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  #11  
Alt 11.06.2019, 10:15
rüdscher rüdscher ist offline
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Hallo Lara,

ich glaube nicht, dass es an der Aufarbeitung hakt, sondern "nur"noch daran, wie du das alles dem GA vermittelst.
Das ist eben leider auch nicht ganz unwichtig.

Viele grüsse,
rüdscher
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  #12  
Alt 11.06.2019, 10:45
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Hallo Lara,

Du musst bis zur Blutentnahme rechnen. Also 10 Stunden x 0,15 Abbau. Netto musst Du also Alkohol für ca. 3,65 Promille getrunken haben.

Ich komme mit 25 Trinkeinheiten auf 2,2 Promille. Das dürfte also in etwa hinkommen. Das müsstest Du jetzt noch auf Deine Getränke verteilen. Ein Glas 0,1l Sekt/Asti oder Wein ist eine TE, ein Bier 0,2l ist eine TE und ein Schnaps 0,02l ist auch eine TE.

Also, zwei Flaschen Asti sind 14 TE. 3 Gläser Wein - ich nehme an, 0,2l - wären weitere 6. Sind Schon mal 20 TE. Dann müssten es drei Wodka Energy mit jeweils 0,04cl Wodka gewesen sein.

In Kurzform:
2 Flaschen Asti je 0,7l 12%Vol = 14 TE
3 Gläser Wein je 0,2l 12 % Vol = 6 TE
3 Wodka Energy enthaltend jeweils 4cl = 6 TE.

Ansonsten den Kopf nicht hängen lassen. Ich denke, Du musst das, was Du aufgearbeitet hast, vor allem noch ein bißchen ausarbeiten und strukturieren.

Du hast von Dir selbst immer Höchstleistungen abverlangt, die aber nie honoriert wurden. Du wolltest das alles buchstäblich betäuben, vor diesen Belastungen fliehen. Das hast Du ja schon erkannt. Irgendwann wurde Dir alles zuviel. Ein Grund ist sicherlich, dass Alkohol am Belohungssystem andockt. Er gibt Dir das Gefühl, dass Du etwas "gut gemacht" hast, ein Gefühl, dass Du offensichtlich schmerzlich vermisst hast. Dazu ein paar Worte: Du hast Kinder. Du hast was in Deinem Leben erreicht. Ich bin selbst Papa und die eigene Familie ist etwas Wunderbares. Du hast Deine Geschwister groß gezogen. Du hast Dich immer für andere aufgeopfert. Du hast sehr viel in Deinem Leben gut gemacht. Und jetzt hast Du Deine eigene Familie. Verinnerliche das. Du hast etwas aus Deinem Leben gemacht, was tausend Mal wertvoller ist als jeder Doktortitel oder eine Million auf dem Konto.

Du musst jetzt insbesondere noch darstellen, warum Du in diese alten Muster nicht wieder verfällst. Das ist noch etwas dünn. Der Vorsatz, nicht mehr zu trinken, ist prima. Aber es kommen immer wieder Schicksalsschläge und Belastungen. Du schreibst, aus dem Bewusstsein, es könnte Rückschläge geben, ziehst Du Deine Kraft. Erläutere das bitte ausführlich!

Ein paar kleinere Hinweise: Die "Rückfälle" sind zweischneidig. Da solltest Du genau die Auslöser kennen. Dann kannst Du sie als "Lerneffekt" einbauen. Eventuell solltest Du sie aber auch eher als mentale Rückfälle darstellen, ohne dass es dann zum Alkoholkonsum kam.

Auch solltest Du die Regelmäßigkeit etwas entschärfen. Jeden Abend eine Flasche Wein ist bei einer Frau schon sehr, sehr viel. Als Mann hat man dann unter Umständen gar nicht mehr als 0,5%o, je nach Trinktempo, bleibt also noch halbwegs in der Nähe bzw. an der "Rauschgrenze". Das ist für täglichen Konsum natürlich immer noch ne Menge Holz, aber als Frau sprengt man relativ schnell die Schallmauer von 1 Promille, d.h. Rauschtrinken, da gibt es dann keine Diskussion mehr, und dann ist es bis zur Diagnose Abhängigkeit nicht weit. Für das "Training" reicht es, hin und wieder bei starkem Stress unter der Woche eine Flasche Wein zu trinken und alle paar Wochenenden auch mal 2 und an Silvester oder anderen (selteneren) Feierlichkeiten noch ein paar Wein und Longdrinks dazu, also wie bei Deiner TF. Dazu musst Du nicht nahezu täglich große Mengen Alkohol getrunken haben.

Noch eine Frage, mir ist nicht ganz klar, wann Deine Mutter gestorben ist. Diese biografischen Daten sind schon relevant, denn anscheinend ist es ab da ja schlimmer geworden. Wenn das jetzt vor 10 Jahren war, ist das was anderes, als wenn das ein halbes Jahr vor der TF war. Je länger Du viel getrunken hast, desto mehr musst Du jetzt stabilisiert sein.
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  #13  
Alt 11.06.2019, 12:07
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Sorry, ich sehe gerade, ich habe mich verlesen, die Blutentnahme war ja erst um 4. Dann pack bitte noch einen Wodka Energy mit 4cl Wodka drauf. Dann müsste es passen. Also nicht 3, sondern 4 Wodka Energy.
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  #14  
Alt 12.06.2019, 06:48
Lara80 Lara80 ist offline
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Lieben Dank für deine aufbauenden Worte das tut gut,
meine Mutter starb Februar 2013 meine Trunkenheitsfahrt im November 2015. Wenn ich so recht überlege bin ich mit meinem Verkehrspsychologen gar nicht auf mögliche Rückfalle eingegangen denn er hat meine Änderungen gesehen. Er sagte mir das erste mal kam ich wie ein häufchen Elend zu ihm und beim letzten mal bin ich wie eine Elfe reingeflogen, völlig befreit und selbstbewusst. Ich glaube das er mich gut einschätzen konnte und daher nicht darauf eingegangen ist.Jetzt bin ich sehr froh das es euch gibt der tag rückt nahe und ich muss wie du schon sagst wissen wie ich das dem Gutachter logisch vermitteln werde. Ich habe hier im forum gelesen das jemand direkt durchgefallen ist aufgrund der Tatsache das die Mutter alkoholikerin war.
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  #15  
Alt 12.06.2019, 08:14
Lara80 Lara80 ist offline
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Zitat:
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Hallo Lara,

ich glaube nicht, dass es an der Aufarbeitung hakt, sondern "nur"noch daran, wie du das alles dem GA vermittelst.
Das ist eben leider auch nicht ganz unwichtig.

Viele grüsse,
rüdscher


Lieber rüdscher,

Hast du da ein paar tipps für mich wie ich das umsetzen und wo ich ansetzen soll?
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  #16  
Alt 12.06.2019, 10:08
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Zitat:
Zitat von Lara80 Beitrag anzeigen
Lieben Dank für deine aufbauenden Worte das tut gut,
meine Mutter starb Februar 2013 meine Trunkenheitsfahrt im November 2015. Wenn ich so recht überlege bin ich mit meinem Verkehrspsychologen gar nicht auf mögliche Rückfalle eingegangen denn er hat meine Änderungen gesehen. Er sagte mir das erste mal kam ich wie ein häufchen Elend zu ihm und beim letzten mal bin ich wie eine Elfe reingeflogen, völlig befreit und selbstbewusst. Ich glaube das er mich gut einschätzen konnte und daher nicht darauf eingegangen ist.Jetzt bin ich sehr froh das es euch gibt der tag rückt nahe und ich muss wie du schon sagst wissen wie ich das dem Gutachter logisch vermitteln werde. Ich habe hier im forum gelesen das jemand direkt durchgefallen ist aufgrund der Tatsache das die Mutter alkoholikerin war.
OK, dann hat sich das ja auf einen Zeitraum von ca. 2,5 Jahren erstreckt. Wie gesagt, entschärfe ein wenig die Regelmäßigkeit, um gar nicht erst Ansatzpunkte dafür zu liefern, dass Du Alkoholikern sein könntest. Du lebst abstinent, von daher ist es am Ende egal, aber bei der Diagnose Alkoholiker wird eine abgeschlossene Therapie oder deutlich mehr als ein Jahr nachgewiesene Abstinenz gefordert. Da muss man es sich ja nicht selbst schwerer machen, als es eh schon ist.

Dass jemand nur deshalb durchfällt, weil die Mutter Alkoholikerin war, ist sicherlich nicht realistisch. Dann hat es mit Sicherheit noch an anderen Stellen gehapert. Aber tatsächlich hat eine Sucht eine gewisse erbliche und auch eine erhebliche soziale Komponente, so dass Kinder von Suchtkranken selbst ein höheres Risiko haben, suchtkrank zu werden. Du warst ja auch in einer Co-Abhängigkeit, hast Deine Mutter zig Mal in die Klinik gebracht. Daher auch mein Tipp weiter oben, genauer erklären zu können, wie Du Rückfälle vermeidest. Da müssen ein paar konkrete Strategien her.

Hinsichtlich der Unterstützung, wie Du dem GA Deine Geschichte besser erzählst: Das ist nicht so einfach mit ein paar allgemeinen Tipps. Entweder, Du setzt Deinen Fragebogen nochmals ganz neu und in Ruhe auf - inhaltlich sind ja viele Ansätze vorhanden, aber es müsste alles etwas sorgfältiger und ausführlicher dargestellt werden. Lass Dir ruhig einen Tag oder zwei Zeit. Ich weiß, das ist schwierig mit Kids und einem Mann, der oft beruflich unterwegs ist. Aber hier kommt es wirklich auf die Sorgfalt an, den Feinschliff machen wir dann noch. Oder Du suchst Dir eine Vertrauensperson, die mit Dir einmal alles durchgeht. Das wird allerdings etwas schwierig, wenn diese Person die Systematik bzw. Kriterien der MPU nicht kennt. Normalerweise bieten Verkehrspsychologen so eine Art "Test-MPU" als Abschluss der Betreuung an. Hat Dein VP sowas nicht mit Dir gemacht?
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  #17  
Alt 12.06.2019, 21:23
rüdscher rüdscher ist offline
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Hallo Lara,

Mach den Fragebogen nochmal. Am besten nichts kopieren sondern von Null auf.
Achte auf folgendes:

Rede im Ich, erzähl Dinge persönlich. Wie erlebst du, was machst du, warum...

Vermeide Schilderungen die nach Schuldzuweisung aussehen. ZB der Erdbeersekt. Solange keiner nachfragt, lass ihn einfach da gewesen sein. Nur wenn der GA fragt erzählst du, woher das Zeug kam.

Der GA will Gründe und Vermeidung prüfen. Dabei geht es viel um Emotionen. Positiv wie negativ.

Hinterfrage selbst deine Strategie, Vermeidung, ist dein Notfallplan solide...

Sei ehrlich aber mach nichts schlimmer als es ist. Schildere deine Geschichte sachlich aber nicht so dass sie sich dramatischer anhört als sie ist.

Ich denke dass du schon viel aufgearbeitet hast. Das muss rüberkommen.

Viele Grüsse
Rüdscher
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  #18  
Alt 14.06.2019, 22:35
Lara80 Lara80 ist offline
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Standard Sooo.... heute mpu gehabt

So liebe leute, ich hatte dann heute Meine mpu, ich hoffe ich habe vor aufregung alles richtig gemacht und es gut erklären können, die Gutachterin meinte es verläuft wohl ins positive, nun heißt es abwarten.
Danke nochmals für eure schonungslose kritik das hat mir nochmal sehr geholfen.... ich melde mich sobald ich das gutachten habe.
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  #19  
Alt 15.06.2019, 07:30
rüdscher rüdscher ist offline
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Das klingt doch schon mal gut!
Jetzt kommt die nervenaufreibende Wartezeit aber das positive Signal ist schon mal gut!

Viele Grüsse
Rüdscher
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alkohol, unfall, vorberietung

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