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  #1  
Alt 11.05.2019, 11:13
Nosebone80 Nosebone80 ist offline
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Registriert seit: 10.05.2019
Beiträge: 2
Standard Fragen zu Abstinenznachweis und generelles Vorgehen

Was ist passiert?
Am 26.04. habe ich mich Abends in Mannheim mit Freunden getroffen. Vorher hatte ich zu Hause noch zwei kleine (?!) Joints geraucht und da ich etwas außerhalb wohne, bin ich mit dem Fahrrad in die Stadt (Feuerwache) gefahren. Nach ca. 4 Bier hat sich die Runde aufgelöst und ich bin noch zu einer Döberbude gefahren, da ich Hunger hatte. Bereits gut angedudelt bin ich dort mit zwei Jungs in's Gespräch gekommen und hatte mich breit schlagen lassen, Richtung Lupininstrasse noch in ein "Bar" zu gehen - wer das Viertel kennt, weiss, dass dort vieles geht und man in einem solchen Zustand wie ich es bereits war, besser dort nicht hingeht (v.a. wenn man einen recht labilen Charakter besitzt wie ich einen habe). Naja....es kam dann wie es kommen musste: Irgendwann bekam ich Speed (ich glaube zumindest, dass es Speed war) angeboten...entweder von den Jungs oder von einem weiteren Typen dort...ich bekomme es leider nicht mehr zusammen.
Naja....auf jeden Fall hat sich dann dann irgendwann die Runde aufgelöst und ich bin heim geradelt. Daheim habe ich dann mit entsetzen festgestellt, dass ich mein Handy und Geldbeutel dort in dem Schuppen vergessen hatte (komplett mit Kreditkarten und allem drum und dran).
Dann kam der grösste Fehler in meinem Leben: In einer Kurzschlussreaktion habe ich mich einfach in's Auto gesetzt. Das Speed oder was auch immer hatte mir wohl das Gefühl gegeben, dass ich eig. gar nicht so besoffen sei.
Auf jeden Fall dachte ich wirklich, ich könne noch fahren.
Also RIchtung dieser "Bar" gefahren, Auto abgestellt, Geldbeutel und Handy geholt (hat die gute Dame für mich liebenswerter Weise weggelegt) und wieder in's Auto gestiegen. Diesmal ging die Fahrt aber nur 500m bis hinter mir das Blaulicht anging.
Naja...mir fiel es dann wie Schuppen von den Augen und habe gar nicht erst verneint, ob ich Alkohol getrunken hatte. Ich geh mal davon aus, dass es in meinem Auto ohnehin wie in einer Kneipe gerochen haben muss. Das Blasen ergab dann ~1,5 Promille. Auf der Woche - keine Ahnung wieso ich das gemacht hatte - habe ich ich den Pisstest nicht verweigert, welcher dann logischerweise knalle rot war. Daraufhin Blutabnahme und das ganze Programm.

Da ich keinen Führerschein dabei hatte, haben mich die Polizisten noch heimgefahren und diesen direkt eingezogen. Einen letzten Joint habe ich dann noch in dieser Nacht geraucht, seit dem nichts mehr.

Drogenbefund
Amphetamin (Menge im Blut weiss ich noch nicht; einmalige Geschichte)
THC (Menge im Blut weiss ich noch nicht; 1 Woche vor Kontrolle regelmäßig, davor 4 Wochen Pause)
Alkohol (kein täglich Alkohol, meist nur am Wochenende; am betreffenden Tag beim blasen ca. 1,5 Promille; genauer Wert steht noch aus)

Welche Angaben wurden gegenüber den Behörden gemacht?
Konsum zugegeben? Urinschnelltest. Sonst Aussage verweigert.
Besitz zugegeben? Nein.
Wurde BTM gefunden, wie viel? Nein. Nichts (mehr) dabei gehabt.

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert --> vom 26.04. auf den 27.04.
Polizei hat sich mit den Blutwerten gemeldet --> nein, bisher nichts von der Polizei gehört
Verfahren gegen Bußgeld eingestellt --> ich denke nicht möglich!


Führerschein
Hab ich noch
Hab ich abgegeben (x)
Hab ich neu beantragt

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut --> nein
Sonstige Verstöße oder Straftaten? --> musste 2002 bereits den FS wegen Trunkenheit abgeben. Damals 1,59 Promille, daher keine MPU notwendig gewesen

Konsum
Ich konsumiere noch --> nein
letzter Konsum --> 27.04. früh morgens

Abstinenznachweis
Hier meine erste Frage: Aufgrund vom Konsum harter Drogen, gehe ich von 12 Monaten Abstinenznachweis aus. Die Teststreifen bezgl. THC mit einem Nachweisgenauigkeit von 25ng/ml sind aber aktuell noch positiv; d.h. ich werde noch etwas warten müssen. Ist aufgrund des dreifachen Mischkonsums davon auszugehen, dass ich auch einen Abstinenznachweis für Alkohol erbringen muss? Oder "reicht" für Drogen? Wer entscheidet das und wann?

Aufarbeitung
Drogenberatung
Selbsthilfegruppe (SHG)
Psychologe
Ambulante/stationäre Therapie
Keine Ahnung (x)

Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um zu beweisen, dass ich zukünftig keine Drogen mehr konsumieren werde und meinen Alkoholkonsum dahin bringen werde, dass solche Ausfallerscheinungen (--> Kontrollverlust) nicht mehr auftreten werden.
Ich habe mir bereits zwei Bücher beschafft (einmal ein MPU-Was-erwartet-mich-Buch sowie die "Suchtfibel").
Da wenn ich kiffe, leider auch der Sport bei mir etwas drunter leidet, habe ich mir als Langzeitziel die Teilnahme am Halbmarathon nächstes Jahr in Mannheim ganz ganz fest vorgenommen.
Ich bin auch absolut motiviert, in Gesprächen mit Psychologen zu erfahren, wieso ich so konsumiere wie ich konsumiere und was ich aktiv dagegen tun kann.

MPU
Noch kein Bescheid darüber.

Altlasten
Sind wir etwa Rückfalltäter? --> 2002 wegen Alkohol (s.o.). Aufgrund der 15jährigen Löschfrist sollte dies aber keine Rolle spielen (Einsicht in die Akte und ggf. Beantragung der Löschung wird selbstverständlich vor der MPU beantragt).


Noch bisschen was generelles: Einen RA für Verkehrsrecht habe ich mir direkt zwei Tage danach genommen. Da aber bisher noch kein Schreiben bzw. Vorladung von der Polizei und/oder Staatsanwaltschaft kam, war dieser bisher entsprechend nicht aktiv.
Da ich meinen FS so schnell wie möglich wieder zurück haben möchte, wäre wie gesagt der erste logische Schritt für mich, das starten des Abstinenznachweises. Und hier wie gesagt die Frage, ob Alkohol ja oder nein?!
Und würde es etwas bringen, durch einen Haartest zu beweisen, dass das mit den Amphetamine bei mir kein Dauerkonsum ist (zumindest für die letzten 6 bis 7 Monate - entsprechend lang sind meine Haare).

Für eure Hilfe schon mal tausend Dank und viele Grüsse!
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  #2  
Alt 11.05.2019, 13:23
Benutzerbild von Alana
Alana Alana ist offline
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Registriert seit: 06.08.2011
Beiträge: 12.249
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Willkommen hier im Forum!

Da noch keine Werte vorliegen, wirst Du die erst einmal abwarten müssen. Klingt aber so als wenn sowohl harte/weiche Drogen und Alkohol nachgewiesen würden. Ich befürchte, auch der Alkoholwert könnte über 1,6‰ liegen.

Insgesamt wirst Du eine 12monatige Abstinenz für Drogen und Alkohol nachweisen müssen. Alles Interessante dazu findest Du hier:

http://mpu-forum.mpu-idiotentest.com...ad.php?t=24570

Zitat:
und meinen Alkoholkonsum dahin bringen werde, dass solche Ausfallerscheinungen (--> Kontrollverlust) nicht mehr auftreten werden.
Das wird nicht reichen. Angesichts der zu erwartenden Werte und wegen des vorliegenden Mischkonsums wird von Dir eine Abstinenz auch vom Alkohol erwartet werden.

Zitat:
Und würde es etwas bringen, durch einen Haartest zu beweisen, dass das mit den Amphetamine bei mir kein Dauerkonsum ist (zumindest für die letzten 6 bis 7 Monate - entsprechend lang sind meine Haare).
Nein. Bereits einmaliger Konsum harter Drogen spricht gegen die Fahreignung.
__________________
Liebe Grüße
Alana

Geändert von Alana (11.05.2019 um 13:34 Uhr)
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  #3  
Alt 11.05.2019, 13:32
falo999 falo999 ist offline
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Beiträge: 1.283
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Ich sehe das genauso wie Alana durch den dreifachen Mischkonsum wirst du 12 Monate AN auf Drogen und ALK erbringen müssen.

Die Sache mit den Anwalt würde ich mir gut überlegen ist in meinen augen rausgeschmissenes Geld.

Du wirst ab der Tat eh 2 Monate brauchen bis du sauber bist, dann noch 12 Monate AN, sprich in 14 Monaten kannst du zur MPU und in 15 Monaten wäre eine Neuerteilung frühestens möglich.
Es ist sehr unwahrscheinlich das du als Ersttäter mehr als 15 Monaten Sperrfrist ab dem Tattag bekommst.

Also was würde dir der Anwalt bringen ?
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  #4  
Alt 15.05.2019, 14:44
btm-mpu btm-mpu ist offline
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Registriert seit: 02.08.2018
Beiträge: 28
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Ich stimme meinen beiden Vorrednern absolut zu, auch ich würde das Geld nicht in einen Anwalt investieren, die Sachlage ist klar.

Ich sehe recht viel Potenzial in der Aufarbeitung, man kann in deinem Fall (ohne das ich deine komplette Geschichte kenne ) schon recht gut argumentieren, zumindest beim Amphetamin. Deine Alkohol Aufarbeitung muss top notch sein, 2002 bist du ja Haarscharf an einer MPU vorbei, das wird sicherlich auch ein Thema sein.

Definitiv kein Grund um den Kopf hängen zu lassen, das wirst du schon packen, das Forum hier ist der beste Platz um sich adäquat vorzubereiten.
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  #5  
Alt 15.05.2019, 15:41
kapomick kapomick ist gerade online
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Beiträge: 6.082
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Zitat:
Zitat von btm-mpu Beitrag anzeigen
2002 bist du ja Haarscharf an einer MPU vorbei, das wird sicherlich auch ein Thema sein.
Die TF muss getilgt sein und darf demnach auch nicht mehr Thema werden. Aber es gibt ja genug anderes Potential. Und letztlich muss es nosebone für sich selbst klar sein, dass da offensichtlich eine gewisse Problematik mit psychoverändernden Stoffen da ist und das wohl schon seit geraumer Zeit...
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  #6  
Alt 15.05.2019, 18:00
Nosebone80 Nosebone80 ist offline
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Registriert seit: 10.05.2019
Beiträge: 2
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Hallo,

erstmal vielen vielen Dank für eure Antworten. Das bedeutet mir wirklich viel, dass ihr euch meinen Themen annehmt.
Ich war die Tage aber beruflich etwas ein- und angespannt und komme nun erst jetzt dazu, euch zu antworten.

Zum Thema RA: Ich bin mittlerweile eurer Meinung. Zum einen, da die Faktenlage ohnehin eindeutig ist bzw. sein wird. Und zum anderen wollte sich die gute Dame "umgehend" bei mir melden. "Umgehend" bedeutet in diesem Fall, dass ich seit 1,5 Wochen kein Lebenszeichen von ihr gehört habe, was für mich keine Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeitet bedeutet und mir signalisiert, dass mein Fall für sie nicht so ernst zu nehmen ist.
Von daher...geschenkt.

Einsicht in meine Führerscheinakte habe ich bei uns auf dem Bürgerbüro bereits beantragt bzw. mich dort gemeldet. Auf einen Rückruf bezgl. Termin warte ich aber auch hier noch vergebens.
Meine Trunkenheitsfahrt 2002 sollte aber nach Adam Riese nicht Thematik meiner bevorstehenden MPU werden.

Mittlerweile geht es mir ein klein wenig besser, trotzdem fühle ich mich noch ziemlich schlecht, fast schon wertlos.
Schlecht, weil mir absolut bewusst ist, was ich für ein riesengrossen Schei** ich da wieder gebaut habe (v.a. zum 2x massiv Unbeteiligte gefährdet habe) und ich mir nahe stehende Menschen erneut tief tief enttäuscht habe.
Mit dem Entzug des FS kann und muss ich leben und werde dafür auch gerade stehen, aber ganz speziell dieses Gefühl gibt mir phasenweise echt den Rest. Das ganze lässt mich nach knapp 3 Wochen immer noch schlecht schlafen und ich wache mehrmals die Nacht schweißgebadet auf. Hab da wohl anscheinend so einiges zu verarbeiten...! Aber genug gejammert jetzt.

So...jetzt hätte ich aber doch noch konkrete Fragen an euch!
  • Angenommen (!!) ich hatte <1,6 Promille. Könnte es dann sein, dass ich kein Abstinenznachweis ETG erbringen muss? Oder wer entscheidet das, das ich trotz <1,6 Promille diesen benötige? Die FSS?
  • Wie sehen meine weitere Schritte aus? Ich warte jetzt den Brief vom Gericht mit den konkreten Werten ab...abhängig dann von der Sperrfrist starte ich dann mit dem Abstinenznachweis?
  • Ich will mit aller Macht beweisen, dass dies nie nie wieder vorkommt und ich daraus gelernt habe. Dazu werde ich einen Vorbereitungskurs bei einem Verkehrspsychologen machen (auch wenn das einige von euch sicherlich kritisch/anders sehen werden). Wann ist der "beste" Zeitpunkt" damit zu starten?

Ich mache mir wirklich viele Gedanken. Auch wie das dann wohl mit der MPU werden wird. Die "80" in meinem Nickname steht für mein Geburtsjahr. Ich habe Angst, dass der/die Psychologe(in) bei der MPU mir attestieren wird, dass ich so lange bereits diesen Lebensstil fröne und deshalb keine Änderung/Besserung zu erwarten sei.
Ich will aber wirklich...auch weil ich die letzten Jahre schon paar mal die Gedanken hatte, speziell das kiffen sein zu lassen. Einfach weil es mich nie wirklich weiter gebracht hat. Im Gegenteil...wenn ich es nüchtern betrachte (und das mache ich jetzt ja )hat es mich nur Lebenszeit gekostet. Keine schöne Erkenntnis.
Das mit dem Speed war tatsächlich eine "einmalige" Sache (das letzte mal war irgendwann im Studium und da auch höchstens 2x oder 3x)...tut aber natürlich auch nichts mehr zu Sache.
Und zum trinken habe ich anscheinend auch ein gespaltenes Verhältnis...tage- bzw. wochenlang nichts...dann aber - wenn es soweit ist - getreu dem Motto "ganz oder gar nicht".

Genug geschrieben jetzt...den Teil werden wir hoffentlich hier noch besprechen können. Jetzt erstmal eins nach dem anderen!

Viele Grüsse an alle und nochmals ein fettes Danke für euren Support!

Geändert von Nosebone80 (15.05.2019 um 18:13 Uhr)
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