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  #1  
Alt 11.04.2019, 16:50
falo999 falo999 ist offline
MPU Profi
 
Registriert seit: 20.03.2014
Beiträge: 1.279
Standard Intressantes Urteil zum Thema Entzug bei Cannabis TF

Nachdem das Bayrische Verwaltungsgericht schon vor rund einem Jahr entschieden hat das eine einzelne THC Trunkenheitsfahrt nicht sofort zum Verlust der Fahreigung führt hat heute auch das Bundesverwaltungsgericht nachgezogen:

https://www.bverwg.de/pm/2019/29

Das ist eine deutliche lockerung im dem Bereich.

Vorallen NRW wird es hart treffen weil sie jetzt mit ihrer entzugsberündung 'geringe Kontrolldichte' sicherlich nicht mehr durchkommen werden.

Aber es wird teilweise auch für mehr Kosten bei den Betroffenen sorgen weil die erst zum äG und dann evtl. noch zur MPU geschickt werden.
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  #2  
Alt 11.04.2019, 17:14
Kai R. Kai R. ist offline
MPU Profi
 
Registriert seit: 07.02.2008
Beiträge: 3.561
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Interessant, aber …..

damit wird ja nur der bayerische Weg, dass zuerst eine MPU angeordnet werden muss, höchstrichterlich abgesegnet. Ich kenne aber keine MPU, die in Bayern mit positivem Trennvermögen trotz gelegentlichem Konsums und berauschter Fahrt bestanden worden wäre.

Außerdem bleibt natürlich die Tatsache, dass erst gelegentlicher Konsum festgestellt sein muss, um die Eignungszweifel zu begründen, in vollem Umfang bestehen. Und damit auch der NRW-Weg, auch bei Ersttätern immer gelegentlichen Konsum zu unterstellen.

Aber richtig ist: künftig ist der direkte Entzug ausgehebelt und alle müssen nach berauschter Fahrt erst einmal die Gelegenheit zu einer MPU erhalten. Was kann es für diese MPU bedeuten:

- in jedem Fall kann man versuchen, sie mit Einmalkonsum zu bestehen. Künftig ist ja Trennvermögen gewährleistet, wenn es sich nur um einmaligen Probierkonsum gehandelt hat.
- weiterhin kann man versuchen, mit kontrolliertem Kiffen zu bestehen. Trennvermögen ist ja schneller zu erlernen. Da müsste man begründen, wieso es einmal schief gegangen ist und was man künftig ändern wird.
- mit AB kann man diese MPU nicht bestehen, denn Zeit für Nachweise bleibt ja nicht. Außer man spielt durch Einspruch gegen den Bußgeldbescheid ganz massiv auf Zeit und kümmert sich sofort um AB-Nachweise. Ähnlich wie bei den Radlern und Alkohol, wird es dann regelmäßig knapp.

Danke für das Urteil!
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  #3  
Alt 11.04.2019, 23:21
Beli77 Beli77 ist offline
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Beiträge: 38
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Hier steht das gleiche

https://www.sueddeutsche.de/auto/fue...-1.4405850!amp
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  #4  
Alt 12.04.2019, 00:08
Huckstable Huckstable ist offline
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Beiträge: 244
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Mal ganz blöd gefragt...wenn einem Drogenkonsumenten jetzt nicht mehr auf Anhieb der Lappen entzogen werden darf....wieso geht man dann bei Alkoholsündern beim Erstvergehen davon aus, dass sie generell ungeeignet sind ein KFZ zu führen??? Ich empfinde das mit messen mit zweierleih Maß! Illegale Drogen sind demnach bei "Erstkonsum" bzw erstmaligem auffallen OK (zumindest insoweit, dass man den Lappen erstmal behält aber "legaler" Alkohol nicht...
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  #5  
Alt 12.04.2019, 08:57
Kai R. Kai R. ist offline
MPU Profi
 
Registriert seit: 07.02.2008
Beiträge: 3.561
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Mal ganz blöd geantwortet: größer kann Dein Missverständnis nicht sein. Bei Cannabis reden wir davon, dass nahezu jeder Auffällige auch nach der kleinsten Ordnungswidrigkeit seine Fahrerlaubnis verliert bzw. zur MPU geschickt wird. Und das bei Grenzwerten, die im internationalen Vergleich äußerst niedrig sind. Bei Alkohol ist die erste Auffälligkeit im Owi-Bereich und sogar bei Straftaten bis 1,59%o MPU-frei. Und das, obwohl Alkohol bei 7,3% aller Unfalltoten ursächlich ist, bei Drogen sind es 1,3% und das sind alle Drogen. Für Cannabis weist die Statistik keinen separaten Wert aus, mit gutem Grund. Die Zahl der durch Cannabis verursachten tödlichen Unfälle dürfte sehr gering sein.

Das Gegenteil Deiner These ist also richtig: Alkohol wird fahreignungstechnisch deutlich privilegiert, bei Cannabis ist Führerscheinrecht zu erheblichem Maße auch Drogenprävention durch die Hintertür.
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  #6  
Alt 12.04.2019, 09:01
falo999 falo999 ist offline
MPU Profi
 
Registriert seit: 20.03.2014
Beiträge: 1.279
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Anderes Beispiel nach Alkkonsum ist selbst nach heftigen Konsum dein Blut nach 24h wieder clear.

Bei Canabis gab es schon fälle das 5 Tage nach dem Konsum noch THC nachgewiese wird.
Und niemand wird ernsthaft behaupten das 5 Tage nach den Konsum noch eine beeinträchtigung der Fahreignung vorliegt.
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  #7  
Alt 12.04.2019, 09:38
Benutzerbild von samuel
samuel samuel ist offline
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Beiträge: 16.939
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Ich habe die ersten beiden Beiträge im Ablauf konserviert, Danke dafür
__________________
Wer mich sucht, der findet mich als mpu-samuel bei eBay
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