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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Straftaten, Alkohol... etwas verwirrend?!


Blubbix
11.11.2006, 22:06
Hallöchen,
mitgelesen haben wir hier schon ein Weilchen und hoffen nun, ebenso kompetente Ratschläge von euch zu bekommen wie schon viele vor uns.

Folgender Sachverhalt: Mein Mann ist in seinem Leben nicht immer ganz "grade gelaufen"... Einzelheiten hierzu haben wir artig nach Fragebogen gelistet. Da im nächsten Jahr seine Führerscheinsperre abgelaufen ist und der Problemberg bei ihm recht hoch erscheint, möchten wir einfach jetzt schon anfangen, uns auf die MPU und alles was damit zusammenhängt vorzubereiten.
Als erstes nahmen wir uns die in unseren Augen "relevanten Fragebögen" und machten einen Blubbixschen draus (ich hoffe, das ist in Ordnung so?)
Wer Lust und Zeit hat sich das alles mal anzusehen ist herzlich willkommen, allerdings ist er, aufgrund der Komplexität etwas lang geworden...

Liebe Grüße
Anca

Blubbix
11.11.2006, 22:12
1.Wie viele Verstöße hatten Sie?
Etliche Verstöße, sodass ich die genaue Anzahl nicht mehr nennen kann.

2.Was waren das für Verstöße?
Ich wurde verurteilt wegen:
1. Fahren ohne Fahrerlaubnis (mehrmals)
2. Diebstahl (mehrmals)
3. Gemeinschaftlicher Diebstahl in besonders schweren Fall (mehrmals)
4. Diebstahl in besonders schweren Fall (mehrmals)
5. Räuberischer Diebstahl
6. Kennzeichenmissbrauch/Urkundenfälschung (mehrmals)
7. Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz (mehrmals)
8. Unfallflucht
9. gefährliche Körperverletzung
10. fahrlässige Körperverletzung
11. Fahrlässiger Vollrausch
12. Vorsätzliche Trunkenheit im Straßenverkehr (mehrmals)
13. Vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung


Zu den einzelnen Urteilen:

1. Diebstahl in besonders schwerem Fall in vierzig Fällen, davon in fünfzehn Fällen des Versuchs, davon in vier Fällen in Tateinheit mit Fahren ohne Fahrerlaubnis, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Diebstahl in zwei Fällen, Betrug
a.Urteil vom 24.01.1995; Strafe: 12 Monate Jugendstrafe auf 3 Jahre Bewährungszeit, Strafaussetzung widerrufen
2. Diebstahl in sieben Fällen, davon in drei Fällen zugleich des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Fahren ohne Fahrerlaubnis in fünf weiteren Fällen, davon in einem Fall zugleich mit Kennzeichenmissbrauch und Vergehen gegen das Pflichtversicherungsgesetz sowie Unfallflucht
a. Urteil vom 08.03.1994; Strafe 12 Monate Jugendstrafe auf zwei Jahre Bewährungszeit unter Einbezug einer nicht registerpflichtigen Entscheidung (Diebstahl geringfügiger Sachen)
3. Gemeinschaftlicher Diebstahl in einem besonders schweren Fall, fortgesetztes Fahren ohne Fahrerlaubnis
a. Urteil vom 11.05.1994; Strafe: 18 Monate Jugendstrafe unter Einbezug des Urteils vom 08.03.1994
4. Gemeinschaftlicher Diebstahl in einem besonders schweren Fall
a. Urteil vom 28.05.1996; Strafe: 13 Monate Jugendstrafe unter Einbezug des Urteils vom 24.01.1995
5. Gemeinschaftlicher Diebstahl in einem besonders schweren Fall
a. Urteil vom 23.05.1996; Strafe: 8 Monate Freiheitsstrafe
6. Diebstahl in einem besonders schweren Fall in Tateinheit mit Fahren ohne Fahrerlaubnis
a. Urteil vom 17.10.1995; Strafe: 6 Monate Freiheitsstrafe, Führerscheinsperre bis 16.01.1997
7. Zweifacher Diebstahl in besonders schweren Fall davon in einem Fall gemeinschaftlich handelnd, und räuberischer Diebstahl in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und mit vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis
a. Urteil vom 08.05.1998; Strafe: 2 Jahre 4 Monate Freiheitsstrafe, Verlust der Amtsfähigkeit und der Wählbarkeit bis 03.12.2005
8. Diebstahl in besonders schweren Fall sowie vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung durch zu schnelles fahren ein eine Straßenkreuzung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung und Fahren ohne Fahrerlaubnis, Fahren ohne Fahrerlaubnis in drei weiteren Fällen, davon in einem Fall in Tateinheit mit vorsätzlicher Trunkenheit in Tateinheit mit vorsätzlichem Fahren ohne Haftpflichtversicherungsvertrag
a. Urteil vom 03.09.2001; Strafe: 3 Jahre Freiheitsstrafe, Führerscheinsperre bis 10.09.2004, Unterbringung in einer Entziehungsanstalt unter Einbezug der Entscheidung vom 09.08.2001, Strafrest am 27.11.2003 ausgesetzt auf Bewährung bis 05.12.2008, Führungsaufsicht bis 04.12.2008
9. Fahrlässiger Vollrausch
a. Urteil vom 09.08.2001; Strafe 10 Monate Freiheitsstrafe, Unterbringung in einer Entziehungsanstalt
10. Fahren ohne Fahrerlaubnis in Tateinheit mit vorsätzlichem Vergehen gegen das Pflichtversicherungsgesetz, in Tateinheit mit Urkundenfälschung.
a. Urteil vom 23.06.2005; Strafe: 8 Monate Freiheitsstrafe auf 5 Jahre Bewährungszeit, Führerscheinsperre bis 01.07.2007

Blubbix
11.11.2006, 22:13
3. Wann waren diese Straftaten und in welchem Zeitraum fanden diese statt? (möglichst Datum und zu welcher Tageszeit - um so genauer, um so besser)
Aufgrund der Vielzahl an Straftaten ist es mir leider nicht mehr möglich zu jeder einzelnen Straftat genaue Angaben zu machen.

4. Wie konnten so viele Straftaten zusammenkommen?
Die meisten meiner Straftaten entstanden aus der Gruppendynamik. Ich hatte lange Zeit den falschen Freundeskreis. Mir fehlte jeglicher Halt in meinem Leben. Einen Teil meiner Kindheit verbrachte ich in einem Kinderheim, zu meinem Vater bestand kein, zu meiner Mutter ein miserabler Kontakt. Ich hatte über diesen langen Zeitraum nirgends ein „zu-Hause-Gefühl“. In meinem Freundeskreis konnte ich mich durch die meisten meiner Straftaten beweisen und die anderen beeindrucken und mein Erscheinungsbild in meinem Freundeskreis war mir damals sehr wichtig da ich sonst das Gefühl hatte nicht wirklich anerkannt zu werden so wie ich war.
Mein Tagesablauf war ungestaltet und planlos. Der Alkohol spielte zunehmend eine große Rolle in meinem Leben. Wenn ich getrunken hatte sank meine Hemmschwelle, wir zogen in einer Gruppe los und es gehörte „zum guten Ton“ gegen die Gesetze zu verstoßen. Autofahren war für mich zu der Zeit ein Stück Freiheit, dass mir niemand nehmen konnte. Auf ein Auto war Verlass, es ließ mich nicht im Stich, konnte mich nicht enttäuschen. Diese Vorzüge lernte ich so in meiner Familie und in meinem Freundeskreis nicht kennen. Viele Diebstähle hatten das Ziel einen Teil meines Lebensunterhaltes zu bestreiten der mit zunehmendem Alkoholgenuss erheblich teurer wurde.
Früher setzte ich mir häufig zu hohe Maßstäbe, was bei nicht erreichen zu großem Frust führte. Frust ließ sich für mich gut beim Autofahren abbauen, ohne zwingend aggressiv zu fahren. Ich konnte im Auto besser abschalten und fühlte mich wohl in einem Auto, selbst wenn ich nur drinsaß ohne zu fahren.

5. Wie war ihre Gefühlslage bei diesen Delikten?
Ich fühlte mich nahezu „unantastbar“. Ich bekam Anerkennung von meinen Freunden, was mich Stolz empfinden ließ, war die Anerkennung in meinem sonstigen Umfeld ja eher gering gehalten. Ich konnte beweisen, dass ich wirklich gut war in dem was ich tat. Die Mischung aus „Angst erwischt zu werden“, „Freude nicht erwischt worden zu sein“ und „stolz es wieder einmal geschafft zu haben“ reizten mich sehr. Abgesehen davon war es für mich „schnell verdientes Geld“ mit dem ich bei anderen wieder profilieren konnte.

6. Was hätte bei den Delikten passieren können?
Zu jeder Zeit gefährdete ich andere und mich im Straßenverkehr. Ich fuhr im Regelfall weder aggressiv noch zu schnell, hatte allerdings ja nie einen Führerschein und mir fehlte einfach die theoretische Ausbildung. Was ich konnte hatte ich selbst erlernt.
Beim Fahren unter Alkoholeinfluss war die Gefahr einen Unfall zu verursachen und unbeteiligte zu schädigen noch um ein vielfaches höher.

7. Wie schätzen sie sich für die damalige Zeit als Fahrer ein?
Im Regelfall fuhr ich eher ruhig. Es ging mir selten darum der schnellste zu sein, ich genoss das Fahren in Ruhe sehr viel mehr.
Wenn es darum ging vor der Polizei zu flüchten fuhr ich riskanter um der Ergreifung aus dem Weg zu gehen.

Blubbix
11.11.2006, 22:17
8. Warum haben sie sich immer wieder so verhalten?
Ich habe die mir aufgezeigten Grenzen nicht wirklich ernst genommen. Die Haftstrafen als solche hinterließen bei mir keinen bleibenden Eindruck. Im Gegenteil „genoss“ ich das geregelte Leben in den Vollzugsanstalten eher. Ich fiel immer wieder in mein gewohntes Verhaltensmuster zurück, weil ich es über Jahre ja nicht aus eigener Kraft ändern konnte und im Grunde zu „unbeholfen“ war mir fachliche Hilfe zu holen. Der Reiz des Verbotenen, der Eindruck bei meinen Freunden und das Autofahren an sich waren mir wichtiger als die Konsequenzen die ich aus meinem Verhalten ziehen musste. Ich hatte damals das Gefühl, das sei das einzige was ich kann also dachte ich über Alternativen gar nicht wirklich nach.

9. Was hatten sie sich vorgenommen um ihr Verhalten zu ändern?
Ich nahm mir häufig vor nach meiner Entlassung an meiner beruflichen Zukunft zu arbeiten, gesetzestreu zu leben und weniger auf meine Freunde zu achten. Ich wollte meinen Tagesablauf besser planen und mich auf die wichtigen Dinge konzentrieren. Auch wollte ich nicht mehr trinken.

10. Warum konnten sie ihre guten Vorsätze nicht einhalten?
In der damaligen Zeit beschloss ich diese Vorsätze halbherzig. Ich redete mir letztlich ein es sei ganz einfach das umzusetzen. Nach meinen Entlassungen stelle ich schnell fest, dass es nicht so ist. Dadurch, dass es in den meisten Fällen nicht so lief wie ich mir das vorstellte (Bewerbungen etc.) entstand erneuter Frust und meinen Frust baute ich damals beim Autofahren und mit Alkohol ab. So verfiel ich schnell wieder in meine alten Verhaltensmuster und meine erneute Inhaftierung war nur eine Frage der Zeit. Das Bewusstsein darüber verdrängte ich.

11. Wie oft haben sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen?
Ich kann heute keine genauen Angaben mehr dazu machen. Ich trank zur damaligen Zeit fast täglich Alkohol, auch schon am Vormittag.

12. Wann hatten sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben sie das erste mal Alkohol zu sich genommen?
Solange ich zurückdenken kann wurde bei uns zu Hause Alkohol konsumiert. Als ich ca. 11 Jahre alt war nahm der Alkoholkonsum meiner Mutter erheblich zu und artete in Abhängigkeit aus. Mit 8 Jahren probierte ich erstmals Alkohol.

13. Wie viel und wie oft haben sie getrunken?
Ab meinem 14. Lebensjahr trank ich regelmäßig mit den Mitschülern des Heims Alkohol. Ab 1991 wurde mein Alkoholkonsum massiver. Ich trank täglich Cola/Weinbrand-Gemisch und zusätzlich ca. 2-3 Flaschen Bier. Auf Feiern habe ich auch mal erheblich mehr getrunken. Es kamen Kontrollverluste und Filmrisse vor.

14. Wo und mit wem haben sie überwiegend getrunken?
Ich habe bei und mit Freunden, unterwegs z. B. am Badesee und auf Partys getrunken. In Kneipen habe ich mich seltener aufgehalten. Ab und an war ich in Diskotheken um zu feiern.

15. Warum haben sie Alkohol getrunken?
Zum einen entstand durch den Alkoholkonsum in der Gruppe ein Zusammengehörigkeitsgefühl und es war mir damals wichtig dazu zu gehören. Zum anderen war es eine gute Möglichkeit meine Hemmschwelle abzubauen und mich bei Diebstählen nicht von meiner Angst leiten zu lassen.

16. Welche Wirkung haben sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
Ich hatte einfach gute Laune und war in Partystimmung. Meine Angst wurde weniger bis sie ab einer hohen Menge Alkohol fast ganz verschwunden war.
Ich war kontaktfreudiger, geselliger und redseliger.

17. Gab es kritische Hinweise anderer auf ihren Alkoholkonsum und wie haben sie darauf reagiert?
Im Heim gab es hin und wieder Ärger wegen des Alkoholkonsums gefolgt von leichten Strafen. Oft habe ich mich zu Unrecht bestraft gefühlt und konnte die Aufregung wegen der paar Bier nicht verstehen. Später äußerte sich kaum jemand dazu, da die meisten Menschen um mich herum ähnlich viel tranken als ich.

18. Welche Auswirkungen und Folgen hatte ihr Alkoholkonsum auf ihr Leben und ihr Umfeld?
Mein Freundeskreis bestand bald ausschließlich aus Leuten die auch tranken. Es war mir nicht mehr so wichtig was ich für Verantwortungen zu tragen hatte. Termine nahm ich nicht wahr. Ich lebte in den Tag hinein, schlief bis mittags und begann den Tag mit Freunden oft schon bei einem Bier.

19. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
Ja. Hin und wieder kam es vor, dass ich meine Trinkmenge nicht mehr kontrollieren konnte. So wurde ich im August 2001 sogar zu einer 10 monatigen Haftstrafe wegen fahrlässigen Vollrauschs verurteilt. Ich wusste damals nicht wo meine Grenzen waren, sie interessierten mich eigentlich auch nicht. Ich trank bis entweder die Feier zu Ende war oder ich tatsächlich nicht mehr konnte.

20. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Während meiner Haftstrafen war mir das Trinken natürlich nicht möglich. So war ich aber von außen gezwungen nicht zu trinken, nicht aufgrund eigener Motivation. War ich nicht inhaftiert habe ich nicht wirklich bewusst und mit Absicht darauf verzichtet. Wenn kein Alkohol zur Verfügung stand und kein Geld da war um neuen Alkohol zu kaufen verzichtete ich.

21. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
Ich habe mich früher in keiner „Trinkerkategorie“ gesehen. Ich habe mir schlichtweg keine Gedanken darüber gemacht dass ich viel zu viel Alkohol getrunken habe.
Heute sehe ich klar, dass mein Verhalten „Suchtverhalten“ war und ich ein massives Alkoholproblem hatte. Schweißausbrüche und innere Unruhe habe ich früher ignoriert, heute sehe ich sie klar als Entzugserscheinung.

22. Trinken sie heute Alkohol?
Nein. Seit meiner Unterbringung am 10.10.2001 im Krankenhaus des Maßregelvollzugs trinke ich gar keinen Alkohol mehr.

23. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
Nein.

24. Warum trinken sie heute keinen Alkohol?
Ich habe während meiner stationären Therapie ausreichend Zeit und Gelegenheit gehabt mich mit meinem Alkoholproblem auseinander zu setzen. Ich habe erkannt, dass viele meiner früheren Probleme und Schwierigkeiten eng im Zusammenhang mit dem Alkohol standen. Ich möchte mich nicht mehr in die Situation bringen die Kontrolle zu verlieren oder erneut in eine Sucht abzurutschen. Alkohol ist mir nicht mehr wichtig, ich muss keine Hemmungen mehr abbauen, Kontakte kann ich auch ohne Alkohol knüpfen und ich muss mich durch Alkohol nicht in gute Stimmung bringen, auch nicht auf Feiern.

25. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?
Ich hatte bis zu meinem Aufenthalt im Krankenhaus des Maßregelvollzugs gar kein Bewusstsein für meine Alkoholsucht. Erst dort wurde mir klar, wie abhängig ich vom Alkohol bin.

26. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?
Nach meiner letztmaligen Inhaftierung wurde mir für 2,5 Wochen Distraneurin (stark beruhigend, angstlösend und schlaffördernd, wird bei Alkoholentzug eingesetzt) verabreicht.
Ich habe meinen Konsum nicht reduziert sondern gänzlich auf einen Schlag eingestellt. Mit dem Medikament und später den therapeutischen Maßnahmen gelang es mir, die Abstinenz zunehmend positiv zu empfinden.

Blubbix
11.11.2006, 22:19
27. Gibt es einen Zusammenhang zwischen ihren Straftaten und Ereignissen in ihrem Leben?
In der Zeit vom 10.10.2001 bis 15.12.2003 war ich im Krankenhaus des Maßregelvollzugs untergebracht. In dieser Zeit hatte ich in Therapiegesprächen die Möglichkeit, mein bisheriges Leben aufzuarbeiten. Die einzelnen Straftaten an einzelne Begebenheiten in meinem Leben zu knüpfen ist mir nicht möglich. Im Nachhinein betrachtet war mein ganzer Lebenslauf zu verkorkst um es an einzelne Punkte zu knüpfen.
Meinen Vater habe ich kaum kennen gelernt, er wurde in meinem Geburtsjahr inhaftiert. Meine Mutter arbeite in drei Schichten und entwickelte im Laufe meiner Kindheit eine Alkoholabhängigkeit (Alkohol wurde immer getrunken, es nahm rapide zu als ich ca. 11 Jahre alt war). Das Verhältnis zu meinem damaligen Stiefvater war bezeichnend schlecht (sein leibliches Kind wurde meinen anderen Geschwistern und mir vorgezogen, wir wurden geschlagen). Als ich 12 war entzog man meiner Mutter das Sorgerecht und brachte mich in einem Kinderheim in Eisenach unter. Dort erfuhr ich erstmals ein Leben mit vorgegebenen Grenzen, lernte den Umgang damit aber nicht wirklich und rebellierte häufig. Daraus resultierend hatte ich etliche Strafen zu akzeptieren. Ich entschied grundsätzlich selbst welche Grenzen ich akzeptieren und welche Regeln ich befolgen wollte und welche eben nicht.
1990 wurde das Heim geschlossen und ich kam zurück nach Berlin, allerdings ohne wirkliche Perspektive. Ich zog erst zu meiner Schwester und kurz darauf in eine eigene Wohnung neben meiner Mutter und meinem Stiefvater (mein Stiefvater hatte sie eigens für mich gemietet um zu vermeiden, dass ich zu den beiden zog), wurde von der Wende und den damaligen Veränderungen regelrecht überrollt, fand noch immer keinen Halt in der Familie und lebte mehr oder weniger auf mich allein gestellt für mich allein. Ich begann nach meiner Rückkehr nach Berlin ein Aufbaujahr im Berufsbildungswerk, kam damals aber mit den anderen Mitschülern nicht klar. Ich ging unregelmäßig hin und verbrachte viel Zeit am See, wo ich meinen neuen Freundeskreis kennen lernte. Da mein Charakter zu der Zeit gänzlich ungefestigt war rutschte ich so in diesen Kreis aus Party, Alkohol und Autos hinein.

28. Wie lauten ihre Vorsätze heute?
Ich will meinem Leben Perspektiven geben. Ich will beruflich endlich Fuß fassen können um meinen Lebensunterhalt selbst bestreiten zu können. Ich will Frust gar nicht mehr in dem Maße aufkommen lassen das ich nicht mehr mit ihm umgehen kann. Ich will keinen Alkohol mehr trinken. Ich will mich in jeder Situation unter Kontrolle haben. Ich will zu meinem alten Freundeskreis keinen Kontakt mehr haben.

29. Was ist daran anders?
Meine Vorsätze sind für mich heute umsetzbar. Sie sind realistisch und durchführbar weil sie durchdachter und ernst gemeinter sind.

30. Was wollen sie konkret tun, damit sie ihre Vorsätze diesmal einhalten können?
Ich lebe heute nicht mehr sinnlos in den Tag hinein. Ich habe meine Pflichten und Aufgaben durch die mein Tagesablauf strukturiert ist. Ich stehe in regelmäßiger Verbindung zu meiner Arbeitsvermittlerin die mich nach besten Kräften unterstützt eine Umschulung beginnen zu können. Ärger, Wut, Enttäuschung und Frust sind für mich jetzt Gefühle, mit denen ich umgehen kann weil ich gelernt habe mit anderen darüber zu reden, Lösungen für Probleme selbstständig zu finden und umzusetzen und heute Menschen in meinem Umfeld sind, die mich unterstützen und zu mir stehen. Zu meinen alten Freunden habe ich gar keinen Kontakt mehr. Seit meiner Unterbringung im Krankenhaus des Maßregelvollzugs im Oktober 2001 habe ich keinen Tropfen Alkohol mehr getrunken. Im Anschluss an die Unterbringung wurde ich noch 6 Monate ambulant durch Therapeuten unterstützt.

31. Was hat sich ansonsten bei Ihnen geändert?
Nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus des Maßregelvollzugs lernte ich meine jetzige Partnerin kennen. Anfangs erzählte ich ihr nicht gleich von meiner Vorgeschichte. Nach meiner letzten Fahrt vom 24.09.2004 erfuhr sie erst ein paar Details. Bei meinem nächsten Besucht machte ich reinen Tisch und erzählte von allem was bisher in meinem Leben passiert war. Die Angst sie könnte den Kontakt zu mir abbrechen war unbegründet. Sie half und hilft mir beim Aufbau meines neuen Lebens, unterstützt mich in jeder Situation und ist immer für mich da.
Anfang 2005 zog ich zu meiner Partnerin und ihren beiden Kindern nach Hamburg und konnte so einen Abstand zu meiner Familie zu gewinnen.
Zusammen zogen wir im August 2005 wieder nach Berlin trotzdem habe ich bis heute keinen Kontakt mehr zum alten Freundeskreis.
Im Dezember 2005 wurde ich Vater.
Im Mai 2006 absolvierte ich erfolgreich eine Feststellungsmaßnahme beim Arbeitsamt. Im November 2006 machte ich mit der Unterstützung des Arbeitsamtes meinen Staplerschein. In nächster Zukunft findet eine medizinisch-psychologische Untersuchung durch das Arbeitsam statt. Bei bestehen kann ich eine Umschulung beginnen. Ich habe mir also eine berufliche Perspektive geschaffen die ich durch die Erwerbung meines Führerscheines zusätzlich unterstützen möchte.
Ich trinke nicht mehr, kann Partys auch ohne Alkohol feiern und vermisse den Alkohol nicht mehr.
Meine Einstellung zum Auto selbst hat sich geändert. Ich empfinde es heute nicht mehr als schützenden Raum um mich herum. Nach wie vor interessiere ich mich für Autos und habe Spaß daran an unserem Auto zu schrauben, es hat aber einen sehr viel geringeren Stellenwert in meinem Leben als früher.
Ich bin insgesamt viel Selbstbewusster geworden, habe heute meinen Blick auf die wirklich wichtigen Dinge in meinem Leben.

32. Welche Einstellung zur Verkehrssicherheit haben sie heute und was ist daran neu?
Heute weiß ich, wie wichtig Verkehrssicherheit ist. Mein Blick darauf hat sich nicht zuletzt durch unsere Kinder geändert. Heute habe ich viel mehr einen Blick auf Sicherheit als früher. Ich möchte keinesfalls jemand anderen oder mich durch unachtsames Verhalten oder Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung gefährden. Nie wieder möchte ich mit dem Schuldgefühl leben müssen jemand anderen verletzt zu haben.

33. Was ist ihrer Meinung nach im Straßenverkehr besonders wichtig?
Gegenseitige Rücksichtnahme. Mit den Fehlern anderen zu rechnen und vorausschauend zu fahren. Geduld zu bewahren und bestehende Gesetze und Verordnungen einzuhalten.

34. Was könnte ihre guten Vorsätze wieder zum scheitern bringen?
Ich halte meinen Charakter mittlerweile für gefestigt genug, um weiterhin an meinen Vorsätzen festhalten zu können. Ich habe gelernt Regeln und Gesetze einzuhalten ohne mich in meiner Persönlichkeit durch sie eingeschränkt zu fühlen. Ich habe mein Leben fest in der Hand und lasse nicht mehr los, dafür habe ich viel zuviel Zeit verschenkt.

Blubbix
11.11.2006, 22:20
Es würde mich freuen wenn irgendwer die ganze Geschichte bis zum Ende gelesen hat und mir bzw. uns was dazu sagen kann. Wie schätzen die Erfahrenen in diesem Forum seine Chancen ein?

Ganz ganz lieben Dank für so viel Geduld und liebe Grüße
Anca

samuel
11.11.2006, 23:14
Hi Ihr Beiden.

Ich wünsche Euch für Euer Leben, daß es so wird, wie Ihr es Euch vorstellt.

Zur MPU:

Ich würde genau wissen wollen, was an Therapiemaßnahmen gelaufen ist.
Ohne einen Therapiebericht mit abschließender Nachbetreuung wird es nichts werden.

Eigentlich sieht das super aus. Du warst ein böser Bursche, also kann Deine Zukunft nur viel viel besser laufen. Dazu hast Du die beste Waffe, die es für die MPU geben kann, die Verantwortung für ein neues Leben. Fleisch von Deinem Fleisch, Blut von Deinem Blut.
Es soll Deinem Sproß nicht gehen wie Dir. Was besseres gibt es nicht.

Eigentlich bedeutet aber, daß bei der Masse an Vorfällen kein Psycho sein ok gibt, ohne die Meinung eines anderen Psycho für ein ok zu haben.
Ihr könntet es zwar Versuchen, das kostet ungefähr 600 (Alk+Auffälligkeiten)
Ist, denke ich, ein teurer Spaß für einen Versuch.

Wenn es also so was gibt, dann habt Ihr eine Menge Arbeit weniger, wenn nicht, dann wird es wohl einer Therapie bedürfen.
Gibt es einen Bewährungshelfer?
Sonst wen, der eine betreuende Funktion wahrnimmt?

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Ihr seid in Berlin. Da würde ich zu Pima GmbH raten. Hat einen guten Ruf.
Die bieten kostenlose Infoabende an (Achtung , ist auch eine interne
Verkaufsveranstaltung für Psychostunden)
http://www.pima-mpu.de/
Arbeitet mit denen zusammen, es schreibt sich leichter ein positives Gutachten, wenn man jemanden kennt.

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Da sich der Mensch nicht von heute auf morgen ändert, wird auch ein Nachsorgekonzept dringend angeraten sein. Sprich Selbsthilfegruppe (SHG)

Wie sieht es aus, bist Du Alkoholiker?
Du hast den letzten Alkohol vor 5 Jahren und 1 Monat getrunken.
Weißt Du auch die Tage aus dem Kopf oder müßtest Du da nachschauen?
Wieso kannst Du nicht gelegentlich mal ein Bier oder ein Schampus....?

-----------------------------------------------

Wie würdest Du reagieren, wenn Dir Deine Familie wegstirbt?
So wie das hier geschildert ist, ist das Deine Motivation und das ist eine gute.
Aber bei Der MPU brauchst Du einen Plan B.
Wenn Deine Familie ausfällt, was hält Dich dann zurück?

PS: Das wird.

Samuel

Blubbix
11.11.2006, 23:54
Hi Ihr Beiden.

Ich wünsche Euch für Euer Leben, daß es so wird, wie Ihr es Euch vorstellt.
Vielen Lieben Dank...

Zur MPU:

Ich würde genau wissen wollen, was an Therapiemaßnahmen gelaufen ist.
Ohne einen Therapiebericht mit abschließender Nachbetreuung wird es nichts werden.Das Problem ist, das viele Unterlagen nicht mehr existieren, wie zum Beispiel von der anschließenden 6monatigen Betreuung. Wir können aber versuchen von denen Kopien anzufordern.

Eigentlich sieht das super aus. Du warst ein böser Bursche, also kann Deine Zukunft nur viel viel besser laufen. Dazu hast Du die beste Waffe, die es für die MPU geben kann, die Verantwortung für ein neues Leben. Fleisch von Deinem Fleisch, Blut von Deinem Blut.
Es soll Deinem Sproß nicht gehen wie Dir. Was besseres gibt es nicht.Das war wohl auch der ausschlaggebende Punkt bei der letzten Verhandlung...

Eigentlich bedeutet aber, daß bei der Masse an Vorfällen kein Psycho sein ok gibt, ohne die Meinung eines anderen Psycho für ein ok zu haben.
Ihr könntet es zwar Versuchen, das kostet ungefähr 600 (Alk+Auffälligkeiten)
Ist, denke ich, ein teurer Spaß für einen Versuch.Du meinst also, er sollte sich vorab noch in therapeutische Beratung begeben um dann von denen sozusagen noch ein zweites OK zu bekommen?

Wenn es also so was gibt, dann habt Ihr eine Menge Arbeit weniger, wenn nicht, dann wird es wohl einer Therapie bedürfen.
Gibt es einen Bewährungshelfer?
Sonst wen, der eine betreuende Funktion wahrnimmt?
Er hat einen Bewährungshelfer und die Führungsaufsicht, wobei er zu letzterer ja keinen kontakt hat. Bewährungsauflagen wurden immer eingehalten seit dem letzten Vorfall und der Bewährungshelfer hatte bisher auch nichts zu beanstanden was die Zusammenarbeit o. ä. angeht...

Da sich der Mensch nicht von heute auf morgen ändert, wird auch ein Nachsorgekonzept dringend angeraten sein. Sprich Selbsthilfegruppe (SHG)
Während der Haftzeiten war er eher unregelmäßig bei den AA. Nach der entlassung aus dem KMV eben die 6 Monate bei der SPI in Berlin...

Wie sieht es aus, bist Du Alkoholiker?
Du hast den letzten Alkohol vor 5 Jahren und 1 Monat getrunken.
Weißt Du auch die Tage aus dem Kopf oder müßtest Du da nachschauen?
Wieso kannst Du nicht gelegentlich mal ein Bier oder ein Schampus....?Es reizt ihn nicht mehr, hat ihm einfach zu viel Ärger eingebrockt. Die Angst es schlecht kontrollieren zu können lässt ihn nicht in Versuchung geraten...

Wie würdest Du reagieren, wenn Dir Deine Familie wegstirbt?
So wie das hier geschildert ist, ist das Deine Motivation und das ist eine gute.
Aber bei Der MPU brauchst Du einen Plan B.
Wenn Deine Familie ausfällt, was hält Dich dann zurück?
Schwierige Frage. Selbstverständlich ist seine Familie jetzt sein größter Halt und seine größte Motivation. Andersherum weiß er jetzt, worauf es im Leben ankommt und ist in der Lage mit negativen Erlebnissen und Gefühlen umgehen zu können (wobei man zugeben muss dass bisher nichts ähnlich gravierendes passiert ist). Er findet Problemlösungen selbstständig und ist darauf bedacht Dinge in Ruhe zu klären. SEin Charakter hat sich gefestigt. Klar würde ihn soetwas wohl erst einmal umwerfen, allerdings aber auch nicht wieder in die alten Verhaltensmuster verfallen lassen...

ERst einmal danke für die schnelle Antwort...

Blubbix

samuel
12.11.2006, 00:14
Zu den AA gehen definitiv nur Alkoholiker. Wenn er da war, muß er herausstreichen, daß er mit dieser Klientel nichts zu tun hat, da er kein Alkoholiker ist.

In diesem Zusammenhang muß er sich mit dem Jellinek Schema auseinandersetzen und die ICD 10 Kriterien kennen. Sonst tappt Mann schnell in eine kleine Falle.

http://www.loleh.de/html/jellinek-schema.html
http://www.alkohol-lexikon.de/icd10.shtml

Bei der MPU geht es aber um Sachen, die man macht und nicht deren Abwesenheit.
Ist er also kein Alkoholiker in Sinne von ICD 10, so war er garantiert kurz davor und die Eigendynamik des Alkohols neigt dazu, zu erscheinen, wenn man schwach ist. Für diese Momente (wenn die Familie mal nicht da ist) braucht er jemanden, der Ihn auffängt.

Es reizt ihn nicht mehr, hat ihm einfach zu viel Ärger eingebrockt. Die Angst es schlecht kontrollieren zu können lässt ihn nicht in Versuchung geraten...
Das ist zu ungenau. Kann er oder kann er nicht?
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Bewährungshelfer ist gut, der soll einen Zwischenbericht schreiben, wenn er so nett sein will.
Je mehr positive Berichte desto besser. Auch wenn es nicht hilft, schaden wird es nicht.
Gibt es einen Arzt, der schon längere Zeit da ist?
Der eventuell schon in der bösen Zeit aktiv war und die Änderung nachvollziehen konnte?

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Du meinst also, er sollte sich vorab noch in therapeutische Beratung begeben um dann von denen sozusagen noch ein zweites OK zu bekommen?

Das genau kann Dir nur das MPI (Pima oder ähnlich) beantworten.
Die schreiben das Gutachten.

Ich denke ohne abgeschlossene Therapie und einem Jahr gelebte Änderung wird es sehr schwer werden.

Es gab hier auch schon Leute, die haben bei der 3. Alk MPU mit kontrollierten Trinken ein positives Gutachten abgefaßt. Wer gut reden kann ist klar im Vorteil. Unmöglich ist nichts. Wahrscheinlich ist aber eher, daß die einen Therapiebericht sehen wollen.

Wenn ich das richtig mitbekomme, war die Therapie 2002 und die letzte Straftat 2005. Das hatte wohl nicht so wirklich angeschlagen.

Samuel

Blubbix
12.11.2006, 00:30
die Eigendynamik des Alkohols neigt dazu, zu erscheinen, wenn man schwach ist. Für diese Momente (wenn die Familie mal nicht da ist) braucht er jemanden, der Ihn auffängt.
heute ist er in der Lage zu merken wann es ihm über den Kopf wächst und kann sich entsprechende Hilfe, spätestens über seinen Bewährungshelfer zum Beispiel holen..

Es reizt ihn nicht mehr, hat ihm einfach zu viel Ärger eingebrockt. Die Angst es schlecht kontrollieren zu können lässt ihn nicht in Versuchung geraten...
Das ist zu ungenau. Kann er oder kann er nicht?Nein, kann er nicht, als trockener Alkoholiker kann er das nicht...


Ich denke ohne abgeschlossene Therapie und einem Jahr gelebte Änderung wird es sehr schwer werden.Die Alkoholtherapie war im Dezember 2003 mit der Entlassung aus dem KMV abgeschlossen. Seit Beginn der Therapie, also 2001 trinkt er gar keinen Alkohol mehr. In der Zeit der Unterbringung gab es keine negativen Tests. Das ist Fakt und die Unterbringung allein dauerte schon über zwei Jahre. Seit der Entlassung dort gab es zwar weder Urin noch Blutproben aber auch der Bewährungshelfer hatte bisher keinerlei Zweifel an der Abstinenz... Auf Anraten wird er künftig regelmäßig die Leberwerte kontrollieren lassen um die Abstinenz nachweisen zu können...


Wenn ich das richtig mitbekomme, war die Therapie 2002 und die letzte Straftat 2005. Das hatte wohl nicht so wirklich angeschlagen.
Die Therapie (2001 - 2003) bezog sich auf das Alkoholproblem und fand während der stationären Aufnahme statt. Gefahren ist er im September 2004, allerdings ohne den Einfluss von Alkohol, an dem Tag ging es schlicht und ergreifend ausschließlich um Dummheit...

Blubbix

samuel
12.11.2006, 00:40
Ok, ist die Alkoholangelegenheit damit erledigt.
Er brauch den Bericht und das sollte reichen.

SHG wäre trotzdem das Optimale.
Wenn er sich da einmal im Monat sehen läßt, reicht das bei stabilem Verhalten aus. Ist nur für den Fall der Fälle.

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Dummheit ist bei der Liste wohl nicht der richtige Begriff.
Rückfall wäre wohl angebrachter, sonst wird da gleich Verharmlosung gerufen.

Der dritte und wichtigste Punkt bei der Begutachtung lautet:

1. Was ist passiert?
2. Warum ist es passiert?
3. Wieso passiert es nicht wieder?

Er muß sehr genau erklären können, warum der Rückfall nach der Therapie (Was genau für eine Therapie war das eigentlich?) eine einmalige Angelegenheit war.

Samuel

alisha61
12.11.2006, 01:05
blubbix,
mag sich jetzt seltsam anhören, aber eure Geschicht hat mich sofort in Besitz genommen.

Ich würde gerne wie Sam wissen, um was für eine Therapieform es ging, spezifisch mehr auf Alkohol nehme ich an. Der Bericht über diese Therapiemaßnahme ist ein wichtiger Bestandteil der MPU, bei mir wurde dieser Bericht wirklich von A-Z kopiert beim GA.
Da er trockener Alkoholiker ist, braucht er sich auch nicht scheuen, die Teilnahme bei AA zu erwähnen, und die GA wissen auch, dass AA im Normalfall keine Bescheinigung ausstellt.

Und er nimmt nun keine Medikamente, oder? Oft entlassen die Suchtkliniken die Leutz mit einem Antidepressiva oder Neuroleptika.

Nehmt euch die 3 Positionen von Sam mal unter die Lupe.

Und eins muss ich noch los werden, sag deinem Freund mal einen lieben Gruss und dass er megastolz auf sich sein, er hat viel Kraft, Mut und Wille gezeigt und ich ziehe meinen Hut vor ihm.
Dir natürlich auch ein dickes fettes Lob, dass du zu ihm stehst und ihm dein Vetrauen, deine Liebe und deine Gefühle schenkst. Die vorangeganene Lebensumstände sind für beide eine harte und mit vielen Emotionen verbundene nicht alltägliche Arbeit. Ich wünsche euch viel Glück und Zusammenhalt, auch für Eure Kinder.
gruss ali

Blubbix
12.11.2006, 01:44
wir haben jetzt nochmal rumgestöbert, ich bin die alten Unterlagen, sofern noch vorhanden, nochmal durchgegangen... Alles was ich finden konnte war:
Unterbringung nach §64 StGB in einer Entziehungsanstalt.

Die Unterbringung erfolgte in der Karl-Bonnhöfer-Nervenklinik (Bonnys Ranch für die "wir Kinder vom Bahnhof Zoo" Leser). In deren Bericht (den wir nicht vollständig haben und auf dem überall steht "nur für sozialpsychatrische Dienste", bin mir also nicht sicher ob wir den überhaupt haben sollten) steht soweit ich drin rumlese keinerlei "Therapiebezeichnung".

Auf der Homepage des berliner KMV steht:
Die IV. Abteilung des Krankenhauses des Maßregelvollzugs widmet sich der Sicherung und Besserung suchtkranker Straftäter, die gem. § 64 StGB in einer Entziehungsanstalt untergebracht sind.
Für diese Patienten stehen in zwei Häusern vier Stationen zur Verfügung. Diese gliedern sich in eine Aufnahme- und Motivationsstation, zwei Behandlungseinheiten mit mittelfristiger Perspektivbildung sowie eine Station erhöhter Sicherung mit interner Differenzierung. Der großzügig ausgestattete Arbeitstherapiebereich eröffnet Trainings-, Anlern- und handwerkliche Weiterbildungsmöglichkeiten.
Die Klientel besteht hälftig aus Alkohol- und Drogenkranken, die nach eingehender Persönlichkeitsdiagnostik gemeinsam störungsorientiert behandelt werden.

Mit der Vorgabe einer intramuralen Therapie findet die Behandlung langstreckig ohne Freizügigkeiten statt, um eine abstinente und sozial kompetente Persönlichkeitsnachreifung durch Empathie, Konfrontation und Reflexion frei von Lockerungsartefakten zu gewährleisten.

Unter Berücksichtigung der Gefährlichkeitsprognose wird eine Zielvereinbarung erarbeitet, die in der Anregung einer Aussetzung der Maßregel zur Bewährung zum 2/3-Termin gipfelt. Auch Maßnahmen gemäß § 35 Betäubungsmittelgesetz kommen bei geeigneten Patienten und unter Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen in Betracht. Eine Erledigung der Maßregel mit Überstellung in die Haftanstalt erfolgt nach dem Beschluss der Strafvollstreckungskammer bei Demotivation, Persönlichkeitsstagnation, krimineller Matrix, Tatnegierung und mangelnder Gewissenslast.

Es fanden zu regelmäßigen Terminen Einzel (einmal in der Woche ca. 1 - 1,5 Stunden)- und Gruppengespräche (zweimal in der Woche zwei Stunden) statt.
Zusätzlich gab es Kunst- und "Arbeits"therapien.

Mein Mann wurde nach der Verbüßung von 2/3 der Strafe entlassen, was in seinem Fall wohl für einen positiven Verlauf spricht, sonst hätte er wohl, wenn er nicht als "untherapierbar" in den Strafvollzug zurück gegangen wär, wenigstens die komplette Strafe absitzen müssen?

Warum es nicht wieder passiert..... Eine einerseits leichte, anderseits schwer zu beantwortende Frage, zumindest nicht ohne dass es abgedroschen und runtergeleiert klingt wie ich finde. Schwer jemand fremden davon zu überzeugen das man Fehler die man immer und immer wieder gemacht hat in Zukunft nicht mehr machen wird...

Blubbix

Blubbix
12.11.2006, 01:50
auch dir natürlich einen ganz lieben Dank fürs Mut-machen...

Wird schon schiefgehen :bete:

Anca

MaleSupremacy
12.11.2006, 02:54
Mensch das ist ja mal eine abgefahrene Geschichte hier. Ich wünsch Euch viel Glück für die MPU und natürlich für Eure Zukunft damit alles so läuft wie ihr es euch wünscht.

Was mir aufgefallen ist, ihr wisst die Zeiten der Straftaten (?) nicht alle genau. Hier solltet ihr euer Führungszeugnis beantragen damit ihr wisst welche Delikte zur Sprache kommen werden. Euer FZ bekommt auch die Führerscheinstelle, klärt dort welche Fragestellung euch erwartet.
Wenn ihr euch die ganzen Daten nicht merken könnt dürft ihr euch auch Notizen machen und mit zur MPU nehmen, so merkt der GA auch das ihr euch Gedanken gemacht habt.

So, jetzt lass ich wieder die Profis ran hier :)

Blubbix
12.11.2006, 13:57
Also, die einzelnen Daten sind so nicht mehr nachvollziehbar.
Wir sind jetzt prophylaktisch von den Daten ausgegangen, die im letzten Urteil standen.
Die Urteile umfassen immer mehrere Straftaten und vermerkt ist immer nur der letzte Tattag...

In dem einen Urteil geht es z. B. um 40!!! Diebstähle... Klar das sich kein Mensch merkt, wann die im einzelnen waren, erst Recht nicht, wenns lange Zeit einziger Lebensinhalt war...

Liebe Grüße
Anca

Florist
12.11.2006, 14:40
Dann läuft das irgendwie auf chrashkid hinaus. Die meisten Kiddies werden einmal vernünftig, der eine früher, der andere etwas später...;)
Bei ihm scheint es schon passiert zu sein.

Viele Grüße, Flori :)

Say
12.11.2006, 14:43
Fordert doch einfach mal einen Auszug aus dem VZR an ... und dann nehmt ihr Einsicht in die Führerscheinakte .....dann wißt ihr was so auf euch zukommt.

http://www.kba.de/Stabsstelle/ZentraleRegister/VZR/FormularVZRneu1.pdf

Say

Blubbix
12.11.2006, 14:43
Florist:
Bleibt die Kernfrage: wie stellt man das überzeugend dar?

Say:
Liegt bereits ausgedruckt und unterschrieben aufm Tisch, geht morgen in die Post...
Steht da dann alles drin oder nur das, was für die MPU relevant ist?


Anca

Florist
12.11.2006, 14:47
Das überzeugende werden wir ihm schon beibringen...;)
Ist ja noch viel Zeit....

Blubbix
12.11.2006, 14:52
Also, erster Schritt für mich: weitere Unterlagen anfordern... Vom KMV sowas wie einen Abschlussbericht und von der Nachsorge ein paar Unterlagen....

Erster Schritt für ihn: ab jetzt regelmäßig die Leberwerte kontrollieren lassen....

Richtig soweit?

Anca

TM
12.11.2006, 17:06
richtig,mit cdt wert wenns geht


Gruss TM

Say
12.11.2006, 18:01
Say:
Liegt bereits ausgedruckt und unterschrieben aufm Tisch, geht morgen in die Post...
Steht da dann alles drin oder nur das, was für die MPU relevant ist?

Da steht alles drin was Verkehrstechnisch über ihn gespeichert ist .... wie ich schon sagte nehmt Akteneinsicht bei der Führerscheinstelle den diese Akte bekommt der GA zu Gesicht.

Say

regentropfen
12.11.2006, 18:25
hallo blubb,
ich wünsche euch ganz viel kraft für alles. mut habt ihr schon aufgebracht.
man erkennt das dein mann "wach" geworden ist!
lg rainy:)

Blubbix
12.11.2006, 19:34
die genauen Daten der einzelnen Straftaten können wir ja nicht mehr auseinanderfriemeln... (ich könnt höchstens noch aus den vorhandenen Urteilen die Abläufe rausschreiben)

Wie sinnig ist es denn, die letzte Fahrt, also vom 24.09.2004 nochmal zu zerlegen? quasi als Aufarbeitung des letzten Rückfalls?

Anca :wink:

Florist
12.11.2006, 19:39
Die letzte Auffälligkeit ist sehr wichtig, da muss deutliche Aufarbeitung beschrieben werden. Ist ja auch noch nicht so sehr lange her...

Say
12.11.2006, 19:40
Die genauen Daten kannst du doch der Führerscheinakte entnehmen. Das ist das was der GA in der Hände bekommt .....da steht alles drin aber ich geb dir einen guten rat gerade in eurem Fall benennt das MPI erst dann wen n euch dir Führerscheinstelle sagt die Akte ist fertig zum Versand sonst könnte es passieren das da noch Dinge hinzukommen die jetzt noch nicht drin liegen.

Say

Blubbix
12.11.2006, 19:46
Say, wenn Delikte bisher nicht drinstehen, woher kommen die dann jetzt noch?

Anca

Say
12.11.2006, 19:56
Das ist ganz einfach wenn ihr den Neuantrag stellt dann fängt die Führerscheinstelle erst an zu ermitteln.Von daher könnten Sachen auftauchen die bisher nicht weitergeleitet wurden

Say

Blubbix
12.11.2006, 19:58
ok, also leise treten bis es losgeht....

Anca

Blubbix
12.11.2006, 23:59
Auszug aus dem Beschluss des LG Berlin zur vorzeitigen Entlassung aus dem Krankenhaus des Maßregelvollzugs:

Die weitere Unterbringung in einer Erziehungsanstalt sowie die Vollstreckung der Restfreiheitsstrafe werden auf Antrag der Staatsanwaltschaft und in Übereinstimmung mit der Empfehlung des Krankenhauses ab dem 05.12.2003 zur Bewährung ausgesetzt.

Gründe:
(lange Beschreibung der Tat und der Hinweis, dass dem Wunsch der vorzeitigen Entlassung im März 2003 nicht nachgekommen werden kann weil zu dem Zeitpunkt noch nicht davon ausgegangen werden konnte, dass der Untergebrachte außerhalb des Maßregelvollzugs keine rechtswiedrigen Taten mehr begeht)

Der Betroffene hat nun eine vergleichsweise günstige Entwicklung genommen. Während des inzwischen mehr als zwei Jahre andauernden Unterbringungsvollzuges ist es ihm in Gruppen- und Einzelgesprächen zunehmend gelungen, seine Frustrationstoleranz zu erweitern und adäquate Konfliktlösungsstrategien zu entwickeln. Ferner ist er inzwischen in außreichendem Maß in der Lage Kritik auszuhalten. Insgesamt hat sich seine Persönlichkeit deutlich stabilisiert, so dass er nun auch in der Lage ist, mit negativen Erlebnissen angemessen umzugehen. Herr Blubbix ist erkennbar selbstständiger geworden, was sein Selbstwertgefühl in der notwendigen Weise stärkt. Damit einher ging eine dauerhafte Alkohol- und Drogenabstinenz, insbesondere auch in den zuletzt großzügig gewährten Vollzugslockerungen.

(weiterer Text)

Die Sachverständige hat in ihrem schriftlichen Gutachten vom 01.11.2003 zusammengefasst ansgeführt:
Nach den hier gewonnenen Erkenntnissen kann davon ausgegangen werden, dass bei Herrn Blubbix während des Aufenthalts im Maßregelvollzug eine positive Persönlichkeitsentwicklung stattgefunden hat. Die der Tat zugrunde liegende Drogen- und Alkoholproblematik sowie die psychischen Aggressions- und Abhängigkeitskonflikte sowie die Selbstwertproblematik sind aus gutachterlicher Sicht so weit bewältigt bzw. unter Kontrolle, dass es Herrn Blubbix unter der Bedingung einer Drogen- und Alkoholabstinenz möglich sein müsste, den entsprechenden Strebungen entgegenzuwirken und in Zukunft weitere Straftaten zu vermeiden. Anhaltspunkte für ein derzeit noch akutes pathologisches Aggressionsproblem, für einen aktuellen Alkoholkonsum und für eine erhöhte Rückfallgefahr haben sich nicht ergeben....

Warum in der Beurteilung jetzt auf einmal derart viele Problemstellungen vorkommen kann ich nicht erklären....

Anca :wink:

Say
13.11.2006, 00:10
Du mußt das nicht erklären erklärt wurde hier das er wenn er sich an die Abstinz hält für völlig wie soll ich sagen "NORMAL" erklärt wurde

Say

Blubbix
13.11.2006, 00:12
das heißt, wenn er jetzt noch die Abstinenz nachweist müsste das überzeugen?

Anca

Say
13.11.2006, 00:18
Er wird es damit unterstreichen

Say

Blubbix
13.11.2006, 00:19
unterstreichen ist nicht überzeugen... wo hängts?

Anca

samuel
13.11.2006, 01:01
@ blubbix!

Das ist so ungefähr das, was noch gefehlt hatte.

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Warum in der Beurteilung jetzt auf einmal derart viele Problemstellungen vorkommen kann ich nicht erklären....

Anhaltspunkte für ein derzeit noch akutes pathologisches Aggressionsproblem
Ich denke mal, das ist das Hauptproblen, hervorgerufen durch Verlassensängste und alles Andere nur Symptome dessen.
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Ich würde empfelen vor der MPU noch mal bei den AA vorbeizuschauen.
Das ist nicht das, was ich gestern schrieb, aber da wußte ich auch noch nicht, daß Dein Mann bekennender Alkoholiker ist.

Manchmal fragen die Psychos was Aktuelles aus den Gruppen und da ist es ziemlich dumm, wenn man da ins Grübeln gerät. Verteht Ihr, Ortskenntnis ist viel wert. Da die AA keine Bescheinigungen ausstellen kann er da 2x oder 200x gewesen sein, das wird der Psycho nicht prüfen können.

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Drogen auch?
Welche Drogen?

THC 6 Monate Abstinenznachweis
Harte Drogen 12 Monate Abstinenznachweis

Hier steht Alles, was hier so Basiswissen ist, etwas gebündelt:
http://mpu-forum.mpu-idiotentest.com/forumdisplay.php?f=83

Habt Ihr aber sicher schon gesehen.

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Jetzt mal allgemein.
Am leichtesten ein positives Gutachten zu bekommen hat ein therapierter Alkoholiker mit Nachsorgehilfe, der 1 Jahr oder mehr stabil trocken ist.

Ist kein Witz. Der geht einfach hin und erzählt die Wahrheit und geht mit einem positiven Gutachten raus.

Der weiß was er angestellt hat und was er nicht mehr machen will und weil er sein Leben lebt, wie er erzählt, verwickelt er sich nicht in Widersprüche.
So einfach ist das.
Ich denke also, Ihr habt beste Chancen.

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Wie überzeuge ich den Gutachter?

So schwer ist das gar nicht. Er kann nicht in Euch reinsehen. Er muß an Hand der Aktenlage und Euren Aussagen entscheiden.
Wer sich nicht Widerspricht und in die Statistik paßt, der hat schon gewonnen.
Ein leuchten in den Augen, wenn er über das neue Leben spricht.
Die Kleiderordnung nicht tiefschwarz, nutzt die Magie der Farben.

Ja, die Statistik, die hatten wir noch gar nicht erwähnt, ist aber wichtig.

Bsp.
Wenn einer trockener Alkoholiker ist und es trotzdem kann, daß er einmal im Jahr zu Silvester ein Glas Sekt trinkt und dann wieder bis Silvester warten kann, dann fällt der höchtwahrscheinlich durch, weil so etwas nur einer von 1000 kann. Die Wahrsscheinlichkeit, daß er einer der 999 Anderen ist, ist für den Gutachter einfach zu gefährlich, als das er diesen Menschen wieder auf die Straße läßt.

Das ist der Grund, warum wir hier die Fragebögen möglichst ausführlich beantwortet haben wollen, damit wir die Antworten auf Realitätssinn abklopfen können.

Samuel

alisha61
13.11.2006, 01:39
blubbix,
die Therapie deines Mannes ist nun über 2 jahre her, richtig?Die Sachverständige hat in ihrem schriftlichen Gutachten vom 01.11.2003 zusammengefasst ansgeführt:
Nach den hier gewonnenen Erkenntnissen kann davon ausgegangen werden, dass bei Herrn Blubbix während des Aufenthalts im Maßregelvollzug eine positive Persönlichkeitsentwicklung stattgefunden hat. Die der Tat zugrunde liegende Drogen- und Alkoholproblematik sowie die psychischen Aggressions- und Abhängigkeitskonflikte sowie die Selbstwertproblematik sind aus gutachterlicher Sicht so weit bewältigt bzw. unter Kontrolle, dass es Herrn Blubbix unter der Bedingung einer Drogen- und Alkoholabstinenz möglich sein müsste, den entsprechenden Strebungen entgegenzuwirken und in Zukunft weitere Straftaten zu vermeiden. Anhaltspunkte für ein derzeit noch akutes pathologisches Aggressionsproblem, für einen aktuellen Alkoholkonsum und für eine erhöhte Rückfallgefahr haben sich nicht ergeben....

ich sehe das nicht so krass, er hat nach der Thera weiter an sich arbeiten können und kanns noch, sich weiterhin stabilisieren und Strategien erarbeitenunter der Bedingung einer Drogen- und Alkoholabstinenz möglich sein müsste, dieses müsste hat er genutzt und deswegen darf diese "müsste" auch nicht mehr in Frage stehen. Es ist ihm nämlich "heute" möglich diesen damals in Fragezeichen stehenden Zweifel entgegenzuwirken und positiv darüber berichten zu kennen.Jetzt mal allgemein.
Am leichtesten ein positives Gutachten zu bekommen hat ein therapierter Alkoholiker mit Nachsorgehilfe, der 1 Jahr oder mehr stabil trocken ist.

Ist kein Witz. Der geht einfach hin und erzählt die Wahrheit und geht mit einem positiven Gutachten raus.

hier kann ich samuel nur recht geben, habe diese Erfahrung gemacht, trocken alkoholkrank, Thera, Nachsorge, über 1 Jahr danach AB. Aber stellt euch auf ein langes Gespräch (meins ging nahezu 3 Std.). Das dauerte eben auch ungemein lange die ziemlich proppe Akte zu studieren, die letzten TF´S, das letzte GA, der Langzeitbericht von nahezu 30 Seiten, LW, Arztberichte..usw..
Der GA studiert die Aktenlage genau, fragt viel, hakt oft nach und klärt ab , ob ihr in seine Statistik passt, auch achtet er auf Widersprüche, aber ich sag Euch mal ehrlich , als trockener Alkoholiker brauchst er sein bescheidenes Leben vor der Änderung nicht verharmlosen oder verschönigen, wozu auch, das ist ein Kapitel mit dem abgeschlossen hat.

Die GA fragte mich, ob mich meine "frühere Zeit" noch belastet, ob ich mir Vorwürfe machen, ich sagte"nein", ich habe sie angenommen, kann sie akzeptieren und habe aus ihr gelernt. Sie war ein Teil meines Lebens, aber sie ist es nicht mehr, somit habe ich diesen Part des Buches geschlossen.

gruss ali

Blubbix
13.11.2006, 10:53
ich hatte es gestern in der Chatbox schonmal geschrieben. Mit der Alkoholsucht ist das so seine Sache. Bei der vorletzten Verhandlung standen die drei Jahre Haft im Raum.
Zu der Zeit damals hat mein Mann viel getrunken, allerdings trank er nicht ganz so viel, wie damals angenommen wurde. Der Pflichtverteidiger hielt es für ein gutes Mittel ihn zum Alkoholiker zu machen und ihn dafür die 2/3 im Krankenhaus des Maßregelvollzugs absitzen zu lassen als ihn in der JVA unterbringen zu lassen. So wurde aus hin und wieder massivem Alkoholkonsum eben ein Alkoholproblem. Sicher, wer mit etwas über 1,6 Promille noch fährt dürfte ein Alkoholproblem haben, keine Frage...
Zu den anderen Drogen: er war nie auffällig unter Drogeneinfluss. In den Einzel- und Gruppentherapien bzw. der Anamnese ging es um die Frage ob er je Drogen genommen hatte. Er bejahte viele Dinge probiert und hin und wieder mal Gras geraucht zu haben. In keiner Verurteilung oder Anklage ging es in irgendeiner Form um Drogen.
Er ist mit obigem "Gutachten der Psychologin" vorzeitig entlassen worden und wurde im Anschluss noch etwas über 6 Monate durch die Stiftung SPI (Integrierte Suchtberatung Lichtenberg) betreut. Man bot ihm am Ende der Betreuungszeit eine Verlängerung an, die er allerdings ablehnte, da zu der Zeit bereits "eine Frau in seinem Kopf geisterte, die in Hamburg wohnte" (wer das wohl war?:pfeif: )

Seit seiner Entlassung aus dem KMV ist also, abgesehen von der Fahrt ohne Alkohol am 24.9.04 nichts mehr passiert.
Zu dieser Fahrt gibt es nicht sooo viel zu sagen, sie passierte aus lauter Dummheit. Wir kannten uns noch nicht so lange als er mir einen Polo schenkte. Das Auto sollte fertig gemacht und auf meinen Namen zugelassen werden. Ich wollte ihn in Berlin besuchen und währenddessen den Wagen zu einem Bekannten zum schweißen fahren (weia, war der fertig ~0 ). Nun rief dieser Bekannte am 24.9. bei meinem Mann an und sagte: ich hab die Werkstatt nicht mehr lange, du musst spätestens in zwei Stunden hier sein. Was macht also ein Schusselchen? Richtig, es setzt sich ins Auto und fährt dahin um möglichst viele Kosten zu sparen, ist ja auch nicht weit... :confus:
Naja, es kam wie es kommen sollte, er kam zurück und unterwegs wurde er von "alten Bekannten" des zuständigen Polizeiabschnitts in dem Polo gesehen. Den war natürlich klar dass er noch gar keinen Führerschein haben kann (einer von denen war ja sogar Zeuge bei der letzten Verhandlung) und sie warteten freundlicherweise noch, bis der Wagen ordnungsgemäß in der Parklücke stand.
Da das Auto nicht zugelassen war, bestand natürlich auch kein Versicherungsschutz.
Er hatte den Wagen von einem "Hinterhofhändler" etwas außerhalb von Berlin gekauft. Mit ihm vereinbarte er, dass der den Wagen zu ihm nach Hause bringt, was auch passierte.
Sicher sah mein Mann dass die Kennzeichen mit den gültigen Plakette nicht zu dem Auto gehören konnten, aber es gibt so Dinge im Leben, die ignoriert man ganz gut... Ochmönsch, ich weiß gar nicht was man dazu schreiben soll... Reine Blödheit eben... Hätte ich damals schon die Vorgeschichte gewusst hätt ich ihn vielleicht davon überzeugen können den Wagen einfach Wagen sein zu lassen und mit mir und meinem gültigen Führerschein nochmal nach einem zu gucken. Aber die Blöße wollte er sich so nicht geben, leider...

Seit dem 24.9.04 ist er, obwohl Autos für ihn nach wie vor wichtig sind (allerdings sind sie nicht mehr einziger Lebensinhalt), keinen einzigen Meter auf öffentlichen Straßen gefahren.
Ich hoffe für ihn, dass er da jetzt durchkommt, damit er endlich schaffen kann, was er sich eigentlich seit 14 Jahren wünscht...

Anca
(die sich offensichtlich mal wieder mehr von der Seele schrieb als notwendig war, sorry :traurig: , überlest den unwichtigen Teil einfach)

Florist
13.11.2006, 11:05
Moin Blu;
alles was Du Dir von der Seele schreibst ist notwendig! Und Langeweile kommt beim Lesen wahrlich nicht auf...;)
Aber als "Blödheit" darfst Du das auch nicht einfach abtun, damit kommt er beim GA nicht durch...

Liebe Grüße, Flori :)

Blubbix
13.11.2006, 11:38
dann erklär mir, wie man aus einer totalen Dummheit eine Tat mit Hintergrund macht? Die Tatsache, das er mir eine Freude machen wollte, er sich quasi mehr drüber gefreut hätte mir damit eine Freude zu machen als ich mich übers heile Auto gefreut hätte, dürfte wohl nicht ziehen?! Zu dem Zeitpunkt war ja noch immer fest davon überzeugt, "Autos" seien alles was er kann, zu allem anderen war er zu blöd, hatte man ihm ja lange genug eingeredet...

Anca

Florist
13.11.2006, 11:54
Es geht nicht darum was ich glaube, sondern ein GA muss ihm das abkaufen!
Und vor dem sitzt er ganz allein, Du darfst nämlich nicht mit ins Zimmer.
Was ich davon halte steht hier nicht zur Debatte.;)

Blubbix
13.11.2006, 11:57
In der Anamnese des Krankenaus des Maßregelvollzugs steht geschrieben (in der allgemeinen und ganz speziellen Befragung zum bisherigen Leben):

Suchtanamnese:
- Drogen/Medikamente:
Herr Blubbix verneinte, Opiate, Kokain, Speed und Tabletten missbraucht zu haben.
LSD konsumierte er in den Jahren 1991 - 1993 ca. 10 mal.
Cannabis: 1994 konsumierte er erstmalig nach seiner ersten Inhaftierung in Plötzensee, bis zu seiner zweiten Inhaftierung rauchte er gelegentlich Cannabis.

Und zu dieser Anamnese in der Vorgeschichte scheint in dem abschließenden Gutachten nun eine Drogenproblematik geworden zu sein...

Anca

Florist
13.11.2006, 12:05
Die kann ich daraus nicht ableiten, das ist ewig her...

Blubbix
13.11.2006, 12:12
in einem anderen Zusammenhang sind Drogen nie aufgetaucht... *verzweifeltguck*

Anca

Florist
13.11.2006, 12:19
Er kann doch sicher locker das Gegenteil beweisen, wo siehst Du da ein Problem??

Blubbix
13.11.2006, 12:22
der Gutachter aber vielleicht, weil wie gesagt, abgesehen von dem Abschlussbericht der Psychologin und der Anamnese, nirgends mehr was von Drogen erwähnt wird, in keiner Nachsorge oder ähnlichem....

Andersrum wird der ja nicht doof sein, wenn weiter nix in die Richtung angeordnet wurde dann ist es ja nicht verwunderlich wenn man sich da auch nicht weiter in Betreuung/Therapie begibt...

Anca

Say
13.11.2006, 16:20
dann erklär mir, wie man aus einer totalen Dummheit eine Tat mit Hintergrund macht? Die Tatsache, das er mir eine Freude machen wollte, er sich quasi mehr drüber gefreut hätte mir damit eine Freude zu machen als ich mich übers heile Auto gefreut hätte, dürfte wohl nicht ziehen?! Zu dem Zeitpunkt war ja noch immer fest davon überzeugt, "Autos" seien alles was er kann, zu allem anderen war er zu blöd, hatte man ihm ja lange genug eingeredet...

Anca

Du hast doch die Gründe hier selbst genannt.

Du hast ihm und seinem Leben einen Sinn gegeben und er wollte DIR beweisen das er was kann.

Say

Blubbix
13.11.2006, 20:26
Du hast doch die Gründe hier selbst genannt.

Du hast ihm und seinem Leben einen Sinn gegeben und er wollte DIR beweisen das er was kann.

Say
Say, so einfach ist das?

Anca :wink:

Say
13.11.2006, 20:43
So einfach ist das ....die GA sind auch Menschen und die können sich sehr gut in solch eine Lage hinein versetzen.

Stell dir doch einfach mal vorr wie es dir an seiner Stelle gegangen wäre.Da kommt nach so einem ganzem Mist ein Menshch in sein Leben marschiert der ihm vertraut und ihm auch helfen will ...würdest du diesen Menschen entäuschen wollen? ....oder eher alles daran setzen es nicht zu tun? ...dann hast du deine Antwort

Say

Blubbix
13.11.2006, 23:07
Wie würdest Du reagieren, wenn Dir Deine Familie wegstirbt?
So wie das hier geschildert ist, ist das Deine Motivation und das ist eine gute.
Aber bei Der MPU brauchst Du einen Plan B.
Wenn Deine Familie ausfällt, was hält Dich dann zurück?
wir haben nochmal drüber nachgedacht... Und wir wissen, das ist etwas anderes aber: wir wollten zu unserem Spross (11 Monate) gern noch einen zweiten Fratz, möglichst schnell.... Ich wurde im Juli 2006 wieder schwanger, verlor das Baby aber am 26.08.2006.... Mein Mann war für mich da und spendete Trost, und dachte nicht einmal über Alkohol nach...

Anca :wink:

samuel
14.11.2006, 00:50
Wie schon erwähnt solltet Ihr mit dem MPI zusammenarbeiten.
Ruft dort an und fragt nach allem, was einigermaßen unklar ist.

Wenn nie die Rede von irgendwelchen Drogensachen ist und der Gutachter dann den Therapiebericht liest, wo der Konsum von harten Drogen angegeben wird ((LSD) was nur sehr schwer mit gängigen Drogentest nachzuweisen ist), dann wird das für Verwunderung sorgen. Klärt das ab und laßt Euch das möglichst schriftlich geben.

Wenn es zur Begutachtung kommt und die erwarten Euch schon, weil Ihr da 195 mal angerufen habt, dann seid Ihr klar im Vorteil.

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Die Familienfrage ist eine heikle, ich weiß.
Ich hab meine ganze Argumentation rings um Baby Ida aufgebaut.
Auf die Frage nach dem Tod hab ich damals geantwortet, ich mach einfach ein neues Baby. Das ist zwar nicht die richtig feine Art gewesen, war aber verkehrsrechtlich völlig korrekt.

Ich denk mal ich würd mich einfach daneben legen und auch sterben. Das kann man so nicht bringen, denn dann wäre die nächste Frage und wie wollen Sie das anstellen? Ruck Zuck bist Du in der Suizidecke und es ist nicht wirklich spaßig, da wieder rauszukommen.

Samuel

alisha61
14.11.2006, 01:28
Du hast ihm und seinem Leben einen Sinn gegeben und er wollte DIR beweisen das er was kannHiermit bin ich nicht ganz einverstanden, es ist zwar richtig, dass du ihm wieder einen Sinn gegeben hast und ihm Zuversicht, Kraft und Liebe schenkst, aber er sollte dies nicht "nur" tun um "Dir" das zu beweisen, sondern sich "selbst" auch. Ich kann niemanden etwas beweisen ohne es mir selbst zu beweisen, denn geht der eine Part, dem ich es bewiesen habe ohne es mir selbst zu beweisen(das beweisen gefällt mir eh nicht, besser ohne an mich selbst zu glauben, mich zu motivieren und an mir festhalten), dann stehe ich wieder vor einer geschlossenen Tür! Nur wenn ich selbst an mir festhalte, habe ich auch die Möglichkeit diese festigkeit mit jemand anderen zu teilen.Ich wurde im Juli 2006 wieder schwanger, verlor das Baby aber am 26.08.2006.... Mein Mann war für mich da und spendete Trost, und dachte nicht einmal über Alkohol nach...
ich kann mitfühlen wie es ist, habe selbst ein Baby verloren, auch wenns nun hart klingt, hier ist doch überaus positiv, dass dein Mann dir Mut und Kraft gab, sich seine Festigkeit wiederspiegelte, das zeigt seine Stabilität durchaus sehr gut.
gruss ali

Blubbix
14.11.2006, 08:23
Hiermit bin ich nicht ganz einverstanden, es ist zwar richtig, dass du ihm wieder einen Sinn gegeben hast und ihm Zuversicht, Kraft und Liebe schenkst, aber er sollte dies nicht "nur" tun um "Dir" das zu beweisen, sondern sich "selbst" auch. Ich kann niemanden etwas beweisen ohne es mir selbst zu beweisen, denn geht der eine Part, dem ich es bewiesen habe ohne es mir selbst zu beweisen(das beweisen gefällt mir eh nicht, besser ohne an mich selbst zu glauben, mich zu motivieren und an mir festhalten), dann stehe ich wieder vor einer geschlossenen Tür! Nur wenn ich selbst an mir festhalte, habe ich auch die Möglichkeit diese festigkeit mit jemand anderen zu teilen.
Alisha, es ging ja um die letzte Fahrt vom 24.09.2004, er wollte das Auto fertig haben wenn ich komme um mir eine Freude zu machen, deshalb meint Say wollte er mir was beweisen...

ich kann mitfühlen wie es ist, habe selbst ein Baby verloren, auch wenns nun hart klingt, hier ist doch überaus positiv, dass dein Mann dir Mut und Kraft gab, sich seine Festigkeit wiederspiegelte, das zeigt seine Stabilität durchaus sehr gut.
gruss ali
Ali, das tut mir leid für dich. Irgendwie schon komisch anhand solcher Ereignisse etwas positives zu erreichen. Ein ganz ganz komisches Gefühl...

Anca :wink:

Maja458
14.11.2006, 12:15
dann erklär mir, wie man aus einer totalen Dummheit eine Tat mit Hintergrund macht? Die Tatsache, das er mir eine Freude machen wollte,
Hi Bubblix,
für deinen Mann war es vielleicht die allereste Erfahrung, ohne Bedingungen und Taten anerkannt und geliebt zu werden. Er hatte dies bisher nur durch "kriminele Handlungen" erfahren. Das ihm jemand vertraut und sein Leben mit ihm und seiner Vergangenheit teilen möchte, ohne Forderungen, hat er so bisher nicht gekenngelernt. Da dieses super Gefühl noch sehr neu war, lebte er noch mit der Angst im Nacken, dich wieder zu verlieren. Durch diese Angst, war sein Verantwortungsbewusstsein noch nicht stark genug gefestig, wodurch es zu dieser Fahrt kam. Durch deine Geduld und dein Vertrauen, hat er jedoch gelernt, Recht und Unrecht voneinander zu entscheiden und danach zu handeln. Selbst wenn es jetzt zwischen euch Probleme gibt, wird er nicht mehr in alte Verhaltensmuster zurückfallen. Weil - das positive Erlebnis mit dir - ihm gezeigt hat, wie schön es sein kann sich jeden Tag im Spiegel anzusehen und stolz auf sich zu sein. ..........:);)

LG Maja

Grüsse an deinen Mann!!

Say
14.11.2006, 16:07
Genau so wie Blubbix und Maja das geschrieben haben meinte ich das ... es war ja noch vor seiner Veränderung.

Say

Maja458
14.11.2006, 16:10
Genau so wie Blubbix und Maja das geschrieben haben meinte ich das ... es war ja noch vor seiner Veränderung.

Say

Wusste ich doch!!!;):knuddel:

samuel
14.11.2006, 21:09
Die Dummheit, die keine war

sehen wir es mal, wie es der Gutachter sehen wird.

Es wurde ein Auto bewegt ohne die erforderliche Fahrerlaubnis dafür zu haben.
Es war kein Versicherungsschutz gegeben.
Falsche Kennzeichen.

Hab ich was vergessen?

Von einer Dummheit kann hier nicht die Rede sein.
Es handelt sich um eine Straftat im Wiederholungsfall!!!!!!!!!!
Was vor Gericht prima klappen kann, das Herunterspielen und der persönliche Bezug als Auslöser, wird zur MPU extrem Problematisch werden.

Er hat, um persönlichen Vorteil willen, den Schutz und die Rechte der anderen Verkehrsteilnehmer mißachtet. Das ist, bei den Vorstrafen keine Dummheit!!!!!!!!
Macht den Fehler nicht und versucht da was zu bagatellisieren.

Jetzt wird natürlich der Einwand kommen, er hat es ja nicht für sich getan, sondern für sein Weib. Zu kurz gedacht, denn als Belohnung wäre mindestens ein dankbarer Blick gekommen ( die restlichen Details spar ich mir mal).
Die könnt Ihr selber zusammentragen, wenn Ihr das Warum dieser Fahrt erläutert. (Was wurde als Belohnung erwartet?)

Kommen wir zum 3. Punkt dieser Fragestellung.
Der kurzfristige emotionale Schub, den ein Lächeln der geliebten Person auslöst, ist ein Nichts im Gegensatz zum Verlust den die Familie erlitten hätte, für den Fall, es wäre was passiert. Das hat die Frau dem Mann deutlich erklärt und er hat es ein für alle mal begriffen. Schließlich möchte er seine Famile um sich haben und nicht einmal im Monat zu Besuch.

Das läßt sich sicher noch ausbauen und mit ein wenig Geschick, macht man da ein abendfüllendes Thema draus.

Samuel

alisha61
14.11.2006, 21:57
hi,
trotzdem bleibe ich bei meiner Argumentation, egal ob vorher oder ab 04, beweisen musst du nur etwas, wenn du für schuldig befunden wirst, es aber nicht bist, dann bist du in der Beweislage, dass du unschuldig bist.


Zwischen Freude machen und beweisen liegen auch 2 Stiefel.Selbst wenn es jetzt zwischen euch Probleme gibt, wird er nicht mehr in alte Verhaltensmuster zurückfallen. Weil - das positive Erlebnis mit dir - ihm gezeigt hat, wie schön es sein kann sich jeden Tag im Spiegel anzusehen und stolz auf sich zu seinmaja, das hast du wunderbar gesagt, aber auch in der besten Beziehung kann es kriseln, ja es kann sogar einer gehen, da muss nicht mal viel passieren und genau da muss er plausibel darstellen, dass trotz gravierender Einschneidungen, wie Verlust des Partner, der Familie, er "NICHT" in seine alte Gewohnheiten fällt oder ausrastet.

Das ist alles nicht so einfach, ich wurde das nämlich gefragt, und war bei dieser Frage erstmal so geschockt, dass mir der Mund offen blieb, konnte dann aber doch einiges Gut rüberbringen.

gruss ali

Say
14.11.2006, 22:28
Logischerweise hat er sich über das ganze hinweg gesetzt für jemanden der sein Hoffnungsschimmer war ....sein ein und alles ..sein Lichtblick im Leben ....im Prinzip sein neues Leben für sie wäre er sicherlich damals auch von einem 100 m hohen Kran gehüpft mit einem Seil am Bein um sie nicht zu enttäuschen ... das es nicht notwendig ist oder war konnte er ja erst begreifen NACHDEM sie ihm klar gemacht hat und er erlebt hat das sie es daran nicht fest macht.Soweit war er eben in seinem Selbstbewußtsein zu diesem Zeitpunkt noch nicht . Es geht hier auch nicht darum daraus eine Bagatelle zu machen sondern darum warum er es tat sicherlich war das ein großer Fehler nur dachte er in diesem Moment darüber nach oder war die Angst sie zu entäuschen doch größer?

Say

Blubbix
14.11.2006, 23:44
wir haben uns jetzt drangemacht, vom Tag der Geburt bis in die aktuelle Zeit alle Vorkommnisse chronologisch anzuordnen... Puh, n hartes Stück Arbeit...

Jetzt versuchen wir (ich wieder in der Tippsenfunktion :D ) zu den einzelnen Dingen noch Erinnerungen an die Tat, die Begebenheiten, oder wenigstnes die Zeit allgemein in der das passiert ist, zu ergänzen. Ebenso versuchen wir mal, die "Kindheit" etwas aufzuarbeiten um vielleicht ja sogar den berühmten Hasen im Pfeffer zu finden, oder wenigstens etwas, was man zu dem machen könnte.... Mal sehen was draus wird und wie viel Zeit das in Anspruch nimmt...

Anca :wink:

Blubbix
15.11.2006, 09:39
Mein Mann trank zuletzt in 2001, das ist also nun über 5 Jahre her. Seit der Nachbetreuung bzw. der Unterbringung war er in keiner Therapie/Betreuung mehr (also, seit ca. Juni 2004).

Siehts nicht komisch aus wenn er sich jetzt wieder an eine SHG wendet? Wir haben schon drüber nachgedacht das Online-Angebot der AA zu nutzen. Denn da kann man sich in Kriesensituationen ja auch alles mal von der Seele reden. Was halten die Gutachter von sowas?

Anca :wink:

alisha61
15.11.2006, 12:21
blubbix,
was die GA davon halten weiss ich nicht, aber du kannst ja immer mal die eine oder andere Seite ausdrucken, natürlich ist AA anonym, daher kann keiner nachvollziehen ob du dieser User bist oder nicht, auf der anderen Seite stellt AA meist eh keine Bescheinigung aus, von daher muss der Proband dem GA auch gut vermitteln können, das er dort regelm. war, schließlich kann er davon berichten.

Bei meiner 1. MPU habe ich jemanden getroffen, da hat der GA doch glatt gefragt, ob er ihn mal den Gelassenheitsspruch der AA sagen kann. Ungewöhnlich, oder?

Wieso sollte das komisch aussehen? dein Mann hat einfach das Bedürfnis bekommen mal wieder eine SHG zu besuchen um neue Leutz kennenzulernen, zu reden und hören und sich engagieren. Das hat doch nichts damit zu tun, dass er womöglich Suchtgedanken oder so hat, gerade bei AA sitzen Leutz 20 Jahre und länger trocken und gehen weiter regelm. hin, oder schauen 2-3x im Jahr vorbei.

Ich finde das vollkommen okay und da wird kein GA dumm denken, sondern vielmehr erfreut sein, dass er dran bleibt und sich austauscht. Das darf ihm doch ein Bedürfnis sein, ohne gleich Trinkgedanken zu haben, oder?

gruss ali

samuel
15.11.2006, 23:45
Im Bezug auf die MPU kann man nie zu viel machen, höchstens zu wenig.

Samuel

MaleSupremacy
16.11.2006, 02:09
moin Anca,


ich hab bei meiner MPU ehrlich angegeben das ich von 1996 bis 1997 bei einer SHG war und dannach nie wieder. Das hat aber nichts mit Eurem Fall zu tun.

Die AA wo dein Freund hingeht sind doch dazu da Leute aufzufangen bzw. zu stabilisieren die den "normalen" Umgang mit Alkohol verlernt bzw. nie gelernt haben. Dein Freund ist schon einige Zeit trocken (2004?), das ist schon eine sehr lange Zeit. Ich sehe hier kein Problem wenn er unregelmäßig dort mal vorbeischaut. Er muss nur bei der MPU angeben das er wenn es mal kritisch wird er die Hilfe der AA annimmt bevor es zu einem Rückfall kommt, denn dannach kann es schon zu spät sein. Das muss er dem GA vertickern, glaubhaft versteht sich.

PS.: du kannst auch mit zur MPU gehen und deinem Freund "beistehen". Jedoch wirst du bei den Untersuchungen nicht dabei sein dürfen.
Dein Freund sollte (wenn er es noch nicht hat) sich ein Bild von seinem Kind in das Portemonaise kleben und strahlend dem GA zeigen wenn er von seinem pos. Lebenswandel erzählen darf. Wirkt Wunder, Euer Kind ist Eure Waffe beim Psychologen.

Blubbix
08.12.2006, 21:43
Hallöchen,
endlich kam die Post aus Flensburg, allerdings nicht wie erwartet als Päckchen, passte alles grad noch so in einen Umschlag... %)

Auszug aus dem Anschreiben:
Sehr geehrter Herr Blubbix,
ich erteile Ihnen die beantragte Auskunft aus dem VZR.
Unter den folgenden Angaben zur Person:
(persönliche Daten)
sind im VZR zum Zeitpunkt der Auskunftserteilung 9 Entscheidungen erfasst. Die Entscheidungen sind unverbindlich mit insgesamt 0 Punkten zu bewerten. Einzelwertungen entnehmen Sie bitte den beigefügten Anlagen.
usw.


Anlage 1:
Datum der Rechtskraft: 16.03.1994
Datum der letzten Tat: 02.08.1993
Tatbezeichnung: Diebstahl in drei Fällen zugleich des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Fahren ohne Fahrerlaubnis in fünf weiteren Fällen, davon in einem Fall zugleich mit Kennzeichenmissbrauch und Vergehen gegen das Pflichtversicherungsgesetz sowie der Unfallflucht – Tateinheit und Tatmehrheit –
Einbezogene nicht registerpflichtige Entscheidung
A 25 = Kfz.-Diebstahl und gefahren
Keine Einsatzstrafe da Jungendlicher
Tatkennziffer: A1, A15, A17, A18, A25
Verkehrsunfall: ja und nein
Beteiligt als Führer ohne Führerschein


Anlage 2:
Datum der Rechtskraft: 19.05.1994
Datum der letzten Tat: 22.03.1994
Tatbezeichnung: Fortgesetztes Fahren ohne Fahrerlaubnis – Tatmehrheit –
Einbezogene nicht zentralregisterpflichtige Entscheidung (kein Verkehrsdelikt)
Tatkennziffer: A15
Verkehrsunfall: nein
Beteiligt als Führer ohne Führerschein


Anlage 3:
Datum der Rechtskraft: 10.02.1995
Datum der letzten Tat: 21.07.1993
Tatbezeichnung: Diebstahl in besonders schweren Fall in 21 Fällen davon in vier Fällen in Tateinheit mit Fahren ohne Fahrerlaubnis, Fahren ohne Fahrerlaubnis
Keine Einsatzstrafe da Jungendlicher
Tatkennziffer: A15, A25
Verkehrsunfall: nein
Beteiligt als Führer ohne Führerschein


Anlage 4:
Datum der Rechtskraft: 05.06.1996
Datum der letzten Tat: 27.02.1995
Tatbezeichnung: Gemeinschaftlicher Diebstahl in einem besonders schweren Fall (hierbei handelt es sich um einen PKW-Diebstahl)
Tatkennziffer: A25, M22
Verkehrsunfall: nein
Beteiligt als Beteiligter


Anlage 5:
Datum der Rechtskraft: 17.10.1995
Datum der letzten Tat: 25.06.1995
Tatbezeichnung: Diebstahl im besonders schweren Fall in Tateinheit mit vorsäztlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis und vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis
Tatkennziffer: A15, A25
Verkehrsunfall: ja
Dauer der Sperre für die Fahrerlaubnis: 15 Monate
Beteiligt als Führer ohne Führerschein


Anlage 6:
Datum der Rechtskraft: 23.05.1996
Datum der letzten Tat: 02.02.1996
Tatbezeichnung: Gemeinschaftlicher Diebstahl in einem besonders schweren Fall
Tatkennziffer: A25, M22
Verkehrsunfall: ja
Beteiligt als Beifahrer


Anlage 7:
Datum der Rechtskraft: 07.08.1998
Datum der letzten Tat12.03.1998
Tatbezeichnung: Räuberischer Diebstahl in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und mit vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis
Verlust der Amtsfähigkeit und der Wählbarkeit
Verkehrszusammenhang, Kfz-Diebstahl, mit dem PKW Zeugen verletzt, Einsatzstrafe 16 Monate Freiheitsentzug
Tatkennziffer: A15, A22, A25
Verkehrsunfall: nein
Beteiligt als Führer ohne Führerschein


Anlage 8:
Datum der Rechtskraft: 11.09.2001
Datum der letzten Tat: 13.03.2001
Tatbezeichnung: Diebstahl in besonders schweren Fall sowie vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung durch zu schnelles Fahren in eine Straßenkreuzung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung und vorsätzlichen Fahren ohne Fahrerlaubnis, Diebstahl in Tateinheit mit vorsätzlicher Trunkenheit im Straßenverkehr und vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis, vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis in drei weiteren Fällen, davon in einem Fall in Tateinheit mit vorsätzlicher Trunkenheit und einem anderen Fall in Tateinheit mit vorsätzlichem Fahren ohne Haftpflichtversicherungsvertrag
Tatkennziffer: A8, A12, A15, A18, A26 (M22)
Verkehrsunfall: ja
Dauer der Sperre für die Fahrerlaubnis: 36 Monate
Beteiligt als Führer ohne Führerschein


Anlage 9:
Datum der Rechtskraft: 01.07.2005
Datum der letzten Tat: 24.09.2004
Tatbezeichnung: Vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis in Tateinheit mit vorsätzlichem Vergehen gegen das Pflichtversicherungsgesetz, in weiterer Tateinheit mit Urkundenfälschung
Tatkennziffer: A15, A18, B26
Verkehrsunfall: nein
Dauer der Sperre für die Fahrerlaubnis: 24 Monate
Beteiligt als Führer ohne Führerschein

Blubbix
08.12.2006, 21:46
Ist noch jemand wach nachdem er das gelesen hat? ~z~

Im ZVR ist zwar weit weniger registriert als wir befürchtet hatten (was ich allerdings nicht ganz verstehen kann, aber ich werde nicht nachfragen warum alles andere nicht vermerkt ist) aber irgendwie isses doch n ganzer Haufen.

Jetzt wo der Staplerschein erledigt, also bestanden und in der Tasche ist, werden wir uns ganz gemütlich daran machen, alles zu "rekonstruieren" oder es wenigstens zu versuchen....

Wir freuen uns allerdings trotzdem über rege Beteiligungen, Hinweise und Anregungen...

Liebe Grüße
Anca :wink: :wink: :wink:

hausmann
10.05.2007, 19:00
*push*
hallo blubbix.. wie sieht es bei euch aus?
warst schon lang nimmer hier.
irgendwelche news, die du uns mitteilen möchtest?

samuel
10.05.2007, 23:40
Das nenne ich mal eine Vorstellung. Viele Delikte sind ja zusammengefaßt, aber das ist ja auch für die MPU gar nicht interessant. Wichtig ist, warum er nun ein Lieber sein will.

Samuel

Florist
12.02.2008, 19:36
Hallo Blubbix,
da es ja langsam ernst wird hole ich Dein Thema mal wieder nach oben.
Dann legt mal los....

HG,
Flori

Florist
12.02.2008, 19:51
Vielleicht ist das ja für euch interessant...
http://www.mpu-idiotentest.com/mpu-forum/showthread.php?t=12298

Blubbix
03.03.2008, 23:00
Drückt... die Daumen für morgen...

Anca

hexenkessel
03.03.2008, 23:04
werde alle Daumen drücken , viel Glück und Erfolg für morgen :pro: :pro: :)

Blubbix
03.03.2008, 23:12
Danke.... wenn ich nur weniger zapplig wär... und ich muss da nichtmal mit hin... *lach*

Anca

*didi
03.03.2008, 23:17
Alles Gute für deinen Mann. "Daumendrück" :pro:
Sieh zu das er pünklich ins Bett kommt:D

Gruss Didi

hausmann
03.03.2008, 23:33
viel erfolg

jock
03.03.2008, 23:39
*Daumendrück*