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  #1  
Alt 11.09.2018, 15:01
Maniak Maniak ist offline
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Standard §35,36 Therapie statt Strafe, MPU

Hi Leute!

Nach längerem googeln und viel lesen verschiedener Beiträge habe ich mich nun doch hier angemeldet, da ich nichts passendes für meinen Fall gefunden habe.

Ich wurde mit 1,5kg Amphetamin, 50g Gras, ein bisschen kokain und ein paar Ecstasy Tabletten erwischt. Ich war 5 Monate in U-Haft bis auf Kaution frei kam. Im Verfahren wurde ich zu 2 Jahren 4 Monaten verurteilt, da ich bereits 5 Monate in Haft war und die Reststrafe unter 2 Jahren ist, habe ich nun die Rückstellung der Strafe nach §35,36 beantragt und genehmigt bekommen.

Da die richterlich angeornete Haaranalyse auf kokain, MDMA und Amphetamin positiv war ging natürlich auch eine Meldung an die Führerscheinstelle raus welche mir jetzt den Führerschein entzogen hat.

Ich würde nicht beim fahren erwischt aber das spielt bei harten Drogen ja keine Rolle.

Wie ich aus verschiedenen Beiträgen nun erfahren habe ist es eigentlich so, dass der benötigte 12 Monatige Abstinenznachweis erst gültig ist nach Abschluss der entwöhnungstherapie.

Meine konkreten Fragen sind nun:

Welche Unterlagen bekommt der Gutachter von der Führerscheinstelle? Das Urteil komplett mit Begründung oder nur das „Ergebnis“?
Weiß der Gutachter Bescheid, dass ich Therapie statt Strafe mache oder weis er das nicht?

Danke für eure Hilfe und falls es doch einen Thread hier gibt in dem das schon besprochen wurde bitte ich um den link und sag im Voraus sorry :-)

Beste Grüße

Geändert von Maniak (11.09.2018 um 15:22 Uhr)
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  #2  
Alt 11.09.2018, 19:02
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Alana Alana ist offline
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Zitat:
Zitat von Maniak Beitrag anzeigen
Wie ich aus verschiedenen Beiträgen nun erfahren habe ist es eigentlich so, dass der benötigte 12 Monatige Abstinenznachweis erst gültig ist nach Abschluss der entwöhnungstherapie.
Das ist nicht ganz richtig. Du kannst bereits während der Entwöhnungstherapie mit den Nachweisen beginnen. Insgesamt wirst Du ganz sicher 12 Monate brauchen, wovon mindestens 6 nach Abschluss der Therapie liegen müssen. Achtung: die Kontrollen während der Therapie werden nicht anerkannt, da sie nicht den CTU-Kriterien entsprechen. Du mußt also ein externes Abstinenzprogramm abschließen. Einzelheiten: http://mpu-forum.mpu-idiotentest.com...ad.php?t=24570

Zitat:
Welche Unterlagen bekommt der Gutachter von der Führerscheinstelle? Das Urteil komplett mit Begründung oder nur das „Ergebnis“?
Weiß der Gutachter Bescheid, dass ich Therapie statt Strafe mache oder weis er das nicht?
Du wirst die Therapie nicht verschweigen können. Zumindest der FSST ist sie bekannt, sie wird die Fragestellung entsprechend formulieren und das Gutachten daraufhin kontrollieren.
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Alana
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  #3  
Alt 11.09.2018, 19:40
Maniak Maniak ist offline
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Zitat:
Zitat von Alana Beitrag anzeigen
Das ist nicht ganz richtig. Du kannst bereits während der Entwöhnungstherapie mit den Nachweisen beginnen. Insgesamt wirst Du ganz sicher 12 Monate brauchen, wovon mindestens 6 nach Abschluss der Therapie liegen müssen. Achtung: die Kontrollen während der Therapie werden nicht anerkannt, da sie nicht den CTU-Kriterien entsprechen. Du mußt also ein externes Abstinenzprogramm abschließen. Einzelheiten: http://mpu-forum.mpu-idiotentest.com...ad.php?t=24570
Hi, danke für deine schnelle Antwort. Wie kommst du darauf das in diesem Fall 6 Monate nach Entwöhnungstherapie reichen?
Ich habe auch beim schon Anonym beim tüv angerufen und die haben auch gesagt es müssen 12 nach Therapie Ende sein. Auch der vorbereitungspsychologe, der selbst mal Mpu Prüfer war sagt es sind 12 Monate?
Seine Begründung war, dass man auf der stationären Therapie ja in einer „käseglocke“ lebt und man sich in der wahren Welt noch nicht bewiesen hat.
Ich meine 6 wären natürlich besser... oder ist das von Mpu stelle zu Mpu stelle unterschiedlich? :-)

Geändert von Maniak (11.09.2018 um 19:54 Uhr)
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  #4  
Alt 11.09.2018, 19:56
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Alana Alana ist offline
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Welche Therapieform wirst Du denn machen?
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Alana
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  #5  
Alt 11.09.2018, 21:08
Maniak Maniak ist offline
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Zitat:
Zitat von Alana Beitrag anzeigen
Welche Therapieform wirst Du denn machen?
Die Therapie ist eine stationäre Langzeitentwöhnungstherapie. Dauer ist 6 Monate. Die eindeutig bessere Alternative als nochmal bis 2/3 in den Knast zu gehen :-)
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  #6  
Alt 11.09.2018, 23:11
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Alana Alana ist offline
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Das mit der besseren Alternative glaube ich Dir sofort!

Ich habe mir jetzt noch einmal die einschlägigen Paragraphen (35,36 BtMG, 64 StGB) und die entsprechenden Passagen der Beurteilungskriterien angesehen. Du hast bisher keine nachweisbare Abstinenz und machst zunächst eine stationäre Entwöhnungstherapie. Da sehen die BUK in der Tat vor, daß die Abstinenz zum Zeitpunkt der MPU bereits ein Jahr nach Beendigung der Entwöhnungsbehandlung bestehen muß. Die von mir oben erwähnte günstigere Regelung gilt also in diesem Fall leider nicht.

Die Zurückstellung der Sfrafvollstreckung nach § 35 hat noch zwei weitere Konsequenzen für Dich:
- Deine Drogenabhängigkeit steht fest, ist aktenkundig und bleibt auch zukünftig festgestellt. Du hast also auch bei der MPU keine Chance, anders als in die Hypothese D1 einsortiert zu werden.

- Von Dir wird deshalb auch ein dauerhafter Verzicht auf Alkohol erwartet. Bei der MPU wird dafür zunächst kein Nachweis verlangt, nur ein Glaubhaftmachen. Sollte es allerdings auch nur die geringsten Hinweise auf Alkoholmißbrauch oder Suchtverlagerung geben, wird der Gutachter auch Nachweise sehen wollen.
__________________
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Alana
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  #7  
Alt 12.09.2018, 02:27
Maniak Maniak ist offline
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Zitat:
Zitat von Alana Beitrag anzeigen
Das mit der besseren Alternative glaube ich Dir sofort!

Ich habe mir jetzt noch einmal die einschlägigen Paragraphen (35,36 BtMG, 64 StGB) und die entsprechenden Passagen der Beurteilungskriterien angesehen. Du hast bisher keine nachweisbare Abstinenz und machst zunächst eine stationäre Entwöhnungstherapie. Da sehen die BUK in der Tat vor, daß die Abstinenz zum Zeitpunkt der MPU bereits ein Jahr nach Beendigung der Entwöhnungsbehandlung bestehen muß. Die von mir oben erwähnte günstigere Regelung gilt also in diesem Fall leider nicht.

Die Zurückstellung der Sfrafvollstreckung nach § 35 hat noch zwei weitere Konsequenzen für Dich:
- Deine Drogenabhängigkeit steht fest, ist aktenkundig und bleibt auch zukünftig festgestellt. Du hast also auch bei der MPU keine Chance, anders als in die Hypothese D1 einsortiert zu werden.

- Von Dir wird deshalb auch ein dauerhafter Verzicht auf Alkohol erwartet. Bei der MPU wird dafür zunächst kein Nachweis verlangt, nur ein Glaubhaftmachen. Sollte es allerdings auch nur die geringsten Hinweise auf Alkoholmißbrauch oder Suchtverlagerung geben, wird der Gutachter auch Nachweise sehen wollen.
Danke für deine Hilfe, Hypothese D1 ist Abhängigkeit richtig?
Da die Therapie erst in ein paar Wochen beginnt könnte ich theoretisch mit meiner aktuellen Haarlänge von 3,5-4 cm noch 3,5-4 Monate Abstinenz nachweisen bevor ich die Therapie beginne. Habe das letzte mal am Tag vor meiner Verhaftung Konsumiert also vor ca 9 Monaten...

Falls das dann einen Unterschied macht kann ich das locker noch vorher machen... oder ist das rausgeworfenes Geld?

Selbst wenn Alkoholabstinenz gefordert wird ist das absolut kein Problem da mir Alkohl sowieso nicht schmeckt und die Tage an denen ich mal ein Radler trinke kann man leicht an einer Hand abzählen. Folglich ist es auch null Problem auf das Radler komplett zu verzichten.
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  #8  
Alt 21.09.2018, 22:03
Maniak Maniak ist offline
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Habe folgendes Schreiben des TÜV Süd zum Thema Abstinenzdauder gefunden:

https://www.tuev-sued.de/uploads/ima..._drogen_v1.pdf

Laut dem Schreiben langt eine 6 monatige Abstinenz nach der Entwöhnungstherapie, wenn ich bereits vor Therapieantritt nachweislich clean war und die Zeit schon zur „Stabilisierung“ beigetragen hat.
Ich kann durch meine Haare jetzt 4,5 Monate Abstinenz vor Therapiebeginn nachweisen.
Die Frage ist, was wertet der TÜV als „Stabilisierung“
Ich war seit Mitte Juni 5 mal bei der Drogenberatung der Caritas und werde noch einmal vor Therapiebegin dort sein.
Die Frau bestätigt mir diese Termine auch hat Sie gesagt.
Wären also insgesamt 6 Beratungsgespräche.

Auch kann ich 2 Termine beim Verkehrspsychologen (vor Therapiebeginn) nachweisen

Was meint ihr, wird das als stabilisierung gewertet oder nicht?

Beste Grüße
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  #9  
Alt 21.09.2018, 22:25
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Alana Alana ist offline
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Das ist die Zusammenfassung der Details aus den BUK, die ich Dir auch schon geschrieben habe.

In meinem letzten #6 ging ich davon aus, daß Du bisher keine Abstinenz vor der Entwöhnungstherapie nachweisen kannst. Wenn Du das aber kannst, verhält sich das anders (wie auch in dem TÜV-Schreiben erwähnt): nachgewiesene Abstinenz bereits vor Therapie, insgesamt über nennenswert mehr als ein Jahr (also 14-15 Monate), wovon mindestens 6 Monate nach Therapieende liegen müssen.

„Stabilisierung“ ist eigentlich klar: die Abstinenz muß durchgehend und glaubwürdig sein. Geht es dem Therapiebericht ein Rückfall hervor (aber dann hast Du vermutlich ganz andere Probleme als die mit der MPU), dann wird die Zeit vor der Therapie nicht mehr gewertet.

Die Beratungstermine sind immer gut. Selbst, wenn sie Gerichtsauflage sein sollten.
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  #10  
Alt 21.09.2018, 23:09
Maniak Maniak ist offline
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Zitat:
Zitat von Alana Beitrag anzeigen
Das ist die Zusammenfassung der Details aus den BUK, die ich Dir auch schon geschrieben habe.

In meinem letzten #6 ging ich davon aus, daß Du bisher keine Abstinenz vor der Entwöhnungstherapie nachweisen kannst. Wenn Du das aber kannst, verhält sich das anders (wie auch in dem TÜV-Schreiben erwähnt): nachgewiesene Abstinenz bereits vor Therapie, insgesamt über nennenswert mehr als ein Jahr (also 14-15 Monate), wovon mindestens 6 Monate nach Therapieende liegen müssen.

„Stabilisierung“ ist eigentlich klar: die Abstinenz muß durchgehend und glaubwürdig sein. Geht es dem Therapiebericht ein Rückfall hervor (aber dann hast Du vermutlich ganz andere Probleme als die mit der MPU), dann wird die Zeit vor der Therapie nicht mehr gewertet.

Die Beratungstermine sind immer gut. Selbst, wenn sie Gerichtsauflage sein sollten.
Ja noch kann ich sie ja nicht vorweisen aber hab ja die Haare auf em Kopf :-) und da ich seit Anfang Januar nichts genommen habe sind die sicher auch clean.

Wie auch immer, dann ist ja alles halb so wild und ich bin beruhigt.
Danke dir auf jeden Fall nochmal für die Hilfe!
Man steht echt ohne Plan da wenn der Mist kommt und ist um jede Hilfe dankbar!
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