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  #1  
Alt 12.07.2018, 10:19
Vyne Vyne ist offline
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Standard Fahrrad TF BAK 2,13‰

Hallo zusammen,

ich hatte meinen Fall in einem anderen Forum bereits geschildert, jedoch ist die Aktivität dort sehr stark zurückgegangen und ich möchte daher hier meine Sorgen gerne schildern, da ich sowieso als passiver Leser schon hier einige Zeit verbracht habe.

Mein Fall verläuft etwas eigenartig, da ich noch keinen Entzugsbescheid von der FSSt bekommen habe. Ich habe im Oktober letzten Jahres die Aufforderung zur MPU erhalten und die Frist verstreichen lassen, da keine Verlängerung möglich war und der Zeitraum mit 3 Monaten viel zu kurz für ein positives GA war. Im Januar sollte mir daher der Entzugsbescheid zugeschickt werden, aber dieser kam bis heute nicht an. Ich habe bisher auch nicht weiter nachgefragt, da ich natürlich in kein Wespennest stechen und zuerst eine optimale Vorbereitung auf die MPU absolvieren möchte.

Sehr unklar war mir dabei auch, dass der SB mir empfohlen hatte, dass ich nach der Zusendung des Entzugsbescheids Einspruch dagegen einlegen sollte. Damit würde ich im Endeffekt eine neue Aufforderung zur MPU bekommen mit einem größeren Zeitrahmen und könnte meinen alten FS behalten und würde unter dem Strich billiger als bei einer Neubeantragung rauskommen. Dies habe ich so noch nicht gehört. Sollte für meinen Fall nicht mehr relevant sein, aber ich bin auf alle Fälle neugierig, ob jemand sich damit auskennt.

In der Zwischenzeit habe ich viele Sitzungen bei einer Suchtberatung hinter mir und habe nach Ansicht meines Beraters meine Trinkhistorie gut aufgearbeitet. Weil ich mir aber unsicher war, habe ich ein Infogespräch bei einem VP vereinbart, der eine komplett andere Einschätzung als mein Suchtberater hatte. Hier kommt auch meine primäre Frage: Ist bei meinem BAKWert AB notwendig? Der VP hatte meine Chancen als sehr schlecht mit KT angesehen und hat mir ebenfalls davon abgeraten alkoholfreies Bier zu trinken. Ebenfalls hatte er gemeint, dass mein Fall bereits als fortgeschrittene Alkoholproblematik angesehen werden könnte. Dies ist mir komplett unverständlich, da es keine weiteren Auffälligkeiten in meinen Lebensbereichen bezüglich Alkohol gab. Mein Suchtberater dagegen hatte dies als unproblematisch gesehen und mich darin bestärkt mit KT die MPU anzugehen, da ich nicht vor habe komplett abstinent zu leben und darin auch keine Notwendigkeit sehe. Dies ist auch meine persönliche Problematik, da ich mich nicht entscheiden kann welcher Weg der Bessere ist. Ich habe nicht vor nach der MPU komplett abstinent zu leben und würde dementsprechend die AB nur als Mittel zum Zweck verwenden und das stimmt mich fragwürdig.

Der Vorgang ist im Fragebogen beschrieben, so sollte ein klareres Bild von mir möglich sein. Ich wäre hierbei auch für jegliche Anmerkungen und Kritik offen.

Zusammenfassend habe ich also 3 Fragen:
Gab es schon einen Fall, bei dem der Entzugsbescheid "vergessen" wurde zu versenden und ist es möglich gegen diesen Einspruch einzulegen?
Macht es in meinem Fall Sinn, dass ich eine AB nachweise, obwohl ich diese danach nicht leben möchte bzw. diesen Punkt im Zweifelsfall bei der MPU anders vorgebe?
Gibt es Verbesserungsbedarf an meinem Fragebogen oder meiner Aufarbeitung allgemein?

Zur Person
Geschlecht: männlich
Größe: 1,78m
Gewicht: 70kg
Alter: 26

Bundesland: Bayern


Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 17.09.17
BAK: 2,13‰
Trinkbeginn: 17:00
Trinkende: 00:00
Uhrzeit der Blutabnahme: 3:00

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: Nein
Strafbefehl schon bekommen: Ja und bezahlt
Dauer der Sperrfrist: Keine

Führerschein
Hab ich noch: Ja
Hab ich abgegeben: Nein
Hab ich neu beantragt: Nein
Wurde mir entzogen? Nein, obwohl ich einen Entzugsbescheid seit Januar haben sollte
Noch in der Probezeit?: Nein
Habe noch nie einen besessen:

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: Ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: Nein
Fragestellung der Fsst (falls bekannt): "Dabei soll geklärt werden, ob Sie ein Kraftfahrzeug unter Alkoholeinfluss führen werden, insbesondere ob die Trunkenheitsfahrt am 17.09.2017 Ausdruck eines Kontrollverlustes war, der genau so gut zu einer Verkehrsteilnahme mit einem Kraftfahrzeug führen kann. Weiterhin soll festgestellt werden, ob Sie ggf. fortbestehendem erhöhtem Alkoholkonsum glaubhaft eine Vermeidungsstrategie entwickelt haben die es ausschließt, dass Sie im alkoholisierten Zustand ein Kraftfahrzeug führen werden."

Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: Zur Zeit nicht
Ich lebe abstinent seit: 11.06.2018

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja, wie viele bisher und seit wann: Nein
Ich befinde mich im Urinscreeningprogram: Nein

Leberwerte ja/nein, seit wann............ am 06.07.2018, aber noch keine Ergebnisse
in welchen Abständen...................


Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: Ja, 11 Termine
Selbsthilfegruppe (SHG): Nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: Ja, ein Termin
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: Nein

Ambulante/stationäre Therapie
(bitte Zeitraum von Beginn bis Ende angeben): Nein


werden derzeit Medikamente eingenommen?Antidepressiva etc: Nein

MPU
Datum: unbekannt
Welche Stelle (MPI): noch freie Entscheidung vorhanden
Schon bezahlt?: Nein

Schon eine MPU gehabt? Nein
Wer hat das Gutachten gesehen?:

Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?:

Welche Empfehlung (Auflagen) wurden ausgesprochen:

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: Nein
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  #2  
Alt 12.07.2018, 10:20
Vyne Vyne ist offline
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Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)

Am 16.09.2017 war ich auf einer Grillfeier bei einem Freund um 16:00 Uhr eingeladen, die anschließend auf der Kirchweih im Ort weitergeführt werden sollte. Ich bin etwas verspätet um 17 Uhr angekommen, da ich noch für mein Staatsexamen das Lernpensum einhalten musste. Dort habe ich begonnen mit den anwesenden Leuten Bier zu trinken. Gegen 19:30 Uhr machten wir uns auf den Weg zur Kirchweih, da wir die Band im Bierzelt ab 20:00 Uhr sehen wollten und dafür auch einen guten Platz ergattern wollten. Dort führten wir das Trinken in der Gruppe im Bierzelt fort und waren in der Pause Autoscooter fahren.
Um 00:00 Uhr hat die Band ihren Auftritt beendet und wir gingen zurück zum Haus, bei dem die Grillfeier bereits stattgefunden hatte und wollten dort den Abend ausklingen lassen. Nach der Kirchweih habe ich nichts mehr getrunken.
Gegen 1:45 Uhr habe ich beschlossen nach Hause zu fahren. Nach etwa einem Kilometer hielt mich ein Streifenwagen vor mir und die Beamten führten eine Atemalkoholkontrolle durch, die eine Atemalkoholkonzentration von 0,96 mg/l betrug. Die Polizei hat mich danach mein Fahrrad absperren lassen und auf die Wache genommen. Nach Befragung über Personalien und Blutabnahme durch den Arzt, bin ich gegen 3:30 wieder aus der Wache herausgelassen worden. Die Blutuntersuchung ergab eine Blutalkoholkonzentration von 2,13‰.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)

Zwischen 17:00 und 19:30 Uhr habe ich 1,5l Bier getrunken und 2 cl Lokör (12.
Zwischen 19:45 und 24:00 habe ich 2,5l Bier und 4 cl Schnaps (40 getrunken.
Dies sollte ungefähr 179 mg reinen Alkohol entsprechen, was bei meinem Körpergewicht von 70 kg zu einer Zunahme von 3,65‰ über den Zeitraum entsprechen sollte.
Rechnet man im Schnitt mit einem Abbau von 0,15‰ pro Stunde, so bleibt rechnerisch nach den 10 Stunden (17:00 – 03:00 Uhr) ein Alkoholpegel von 2,30‰ bestehen, wenn man eine Stunde bis zum Abbaubeginn abzieht. Dies ist nach meiner Rechnung mehr als der BAKWert bei der Untersuchung.

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?

Bis zur Kontrolle bin ich bereits 1 Kilometer gefahren und insgesamt wollte ich 10 Kilometer bis zu meiner Wohnung fahren.

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)

Beim Aufstieg aufs Fahrrad hatte ich Schwierigkeiten und hatte mir zuerst Gedanken darüber gemacht, ob ich noch sicher fahren kann. Ich hatte mir zuerst überlegt wieder zum Haus meines Freundes zurückzukehren. Da ich aber die Sorge hatte, dass ich dafür sehr blamabel angesehen werde habe ich es weiter probiert aufs Fahrrad zu steigen. Nach dem Aufstieg hatte ich gefühlt keine Probleme mit dem Fahrrad zu fahren und war daher der Meinung die Strecke problemlos zurücklegen zu können. Dies habe ich aufgrund des hohen Alkoholkonsums gravierend falsch eingeschätz.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Ich wollte ursprünglich mit meiner Freundin zusammen die Feier verlassen. Sie ist mit dem Auto angereist und wollte nichts Alkoholisches trinken. Jedoch hat sie bereits bevor wir zur Kirchweih gegangen sind beschlossen heimzufahren, da sie Magenbeschwerden hatte und sich nicht wohl fühlte. Ich hatte mich mit der Problematik nicht weiter auseinandergesetzt und mir danach gedacht, dass ich genauso später mit dem Fahrrad heimfahren kann. Ich habe mir dabei nicht bewusst gemacht, welcher Gefahr ich damit mich selbst und andere Verkehrsteilnehmer aufgrund meines Alkoholkonsums aussetze.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?

Nein.

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin halte ich mich strikt an die „Ein-Glas-Regel“, d.h. ich bin ca. 1x im Monat (meist im Winter) unterwegs gewesen, nachdem ich 0,5l Bier zu mir genommen hatte. Hierbei habe ich stets darauf geachtet, dass der Alkoholkonsum mindestens 3 Stunden zurückliegt, so dass ich fahrtüchtig bin. Ich habe hierbei keine Einschränkungen wahrgenommen. Dies sollten damit ungefähr 50 – 70 Fahrten sein.
Mit dem Fahrrad bin ich ca. 3x im Monat (meist zwischen März und November) alkoholisiert gefahren. Meist war dies der Fall nach dem Trinken von 1-3 Bier. In seltenen Fällen bin ich mit ähnlichen Mengen wie bei der Trunkenheitsfahrt noch Fahrrad gefahren. Insgesamt sollten dies 200 – 250 Fahrten sein. Daher war ich der Annahme, dass meine Fahrtauglichkeit und meine Reaktionsfähigkeit unter Alkoholeinfluss noch verkehrstauglich seien.

Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen? (Allererste Erinnerung und erster Konsum)

Den ersten bewussten Kontakt mit Alkohol hatte ich ungefähr mit 8 Jahren. Bei einem Weihnachtsfest wurde Wein getrunken und ich war neugierig, wieso ich dies nicht ebenfalls trinken durfte.
Das erste Mal Alkohol habe ich mit 14 Jahren zu mir genommen auf einer Feier meiner Brüder in unserem Haus. Ich wollte ebenfalls zu den „Großen“ dazugehören und war ebenfalls neugierig, wieso so gut wie jeder alkoholische Getränke zu sich nimmt. Dies war sehr moderat und nur ein paar Schlücke, da mein mittlerer Bruder darauf geachtet hatte, dass ich nicht zu viel trinke.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?

Nach meinem ersten Kontakt mit Alkohol habe ich bei den Feiern meiner Brüder einen kleinen Anteil Bier getrunken. Im Alter von 16 Jahren habe ich in meinem Freundeskreis aus der Schule begonnen Bier und stark alkoholische Getränke zu trinken, da diese wesentlich älter waren als ich. Dies war meist der Fall, wenn wir uns bei jemandem zu Hause getroffen haben um Zeit miteinander zu verbringen. Gab es einen Anlass zum Feiern und waren mehrere Personen anwesend, so wurde meist wesentlich mehr getrunken. Dort wurde auch häufig stärkerer Alkohol getrunken. Dabei wurde sich auf gegenseitig angestachelt, wer mehr verträgt. Da ich als Jüngster in der Gruppe nach Anerkennung gesucht habe, habe ich immer mit den anderen mitgetrunken. Dies endete jedoch von Zeit zu Zeit mit Erbrechen meinerseits, wofür ich mich sehr geschämt habe.
Im Alter von 19 Jahren habe ich begonnen zu studieren und hatte danach wesentlich weniger mit meinem alten Freundeskreis aus der Schule zu tun und es kam nur noch selten zu diesen Trinkexzessen. Ich habe in diesem Zeitraum meist in Gesellschaft meines Bruders oder eines Freundes außerhalb der Schule getrunken. Ebenfalls habe ich in diesem Zeitraum meinen Führerschein erhalten und aufgrund der Probezeit weniger getrunken.
Im Alter von 21 Jahren bin ich von zu Hause ausgezogen und habe einen anderen Studiengang angefangen. Dabei kam es zu einem höheren Alkoholkonsum bei Studentenfeiern oder ähnlichen Anlässen, welche meist alle 1-2 Monate waren. Mein Trinkverhalten hat sich hier geändert, da ich nun auch abends nach Abschluss meiner Aufgaben für das Studium von Zeit zu Zeit alleine ein Bier getrunken habe.
Gegen Mitte meines Studiums wurden die Anlässe häufiger, da ich einen neuen Freundeskreis außerhalb des Studiums dazugewonnen hatte. In diesem Kreis fand auch die Grillfeier mit anschließendem Gang zur Kirchweih statt. Man hat sich ungefähr einmal im Monate verabredet bei jemandem zu Hause eine kleine Feier zu machen, bei der häufig viel getrunken wurde. In dieser Phase hatte ich sehr viel Stress innerhalb und außerhalb meines Studiums und habe daher häufiger mit diesem Freundeskreis etwas unternommen, da man einerseits mit vertrauten Leuten darüber reden konnte und andererseits auch Abstand von den leidigen Themen bekommen konnte. Dies hat sich bis zu meiner Trunkenheitsfahrt so fortgesetzt.
Aufgrund verschiedener Anlässe (z.B. Teilnahme am Triathlon) habe ich ebenfalls von Zeit zu Zeit Trinkpausen über 2-4 Wochen eingelegt.
Seit meiner Trunkenheitsfahrt am 14.09.2017 habe ich nichts mehr getrunken abgesehen von alkoholfreiem Bier.
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  #3  
Alt 12.07.2018, 10:22
Vyne Vyne ist offline
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10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)


16-18 Jahre: 1-2 Bier (0,5l) bei kleinen Treffen jede Woche;
bei großen Feiern 2-3 Bier (0,5l) und Schnaps (ca. 8 cl) (9 – 12 TE)
18-19 Jahre: 1-3 Bier (0,5l) bei kleinen Treffen jede Woche;
bei großen Feiern 1-4 Bier (0,5l) und Schnaps (ca. 4-8 cl) oder Longdrinks (5 – 15 TE)
19-21 Jahre: ca. 1-2x die Woche 1 Bier (0,5l);
bei Anlässen 1-4 Bier (0,5l) oder 1-4 Longdrinks (0,33l) (3 – 10 TE)
21-23 Jahre: ca. 1-6x die Woche 1 Bier (0,5l);
alle 1-2 Monate 1-9 Bier (0,5l) oder 1-9 Longdrinks (0,33l), manchmal Schnaps (4-8 cl); (5 – 25 TE)
23-26 Jahre: ca. 1-6x die Woche 1 Bier (0,5l);
1x im Monat 1-9 Bier (0,5l) oder 1-9 Longdrinks (0,33l), manchmal Schnaps (4-8 cl) (5 -25 TE)
11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Meist im eigenen Haus oder im Haus von Freunden. Selten in Bars oder Discos. Im Sommer teilweise im Freien. Viel habe ich nur in Gesellschaft von Freunden getrunken.

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)


Bis zu meinem Auszug stand vor Allem der Aspekt im Vordergrund, dass ich durch den Konsum von Alkohol geselliger und gelassener werde. Da ich in diesem Zeitraum ein sehr schwaches Selbstbewusstsein hatte und von meiner Persönlichkeit her sowieso eher verschlossen in größeren Gruppen bin, konnte ich dies dadurch verbessern. Dies begründet sich darin, dass ich in der Schule Mobbingopfer war und unter anderem auch wegen diesem Vorfall die Schule wechseln musste. Der zweite Grund liegt darin, dass ich dadurch das Gefühl hatte Teil der Gruppe zu sein. Daher habe ich auch selten bei jugendlichen Herausforderungen, bei denen es darum geht wer mehr verträgt, mich herausgenommen.
Nach meinem Auszug und dem Wechsel des Studiengangs hatte ich ein wesentlich besseres Selbstbewusstsein, jedoch bestand die soziale Phobie aus meinen Jugendjahren noch so weit, dass ich mich unwohl unter größeren oder unbekannten Menschengruppen fühlte. Daher habe ich in solchen Situationen meist viel Alkohol getrunken um meine Ängste übergehen zu können und Spaß an solchen Events zu haben. Der Alkohol hat dabei sehr stark als Brücke fungiert, da ich eigentlich die Gesellschaft von Leuten sehr zu schätzen weiß, jedoch aus Angst vor Zurückweisung nicht auf diese zugegangen bin. Auf leichtsinnige, jugendliche Herausforderungen, wie davor geschildert, habe ich mich nicht mehr eingelassen, da dies meist mit Schnaps trinken verbunden war und ich diesen meist nicht mochte.
Ein weiterer Grund besteht darin, dass ich während meines Mathestudiums auf ein neues Stresslevel getroffen bin, dass ich so vorher noch nicht kannte. Nach einer sehr auslaugenden Semesterphase, wollte ich die vorlesungsfreie Zeit nutzen um Abstand davon zu bekommen. Treffen mit Kommilitonen und mit diesen zu feiern waren daher sehr willkommene Anlässe dafür. Da jedoch meist in diesem Zeitraum bei uns die Prüfungen in der Mathematik liegen, gab es wenige Möglichkeiten vom Studium abzuschalten und der Druck blieb meist bestehend, da die vorlesungsfreie Zeit damit sehr kurz war. Dies gipfelte letztendlich im Zeitraum meiner Trunkenheitsfahrt, da ich dort das Staatsexamen abgelegt hatte, welches in der Mathematik als eine der schwierigsten Prüfungen verrufen ist und ich dafür über ein Jahr durchgehend dafür gelernt hatte.
Zudem kam eine sehr große emotionale Leidensgeschichte mit meiner Ex-Freundin, die sich über 2 Jahre hinweg gestreckt hat. Um die Geschichte einigermaßen kurz zu fassen: Ich habe aufgrund der oben genannten Jugendzeit sehr große Schwierigkeiten meine Probleme mit anderen Menschen zu teilen und fresse diese meist in mich hinein. Im Laufe der Zeit habe ich jedoch festgestellt, dass ich diese sehr gut mit ihr teilen kann und das auf Gegenseitigkeit beruht. Es ist aber nicht bei dieser „besten Kumpel“ Variante geblieben, sondern ich habe mich in diesem Rahmen auch in sie verliebt. Dies war problematisch, da sie selbst in einer langjährigen Beziehung war, in der sie aber sehr unglücklich war. Es kam daher nicht nur einmal, sondern sehr häufig zur Aussprache über unsere gegenseitigen Gefühle und unseren Freundschaftsstatus. Da sie 1 Jahr im Ausland war, hat sich dieser ganze Prozess sehr lange gezogen und es kam immer wieder zu sehr großen mentalen Enttäuschungen meinerseits. Die Doppelbelastung, die ich in diesem Zeitraum auf mir liegen hatte, hat mich auch dazu gebracht in dieser Zeit den Alkohol als Hilfsmittel zum Abschalten von diesem Problematiken zu verwenden.
Im Gegensatz dazu habe ich alleine zu Hause häufig ein Bier am Abend als Genussmittel getrunken, da ich den Geschmack sehr mag. Dies ist mir vor Allem bewusst geworden, da ich nach meiner Trunkenheitsfahrt übergangsweise begonnen habe alkoholfreies Bier zu trinken.

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)


Bei wenig Alkohol wurde ich gelassener, geselliger, redseliger und selbstbewusster. Ich konnte damit meine soziale Phobie aushebeln und mich auch so zeigen, wie ich wirklich bin. Ich war damit ebenfalls in der Lage kritische Themen anzusprechen, für die mir sonst das Selbstvertrauen gefehlt hätte.
Bei viel Alkohol wurde ich sehr anhänglich, begann teilweise zu schwanken und hatte bei Diskussionen ein übertriebenes Selbstbewusstsein und keine Kritikfähigkeit mehr. Letzterer Punkt hat mich in manchen Fällen dazu gebracht, dass ich mich für meine Aussagen sehr schämte und diese am nächsten Tag wieder gerade richten wollte. Am nächsten Tag kam es meist zu Folgeerscheinungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit. In meiner Jugendphase (15-19) musste ich auch teilweise von Alkohol erbrechen.

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Nein, da in meinem Freundeskreis es üblich war so viel zu trinken und sich daher keiner darüber gewundert hat.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Durch den Konsum von Alkohol konnte ich meine Ängste bei sozialen Kontakten zeitweise übergehen und konnte mich auch in größeren Gruppen wohlfühlen. Dadurch war ich weniger verschlossen und ebenfalls geselliger, was viele im meinem Umfeld als positiv erachtet haben.
Hatte ich viel Alkohol getrunken, so war ich meist am nächsten Tag verkatert und habe meist den kompletten Tag verloren, da ich mich ausruhen musste.
Mein Umfeld hatte mein hoher Alkoholkonsum betroffen, wenn es dabei zu hitzigen Diskussionen kam, da ich zu extremer Selbstüberschätzung bei starker Alkoholisierung neige. Dies hat mich von Zeit zu Zeit in die Not gebracht Dinge zu erklären, die ich selbst gar nicht so wahrgenommen habe.
Auf mein erfolgreiches Studium bzw. meinen Werdegang hatte mein Alkoholkonsum keine Auswirkungen.

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.


In meinem zweiten Semester (21 Jahre) im neuen Studium habe ich kurzweilig 3 Bier pro Tag getrunken. Der Druck war in diesem Semester immens hoch, da es darum ging die Grundlagen- und Orientierungsprüfung im Fachbereich Mathematik zu bestehen. Andernfalls wäre ein Ausschluss aus dem Studiengang die Folge gewesen. Da ich mir aber selbst nach kurzer Zeit Sorgen um meine Gesundheit gemacht habe, hatte ich eine Trinkpause von einem Monat eingelegt und danach nur noch höchstens ein Bier pro Tag getrunken.
Im sechsten Semester (23 Jahre) hatte ich bei Feiern mehr getrunken. Der Freundeskreis im Studium hatte sich größtenteils getrennt, da viele Kurse nicht mehr gemeinsam belegt worden sind und die verschiedenen Semesterpläne nicht mehr einheitlich waren. Ebenfalls habe ich in diesem Zeitraum beschlossen, dass ich nach dem Studium nicht ins Lehramt gehen würde, da ich dies auf Dauer kein geeigneter Beruf für mich ist. Zusätzlich hatte ich mich, wie oben bereits genannt, in meine beste Freundin verliebt. Man kann also insgesamt sagen, dass ich sehr viele Lebensherausforderungen vor mir hatte. Da ich versucht habe diese komplett alleine zu meistern, ist mir dies häufig über den Kopf gewachsen ist und ich habe davon eine Ausflucht gesucht.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Ja, in meiner Schulzeit ist es vorgekommen, dass ich mich an einen Großteil des Abends überhaupt nicht mehr erinnern konnte und daher auch die Kontrolle über meine Trinkmenge verloren hatte.
Während meiner Studienzeit konnte ich mich in zwei Fällen an wenige Stunden nicht mehr direkt erinnern.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Ja, ich hatte im zweiten Semester für einen Monat eine Trinkpause eingelegt. Ebenfalls hatte ich Juni 2017 am Rothsee Triathlon teilgenommen und dafür ebenfalls einen Monat lang nichts getrunken.
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  #4  
Alt 12.07.2018, 10:23
Vyne Vyne ist offline
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19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)


Früher habe ich mich vorwiegend als Gesellschaftstrinker gesehen, da ich durch den Alkoholkonsum mehr aus mir herauskomme und dadurch auch mehr Spaß an Feiern haben konnte. Teilweise habe ich mich als Genusstrinker gesehen, da ich verschiedene Biermarken gerne austeste. Über meinen Alkoholkonsum hatte ich mir wenig Gedanken gemacht und habe ihn auch nie als Problem gesehen, da in meinem Umfeld genauso viel getrunken wurde. Rückblickend frage ich mich selbst, wieso ich erst dafür einen Auslöser gebraucht habe um über meinen Alkoholkonsum nachzudenken. Meine Gesundheit ist ein sehr wichtiges Gut für mich, wofür ich auch viel investiere, aber in diesem Bereich habe ich es komplett ignoriert. Dies ist darin begründet, dass ich sportlich sehr ambitioniert bin. Dazu war mir nicht bewusst, welche weitreichenden psychischen Funktionen der Alkohol bei mir eingenommen hatte. Der Alkohol war ein Mittel um mir meinen Stress zeitweise nehmen zu können und meine soziale Phobie übergehen zu können.
Heute sehe ich mich nur noch als Genusstrinker, da ich nach meiner Trunkenheitsfahrt mich erst sehr ausführlich mit meiner Trinkhistorie beschäftigt habe und somit inzwischen auch einen bewussten Umgang damit pflegen kann. Es steht für mich im Vordergrund zu einem besonderen Anlass (z.B. einem wichtigen Geburtstag oder einer Hochzeit) sich ein Bier des Genusses wegen zu gönnen. Es kann schwer verneint werden, dass ich zuvor den Alkohol missbraucht und mir keine Gedanken über die Konsequenzen gemacht habe.

Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)


Seit meiner Trunkenheitsfahrt habe ich ungefähr 4 Monate lang keinen Alkohol mehr getrunken. Danach habe ich begonnen alkoholfreies Bier zu trinken, da ich den Geschmack sehr wertschätze und es mir nicht auf den Alkohol ankommt. Hierbei hatte ich meist 3 pro Woche getrunken. Zur Feier eines Freundes zum Erfolgreichen Ablegen seiner Prüfungen hatte ich 1 Bier (0,5l) getrunken. Dies war ein geplanter Anlass, den ich bereits im Voraus vermerkt hatte und es war auch bisher der Einzige, da es keine weiteren Anlässe für mich gab. Ich habe nicht vor in Zukunft abstinent zu leben, da ich Alkohol vordergründlich zu besonderen Anlässen in Gesellschaft als Genussmittel sehe. Auf Schnaps und allgemein stärkeren Alkohol werde ich komplett verzichten, da ich dabei nicht sonderlich viel Genuss habe, sondern ihn vorher nur aus Gesellschaftsgründen getrunken habe. Nachdem ich einen Termin beim Verkehrspsychologen hatte und dieser mir auch von alkoholfreien Bier abgeraten habe, habe ich danach auch dieses nicht mehr getrunken.

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

Am 11.06.2018 zur Feier eines nahen Freundes nach Abschluss seines Technikers habe ich 1 Bier (0,5l) getrunken. Falls alkoholfreies Bier hier ebenfalls eingerechnet wird, dann trifft das auf den 16.06.2018 zu.

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?

Habe ich davor getan, aber inzwischen abgelegt.

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?

Weil ich mir vor Augen geführt habe, welchen starken Einfluss der Alkohol auf meine Psyche hat und ich ebenfalls keine gesundheitlichen Schäden davon tragen möchte. Da ich verstanden habe welche Brücke der Alkohol für meine soziale Phobie gebildet hat, fällt es mir viel leichter auf Leute zuzugehen und mir dafür Mut zuzureden. Stresssituationen kann ich inzwischen noch wesentlich besser mit meinem Freundeskreis teilen, da ich gerade in den vergangenen Monaten sehr stark damit konfrontiert wurde. Meine Arbeitssuche verlief alles andere als glücklich und meine Freundin hat sich ebenfalls von mir getrennt. Ich zögere nun nicht mehr dies mit meinem nahen Umfeld solche Probleme zu teilen und bin überaus froh über diese Wendung, da es auch bestehende Beziehungen verstärkt hat. In diesem Rahmen habe ich auch gelernt, dass es nicht viel Mut braucht auch mit anderen Leuten seine Probleme zu teilen ohne das einem „die Decke über den Kopf einbricht“. Hierbei ist es auch sehr hilfreich, dass ich mein Studium inzwischen erfolgreich abgeschlossen habe und keinen Druck mehr aufgrund eines womöglich verpatzten Staatsexamens mehr habe. Da ich diesen Prozess erkannt habe, kann ich auch Alkohol wieder als reines Genussmittel schätzen bei gewissen Anlässen. Hierbei gönne ich mir 1 Bier (0,5l), d.h. 2,5 TE, wobei die Häufigkeit der Anlässe nicht 1x im Monat übersteigt. Ich plane meine Anlässe bereits mindestens einen Monat im Voraus, an denen ich Bier mit Alkoholgehalt trinken werde. Sollte wie beispielsweise im Oktober bzw. November mehrere Geburtstage anstehen, so werden die Monate davor alkoholfrei bleiben.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?


Da mir nie bewusst war, dass mein Trinkverhalten problematisch ist. Ich habe mich an die Trinkmengen anderer Personen gerichtet und war daher der Annahme, dass dies in Ordnung sei. Mir war auch nicht bewusst, dass der Alkohol so eine starke Stellung bei meinen sozialen Unsicherheiten einnimmt. Ich habe mir auch noch nie ernsthafte Gedanken über die potentiellen Folgen einer Trunkenheitsfahrt mit dem Fahrrad gemacht. Ich war immer der Annahme, dass ich damit höchstens mir schaden kann und dies ebenfalls sehr unwahrscheinlich ist. Wie leichtsinnig ich in dieser Annahme war, ist mir erst bewusst geworden, als ich mir dazu Statistiken angesehen habe. Meine vorherigen Trinkpausen habe ich meist nur für das eigene Gewissen eingelegt, dass ich meiner Gesundheit nicht zu sehr schade oder Höchstleistungen für meine sportlichen Ereignisse bringen kann. Es ist ehrlich gesagt schwer ohne Anstoß von außen sich kritisch mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dies begründet sich auch darin, dass mein Alkoholkonsum sich überhaupt nicht auf meinen Werdegang ausgewirkt hat, da ich sehr erfolgreich mein Studium abgeschlossen habe.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

In erster Linie habe ich das Trinken von Alkohol zuerst komplett fallen gelassen, da ich mich mit der Thematik zuerst ausreichend auseinandersetzen musste. Ich habe mich genau mit den Wirkungen des Alkohols beschäftigt und viele Gespräche in meinem Freundeskreis oder meiner Mutter geführt. Meine eigene Trinkhistorie habe ich in vielen Sitzungen mit einem Suchtberater bei der Caritas sehr gut ergründen können. So ist mir bewusst geworden, wieso mein Alkoholkonsum im Laufe der Zeit zugenommen hat. Zu Beginn war ich sehr beschämt darüber, dass ich scheinbar etwas in meinem Leben nicht im Griff habe und habe auch dies wieder in mich selbst hineingefressen. Dies hatte dazu geführt, dass ich mich teilweise aus der Gemeinschaft ausgegrenzt gefühlt habe. Im Laufe der Zeit habe ich jedoch verstanden, dass ich von der Trunkenheitsfahrt und den Folgen zu erzählen sollte, da mir die Belastung damit wesentlich leichter gefallen ist und ich auch ohne Alkohol mich als Teil der Gruppe gefühlt habe. Für diese innere Stärke habe ich viel Anerkennung in meinem Freundeskreis bekommen und hat das Verhältnis untereinander wesentlich verbessert.
Anfangs war es unangenehm immer abzulehnen, wenn einem etwas zu trinken angeboten wird. Gerade in Süddeutschland hat Alkohol ein so festes Standbein in der Gesellschaft, dass man meist schief dafür angesehen wird, wenn man nichts trinken möchte. Dies war gerade für mich aufgrund der problematischen Jugend zu Beginn schwierig und ich musste mich etwas daran gewöhnen. Im Nachhinein muss ich jedoch sagen, dass es mir nun allgemein leichter fällt Dinge abzulehnen, die ich vorher nur aus gesellschaftlichen Gründen angenommen hatte und bin sehr froh über diese Erfahrungen.
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  #5  
Alt 12.07.2018, 10:24
Vyne Vyne ist offline
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26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

Ich versuche nicht mehr alle Probleme auf meine eigenen Schultern zu schustern und mir auch Fehler gegenüber mir selbst und anderen einzugestehen. Schwere Zeiten muss jeder übergangsweise durchstehen, aber diese nicht zu teilen macht die Last nur wesentlich größer. Dies zeigt sich sehr gut in meinen beiden vergangenen Problemen mit der Trennung und der Arbeitssuche, die sich sehr breit getreten habe in meinem Umfeld und damit auch einen guten Umgang pflege.
Ich habe ebenfalls gelernt auch ohne Alkohol als temporäres Hilfsmittel Gespräche mit unbekannten Leuten zu suchen, da ich nun gesehen habe, dass ich auch so wertgeschätzt werde. Dies hat mir sehr viel Selbstvertrauen verschafft.
Ich habe in meinem Freundeskreis auch den Umgang mit Alkohol thematisiert, dass auch jeder sich selbst darüber Gedanken machen kann. Seit meinem Vorfall hat sich der Alkoholkonsum in meinem Freundeskreis gesenkt und es kommt selten zu solchen Exzessen.
Mehr Veränderungen konnte ich nicht bei mir beobachten und wurden mir auch nicht zugeschrieben, da ich bereits vorher im Hinblick auf meinen objektiven Werdegang sehr erfolgreich in meinem Leben bin und auch eine gute Ausgleichsbalance mit den Sportarten zur Vorbereitung auf den Triathlon habe.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

Mir hat das ergründen meiner Trinkhistorie klar gemacht, dass der Alkohol als Hilfsmittel fungiert hat und ich deswegen sehr viel konsumiert habe. Diese Hilfe im sozialen Bereich und zur Stressreduzierung habe ich nicht mehr nötig, da ich einerseits nun bewusst dagegen vorgehen kann und andererseits sehr viele Dinge zur Bewältigung dieser beiden Problematiken in Gange gebracht habe. Hierbei unterstützt mich mein sehr enger Freundeskreis, da ich mich jederzeit bei ihnen melden kann, genauso wie meine Mutter. Ein weiterer Punkt ist, dass mein primärer Stressgrund Studium nun weggefallen ist und ich mir darüber keine Sorgen mehr machen muss.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(mit Begründung)


Ja, dies kann ich mir vorstellen, da die Rückfallquote nicht sonderlich gering ist und man dies nicht verharmlosen sollte. Ich werde noch weitere schwierige Phasen in meinem Leben haben und ich werde mich nie pudelwohl in größeren Gruppen fühlen. Jedoch weiß ich nun damit umzugehen, da ich es gelernt habe meine Problematiken mehr zu teilen und mich ebenfalls daran gewöhnt habe in größeren Gruppen auszukommen. Ich sehe es auch inzwischen nicht mehr als problematisch an nein zu sagen, wie zum Beispiel beim Angebot eines alkoholischen Getränkes. Auch bei weiteren stressigen Situationen konnte ich bereits feststellen, dass ich genügend Unterstützung im meinem Umfeld zur Verfügung habe oder auch von professioneller Seite anfordern kann. Diese werde ich auch ergreifen, falls ich alten Mustern entgegenwirken muss.
Ich werde jedoch niemals wieder auf die Idee kommen ein Fahrzeug in die Hand zu nehmen, wenn ich solche Mengen Alkohol zu mir genommen habe. Der Schock nach der Trunkenheitsfahrt war mehr als groß genug, vor Allem als ich mir Unfallstatistiken bezüglich Fahrradfahrer angesehen habe. Ein solches Risiko möchte ich mir und anderen aufgrund eines Genussmittels nicht zumuten. Dies erscheint mir im Nachhinein auch als die Spitze von jugendlichem Leichtsinn, von dem ich mich distanzieren möchte.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

Habe ich die Intention etwas zu trinken, so mache ich mir vorher bewusst, wie ich den Ort erreiche und wie ich ihn auch wieder verlasse. Sollte ich trotzdem ich eine ähnliche Not geraten, meine Fahrgelegenheit vorzeitig sich verabschiedet, so werde ich zu Fuß, mit dem Taxi oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln den Heimweg antreten, die ich vorher meist nicht in Betracht gezogen habe. Ich hätte es früher als zu umständlich gesehen mein Fahrrad stehen zu lassen und am nächsten Tag abzuholen. Inzwischen bin ich hier anderer Meinung, da es wesentlich leichtsinniger ist alkoholisiert am Straßenverkehr teilzunehmen, auch bei geringen Mengen.
Jedoch wird diese Problematik nie mehr eintreten, da ich sowieso meinen Alkoholkonsum auch getrennt vom Fahren eingeschränkt habe und nur zu festgeplanten Anlässen trinke.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?

Die Trunkenheitsfahrt hat mich gelehrt, dass mein Umgang mit Alkohol sehr fragwürdig ist und eine grundlegende Änderung nötig ist. Darüber bin ich dankbar, auch wenn es zu Beginn nicht gerade leicht war so ein Brett vor den Kopf gestoßen zu bekommen. Da ich selbst sehr interessiert in Psychologie bin, fand ich es auch sehr interessant die eigene Trinkhistorie mit Unterstützung zu ergründen.
Mit dem bürokratischen Verfahren der MPU bin ich jedoch sehr unzufrieden. Man muss sich Informationen an vielen verschiedenen Stellen einholen und bekommt keine gute Erläuterung dazu. Daher wundert mich auch nicht, dass das Verfahren insgesamt verrufen ist, da es nicht gut durchschaubar ist und sich von Fall zu Fall unterscheidet. Alleine die Tatsache, dass ich bis heute keinen Entzugsbescheid zugeschickt bekommen habe, lässt die FSSt sehr willkürlich wirken.
Dies nur als kleines Fazit, das für mich am Ende dieses Prozesses stehen bleibt.
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  #6  
Alt 16.07.2018, 20:41
Krüger Krüger ist offline
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ich selbst bin kein Profi in Sachen MPU aber ich merke sehr deutlich dass du dich intensiv damit beschäftigt hast
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