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  #11  
Alt 10.02.2019, 15:42
Benutzerbild von samuel
samuel samuel ist offline
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Die Sache mit dem "alleine machen" rate ich meinen Leuten anders.

Auch wenn ein großer Abstand zwischen den Besuchen in der SHG ist, so schärft es doch das Problembewusstsein.

Gerade wenn man als Rückfallgrund:

Was war der Auslöser für Ihr erneutes Fehlverhalten?
Psychische Probleme. Leichtsinn. Verfahrene Lebenssituation


angibt. Woher willst Du wissen, was was ist, wenn Du alles alleine machst?

Klar hast Du Familie und Kollegen usw., trotzdem ist ein weiterer Baustein in der Sicherungsmauer kein Nachteil.

-------------------------------------

Fragebögen:

Anfangs Cannabis und nur gelegentlich ( 1 mal pro Woche.) Am Tag nach meinem ersten Joint, zweiter Mai, hatte ich einen schweren Arbeitsunfall. Ich empfand die Folgen als entstellend.

Gehe ich recht in der Annahme, dass Dein Leben einigermaßen korrekt abgelaufen ist (Familie, Schule, Clique, ?) bis zum Tag des Unfalls, der Dich komplett aus der Bahn katapultiert hat?

um die an mir nagenden Zweifel nicht mehr zu spüren, nicht mehr über die mich belastenden Probleme oder Lebenssituationen nachdenken zu müssen.

oder waren

Die psychischen Probleme wiederum wurzelten in mangelndem Selbstwertgefühl, Unsicherheit, Ziellosigkeit

schon vorher vorhanden und wurden durch die Entstellung nur zur Eskalation gebracht?

-----------------------------------

Die Änderungen basieren hauptsächlich darauf:

Weil ich die destruktive Macht kennengelernt habe, die Alkohol in meinem Leben entfaltet. Weil ich weiss, dass ich kontrolliert nicht trinken kann - der Alkohol stattdessen mein Leben, meinen Tagesablauf bestimmt.

Die Bösartigkeit von Rauschmitteln ist allgemein bekannt.
Grund für Deine Abstinenz ist :

Ich habe Selbstwertgefühl entwickelt, ich habe gelernt Probleme nicht zu ignorieren oder zu verdrängen, sonder zu hinterfragen und zu lösen.

Das ist eine Behauptung, welche in einem halbstündigen Vortrag erklärt werden sollte.
Wie machst Du das?
Wer hilft Dir dabei?
Was hast Du davon?
Was sagt Dein Umfeld dazu?
Welche Gefühle löst die Umfeldreaktion bei Dir aus?

Verstehst Du das Problem, nur weil das Böse Böse ist und Du das jetzt nicht mehr tust, bedeutet das nicht automatisch, dass das, was Du jetzt tust auch gut ist. Tue Gutes und berichte darüber, wie Alana angeregt hat, mit Beispielen:

" Wie löse ich welche Probleme, wie suche ich mir neue Bekannte, was passiert, wenn die Welt über meinem Kopf zusammenstürzen will?"

--------------------------

Vermeide alle Verallgemeinerungen.
Streiche das Wort "man" aus Deinem Wortschatz!
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  #12  
Alt 10.02.2019, 16:41
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Alana Alana ist offline
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Zitat:
Zitat von samuel Beitrag anzeigen
Die Sache mit dem "alleine machen" rate ich meinen Leuten anders
Kann ich nachvollziehen. Dann aber sollte nicht nach jahrelanger Abwesenheit zwei Monate vor der MPU nur ein Blitzbesuch bei der SHG erfolgt sein. Dann eher: nie aus dem Auge verloren, auch wenn die Besuche seltener wurden, immer als Anlaufstelle im Blick gehabt.
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Liebe Grüße
Alana
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  #13  
Alt 11.02.2019, 10:45
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samuel samuel ist offline
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Gute Argumentation, selbst wenn es keinen Schein von der SHG gibt.
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  #14  
Alt 16.05.2019, 12:10
Rumpel# Rumpel# ist offline
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Hallo Samuel&Alana,

ich habe mich jetzt länger nicht mehr zu meinem thread gemeldet, weil ich seit Februar nichts konkretes von der Führerscheinstelle gehört habe. Ich wusste nicht ob es überhaupt zu einer MPU kommt, weil die FFS in Erwägung zog, ihre Anforderungen an mich neu zu überdenken. Jetzt aber sollte es bald ein konkretes Schreiben geben und danach kann ich mir eine MPU Stelle aussuchen (Zumindest laut Aussage am Telefon).

Meinen Abschlussbericht vom Psychiater habe ich. Ich nehme die Termine auch weiterhin wahr. Die Abstinenzbelege habe ich auch alle. Ich habe mich sogar leider bereits erneut zum Abstinenzprogramm angemeldet, da bald 2 Monate vergangen sein werden und ich im Zweifel wieder ganz von vorne beginnen müsste. Das ist aber jetzt nebensächlich...


Zitat:
Zitat von samuel Beitrag anzeigen
Die Sache mit dem "alleine machen" rate ich meinen Leuten anders.

Auch wenn ein großer Abstand zwischen den Besuchen in der SHG ist, so schärft es doch das Problembewusstsein.

Gerade wenn man als Rückfallgrund:

Was war der Auslöser für Ihr erneutes Fehlverhalten?
Psychische Probleme. Leichtsinn. Verfahrene Lebenssituation


angibt. Woher willst Du wissen, was was ist, wenn Du alles alleine machst?

Klar hast Du Familie und Kollegen usw., trotzdem ist ein weiterer Baustein in der Sicherungsmauer kein Nachteil.

Die Ereignisse die zu dem oder den Rückfällen führten wurden auch in den Gruppen behandelt. Ich habe also auch durch die Gruppen etwas über mich gelernt. Der Prozess allerdings, in dem mir klar wurde was mich dazu trieb mich immer und immer wieder abzuschießen, dieser Prozess fand im wesentlichen in mir selbst statt. Ich würde aber, sollte sich mein Zustand verschlechtern (ich wieder Suchtdruck verspüren usw.) auch wieder eine Gruppe aufsuchen. Wie ich heute erfahren habe, werde ich auch bei bestandener MPU, Auflagen bekommen, wie regelmäßige Arztbesuche (Vermutlich verbunden mit Screenings).
Ich denke das ist auch eine gute Absicherung, eine Möglichkeit ein Abdriften frühzeitig zu erkennen.
Zitat:
Zitat von samuel Beitrag anzeigen
Fragebögen:

Anfangs Cannabis und nur gelegentlich ( 1 mal pro Woche.) Am Tag nach meinem ersten Joint, zweiter Mai, hatte ich einen schweren Arbeitsunfall. Ich empfand die Folgen als entstellend.
Gehe ich recht in der Annahme, dass Dein Leben einigermaßen korrekt abgelaufen ist (Familie, Schule, Clique, ?) bis zum Tag des Unfalls, der Dich komplett aus der Bahn katapultiert hat?

um die an mir nagenden Zweifel nicht mehr zu spüren, nicht mehr über die mich belastenden Probleme oder Lebenssituationen nachdenken zu müssen.

oder waren

Die psychischen Probleme wiederum wurzelten in mangelndem Selbstwertgefühl, Unsicherheit, Ziellosigkeit

schon vorher vorhanden und wurden durch die Entstellung nur zur Eskalation gebracht?
Sowohl als auch. Großes Selbstwertgefühl hatte ich auch vor dem Unfall keines. Ich war auch vor dem Unfall schon dem Alkohol zugetan um Unsicherheiten zu ertränken. Allerdings nur am Wochenende, wenn ich auf Parties etc. war. Sicher war auch das schon bedenklich aber ich war 18 und von daher war das womöglich nur das ganz "normale" Gefühlschaos Heranwachsender.

Nach dem Unfall war jedoch alles schlagartig wesentlich schwieriger. Ich beendete von heute auf morgen alle bis dato existierenden Freundschaften und igelte mich ein. Vertrauen fasste ich dann kurze zeit später zu ein paar neuen Bekannten, die mich dann eben in die Welt der Drogen einführten. Das wiederum machte alles noch schlimmer und endete für mich schließlich in einer Psychose und Klinikaufenthalten.

Um die Frage halbwegs klar zu beantwoirten: Ich gehe davon aus, dass ich ohne den Arbeitsunfall kaum Drogen konsumiert hätte in meinem leben. Vielleicht gar keine. Jedenfalls nicht zum damaligen Zeitpunkt. Sicher kann man das natürlich rückblickend nicht sagen, aber da für mich der Hauptantrieb für den exzessiven Alkohol,- (Exzessiv wurde der Alkoholkonsum erst nach dem Unfall) und Drogenkonsum eben war, dass ich mich betäuben wollte um nicht mehr über meine als unwürdig und elend empfundene Existenz nachdenken zu müssen, ist es doch sehr wahrscheinlich.
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  #15  
Alt 16.05.2019, 12:10
Rumpel# Rumpel# ist offline
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Zitat:
Zitat von samuel Beitrag anzeigen
Die Änderungen basieren hauptsächlich darauf:

Weil ich die destruktive Macht kennengelernt habe, die Alkohol in meinem Leben entfaltet. Weil ich weiss, dass ich kontrolliert nicht trinken kann - der Alkohol stattdessen mein Leben, meinen Tagesablauf bestimmt.

Die Bösartigkeit von Rauschmitteln ist allgemein bekannt.
Grund für Deine Abstinenz ist :

Ich habe Selbstwertgefühl entwickelt, ich habe gelernt Probleme nicht zu ignorieren oder zu verdrängen, sonder zu hinterfragen und zu lösen.

Das ist eine Behauptung, welche in einem halbstündigen Vortrag erklärt werden sollte.
Wie machst Du das?
Wer hilft Dir dabei?
Was hast Du davon?
Was sagt Dein Umfeld dazu?
Welche Gefühle löst die Umfeldreaktion bei Dir aus?

Verstehst Du das Problem, nur weil das Böse Böse ist und Du das jetzt nicht mehr tust, bedeutet das nicht automatisch, dass das, was Du jetzt tust auch gut ist. Tue Gutes und berichte darüber, wie Alana angeregt hat, mit Beispielen:
Ok. Ich werde versuchen konkreter zu werden. Die erwähnten Minderwertigkeitsgefühle versuchte ich nicht nur mit Rauschmitteln zu betäuben, ich versuchte sie auch auf anderem Wege zu bekämpfen. Ich entwickelte beispielsweise die Idee als Ausgleich zu den vorhandenen und damals für mich alles überschattenden Mängeln, ebenso mächtige Eigenschaften zu entwickeln um mich vor den Augen anderer wieder aufzuwerten. So fing ich an täglich Kraftsport zu betreiben, ich versuchte mich zu bilden, ich wollte das es keinen wichtigen Themenbereich gibt, in dem ich mich nicht gut bis sehr gut auskenne.
Ich wollte also körperlich und geistig den meisten anderen überlegen sein, um die Minderwertigkeitskomplexe in den Griff zu bekommen. An sich vielleicht keine schlechte Idee sich körperlich und geistig in Form zu bringen - fatal daran war aber , dass ich das alles nicht tat weil ich es wollte, sondern weil ich mich dazu gezwungen sah. Ich las viele Bücher nicht weil sie mich interessierten sondern um evtl. anderen Leuten damit imponieren zu können (Dasselbe gilt für den Kraftsport). Das bei meinem Geisteszustand und dem an den Tag gelegten Konsumverhalten beim Lesen ohnehin nicht viel hängen blieb, brauche ich vielleicht gar nicht erst erwähnen. Das mit dem Kraftsport klappte zwar besser, half mir aber ebenfalls überhaupt nicht weiter.
Es war ein langer, oft schmerzhafter Prozess bis zu dem Punkt an dem ich all das ablegen konnte. Also das Bedürfnis ablegen sich in den Augen anderer zu erhöhen um die eigenen Minderwertigkeitsgefühle damit kompensieren zu können. Es dauerte lange bis ich verstand, dass es egal ist was andere von mir denken und das ich darauf ohnehin nur sehr bedingt Einfluss habe (Als Beispiel: Nicht jedem imponieren dicke Oberarme und nicht jeder gibt sich beieindruckt von falsch wiedergegebenen und vorher leidenschaftslos angelesenem Halbwissen aus irgendwelchen Büchern.)

Die Drogen und der Alkohol verzögerten diesen Prozess wohl leider erheblich. Dabei bewirkten sie genau das, was ich von ihnen erwartete. Sie verhinderten das ich mich mit meinen Problemen auseinandersetzte. Sie ersparten mir immer wieder vorübergehend das Nachdenken und natürlich auch das entwickeln von anderen Lösungsstrategien.
Ich bin mir relativ sicher, dass ohne die Drogen der Arbeitsunfall nach 1-2 Jahren verarbeitet gewesen wäre und das ganze weitere Unheil, welches wesentlich dramatischere Einschnitte in mein Leben bedeutete, größtenteils nie geschehen wäre.

Aber zurück zu dem Punkt an dem ich das alles abgelegt habe. Wobei es den Punkt wohl so nicht gab. Es geschah schrittweise. Einmal angestoßen vollzog sich das ganze allerdings relativ zügig. Zügig wenn man bedenkt das es 10 jahre kaum Fortschritte gab. Konkret wurde es ab 2012 besser. Es gab bereits 2009-2010 gute Ansätze die aber durch massiven Konsum 2011 - 2012 komplett ausgebremst wurden.
Der erste Punkt der mir klar wurde, war wie schwachsinnig eigentlich meine Minderwertigkeitskomplexe bezüglich des Arbeitsunfalls waren. Zwar hatten mir auch früher auf Nachfrage Leute immer wieder beteuert, dass sie das gar nicht schlimm fänden aber das interpretierte ich als reines Mitleid und kam zu dem Schluss das mein Schicksal nur umso schwerer wiegen müsse.
Bei dem Arbeitsunfall verlor ich zwei Fingerkuppen, etwa in Höhe des ersten Gelenks. Es schränkt mich nur sehr gerinfügig ein. Daumen und Zeigefinger sind nicht betroffen, was die Feinmotorik in der Hand erhalten hat und Kraft kann ich mit dieser Hand auch weiterhin ausüben. Das einzige was nicht mehr so gut klappt ist, wenn ich mit der Hand größere Gegenstände umgreifen will. Es behindert mich im Alltag effektiv allerdings gar nicht und ich arbeite immerhin als Handwerker.
Früher waren aber auch nicht die tatsächlichen Auswirkungen auf meinen alltag für mich wichtig, sondern das Aussehen. Ich fühlte mich entsellt. Ich entwicklete Routine abläufe, so z.B. beim Einkaufen um die Hand niemanden sehen zu lassen. So hielt ich z.B. mit der betroffenen Hand beim Zahlen immer den Geldbeutel um die betroffenen Finger unsichtbar werden zu lassen. Die Hand steckte bei anderen Anlässen in der Hosentasche usw. Aus den Beispielen wird evtl. ersichtlich wie wichtig mir das war und wie präsent diese Sache für mich in fast allen Lebensituationen war. Denkwürdigstes Beispiel für meine Bessessenheit von diesem minderwertikeitskomplex bezüglich der Hand ist wohl das Jahr 2001. In diesem Jahr probierte ich Bungjeejumping aus. Die Höhe war schwindelerregend aber ich überwand mich schnell und sprang. Was mir aber selbst in diesem Moment größtes Kopfzerbrechen bereitete war offenbar die Frage: Was mache ich mit meiner Hand? Auf dem Video vom Sprung konnte man es dann sehen. Der Arm mit der gesunden Hand war, wie meist bei so einem Sprung, nach vorne ausgestreckt. Der andere Arm lag flach an den Körper gedrückt. Ich machte das automatisch, ich habe nicht bewusst darüber nachgedacht, aber es zeigt denke ich ganz gut wie sehr mich die Sache dominiert hat. Niemand hätte bemerkt das an der einen Hand des Springers zwei Finger nicht ganz so lang sind wie sie sein sollten, trotzdem presste ich den Arm an den Körper und die Hand damit ans Hosenbein. Erst durch diese Aktion sah der Sprung dann wohl tatsächlich etwas seltsam aus.
Etwa ab 2010 herum habe ich allerdings ein völlig anderes Verhältnis zu der lädierten hand. Ich kann nicht genau sagen warum sich der Prozess vollzog, ich kann nur vermuten.
Fakt ist aber das ich die hand heute nicht mehr als lädiert betrachte. Für micht ist es eine Narbe und davon habe ich noch mehr. Narben wiederum sind jetzt nichts für das ich einsehen würde mich zu schämen. Manche sagen gar, Narben sind die Zierde eines Mannes. Soweit würde ich jetzt bei meiner Verletztung an der Hand zwar nicht gehen aber es ist trotzdem etwas völlig natürliches für mich geworden. Bei Einkäufen verstecke ich die hand nicht mehr, auch sonst nicht. Ich benutze sie, wie die andere Hand auch, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden wie das evtl. aussehen könnte.
Mit den Komplexen die sich um die Hand drehten, war ich allerdings noch nicht ganz frei in meinem Wesen. Begünstigt durch die ohnehin starken Minderwertigkeitsgefühle (wegen der hand) hatten sich über die Jahre noch einiges weiteres entwickelt, weswegen ich glaubte mich minderwertig fühlen zu müssen.

Dieser ganze Verhau an Komplexen verschwand dann erst ab 2012 völlig. Also in der Zeit, in der ich jetzt komplett abstinent lebe. In den letzten 7 Jahren hat sich dahingehend viel getan. Ich will nicht sagen dass es nichts mehr gibt was ich nicht verbessern möchte an mir, aber es gibt nichts mehr an mir weswegen ich mich grundsätzlich schonmal 1 Stufer unter jeden anderen stellen würde, der mir über den Weg läuft. Und die Sachen die ich verändern möchte, möchte ich verändern weil ich es für mich so möchte und nicht weil ich glaube mich in den Augen anderer damit aufwerten zu können bzw. um meine Komplexe damit ruhig zu stellen.

Ich lese auch heute noch Bücher, allerdings nur noch die, die mich interessieren. Ich mache auch heute noch Sport, allerdings nur noch wenn ich Lust dazu habe. Ich mache heute allgemein Dinge die mich erfüllen, die mir Freude bereiten. Ich handwerke auch privat ganz gerne, ich verbringe viel Zeit im Garten. Ich habe z.B. letztes Jahr einen Teich angelegt und ein Hühnerhaus gebaut. Ich habe das Bad und das Esszimmer neu gefliest. Ich habe die Heizung in unserer Wohnung teilweise durch kaminöfen ersetzt. Einfach weil ich gerne dem prasselnden Feuer zuschaue. Das Holz zum verfeuern mache ich im Wald selbst und auch das macht mir Spaß. Ich habe Spaß daran, etwas durch meiner Hände Arbeit zu erschaffen. Das ist so mein größtes Hobby, vor dem Lesen oder gelegentlichen PC Spielen. Das ist ein sehr zeitintensives Hobby aber auch eines das mich sehr zufrieden macht. Viel zufriedener als es beliebige mengen Alkohol oder Drogen je konnten. Demenstprechend niedrig ist mein Drang nach Rauschmittlen derzeit ausgeprägt. Ich würde sagen er ist nicht vorhanden. Jedesmal wenn ich an Alkohol denke, wird mir beinahe schlecht. Da ich aber weiß, das dies nicht bleiben muss, werde ich wachsam bleiben und bei bedenklichen Veränderungen sofort fachmännische Hilfe in Anspruch nehmen. Gruppen besuchen, kurz alles unternehmen um zu vermeiden wieder da anzufangen wo ich 2012 aufgehört habe. Ich bin allerdings zuversichtlich das es nicht soweit kommt. Ich habe viele Pläne und Vorhaben die ich gerne noch realisieren möchte. Soviele, das dieses Leben dafür wahrscheinlich nicht ausreichend Zeit bieten wird, und das auch ganz ohne das ich weitere 10 Jahre an Alkohol oder/und Drogen verschwende.

Mein Umfeld reagiert übrigens sehr positiv auf meine Veränderungen. Und ich finde auch etwas Bestätigung darin aber wenn man bedenkt, wie sehr ich früher mein Leben auf die Meinung anderer abgestimmt habe, ist die Reaktion meines Umfeldes für mich nicht ganz so wichtig...
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  #16  
Alt Gestern, 12:34
derm derm ist offline
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Finde ich toll wie du dich verändert hast, Respekt!
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