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Alt 10.01.2019, 18:24
NurzuBesuch NurzuBesuch ist gerade online
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Blinzeln MPU-Erfahrungsbericht (Alkohol)

Mahlzeit miteinander,

ich war bisher immer ein stiller mitleser hier im Forum.
Da ich nun mein positives Gutachten erhalten habe, möchte ich mich gerne zu der ganzen Thematik äußern, um eventuelle Fragen, die zukünftig auf manche von euch zukommen zu beantworten. Vielleicht dient dies auch als Vorbereitung.
Ich werde bei manchen Sachen nicht genau ins Detail gehen, da mir die Anonymität sehr wichtig ist. Sollten vereinzelt Fragen auftreten zu speziellen Handlungen, bitte ich um eine private Nachricht. So viel dazu.

Der Grund für eine MPU war wiederholte Trunkenheitsfahrt.
Die erste TKF war ende 2012 (unter 1,6. Keine MPU, nur Sperrfrist und Strafe.

Zweite, und entscheidende TKF war im Frühjahr 2017. BAK 1,1%.
Das "pusten" habe ich verweigert, da ich sonst gleich den FS abgeben hätte müssen, eben wegen der ersten Fahrt. 4 Monate später wäre das kein Problem mehr gewesen, da die erste Fahrt schon verjährt gewesen wäre.

Ich bin froh, dass sie mich aufgehalten haben.
Wer weiß, was mit mir zukünftig passiert wäre bzw. mit unbeteiligten Personen.
So ein vergehen kann man nicht schön reden. Wer sich aus einer TKF raus reden will, sollte mit Anlauf eine vor´n Schädel bekommen. FAKT.

Soviel zum Tatbestand. Mehr Details möchte ich nicht preisgeben. Wenn dazu Fragen sind, bitte eine PN an mich.
Alles, was ich hier schreibe hat seinen Sinn und ist so gewollt.

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Meine verhängte Sperrfirst von der Staatsanwaltschaft betrug anfangs 18 Monate + Strafe (zu den Kosten komme ich noch).

Von der TKF bis zum Bescheid sind 2 Monate vergangen. 1 Woche nach erhalt des Bescheids wurde mein FS persönlich von den sehr freundlichen Beamten (mein ich ernst) abgeholt. Übrigens vom selben Herren, der mich auch kontrolliert hatte.

Ich habe dann einen Anwalt für Verkehrsrecht konsultiert, der dann gleich Einspruch eingelegt hat. Finanziell ging es mir zu der Zeit nicht besonders, also, Google an und suchen. Es war ein Anwalt aus Berlin, ich wohne in Bayern, großraum Ingolstadt. Hat sich alles schön gelesen.
Nachdem der Einspruch dann durch war hat sich mit mir wieder in Verbindung gesetzt und wir haben das weitere procedere besprochen. Regelmäßiger Kontakt sieht anders aus. Aber ist hier nicht ausschlaggebend.

Es kam dann zum Gerichtsverfahren, dass um EINEN Monat verschoben werden musste, weil der Anwalt keine Zeit hatte!!!

Die Kanzlei empfahl mir ein Screening über 6 Monate (Urin,4 Tests) beim Tüv Süd.

Noch kurz zur Verhandlung. Ich hatte von meinem damaligen AG eine Bescheinigung dabei, in der erklärt wird, dass ich nicht länger wie 9 Monate ohne FS im Betrieb arbeiten könne. Mit mäßigen Erfolg.
Naja, Urteil, 12 Monate ab Verhandlung (sperrfirst).

Ich habe dann im selben Monat (September) einen Vertrag beim TÜV SÜD über 6 Monate abgeschlossen.
Damals wusste ich nicht, wie WICHTIG diese Tests sind. Geschweige denn wusste ich wie das alles von statten geht mit MPU u.dgl.

Ich habe dann Anfang 2018 versucht herauszufinden, ob ich 6 oder 12 Monate Nachweise benötige. Ich hatte dann ein Gespräch bei einem ehemaligen Gutachter beim TÜV SÜD Pluspunkt. Bis auf das, dass er mir 2 Stunden seinen Job erklärt hat und ich 100€ ärmer war, hat mir das ganze nichts gebracht.
Im zuge dessen, habe ich dann beschlossen, nochmal 6 Monate ranzuhängen. Sprich, bis Septmber´18. Denn, haben ist besser wie brauchen!

Ich muss dazu sagen, dass ich jeweils 6 Monate gemacht habe (insgesamt 12 Monate und 8 Tests. 2 Tests mehr als bei einem 12 Monatsvertrag). Beides beim TÜV SÜD, aber in verschiedenen Großstädten. (Bei fragen bitte PN an mich)

Ablauf der Sperrfrist September ´18. FS beantragt ende Juli mit der Hoffnung, dass es doch keine MPU geben wird.
3 Tage nach Ablauf der Sperrfrist kam Post von der FSS mit dem Hinweis einer MPU.

Zuerst war ich der Ansicht, dass eine MPU vorbereitung nicht zwingend von nöten ist. Ich bin froh, dass ich eine Vorbereitung gemacht habe. Aus meiner sicht ist eine Vorbereitung bei diesen delikten sehr empfehlenswert.

Ich hatte mich interessehalber im August bei einer Vorbereitungstelle angemeldet um zu erfahren wie und was da auf mich zukommt. Ich werde diese Vorbereitungsstelle im zuge meiner erläuterung nicht näher konkretisieren, da momentan noch eine Kostenfrage läuft. Soviel sei aber gesagt, dass diese Vorbereitungstelle des öfteren hier im Forum negativ aufgefallen ist. Im weiteren Verlauf nenne ich sie nur noch Vmpu.

Das Premiumpaket der Vmpu kostet schlappe 399€. Hinzu kommen noch die Stunden bei einem Verkehrspsychologen, die für jeden einzelenen in seiner ausgesucht werden (pluspunkt). Koseten pro stunde 100€.

In meinem Fall waren es 6 Einzelstunden. Achja, um ersteinmal alles in gang zu bekommen, wird noch eine Erstanalyse gemacht, nocheinmal 100€.

Ich rate jedem, nicht einfach ins blaue zu wählen bei wem er seine vorbereitung macht. Es gibt sehr viele Anbieter, darunter sehr teure. Daher empfehle ich jedem, sich gründlichst zu informieren. Notfalls über TÜV, Dekra oder den bekannten Stellen bzw. hier im Forum. Leider habe ich die negativen Einträge der Vmpu zu spät gelesen.

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Wie schon erwähnt, bin ich heilfroh diese Einzelstunden bei einem Verkehrspsychologen absolviert zu haben.
Jeder der denkt, dass man sich das alles ohne professionelle Vorbereitung aneignen oder einlesen kann, ist fehl am Platz. Damit meine ich insbesondere wiederholt TKF/Alkoholproblem.

Vom Tag des FSentzuges bis zur MPU habe ich selber einen sehr intensiven und langen Prozess mit mir selber duchgemacht. Ausschlaggebend war der übermäßige Alkholmissbrauch vor der 2. TKF.

Anfangs meint man, so schlimm ist es nicht und das schaff ich alleine. Pustekuchen. Der Weg zur Erkenntnis ist der Anfang.
Ich möchte euch auch nicht mit meinen Problemen langweilen, aber ich denke mir, vielelicht findet sich irgendwann jemand hier wieder.

Ausschlaggebend für den Alkoholmissbrauch waren mehrere Gründe. Partnerschaft und Arbeitslosigkeit, daraus resultierend Schulden.

Jeder hat seine eigene Gründe, warum und weshalb er trinkt. Ich habe damals getrunken, bis ich alles vergessen hatte, selbst, wie man richtig geht. Und das mehrmals die Woche.

Warum und weshalb es zu der 2. TKF gekommen ist, möchte ich nicht näher erläutern. Wichtig ist nur, dass ich was getrunken habe.

Heute würde ich mir dafür selber eins aufn Kopp geben. Und das mehrmals.
Das ganze hilft nichts, wenn man sich es schön redet. Der springende Punkt für mich ist der, dass man selber zu sich ehrlich ist. Wenn das nicht gegeben ist, lernt man daraus nichts. Ich lebe seit dem Vorfall abstinent und ich fühle mich sehr gut dabei. Manchmal ist es recht witzig, nüchtern andere leute zu beobachten.

Ich habe in dem Prozess gelernt, Lösungsstrategien für aufkommende Probleme zu finden(!). <-Merke, kommt immer gut beim Gutachter

Es ist wichtig sich selber mal zu der ganzen Situation zu hinterfragen!

Trotz der hohen Kosten der Vmpu habe ich mich dazu entschlossen, diese Vorbereitung zu machen. Lieber mehr zahlen und beim ersten mal bestehen, als anders.

Wie gesagt, bin ichs ehr froh diese Einzelsitzungen gehabt zu haben. Man lernst sehr viel über sich selber. Was noch entscheidend ist, ist die Tatsache, dass man natürlich die Wahrheit sagt, aber der Psychologe einen auf die richtige Route bezüglich der Wortwahl und ausdrucksweise bringt, so, dass es für den Gutachter ersichtlich und plausibel ist. #thatsit
Ich muss dazu sagen, dass es für mich eine sehr sehr schlimme psychische Belastung war.

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Alt 10.01.2019, 18:26
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Blinzeln Teil II

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Zur MPU selber:

Mitte November war ich in einer größeren Bayrischen Stadt (oooo) bei der MPU.
Kosten wie fast überall 630€ cash off de Händ!
Zuerst Ärtzliches Gutachten: Verlief ganz enspannt, 2-3 kleinere Untersuchungen, Blutentnahme und paar Fragen. Nichts welt bewegendes.
Danach die Computertests: Meine Ergebnisse möchte ich nicht preisgeben, auch wenn sie so gut waren. Also, ohne witz. Sie waren sehr gut.

Danach dann der Gutachter.
Ich hatte in der zwischenzeit mit jemanden im Wartezimmer geredet. Er meinte, alles halb so schlimm. Er macht zum 4. mal die MPU. Und ich dachte mir What the fuck
Sachen Gibts.

Das Gespräch verlief sehr verständnissvoll. Ich muss dazu sagen, ich habe mich etwas vom Forum einschüchtern lassen. Was man da für Gschichten liest zwecks Gutachter. Der Gutachter war sehr offen und freundlich. Hat mich dann zu allen delikten befragt und ich habe ihm alles so erläutert wie es war, aber eben in der Ausführung wie ich es beim psychologen gelernt habe.

Im Gutachten stand dann auch drin, dass alle aussagen plausibel waren. Und dass liebe Gemeinde, finde ich am wichtigsten einer MPU. Alle Aussagen müssen stimmig und plausibel sein. Keinerlei widerspruch!

Ein direktes Feedback gabs nicht vom Gutachter. Der schlimmste moment überhaupt.

Mein Vorteil, was auch mit in das Gutachten einfließt, sind die 8 Urin-Screenings der 12 Monate und die Bestätigung der Teilnahme an einer Vorbereitung. So etwas ist immer gerne gesehen.
Ein Thema noch, was man nicht über einen Kamm scheren darf. Die AB nachweise müssen nicht zwingend aktuell sein. Nur zusammenhängend.
Diese Angst hatte ich nämlich auch, da meine ersten vier Tests eigentlich schon seit 5 Monaten abgelaufen waren. Wie gesagt, wenn es zusammenhängend ist und die ganze Geschichte plausibel ist.

Dauer bis das Gutachten da war: 6 Wochen.

So, nun zu den Kosten :
Ich möchte niemanden erschrecken bzw. abschrecken. Alles eine einzelfallsituation.

Die Kosten liste ich nicht separat auf.

Strafe, Anwalt, 8 Tests, ÖVM, Mpu-Vorbereitung, MPU, Führerschein beantragen liegen wir gerundet bei 9.000€.

Ich möchte noch explizit hinzufügen, dass dieser Erfahrungsbericht auf dieser Geschichte basiert. Dieser dient nicht zu irgendwelcher Vorbereitung. Jeder Fall ist für sich selber eine Einzelfallentscheidung. Es gibt bei dieser Thematik kein Perfekt und das ist gut so!!!!
Jeder soll daraus lernen, der eine bracht länger, der andere weniger.

Vielleicht werde ich noch ein paar passagen bearbeiten, aber fürs erste war es das mal. Ich bitte um Verständniss, dass nicht allzuviele Details bekannt sind. Bei expliziten Frage, einfach PN an mich.

Ich hoffe,ich konnte den ein oder anderen dadurch ein wenig helfen.
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Stichworte
alkohol, erfahrungsbericht, mpu

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