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  #1  
Alt 14.03.2019, 23:40
LustigerFuchs LustigerFuchs ist offline
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Hallo Leute!

Ich werde mich in einer Woche einer (neuen) MPU unterziehen, sodass ich dringend eure Ratschläge brauche
Meine Geschichte ist echt komplex.

Ich bin Ostfranzose (Lothringer) und mir wurde die Fahrerlaubnis in Deutschland (aber nicht in Frankreich) vor etwa vier Jahren entzogen. Ich wohne und arbeite derzeit im Zentralmassiv unweit von Lyon.

Ich hatte an einem Abend ein Bezodiazepin, das mir verschrieben wurde, zum Einschlafen eingenommen. Am nächsten Tag habe ich dann drei mal die höchst mögliche Dosis von Baclofen, einem Muskelrelaxans, eingenommen.
Beim Fahren mit meinen Eltern habe ich dann das Bewusstsein verloren. Daraufhin war ich vier Tage lang im Koma.

Vor vier Jahren musste ich mich einer MPU unterziehen, bei der ich leider durchgefallen bin.
Hier sind einige wichtige Auszüge aus dem Bericht, der der Fahrerlaubnisbehörde vom Saarland vorliegt.



"Untersuchungsanlass ist der Konsum von Betäubungsmitteln / ein Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz"
[Es gab aber gar keinen solchen Verstoss und mir wurde das von der Polizei nie vorgeworfen und ich musste überhaupt keine Geldbusse bezahlen].

"Im Ergebnis der Begutachtung ist eine günstige Prognose der Verkehrsbewährung noch nicht möglich. Massnahmen zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung werden aufgezeigt".

"Die Behörde fragt:
Ist Herr F. in der Lage, zwischen der Einnahme von Psychopharmaka, speziell Benzodiazepinen, und dem Fahren eines PKW zu trennen?
"

"Das uns vorliegende hausärtzliche Attest bestätigt die Angaben des Klienten: am Unwohlsein mit Bewusstlosigkeit, die Herr Fischer gehabt habe, sei nicht die Einnahme von Benzodiazepinen und noch weniger der Mangel an diesen Medikamenten schuld, sondern eher eine Interaktion von Baclofen und Valproat, die von der Allgemeinmedizinärtzten für Muskelkontraktionen der unteren Gliedmassen, und eine wahrscheinliche einzelnen myoclonische Krise für das Valproat, verschrieben wurden."

"Eine Benzodiazepinabhängigkeit wird seitens der behandelnden Ärztin ausgeschlossen."

"Allerdings ist es fraglich, ob Herr Fischer die Einnahme von Benzodiazepinen und die Teilnahme am Strassenverkehr sicher trennen kann, da die zu der Einnahme führende Grunderkrankung (Angststörung) zu anfallsartig und unerwartet auftretenden Panikattacken führen kann. Die vom dem Klienten angegebene Vorgehensweise, nach der Einnahme eines Benzodiazepins immer mindestens 8 Stunden bis zu einer nächsten Verkehrsteilnahme abzuwarten, ist praktisch ohne weiteres nicht umsetzbar. Zudem ist es nicht zutreffend, dass die Wirkung des Benzodiazepins Lormetazepam (Noctamid) nach 8 Stunden aufgehoben ist, denn die Halbwertszeit dieses Wirkstoffes beträgt 10-12 Stunden.
Zudem verzichtet Herr ... nach eigenen Angaben nicht auf den Konsum von Alkohol. Die Dauermedikation von Mirtazapin (Antidepressivum) und die bedarfsweise Einnahme eines Benzodiazepins machen einen konsequenten Alkoholverzicht notwendig, da die Interaktion von Alkohol und Psychopharmaka unabsehbare Auswirkungen auf die Konzentration- und Reaktionsfähigkeit haben können.
Eine fahreignungsrelevante Beeinträchtigung für das Führen von Kraftfahrzeugen ist daher derzeit nicht auszuschliessen.
"

"Wie im medizinischen Teil ausgeführt wird, war ein ausreichendes Problembewusstsein in Bezug auf die Einsicht in die Notwendigkeit eines konsequenten Alkoholverzichtes bei den verordneten Medikamenten aber noch nicht gegeben. Zudem stehen die beschriebene zeitliche Systematisierung der medikamentösen Behandlung und der anfallsartige Charakter der Angsterkrankung in einem Widerspruch, wie auch der Abbau des für die Verkehrssicherheit möglicherweise kritischen Medikamentes mit der zeitlichen Planung für eine Verkehrsteilnahme.
Die beschriebene Änderungen lassen inzwischen zwar darauf schliessen, dass eine Auseinandersetzung mit der Problematik begonnen wurde, aber noch nicht erkennen, dass Lösungen gefunden wurden, die eine ausreichend sichere Teilnahme am Strassenverkehr trotz der Behandlung mit den für die Verkehrssicherheit kritischen Medikamente, gewährleisten. Eine günstige Prognose ist somit zurzeit noch nicht möglich. Bei der Art der Problematik sehen wir keine Möglichkeit, die Teilnahme an einem Kurs zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung zu empfehlen
".

Wir empfehlen Herr Fischer medizinischerseits, aufgrund der bestehenden Dauermedikation mit Psychoparmaka, eine alkoholfreie Lebensweise. Zum Nachweis der Alkoholabstinenz muss er...
"



Ich plane folgendermassen auf all diese Einwände einzugehen:

Lange Dauer der Wirkung vom Schlafmittel

Zum Einschlafen nehme ich keine Benzodiazepinen mehr sondern beim Bedarf nur noch das kürzer wirkende Schlafmittel Zopiclon. Wenn ich es einnehme fahre ich dann nicht mehr am nächsten Tag.

Ich kann durchaus an einem bestimmten Tag auf das Fahren verzichten.
Ich gehe zum Fuss oder mit dem Bus zur Arbeit oder abends ins Stadtzentrum, um mich mit Freunden zu treffen. Mein Auto benutze ich nur ungefähr zwei mal pro Woche.
Es kann manchmal zwar sehr praktisch sein aber ich kann durchaus darauf verzichten, wenn ich wegen der Müdigkeit oder der Einnahme von manchen Medikamenten nicht fahren kann.

Widerspruch zwischen dem anfallsartigen Charakter der Angsterkrankung und dem Fahren

Ich nehme kein Benzodiazepin mehr gegen die Angst sondern nur noch das Neuroleptikum Pipamperon, das genauso wirksam ist. Es wird von deutschen Ärzten gern verschrieben, da es nicht abhängig macht. Dies kann ich durch einen Drogenabstinenznachweis für die Periode August 2018 - Ende Dezember 2018 bekräftigen.
Am selben Tag kann ich dann ohne Problem auf das Fahren verzichten, wie ich es oben erklärt habe.
Es gibt zwei pflanzliche Mitteln, die ich ebenfalls als sehr wirksam empfinde: Zitronenmelisse und Passionsblumen.

Ich versuche aber ständig, mit meinen Ängsten ohne die Einnahme von jeglichen Medikamenten umzugehen. Ich habe inzwischen die Achtsamkeitsmeditation erlernt, die äusserst wirksam ist, um negative Erfahrungen, Gefühle und Gedanken zu bewältigen.


Alkohol

Mir wurde nie ein Alkoholmissbrauch vorgeworfen und nirgendwo wurde mir eine Alkoholabhängigkeit unterstellt. Ich habe zwei Alkoholabstinenznachweise für das Jahr 2015. Leider hatte ich danach gar keine Zeit, mich einer neuen MPU zu unterziehen, da ich ja in Nordengland lebte und arbeitete.

Ich kann das Labor, das mir die Drogenabstinenznachweise für die zweite Hälfte vom Jahr 2018 gegeben hat, darum bitten, meine Haarproben bezüglich dem Konsum vom Alkohol zu untersuchen.
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  #2  
Alt 14.03.2019, 23:45
LustigerFuchs LustigerFuchs ist offline
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Nun habe ich auch einen Drogenfragebogen ausgefüllt.



Was ist passiert?

Wegen einer Depression und akuten Ängsten nahm ich unterschiedliche Psychopharmaka (wie trizyklische Antidepressiva und Benzodiazepinen) ein. Alle wurden mir von meinem Psychiater verschrieben. Ich war leichtsinnig und habe gar nicht auf die Wechselwirkungen und Nebenwirkungen geachtet.
Weil ich das Mittel Amisulipirid nicht ertragen habe bekam ich einen epileptischen Anfall ungefähr eine Woche vor dem Vorfall. Deswegen wurde mir Valproinsäure verschrieben.
Am Tag vor dem Vorfall bin ich beim Joggen in den Bergen gestolpert. Gegen die darauffolgenden Muskelkrämpfe habe ich Baclofen gekriegt. Ich hatte allerdings dem Allgemeinarzt gar nicht meine Behandlung mit den anderen Medikamenten erwähnt. Am Abend vor dem Tag des Vorfalls nahm ich Benzodiazepinen zum Einschlafen ein. Am nächsten Tag hatte ich so weh wegen dem Fallen, dass ich dreimal die höchst mögliche Dosis von Baclofen einnahm.
Und das hat das Drama verursacht.
Die Wechselwirkungen zwischen dem Benzodiazepin des letzten Abends, der Valproinsäure, dem Baclofen und dem trizyklischen Antidepressivum waren so stark, dass ich beim Fahren ohnmächtig wurde. Ich bin danach vier Tage lang bewusstlos im Spital geblieben.


Vorgeschichte:
Angststörung mit depressiven Phasen. ADHS. Starke Nervosität und Unruhe.

Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?
Die einzige illegale Droge, die ich je genommen habe, war das Kannabis.
Mein letzter Konsum war im November 2005.
Dies hat aber mit dem Vorfall im Juni 2012 gar nichts zu tun.
Deswegen werde ich hier nicht weiter darauf eingehen.

Wann haben Sie das erste Mal konsumiert?

Als ich 23 Jahre alt und drauf und dran war, mein Studium abzuschließen, war ich sehr gestresst und ängstlich. Ich konnte abends gar nicht mehr einschlafen. Deswegen verschrieb mir ein Hausarzt Benzodiazepinen.

Wann haben Sie das letzte Mal konsumiert?

Ich habe das letzte Mal vor 13 Monaten ein Benzodiazepin eingenommen.
Seither habe ich neue Medikamente bekommen.


Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Wie lange habt Ihr was in welcher Menge genommen?)

Ich habe immer vermieden, tagtäglich Benzodiazepinen einzunehmen, um nicht süchtig zu werden.
Ich habe oft zwischen dem Konsum von Benzos und dem von anderen Medikamenten hin- und hergewechselt.

Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
Vor dem Vorfall und der Bewusstlosigkeit war es mir schon passiert, ein Benzodiazepin einzunehmen, nachdem ich während dem Abend zwei oder drei Biere trank.
Das war wirklich leichtsinnig, und das habe ich danach nicht mehr gemacht.


Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
Ich habe fast nur bei sozialen Anlässen getrunken.

Sonstige Suchtmitteleinnahme?
Nein.

Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
Ja. Wegen den Benzodiazepinen hatte ich große Schwierigkeiten, mich auf meine Aufgaben zu Konzentrieren. Außerdem war ich wegen ihnen sehr vergesslich. Deshalb waren meine wissenschaftlichen Leistungen gar nicht gut. Ich habe peinliche Fehler gemacht und dadurch den Gunst meines ehemaligen direkten Chefs in Leipzig verloren.

Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?

Am Anfang ja, weil ich den Eindruck hatte, dass die Benzos mir dennoch viel helfen würden und ich meine Schwierigkeiten bei der Arbeit ihnen noch nicht zugeschrieben hatte.

Auffälligkeit:
Ich wurde beim Fahren bewusstlos.

Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
Baclofen, Valproinäure, trizyklische Antidepressiva und Benzodiazepinen wurden in meinem Blut gefunden.


Wann und wie viel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
Ich weiß es nicht mehr genau. Bezüglich den Psychopharmaka habe ich die Anweisungen meines Psychiaters beachtet, allerdings habe ich daneben andere Medikamente wie Baclofen genommen, ohne die Wechselwirkungen in Betracht zu ziehen.


Wie viel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?

2 mg Lormetazepam vor dem Einschlafen. 100 mg Amitryptilin. 1500 mg Valproinsäure, 225 mg Baclofen, soweit ich mich daran erinnern kann.
Im Nachhinein sehe ich ein, dass es völlig verrückt war und dass eine solche Mischung eigentlich eine gute Methode ist, um Selbstmord zu begehen.

Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
Ja ich hatte sehr weh am Bein und die höchste Dosierung von Baclofen hat mir nicht weiter geholfen, deswegen habe ich noch zwei weitere Dosierungen zu mir genommen.

Wie sind Sie auffällig geworden?
Ich habe beim Fahren das Bewusstsein verloren. Zum Glück waren meine Eltern im Auto.

Nur für die, die im Straßenverkehr ermittelt wurden(auch Parkplatz):
Was war der Zweck der Fahrt?
Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?

Ich bin mit meinen Eltern spazieren gegangen.

Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluß im Straßenverkehr unterwegs?

Ich bin nie direkt nach der Einnahme von Benzodiazepinen gefahren.
Ich habe immer darauf geachtet, mindestens 8 Stunden lang zu warten, bevor ich fahre.
Allerdings hätte ich nie unter dem Einfluss des Baclofens fahren sollen.
Zum einen kann das Mittel einen sehr müde machen.
Zum anderen war die Medikamentenkombination an diesem Tag extrem gefährlich.

Ich habe auch realisiert, dass ein Abstand von 8 Stunden zwischen dem Konsum von Benzodiazepinen und dem Fahren gar nicht ausreicht, da diese Verbindungen und ihre Metaboliten viel länger im Blut verweilen, wo sie weitere Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem haben können.

Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?

Ich bin leichtsinnig gewesen und hatte überhaupt keine Gefahr wahrgenommen. Ich dachte, unsterblich zu sein.
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  #3  
Alt 14.03.2019, 23:46
LustigerFuchs LustigerFuchs ist offline
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Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluß ein KFZ zu führen?

Unter dem Einfluss von Benzodiazepinen und anderen Substanzen wie Baclofen darf man nicht fahren, weil sie die Konzentration, Aufmerksamkeit und Reaktivität sehr stark beeinträchtigen. Übrigens machen ihre muskelrelaxanten Eigenschaften es noch schwieriger, schnell genug auf eine Gefahr zu reagieren.

Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluß?

Ich dachte, dass es 8 Stunden nach dem Konsum von Benzodiazepinen kein Risiko mehr geben würde. Ich lag falsch, da diese Verbindungen länger im Blut bleiben und immer noch eine Auswirkung auf das zentrale Nervensystem haben.


Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
Ja körperliche Abhängigkeit. Deswegen habe ich es immer vermieden.

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Warum ist es passiert?
Wegen dem Stolpern in den Bergen hatte ich sehr weh am Bein. Ich habe die Gefahr der Wechselwirkungen von Medikamenten völlig unterschätzt.


Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
Meine Eltern hatten mich gewarnt, dass mein Umgang mit Medikamenten mich töten könnte.

Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?
Ja Stress bei der Arbeit. Streite mit Freunden.

Haben Sie vor der Auffälligkeit jemand um Hilfe gebeten, um den Drogenkonsum zu beenden?
(Warum, wann, wer, mit welchem Erfolg?)
Nein. Ich habe nicht eingesehen, dass es schädlich war.

Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
Nein.

Hatten sie Konsumpausen/spitzen?
Warum? Wann?

Keine. Mein Konsum blieb ungefähr durchschnittlich immer derselbe.


Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?

Ich hatte wirklich den Eindruck, nur durch Medikamente mit meinen emotionalen Problemen umgehen zu können. Inzwischen habe ich gelernt, durch die Achtsamkeitsmeditation schwierige Gefühle auch ohne Pillen in den Griff zu kriegen.

Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?

Nein, weil ich immer darauf geachtet hatte, die Benzodiazepinen nie länger als zwei Wochen ohne Unterbrechung einzunehmen.


Waren sie Drogenabhängig?

Nein, und ich habe nie das spezifische Verlangen gespürt, Benzodiazepinen zu nehmen.

Wieso passiert das nicht wieder?
Inzwischen habe ich gelernt, durch meditative Techniken negative Gefühle zu akzeptieren, ohne von ihnen überwältigt zu werden.
Übrigens bekomme ich andere Medikamente von meiner Psychiaterin, die im Gegensatz zu Benzodiazepinen nicht abhängig machen aber eine genauso gute Wirkung entfalten.

Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?
Diese Frage kann man nicht ohne weiteres auf meine Situation übertragen.
Wäre ich mir aber der Wechselwirkungen von Medikamenten bewusst gewesen wäre ich viel vorsichtiger damit umgegangen.
Und ich hätte nie Benzodiazepinen eingenommen, da es andere Arzneimitteln gibt, die genauso wirksam sind, ohne abhängig zu machen und das Kurzeitgedächtnis zu beeinträchtigen.

Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?
Benzodiazepinen sind sehr schlecht für das Kurzzeitgedächtnis und die Konzentration.
Ich bin viel effizienter bei der Arbeit, seitdem ich sie nicht mehr einnehme.


Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben
Ich habe vor ungefähr 15 Monaten durch Lektüren festgestellt, dass meine Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit bei der Arbeit sehr wahrscheinlich auf den Konsum von Benzodiazepinen zurückgeführt werden können. Übrigens habe ich auch bemerkt, dass Benzos zwar eine angstlösende Wirkung haben, mich dafür aber häufig traurig und deprimiert machen.
Dank meiner Ärztin habe ich eine andere Behandlung bekommen, die genauso stark gegen die Ängste wirkt, aber ohne all diese Nebenwirkungen und das Abhängigkeitsrisiko.


Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht für gelegentlicher Konsum in Betracht?

Im Vergleich zu meinen jetzigen Medikamenten gäbe es gar keinen Vorteil, wieder auf Benzodiazepinen zurückzugreifen. Im Gegenteil würde das die Ausübung meines Berufes als Hochschullehrer stark beeinträchtigen. Ich muss imstande sein, klar und schnell zu denken, und das ist mit der Einnahme von Benzodiazepinen keineswegs vereinbar.


Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?

Sehr gut. Ich war von den Benzos nie abhängig, sodass sie problemlos durch andere Medikamente ersetzt werden konnten.
Das Erlernen der Achtsamkeitsmeditation ist wirklich ein großer Segen für mich gewesen.
Auf diese Weise kann ich mich viel besser von meiner negativen Verstimmung distanzieren und sie nicht länger als die objektive Wirklichkeit betrachten.


Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?

Die Lektüre von vielen Büchern über die meditative Bewältigung von Emotionen.
Gespräche mit Freunden, die vor mir einen ähnlichen Weg gegangen sind.

Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?

Sie sind froh, dass ich mich nicht mehr auf Pillen verlasse, um mit den Schwierigkeiten des Lebens auf Erden klar zu kommen.



Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?

Diese Frage passt gar nicht zu meiner Problematik.

Wie haben Sie in Zukunft vor, mit Benzos/dem Konsum umzugehen?
Ich brauche sie gar nicht mehr und werde sie nicht mehr einnehmen.

Haben Sie zu Hause Benzos?

Nein, daheim habe ich nur die Medikamente, die mir derzeit von meiner Psychiaterin verschrieben werden.


Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluß ein KFZ zu führen?

Ich nehme keine Benzodiazepinen mehr.
Wenn ich zum Einschlafen ein Zopiclon einnehme dann verzichte ich am nächsten Tag auf das Fahren mit meinem Auto. Von meiner Wohnung aus brauche ich nur 15 Minuten, um an meinem Arbeitsort anzukommen.


Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?

Ich hatte nie ein süchtiges Verlangen nach Benzodiazepinen. Ich habe aus den oben liegenden Gründen ganz einfach die Entscheidung getroffen, keine Benzos mehr einzunehmen. Ich kann mich und werde mich daran halten.
Das Zopiclon nehme ich höchstens 2-3 Male pro Woche und nur, wenn ich am nächsten Tag etwas Wichtiges machen muss, wie zum Beispiel eine Vorlesung zu geben oder einen Vortrag zu halten.

Wenn es nichts Wichtiges zu tun gibt, habe ich es gelernt, die Schlaflosigkeit einfach zu akzeptieren. Es ist gar nicht so schlimm, wenn ich an einem Abend nicht schlafen kann und am nächsten Tag in meinem Büro müde bin. Dann werde ich halt am nächsten Abend umso leichter einschlafen.




Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?

Wegen meiner medikamentösen Behandlung habe ich seit mehr als einem Jahr gar keinen Alkohol mehr getrunken.
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  #4  
Alt 15.03.2019, 09:04
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Hallo und willkommen im Forum.

Zunächst: Hat die Führerscheinstelle das erste Gutachten bekommen?

Falls ja wirst du ohne Alkoholabstinenznachweise eine zukünftige MPU kaum bestehen können.

Du ordnest zudem den Sachverhalt noch falsch ein. Zum Bestehen der MPU solltest du dir aber klar sein worum es überhaupt geht.

Zitat:
Es gab aber gar keinen solchen Verstoss und mir wurde das von der Polizei nie vorgeworfen und ich musste überhaupt keine Geldbusse bezahlen
Falsch und in der MPU ein gewaltiger Minuspunkt. Ein Verstoß hat mit einer Strafe nichts zu tun. Du hast einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz begangen. Bei legal genommenen Medikamenten, grade auch im Zusammenhang mit Alkokohol, liegt es in deiner Verantwortung nur zu Fahren, wenn sich daraus keinerlei vorhersehbaren Gefahren ergeben. Dazu gehört auch die Ratschläge deines Arztes anzunehmen, die Beipackzettel zu lesen, die Wechselwirkung von eingenommenen Medikamenten zu kennen und das alles zu beachten.

Das hast du nicht getan und bist (davon gehe ich mal aus obwohl du das nicht direkt geschrieben hast) gefahren.

Damit hast du einen Verstoß begangen und bist bei der MPU genau richtig. Wenn im MPU-Gespräch durch deine Geschichte rüberkommt, dass du nicht zu den üblichen MPU-Kandidaten gehörst und eigentlich überhaupt kein Problem hast darfst du kein positives Gutachten bekommen.

Nur mal zur Einordnung und damit du deine Ausgangslage verstehst.

Du bist wohl zudem langfristig täglich regelmäßig auf Medikamente angewiesen, die im Zusammenspiel mit Alkohol unvorhergesehene Auswirkungen haben. Dies steht mit Sicherheit auch im Beipackzettel. Aber auch Arzt und Apotheke sollten dich darauf hinweisen. Wenn du trotzdem noch Alkohol trinkst muss er also für dich eine Bedeutung haben, die über deine Gesundheit hinausgeht und ist damit ein Problem.

Deshalb hättest du bereits von dir aus auf Alkohol verzichten müssen. Das hast du offensichtlich nicht getan. Deshalb hat der Gutachter es zwar freundlich umschrieben, muss von dir aber eine Abstinenz fordern.

Ohne Abstinenzbelege sehe deshalb wenig Aussichten eine folgende MPU zu bestehen.

Zitat:
Wie im medizinischen Teil ausgeführt wird, war ein ausreichendes Problembewusstsein in Bezug auf die Einsicht in die Notwendigkeit eines konsequenten Alkoholverzichtes bei den verordneten Medikamenten aber noch nicht gegeben.
Konsequent meint in dem Zusammenhang Abstinenz, solange du die Medikamente nimmst.

Zitat:
Zum Nachweis der Alkoholabstinenz muss er...
Und hier noch mal ganz deutlich die Forderung.

Deine Drogen- und Alkoholnachweise sind alle zu alt um bei der MPU eine Rolle zu spielen.

Zitat:
Ich plane folgendermassen auf all diese Einwände einzugehen
Genau falsch. Bei einer MPU gibt es nichts zu widerlegen oder Einwänden zu widersprechen. Du musst aufzeigen wie du zukünftig mit einem Problem umgehst, so dass du im Straßenverkehr keine Gefahr mehr darstellst.

Soweit erst mal zu deinem ersten Beitrag.

Geändert von MrMurphy (15.03.2019 um 09:26 Uhr)
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  #5  
Alt 16.03.2019, 00:45
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Hallo, vielen Dank für deine Ratschläge!

Also in dem Sinn bin ich einverstanden, dass ich in der Tat gegen das BMG verstossen habe: ich bin trotz den hoch gefährlichen Wechselwirkungen zwischen den Benzos und den anderen Medikamenten gefahren und habe dadurch mein Leben und das von anderen Verkehrsteilnehmern aufs Spiel gesetzt.

Ich habe mich bezüglich dem Alkohol und den Medikamenten auf eine sehr schwachsinnige Weise verhalten aber ich bezweifle, ein Alkoholproblem zu haben: seit 2015 habe ich gar kein Gläschen mehr getrunken. Wenn ich in einer Kneipe mit Freunden bin und sie ein Bier oder Wein trinken spüre ich keinerlei Verlangen, dasselbe zu tun und ich bin mit meinem grünen Tee oder Sprite völlig zufrieden.
Auf jeglichen Konsum von Alkohol zu verzichten hat mir überhaupt keine emotionale Schwierigkeit bereitet: ich konnte es von heute auf morgen ohne Problem machen, weil ich nur gelegentlich ein Glas Bier trank und es keine grosse Rolle in meinem Leben gespielt hat. Wenn ich die Geschichten von alkoholkranken Menschen höre oder lese, sieht es völlig anders aus.
Wenn ich also den Begutachtern sagen würde, dass ich alkoholsüchtig war und ich gar nicht sofort damit aufhören konnte, wäre das kein Zugeständnis sondern schlichtweg eine Unwahrheit.

Ich habe jetzt das Labor darum gebeten, meine Haarproben im Hinblick auf den Alkoholkonsum zu untersuchen und sie haben mir bestätigt, dass es möglich ist und sie werden es tun.
Allerdings werde ich natürlich nicht sofort die Ergebnisse kriegen.

Ich werde mich der MPU beim TÜV unterziehen. Ich korrespondiere derzeit mit einem beratenden Psychologen vom TÜV. Der hat mir gesagt, dass die Haarproben am 21 März immer noch als gültig betrachtet werden könnten.

Wenn ich bei der MPU dem Arzt sage, dass ich bald Alkoholabstinenznachweise bekommen werde und dass ich aber den Termin schon jetzt haben wollte, weil ich im April wegen meinen Lehrtätigkeiten und sonstigen akademischen Verantwortungen und Pflichten gar nicht mehr nach Deutschland kommen kann, wie wird er darauf reagieren?

Ich möchte ihm im Nachhinein alle Abstinenznachweise nachreichen, bevor er eine Entscheidung trifft. In Frankreich wären in solch einer Situation die allermeisten Begutachter verständnisvoll. Aber bei uns sind ja Fahreigungsuntersuchungen keine Geldmachrerei, wovon private Firmen profitieren
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  #6  
Alt 16.03.2019, 02:02
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Entscheidend ist erst einmal ob die Führerscheinstelle eine Ausfertigung des ersten Gutachtens kennt. Es wäre schön wenn du die Frage beantworten könntest.

Aus deinen Angaben hier sehe ich bei dir kein Alkoholproblem.

Dein Hauptproblem scheint zu sein, dass du deine Verantwortung im Straßenverkehr nicht ernst nimmst.

Das man bei frei zugänglichen Medikamenten nicht die Packungsbeilage liest und sich wenig Gedanken über Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und / oder Alkohol macht ist üblich. Sofern die im üblichen Rahmen eingenommen werden passiert in der Regel auch nichts.

Bei verschreibungspflichtigen "Hammermedikamenten" (ich nenne die mal so) ist so eine lasche Haltung aber mit der Verantwortung im Straßenverkehr nicht vereinbar. Da wird schlicht erwartet, dass du die Hinweise vom Arzt und der Apotheke beachtest, unterschiedliche Ärzte über bereits verschriebene Medikamente informierst, die Packungsbeilage liest, dich im Internet informierst, andere fahren lässt wenn du solche Medikamente eingenommen hast und und und. Und zwar bevor es zu Komplikationen oder gar einem Unfall kommt. Also jede Möglichkeit nutzt um Gefahren von vornherein auszuschließen.

Falls die Führerscheinstelle das erste Gutachten nicht kennt solltest du eine Alkoholproblematik gar nicht erst groß zum Thema machen.
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  #7  
Alt 16.03.2019, 10:23
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Hallo,
ich hatte ja geschrieben, dass der Fahrerlaubnisbehörde (und deshalb auch der neuen Begutachtungsstelle) das erste Gutachten vorliegt.

Übrigens habe ich in meinem langen Beitrag überall betont, dass ich mich auf eine leichtsinnige Weise verhalten habe, weil ich auf die Packungsbeiläge und Gefahren der Medikamente gar nicht geachtet hatte.
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