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Alt 10.01.2019, 15:35
Rumpel# Rumpel# ist offline
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Standard MPU: Alkohol/Drogen/Psychose

Hallo,

ich weiß jetzt nicht wirklich in welche Kategorie mein Fall am besten passt. Ich schreibe ihn jetzt einfach hier, da die Drogen wohl für die FS am schwersten wiegen.

Die Geschichte ist etwas länger. Ich kann aber nichts kürzen, da die Führerscheinstelle von allen Punkten Kenntnis hat.



2012 hat die Polizei mich mit ca. 3,0 Promille schlafend in meinem Auto vorgefunden. (Ich trank damals ca. 3 Flaschen Wein am Tag. Manchmal mehr. Kurz bevor ich aufgefunden wurde habe ich eine Flasche Wein geext und bin dann eingeschlafen)

Ich kam mit auf die Wache und später brachte man mich auf eine Entzugsstation.

Nach der Entzugsstation ließ ich mich weiter behandeln. Dazu später mehr.

Ich wurde verurteilt, bekam Führerscheinentzug und Geldstrafe. Das Urteil wurde aufgehoben, nachdem ich einen Anwalt eingeschaltet habe. Die Polizei konnte mir nicht nachweisen, dass ich betrunken auch tatsächlich gefahren war (Mit dem Wert der schlussendlich gemessen wurde bin ich das auch nicht, was aber ja keine Rolle spielt).

Ich bekam dann vorerst sogar meinen Führerschein wieder. Nach 2-3 Wochen kam aber das Schreiben von der Führerscheinstelle, dass bei einem derartig hohen Promillewert von einer Abhängigkeitserkrankung ausgegangen werden muss. Man wollte dies durch einen Gutachter feststellen lassen. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich bereits auf einer Langzeittherapie. Das wurde der FS mitgeteilt und damit galt die Abhängigkeitserkrankung als erwiesen.

Ich habe die Langzeittherapie abgeschlossen und habe mich danach freiwillig 3-4 Monate in einer soziotherapeutischen Langzeiteinrichtung weiter behandeln lassen.

Hier muss ich nun leider weiter ausholen und meine ganze Vorgeschichte schildern.

1. 2002 hatte ich bereits einen Führerscheinentzug. Ebenfalls Alkohol. 2,0 Promille damals.

2. Ich hatte Anfang der 2000er ein Drogenproblem dessen letzte Ausläufer sich in das Jahr 2011 datieren lassen. Mit letzten Ausläufern meine ich, dass ich gelegentlich (Höchstens alle paar Wochen) einen Joint rauchte oder Amphetamin konsumierte. Anfang der 2000er war der Konsum allerdings wesentlich heftiger und beinhaltete auch Kokain, Heroin und Ecstasy. Dieser heftige Konsum endete allerdings 2002.

3. Ich entwickelte (Wohl auch wegen der Drogen) eine Psychose. 2004 wurde ich deshalb erstmals bei einem Psychiater vorstellig. Es folgte ein staionärer Aufenthalt und danach eine medizinisch-psychologische Rehabilititation. Dauerte ein Jahr. Danach ging ich wieder arbeiten, das ganze ging aber nicht lange gut (Die erste Diagnose, eine drogeninduzierte schizoaffektive Psychose wandelte sich von Jahr zu Jahr, von Arzt zu Arzt und wurde am Ende ganz verworfen. Momentan weise ich folglich keine Symptome für irgendeine psychische Erkrankung auf und nehme auch keine Medikamente ein)

Bis 2011 war ich immer wieder mal in Behandlung. 2008 machte ich auch eine Therapie wegen meines ab 2007 problematischen Alkoholkonsums. 2008 bis 2011 trank ich wenig (paar Bier am WE) 2011 fing ich dann wieder massiv das Trinken an und landete auf einer Entzugsstation.

Dann kam, wie erwähnt, der Führerscheinentzug 2012. Die Entzugsstation. Danach ein sechswöchiger, sogenannter qualifizierter Entzug, bei dem man auch stark auf meine Psyche schielte, da man dachte ich könnte psychotisch werden. Am Ende wurde ich entlassen und der Arzt war zu diesem Zeit der Ansicht, dass bei mir keine psychotische Erkrankung vorliegt.

Danach die Langzeittherapie + 3-4 Monate Soziotherapie. Während dieser Zeit hat man mir auch einen Betreuer aufgedrückt. War also mehr oder weniger entmündigt und am bisher tiefsten Punkt meines Lebens angekommen.

Anschließend führte ich ein geregeltes Leben. Ich ging arbeiten, holte mein Abitur (War zwar im Grunde sinnlos aber es war mir irgendwie ein Bedürfnis) auf dem zweiten Bildungsweg nach und schaffte es die Betreuung aufzuheben. 2015 begann ich dann ein Abstinenzprogramm beim TÜV. Wegen Alkohol. Die Führerscheinstelle wusste zu diesem Zeitpunkt von meiner Vergangenheit nichts, außer eben von den zwei Trunkenheitsfahrten. 2002 und 2012. Das stimmt allerdings nicht ganz, sie wusste auch das ich eine Therapie gemacht habe, was mir später zum Verhängnis wurde. Sie forderte also die Arztbriefe, die ich ihnen verweigerte.

Ursprünglich war eine MPU angesetzt. Kurz vor dem Termin der MPU teilte man mir mit, ich müsse nur eine verkehrmedizinische Untersuchung bei einem dafür zugelassenen Psychiater durchlaufen. Ich freute mich darüber und machte einen Termin bei dem Arzt. Dieser machte vorab die Arztbriefe zur Bedingung für das Gutachten. Ich ließ ihm also die Arztbriefe zukommen und wurde bei ihm vorstellig. Das Gutachten kostete summa summarum ca. 800€ und war positiv - sprich der Gutachter hatte keine Zweifel an meiner Fahrtüchtigkeit aber er stellte Bedingungen für die Wiedererteilung des Führerscheins.

Diese waren:

1. Alle zwei Monate bei einem Psychiater vorstellig werden, der der Führerscheinstelle bescheinigen sollte das meine psychische Verfassung unbedenklich ist.

2. Bei dieser Gelegenheit weitere Abstinenzkontrollen. Nach 5 Jahren sollte ich von den Auflagen befreit werden.

Ich akzeptierte die Auflagen und reichte das Gutachten bei der FS ein. Die Führerscheinstelle jedoch akzeptierte das Gutachten nicht, sondern interessierte sich nur für die neuen Erkenntnisse über mich. Drogen und psychische Probleme. Ich versuchte etwa ein Jahr die Sache durch einen Anwalt anzufechten. Ohne Erfolg.

Danach fügte ich mich und bin jetzt seit April 2018 wieder in einem Abstinenzprogramm. Diesmal nicht nur für Alkohol sondern zusätzlich in einem für Drogen. (Es wird ein erweitertes Screening gemacht)

Diesen April wird das Abstinezprogramm beendet sein und ich könnte zur MPU. Eine Sache an dem Gutachten akzeptierte die FS übrigens doch und zwar die Auflage mit dem Psychiater. Ich muss ein Jahr monatlich zu einem Psychiater der mir abschließend attestiert, dass bei mir keine Psychose vorliegt bzw. in naher Zukunft zu erwarten ist. Abstinenzprogramm und Arztbesuche verlaufen bisher sehr gut. Es sollte dahingehend keine Probleme geben.

Dennoch fühle ich mich etwas hilflos wenn ich an die MPU mit ihren Fallstricken denke. Ich habe zwar bereits eine MPU erfolgreich bestanden (2003) aber das ist lange her und damals stand nur Alkohol im Raum.


Ich mache außer den Abstinenzbelegen und Besuchen beim Psychiater keine weitere Vorbereitung auf die MPU. Selbsthilfegruppen habe ich in den vielen Therapien genug gesehen und mir persönlich helfen sie einfach nicht weiter. Ich wusste wo die Probleme bei mir lagen und ich bin sie angegangen. Erfolgreich bisher. Ich lebe seit 2013 abstinent, bin seit 4 Jahren in einer festen Beziehung. Ich führe ein bescheidenes aber geregeltes Leben.

Ich werde noch den Fragebogen ausfüllen und in den nächsten Tagen hier posten.

Geändert von Rumpel# (10.01.2019 um 15:44 Uhr) Grund: ...
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Alt 10.01.2019, 20:08
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samuel samuel ist offline
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Na das sollte doch ausreichen. Willkommen im Forum.
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