge, ohne drüber nachzudenken. Am anfang musste ich das noch alles planen. Heut geht das irgendwie automatisch.

strandy
26.06.2006, 13:01
moin Foppel

du schreibst:
Ich denke mal schuld daran ist meine neue Einstellung, die sich irgendwie verselbstständigt hat. Mittlerweile mache ich positive Dinge, ohne drüber nachzudenken. Am anfang musste ich das noch alles planen. Heut geht das irgendwie automatisch.
ich formuliere es mal so:
Ich weiss nun, dass meine neue Einstellung alles zum Positiven beeinflusst, die über die Zeit selbstverständlich geworden ist. Mittlerweile handel ich vernünftig und bedacht, ohne drüber nachzudenken. Am Anfang habe ich mir den ersten Schritt noch bewusst zurechtgelegt, heute vollziehe ich ihn schon automatisch.

Siehst du den Unterschied?
Keine negativen oder unsicher wirkende Phrasen wie "ich denke mal", "Schuld", "irgendwie", "Dinge", "musste".....

nur mal so als Tip...

insgesamt ne tolle Aufarbeitung Foppel, selbst deine "emotionale Firewall" hast du gut erklärt..... heute hast du sie ja endgültig "deaktiviert" ;)

Foppel
26.06.2006, 13:13
@Strandy:

Danke für den Tipp und auch die Blumen. Da rate ich den anderen die ganze Zeit solche Worte zu vermeiden und da sieht man mal wie schnell man sie selbst benutzt ;-)

Ist aber echt so. Anfangs musste ich mich dazu überwinden, die Treppe zu putzen, den Müll raus zu bringen und nicht bei rot über die Ampel zu latschen. Das war es, was Samuel mit dem inneren Schweinehund meinte. Ich hatte echt viel damit zu tun, es nicht schleifen zu lassen.

Heute geht mir das alles automatisch von der Hand. Es ist nicht mehr einstudiert.

Ich habe heute wieder einen Punkt auf der ToDo Liste abgearbeitet. Das erste mal nach 7 Jahren war ich beim Zahnarzt. Ich war bislang eine Mimose was das anging. Heute fasste ich mir ein herz, ging hin und lies mich behandeln. Das Ergebnis : Zahnstein weg. Ein Loch geflickt und Zähne wieder weiss anstatt Nikotingelb ;-) Und.... Es war gar nicht schlimm. Noch 3 bis 4 Sitzungen und dann geht es an meine neuen Backenzähne (da fehlen 3 aus meiner Jugend). Ich bin sowas von stolz, das ich hingegangen bin.

Früher bin ich da erst hin, wenn alles entzündet und nichts mehr zu retten war.

strandy
26.06.2006, 13:28
Früher bin ich da erst hin, wenn alles entzündet und nichts mehr zu retten war.
Da ging es dir genau wie mir, nur dass ich nicht mehr bis nach meiner TF warten konnte, da schon einige Zeit vorher u.a. eine Wurzelbehandlung fällig war und ich hinmusste, wenn ich mich nicht nur noch von Tütensuppen und Kartoffelbrei ernähren wollte ~0

Und das Bier hatte mir nebenbei die Schmerzen erträglicher gemacht, wenn auch nur kurzzeitig, wat bekloppt ;)

Florist
26.06.2006, 15:43
Hallo Foppel;
bei mir war es auch fast zu spät, dass ich zum Arzt gegangen bin!!
Jetzt hab ich den Salat...:?

Foppel
27.06.2006, 23:53
Noch ne Frage:

Wenn ich bei dem GA mit einem Zettel auftauche, auf dem ich mir die Vergehen und Notizen dazu gemacht habe, schaut der mich dann schief an? Meine Vergehen erstrecken sich ja über insgesamt 4 Jahre. Ich würd den gern als Gedächtnisstütze mitnehmen, habe aber Angst das der GA sich denkt, ich würde "ablesen" um mich nich tin Widersprüche zu verheddern.

samuel
28.06.2006, 00:21
Wieso Zettel?
Ich würde mir einen Ordner anlegen, oder wenigstens einen Hefter.

Der Psycho will sehen, daß Du Dich damit beschäftigt hast.
Du bezahlst dafür, also kannst Du nutzen, was Du willst.

Samuel

Foppel
28.06.2006, 01:06
Wieso Zettel?
Ich würde mir einen Ordner anlegen, oder wenigstens einen Hefter.

Der Psycho will sehen, daß Du Dich damit beschäftigt hast.
Du bezahlst dafür, also kannst Du nutzen, was Du willst.

Samuel

Nen ordner bekomme ich problemlos zusammen, mit dem was ich hier so gesabbelt habe. Was ich meine ist : Kommt es dem nicht zu "einstudiert" vor, wenn man bei fast jeder Frage nachblättert? Ich habe immerhin 11 Vergehen ~0

samuel
28.06.2006, 01:13
Zeugt es nicht von Deiner neuen Einstellung, wenn Du Dich heute auf besondere Ereignisse besonders vorbereitest?

Laß mal den Psycho denken, was er will.
Solange Du weißt, worum es geht und Deinen Stiefel runterleierst und dabei keine Widersprüche entwickelst, wird es positiv.

Entspann mal ein bischen und mach mal zwei Tage frei, das hilft.

Samuel

Foppel
05.07.2006, 04:38
So leute. Am Donnerstag gehts los. Habt Ihr noch ein paar Verbesserungsvorschläge für mich?

Ich werd mir meine Notizen und einige Fallbeispiele mitnehmen. Unter anderem auch die Bewilligungsschreiben von Finanzamt, Stadtkasse etc. für die Ratenzahlungen die ich vereinbart habe. Vorsichtshalber noch das Attest vom Krankenhaus für den Bänderriss. Nicht das der GA denkt, ich will da einen simulieren.

Als Verpflegung gibts morgens 2 Tassen Tee, zwei Brötchen und als Nervennahrung ein Mampfriegel sowie eine Packung Dextro Energen.

Die Kleidungsstrategie musste ich leider wegen der schiene von schwarzen Schuhen auf beigefarbene Nike Turnschuhe ändern, da die Schiene am besten mit sportschuhen zusammenarbeitet (durch die Verbindung zwischen Schiene und Schuh wird der Knöchel versteift). Mit den schwarzen halbschuhen wäre das nicht gegangen ;-( Ansonsten ziehe ich eine hellblaue Jeans von Levi Strauss und ein weisses Polohemd an. Oder soll ich statt des Polohemdes ein richtiges Hemd nehmen? Haare scheiden steht für morgen auf dem Programm. Rasiert und hinter den Ohren geputzt habe ich mich ebenfalls ;-)

Florist
05.07.2006, 08:30
Moin Foppel;

etwas Wasser und Seife darfst Du morgen früh aber auch noch benutzen, und das Zähneputzen nicht vergessen!!!;) ;)


Viele Grüße, Flori :)

strandy
05.07.2006, 10:36
moin foppel

und vergiss deinen Hintern nicht.... du wirst viel sitzen müssen :D

Du bist bestens vorbereitet, Foppel!

Viel Erfolg für morgen :pro:

Foppel
05.07.2006, 18:19
Na dann kann ich mich ja morgen beruhigt in die Höhle des Löwen wagen.
Ich halte Stephie und Hexenkessel über das Ergebnis per SMS auf dem Laufenden.

stephie
05.07.2006, 18:57
wer sich soviel Gedanken um sein Outfit macht, kann nur gut vorbereitet sein- Foppel, das wird morgen ein schöner Tag für Dich !
Bin bei und mit Dir !!!!
Alles Liebe und Gute
Stephie :wink:

meise
05.07.2006, 20:08
Foppel,

wünsche dir auch alles gute, wir packen das!!!!!!!!

Gruß Meise

samuel
06.07.2006, 00:49
@ Foppel!

So wie Du sehen Sieger aus!

Samuel

Florist
06.07.2006, 06:06
Moin Foppel;
ich wünsche Dir für nachher ganz viel Erfolg und alles, alles Gute!!!
Ich bin zwar der Ansicht, dass Du das mit halblinks machen wirst, ich drücke dir trotzdem die Daumen....:D :D

Bis nachher, Flori :)

hexenkessel
06.07.2006, 20:23
Herzlichen Glückwunsch Foppel

hast uns ja schön schwitzen lassen :boese: :clown: :party: Hexi

Florist
06.07.2006, 20:32
JUUUBEL!!!

:laola: :laola: :party: :party:

Ich hab´s gewußt!!!!

Foppel
07.07.2006, 00:01
Danke Euch allen für den Support. Es hat insgesamt 7 Stunden gedauert, aber es hat sich gelohnt.

Ganz besonders danken möchte ich Samuel, Blossom, Strandy und Florist, die bei der Aufarbeitung sehr geholfen haben. Euch muss ich auf dem Treffen (sofern Ihr da seid) ganz besonders danken. All den anderen muss ich dank sagen für den Support, für das Daumendrücken, die anteilnahme und den Jubel nach der bestandenen MPU. Es hat WIRKLICH gut getan, leute im Rücken zu haben, die mit einem zittern. Ich kann gar nicht oft genug DANKE schreiben. Momentan hab ich Euch einfach alle nur lieb und jedes mal wenn ich meinen neuen Lappen ansehe, weis ich WEM ich den verdanke.

Ganz ehrlich. Ich danke Euch....und zwar allen.

Verwundernswert war das kein anderer der MPU Kandidaten ein Urteil mitgeteilt bekam. Bei mir sagte die GA direkt nach dem 67 Minuten Gespräch

"Ihr vorläufiges Urteil ist ein ganz klares positiv. Ich werde Ihnen auch keinen Kurs a la §70 aufdrücken".

Ich bin sowas von Happy. Ich kanns nicht in Worte packen. 1 Jahr und 1 Monat. Etliches an Schweiss, Tränen und Selbstüberwindung hat es gekostet die Bedenken der FSST aus der Welt zu schaffen.

Und nochmal. Auch wenn ich mich wiederholen sollte:

DANKE EUCH ALLEN

stephie
07.07.2006, 08:19
Bei so einem Ergebnis hat sich doch jede Minute des Wartens gelohnt-

Herzlichen Glückwunsch Foppel !

strandy
07.07.2006, 09:53
:laola:

"Rasender" Jubel Foppel :D
:applaus: :applaus:

Foppel
07.07.2006, 13:10
Ex Rasender Foppel. Jetzt bin ich der "Cruisende" Foppel.
Kennst doch das Lied "Wir sind die coolsten, wenn wir cruisen..." ;-)

strandy
07.07.2006, 13:17
Ex Rasender Foppel. Jetzt bin ich der "Cruisende" Foppel.
Kennst doch das Lied "Wir sind die coolsten, wenn wir cruisen..." ;-)
Jepp, kenn ich :)
moin foppel

und vergiss deinen Hintern nicht.... du wirst viel sitzen müssen :D

Du bist bestens vorbereitet, Foppel!

Viel Erfolg für morgen :pro:
das war mein letzter Tipp an dich, hätte nicht gedacht, das der sich sooo bewahrheiten würde :D

samuel
08.07.2006, 00:04
@ foppel!

Ich hab doch gar nichts gemacht und geschwitzt hab ich auch nur, weil es so heiß ist.

Das hast Du Dir alles selber eingerührt und auch selber wieder geradegebügelt.
Stell Dein Licht nicht unter den Eimer, oder so...

Samuel

Florist
08.07.2006, 00:10
@samuel
Sei nicht so bescheiden...

Lemmy
10.07.2006, 16:42
Hall Foppel,

auch von mir herzlichen Glückwunsch.

Wäre aber auch vom Glauben abgefallen, wenn Du mit Deiner Aufarbeitung durchgefallen wärst.

Viele Grüße
Lemmy

Foppel
10.07.2006, 17:40
Man, sitz ich auf heissen Kohlen. Bis zum 20.06 soll das GA raus gehen. Will doch mal hoffen das es beim Positiv bleibt. Nicht das ich da noch ne böse Überraschung erlebe.

stephie
12.07.2006, 11:00
Hey Foppel,
keine Sorge, das wird beim Positiv bleiben. Ich konnte es aber auch erst so richtig glauben, als ich es schwarz auf weiss gelesen habe. Halt durch !
Lieben Gruss
Stephie

Foppel
17.07.2006, 17:42
Hi @All.

Das Gutachten war heut in der Post. Ich bin gleich hoch zur FSST und hab mir meinen vorläufigen Fleppen abgeholt. War alles kein Problem. Hat nur noch mal fast 8 Euro für den vorläufigen gekostet. Die Karte bekomme ich in 3 Wochen.

Bin grad schon ne Runde gefahren. Es ist herrlich ;-)

hausmann
17.07.2006, 22:21
das kenn ich :) nur das ich keine 8 eurönchen zahlen musste :-p
und nach 10 tagen war der richtigen lappen per post da ;)

stephie
17.07.2006, 22:38
Bei mir hats auch nur 14 Tage gedauert- trotz Postumleitung. Ist noch mal ein sehr schöner Augenblick, dieses Kärtchen in der Hand zu halten ;)

hausmann
17.07.2006, 22:48
mir hat das vorläufige papierchen schon gereicht um happy zu sein..
das plastikdingen hab ich fotografiert (wie ihr ja wisst !?) und dann ab ins portomonae, und gut ;)
ach ja; und einmal kurz den arbeitskollegen gezeigt...

Foppel
19.07.2006, 21:36
Ich will ihn Euch nicht vorenthalten.
Hier isser also : Mein zweiter Fleppen.
Zwar nur der Vorläufige, aber das ist mir Wurst.

http://kadett-gsi.ath.cx/bilder/fleppen.jpg

Foppel
16.08.2006, 12:25
Das letzte Update in diesem, meinem, so leidvollen Thread:

Ich habe heute mit der FSST telefoniert und dort sagte man mir auf nachfrage:

"Ihr Kartenführerschein liegt hier zu Abholung bereit".

YES. I love it!

Florist
16.08.2006, 12:32
Gratuliere!!

Pass gut drauf auf!!!

Say
16.08.2006, 12:33
NA dann erst mal

Herzlichen Glückwunsch Foppel !

Say

questico2004
20.08.2006, 20:43
Supi Floppel,

sei auf der Hut das er auch immer bei dir bleibt :dance: :drive: :laola: :party:

Foppel
20.07.2007, 21:30
Mensch Meier.

Da hab ich doch glatt meinen 1 Jährigen Führerschein-Geburtstag hier verpennt. Am 17.07.2006 bekam ich meine FE zurück.
Seitdem 0 Punkte. Ich halt mich gut ;-)

bubele
20.07.2007, 21:35
Hi Foppel

Ich freue mich das du das erste Jahr mit deiner FE :D durchgehalten hast ohne einen Punkt zu kassieren.Mach also weiter so:cool:

hausmann
20.07.2007, 21:51
von mir auch nen Glückwunsch zum Bergfest.. :pro:

Say
20.07.2007, 23:08
Foppel holt sich die Punkte alle auf einmal ....halbe Sachen macht er nimmer :D

Sven-80
27.09.2010, 23:33
Wo bleibt Jahr 2-5? :D

Foppel
29.09.2010, 22:58
;-) Keine Veränderung. Alles sauber. Allerdings bin ich mal knapp an 3 Punkten vorbeigerauscht. Habe aber dann vor Gericht gewonnen ;-)